Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

»dn Cuiaviet, tochter , welche aber an. rnx. ohne kmder starb.Die andere gemahlin war Beatrix von Luxemburg , des KaystrsLenrici VII. und Margaretha von Brabant tochter, welche aberru ausqanq desselben jahres , da er sich mit ihr vermählet, mittode abqieng. Darauf vermählte er sich mit Elisabetha ausPolen , Casimiri III. des grossen, und Uladislai III. Loctici,auch Königs in Polen , schwesier. Diese gebahr ihm zweyföhne, welche klein verstürben, und nebst selbigen LudovicumM. nachmalige» König in Ungarn , ferner Andream, so Kö-nig in Neapolis und Sicilien wurde, und Stephanum, Her­ tzog von Sclavonien. ßonßnius , dec. II. Üb. IX. Thurojius ,c. 90. Chron. Hung. pag. 2. cap. 99. Cromerus.

Churfürsten von der pfaltz.

Carolus Ludovicus, ein söhn FridericiV. Churfürstenvon der Pfaltz, und Elisabekhä «Ltuart, Jacobi l. in Groß-Britannien tochter , gcbohrcn den 22. dec. an. 1617. In sei-ner jugend inuste er seinem vatter ins exillum folgen , da ersich denn zu Leiden auf die studien mit grossem fleiß legte,und in sprachen, auch so gar in den Orientalischen, übte.Nachdem sein vatter an. 16*2. gestorben, sollte er zwar in derChur -Psaltz succediren, weil fein ältester bruder FridericusHenricus bereits an. 1629. indem er über einen fluß fetzen wol-len , das leben eingebüßt. Weil er aber noch jung war, nahmseines vatters bruder, Ludovicus Philippus zu Simmern undLäutern, die vorinundfchafft und Verwaltung der Chur , aufver-ordnung des Schwedischen Reichs-Cantzlers Graf Oxenstirn,auf sich; wiewol solche Verwaltung bald ein ende hatte, indemdie Kavserlichcn in der Ober-und Unter-Pfaltz den incister spiel-ten. Also blieb Carolus Ludovicus in diesem zustande, undkonnte in dem Präger-frieden an. 16;;. weiter nichts erhal-ten, als daß man ihm und seinen brüdern einen stands-ge-mässen unterhalt versprach, doch so ferne sie sich zum Kayfer-lichen gehorsam bequemten. Dannenhero als an. i6;6. Fer-dinandus III. zum Römischen Könige erwehlet wurde, protestir-te Carolus Ludovicus wider solche wähl, als welche nicht vonallen Churfürsten geschehen, und ließ sein recht durch einige her-aus gegebene schriften behaupten. An. 16)8. kaufte er nebstseinen brüdern die stadt Meppen in dem Munsterischen, zog ei-nige völcker zusammen, und gedachte nebst seinem bruder Ru-perto, durch hülffe der Engelländischen völcker und anderer Po-tentaten,sein recht auf die Pfaltz mit gewaffneter hand zu behaup-ten ;allein der General von Vehlen überfiel diesen ort,und bekamdadurch allen Proviant und Munition, so man darinnen zusam-men gebracht. Der Commendant von Horneck-wurde zumgefangenen gemacht, und da derselbe einem Kayserl. Haupt-mann eine ohrfeige gegeben, getödtet. Bald darauf ward Ca-roli Ludovict armee bey Lemgau, welches er belagerte, von demKayferlichen Generale, Grafen von Hatzfeld, geschlagen, allebagage erobert, Rupertus gefangen, und er selbst konnte stchkaum nach Minden retiriren. Hierauf starb an. 1659. Her-tzog Bernhard von Sachsen-Weimar , da den» Carolus Lndo-vicus verhoffe, dessen schwierige armee mit hülffe des aus En-gelland erlangten geldes an sich zu ziehen. Er reiste demnachdurch Franckreich dahin, wurde aber von dem Könige ange-halten , und nicht eher erlassen, als bis sich Franckreich mit denWcimarischcn trouppen gesetzt hatte. Es nahmen sich zwarder König von Engelland und die Königin von Schweden sei-ner au; aber die briefe, so sie seinetwegen an den König inFranckreich geschrieben, kamen zu späte,. und würden auch inder that wenig gefruchtet haben, weil Franckreich gar einengrossen appctit bekommen hatte, diese schöne armee und nochmehr die wichtige vestungen und länder, so dieselbe inne hat-te ,, in seine gemalt zu kriegen. Endlich kam es in dem West-phälischen frieden an. 1648. dahin , daß ihm die gantze Unter-Pfaltz , doch mit dem bedinge, die berg-strasse gegen erlegungder darauf Haffenden schuld, dem Churfürsten von Mayntzwieder zu überlassen, restituiret, auch die achte Chur -dignitätconferiret wurde, mit der Versicherung, daß nach abgana derWilhelminischen oder Chnr-Bayerischen linie die vorige Chur -dignität nebst der Oder-Pfaltz wieder an ftin Haus kommensollte. Seinen brüdern wurden hierbey 400000. reichsthaler,so in den nächsten 4. jähren sollten erlegt werden, einer jedenschwester aber 10000. rthlr. versprochen. Hierauf gelangte erzur würcklichen besitzung der Unter-Pfaltz bis auf Francken-thal, welches ihm erst an. 16$ 2. von den Spaniern eingeräu-met wurde. Er ließ sich nach diesein angelegen seyn , die Hei-delbergifche Academie wieder aufzurichten, und das gantze landin guten stand zu setzen, verstattete den Lutheranern die reli-gions-freyheit in Heidelberg , ließ auch insonderheit, wiewoletwas zeit hernach und erst an. 1673. in Mannheim die kircheder einigkeit für Reformirte, Lutheraner und Catholischebaue», indem er sich bcmühete, die beyde erste religionen zuvereinigen, auch noch sonst etwas in anfehung der drittenmochte im sinn haben ; wobey dann das einte vorhaben demStraßdurqifchen Dannhauero, das buch Reformirtes Salvegenannt, zu schreiben anlas gab; das andere bey LudovicoFabricio, der fvnsten zu cinweyhung dieser kirchen gebrauchetward, sonderlich, als er hörete, wie man bey selbiger Hand-lung den Catholifchen Priester von Handfchnhsheim den be-schliiy zu machen angestellt, grosse sorge verursachte, die erauch dem Churfürsten durch ein bewegliches schreiben zu ver-Histor. Uxicon 11. Theil.

