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feiner jugend legte er sich mit grossem fleissc auf die studien,davon er auch unterschiedene proben, sonderlich m dem tra-ctate äe Symbols Christianis, welchen er unter dem nahmenPhilothei heraus gegeben, abgeleget hat. Als nachgehendssein vatter an. 1 68 --. starb , befand er sich m Engelland, da erden einen tag von der Universität zu Oxford mit den, Doctor-titul beleget wurde, den andern die post empfieng, daß ihmdie regierung Heimgefallen, und den dritten von Carolo II. denRitter-orden des Hosenbandes bekam: ausser welchen er auchden Königl. Dänischen elephanten-orden getragen. Da er nunnach dem tode seines vatters die regierung antrat, machte mansich von ihm wegen seiner gottcsfurcht und gelehrsamkeit unge-meine Hoffnung; doch selbige wurde gar bald durch dessen früh-zeitigen tod, welcher den i6. may an. 168?. erfolgte, unterbro-chen. Sein tod war den Unterthanen um so viel schmertzli-cher, weil er keinen erben hinterlassen. Denn ob er gleich an.1671. mit Wilhelmina Eruestina , Friderici lll. in Dänemarcktochter, vermählet wurde; war doch diese ehe unfruchtbar.Über dieses machte die Cron Franckreich nach dem tode diesesChurfürsten eine prätension aus die Pfaltz wegen dessen schwe-rer Charlotta Elisabetha, welche an den Hertzog von Orleans verheurathet worden, und ihr vermeyntes recht dem Königein Franckreich soll cedirt haben, so zu dem erfolgten kriege,darinnen fast die gantze Pfaltz in staub und asche gelegt wor-den , gelegenheit gegeben hat. Es wurde auch nach seinemtode dessen gewesener Hof-Prediger Johann Ludwig Langhansbeschuldiget, als wenn er ihm zu einem nachtheiligen testa-mente, ehescheidung und andern gefährlichen dingen gerathen;dannenhero er an den pranger gestellet, und nach Dielsberg zu einem 20-jährigen gefängnisse verdanimet wurde, worauser durch die Franzosen nachmals befreyet worden, und nachBasel gezogen , allwv er ohne sich mit jemand bekannt zu ma-chen , noch verschiedene jähre gantz still, auch wie es schiene,in beständiger besorgung einiges aufsatzes gelebt, und letztlichauch verstorben, da es ihm im übrigen an guten Mittelngar nicht gefehlet. Lebens-geschichte Carls, rc. *
Ertz-Heryoge von Oesterreich :
Carolus I. siehe Carolus V. Römischer Kayser.
Carolus II. Ertz-Hertzog von Oesterreich , der dritte undjüngste söhn des Kaysers Ferdinandil. wurde zu Wien den ;.jun. an. i;4--. gebohren, und that in seiner jugend eine reisedurch Teutschland, Italien und Spanien . Er wurde auchzu unterschiedenen wichtigen Verrichtungen gebraucht, darin-nen er sonderbare proben feiner geschicklichkeit adlegete. Inder theilung der vätterliche,. erb-länder bekam er Steyermarck,Kärndten und Crain, nebst der Grafschafft Görtz, daher vonihm die Steyermärckische linie ihren Ursprung gehabt, gleich-wie von seinem bruder Maximilians II. die Böhmische, undvon dessen andern bruder Ferdinando die Tyrolifche oder In-fpruggische; welche zwey letzter« aber ausgegangen , daß alsodaö Ertz-Haus Oesterreich nur noch in den nachkommen die-ses Caroli floriret. An. 1564. kurtz vor dem tode feines vat-ters Ferdinand», ließ er sich in den ihm zugefallenen provin-tzien huldigen, und zwey jähr darauf, an. i; 66 . dirigirteer die Versammlung der Ungarischen Stände, welche wegendes Türcken-kriegs zu Prcßburg zusammen kamen. Er bcfreye-te auch Oesterreich von den Türckischell streifereyen; wie erdenn in Croatien bey dem flusse Kulpa eine vestung erbauete,um dadurch diese provintz vor den Türcken zu bedecken, dieer nach seinem nahmen Carlstadk nennen ließ. Im übrigen,da er den einwohnern in der Steyermarck die religions-ftcy-heit verstattet hatte, wollte er ihnen an. i; 8 °. solche wiede-rum entziehen. Doch ließ er sich endlich begütigen, und er-laubte auch dem Rathe und den einwohnern der stadt Grätz,sich ihres öffentlichen gottesdienstcs zu bedienen, wie ihm denn2. Millionen ducaten erlegt wurden, damit er die Privilegienwegen der religions-freyheit bestätigte. Er hat sonst an. i<; 86 .die Universität zu Grätz gestiftet; und als sich an. 159--. verschie-dene erdbeben in den Oesterreichischen landen ereigneten, thater eine wallfahrt nach Marien-Zell. Weil er aber einen ziem-lichen weg zu fusse gegangen, wurde er darüber dergestalt ab-gemattet , daß er in eiste kranckheit fiel, und wenig tage nachseiner zurückkunft nach Grätz den 10. jul. an. 159--. starb.Seine gemahlin war Maria, Hertzogs Alberti V. in Bayern tochter, mit welcher er an. 157--. beylager gehalten, und dieden ;o. apr. an. 1608. gestorben. Sie hat 1$. kinder zurweit gebracht, von denen zwey söhne in ihrer rügend, und4. töchtcr im ledigen stände dieses zeitliche gesegnet. Die zu er-wachsenen jähren gekommen, sind folgende: Anna, gebohrenden 16. aug. i;?;. ward an. 1592. Königs Sigismundi III.in Polen gemahlin, und starb den 10. fcbr. an. 159;; Ma-ria Christina, geb. den 10. nov. an. 1574. ward an. 159;. anSigismundum Bathoxi, Fürsten von Siebenbürgen , vermäh-let , hernach aber wieder von ihm geschieden, da sie sich inden geistlichen stand begab, und an. 1621. den 6. aprilzu Halle in Tyrol starb. Ferdinandus II. gebohren an. i z? 8 .ward Römischer Kayser. Maximilianus Ernestus, gebohrenden 17. nov. an. 158;. ward Bischoff zu Passau , und starb an.1616. Margarekha, gebohren den r;. dec. a». i;84. ward an.,599. an Philippum III. König von Spanien , vermählet, undstarb den oct. an. i6n. Leopoldus, gebohren den 9.oct. an. r; 68 . ward Bischoff zu Straßburg und Passau ; gab
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aber hernach den geistlichen stand auf, und regierte in Tyrol,bis er an. 16,2. starb. Constantia, gebohren den 24. dec. an.
1588. ward nach ihrer schwester Anna absterben an. 160s. Kö-nigs Sigismundi III. in Polen zweyte gemahlin, und starb denic>. jul. an. i6;i. Maria Magdalena , geb. den 7. oct. an.
1589. ward an. 1608. an Cosmum II. Groß-Hcrtzog vonFIo-rentz, vermählet, und starb an. 1631. Carolus ward nachseines vatters tode den 7. aug. an. 1590. gebohren, von demhernach. Megiferi annales Carinthiae, üb. XII. c. 1. ’l'huan.bist. üb. X. Valvaßr. Crain. Ganßi arboretum Austriacum.Scbanlebe», de orig. domus Habspurgo-Aultriacx. RhevM-HÜllerS annal. &c.
Carolus, Ertz-Hertzog von Oesterreich , Groß-Teutschmei-ster und Bischoff zu