stehen gab. Mit seines vatters bruder Ludovico Philippo hat-te er einige streiligkeit wegen der groß-vätcerlichen erbschaff,indem er behauptete, daß ihm sem groß - vatter FridericusIV. durch sein testament nichts vergeben, und die landenicht theilen können; doch wurde dieselbige auf demReichs-tage zu Regenfpurg beygeleget, und der PfaltzgrafLudovicus Philippus bey ruhiger besitzung des seinigen ge-lassen. An.$ 7. gerieth er mit Chur-Bayern wegen desReichs-Vicariats in streit. Denn der Churfürst von Bayern wollte behaupten, daß das Vicariat mit zu der Chur-digni-tat gehörete, welche vor diesem den Pfaltzgrafen zugestanden,nunmehro aber auf Bayern gefallen. Der Churfürst von derPfaltz im gegentheil wollte erweisen, daß ihm solches als tza-latino zukäme. Hierüber geriethen sie gar heftig an einander,und die fache wurde mit streit-schristcn geführet, da denn Jo-hannes Freinshemius und Ezechiel Spanheim das Pfältzischerecht vertheidigten. Es erfolgte aber kein allgemeiner Reichs-ausspruch, obgleich der Churfürst von Bayern damals von demKayserl. Cammer-Gerichte eine favorable sententz erhalten. An.1661. verfiel dieser Churfürst mit Ludovico VI. Landgrafen zuHessen - Darmstadt , wegen des Condominars oder Kirchen-rechts in dem amte Umstadt in streit, welche zu einigen weit-länftigkeiten hätte gelcgenheit geben können, aber noch beyzeiten beygeleget ward. An. 166$. entspann sich der streit mitChur-Mayntz, dem Hertzoge von Lothringen und einigen be-nachbarten , wegen des sogenannten wildfang-rechts, vermö-ge dessen die unehelich gebohrnen und andere ankömmlingeu leibeignen leuthen angenommen werden, wenn sie sich freywil-ig an einen solchen ort, wo dergleichen fremdlinge nach einergewissen zeit zu schätzen gebräuchlich ist, begeben, oder ihreWohnung daselbst aufschlagen. Denn weil der Churfürst vonder Pfaltz dieses recht nicht nur in seinem, sondern auch indem gebiethe der benachbarten Stände exerciret, mochte mansolches etwas zu weit extcndiren. Sonderlich, da sich nach ge-endigtem ;o-jährigen kriege viele leuthe an diese örter begaben,wurden vorgemeldte Stände sehr schwierig darüber, daß esauch das ansehen hatte, ob würde ein krieg daraus entstehen;wie denn der ansang durch Chur-Mayntz und den Hertzog vonLothringen , so in die Pfaltz einfielen, schon gemacht war.Doch wurde endlich durch interposition der Könige in Franck-reich und Schweden , wie auch anderer Potentaten die fachedurch das sogenannte üaudum Heilbrunnense an. 1667. der-gestalt beygelegt, daß zwar Chur -Pfaltz sein wildfangs-recht be-hielte, solches aber zu anderer benachbarten Nachtheil nichtexerciren sollte. An. 167;. starb seines vatters bruders söhn,Pfaltzgraf Ludovicus Henricus, ohne erben, da denn CarolusLudovicus das Fürstenthum Simmern erbte; aber wegen desAmts Böckelheim mit dem Churfürsten von Mayntz, welchersolches als ein lehn prätendirte, neue Händel bekam. Um die-se zeit wurde er auch in den Französischen krieg mit verwickelt,sintemal er die partey des Reichs wider Franckreich ergriff;er mnste aber geschehen lassen, daß sein land durch feuer undschwerdt von den Franzosen übel zugerichtet ^ sonderlich aberdurch die Philippsburgische garnifon seine Unterthanen sehrgeplagt wurden. Hierüber starb endlich Carolus Ludovicusden 28. aug. an. 1S80., eben da er sich nach einiger tage Unpäß-lichkeit zu divertiren von Mannheim nach Heidelberg reisenwollte, mitten auf dem wege nahe bey dem dorfe Erlingen .Seine gemahlin war Charlotta, Landgraf Wilhelmi V. zuHessen tochter, mit welcher er sich an. i6;o. vermählet, undausser einen todtgebohrnen Printzen, Carolum , der ihm inder regierung succediret, und Chärlottam Elifadetham, welchean. 1671. an Philippum, Hertzog von Orleans, vermählet wor-den , gezeuget. Es hat aber Carl Ludwig mit seiner gemahlinin grösser Uneinigkeit gelebt, welche eigentlich dadurch ange-fangen worden, daß er eines ihrer Cammer-Fräulein, MariamLouifam von Degenfeld, Christophori Martini, Freyherr»von Äegenfeld, und Ännä Marrä Ädelmann von Adelmanns-feld tochter lieb gewonnen. Er hat mit derselben viel Lateini-sche briefe gewechselt, und sie ihm öffentlich an die lincke Handtrauen lassen, da im gegentheil seine rechte gemahlin nachCassel zu den ihrigen entwichen , und so lange er gelebt, nichtwieder nach Heidelberg gekommen ist. Auch hat er mit derDegenfeldin 14. kinder gezeuget, welche den titul der Rauh-grafen geführet, und sind unter denselben folgende zu erwach-senen jähren gekommen: Carolus Ludovicus, gebohrcn an.1698. welcher als General-Wachtmeister unter den Venetianernan. 1688. in Morea geblieben; Charlotta, welche an Mainar-dum, Hertzog von Leinster und Grafen von Schombcrg, an.168;. vermählet worden, und an. 1696. zu Kensington ge-storben; Louifa und Amalia Elisabetha, so nicht verheura-thet; Carolus Eduardus , welcher in einem scharmützel widerdie Franzosen an. 1691. sein leben eingchüßt; Carolus Mauri­ tius , der als Obrist-Lieutenant unter der Konigl. Preußischenarmee an. 1702. gestorben; Carolus Augnstus, welcher an.1688. gestorben; und endlich Carolus Casimirus, welcher an.,691. zu Wolffenbüttel von Antonio, Grafen von Waldeck , ineinem duell erstochen worden. Siehe Dcgenfeld. speneri syl-loge. Imbof. N. P. Üb. IV. c. x. n. 8. v. ;8. &c. Lebens-geschich-te Caroli Ludov. Ziegieri bist. labyr. p. 129. *

Carolus , Churfürst von der Pfaltz , ein söhn des jetztqc-dachtenlCaroliLudovici,gcbohren den ;i.mertzan.i6;i. In

U u seiner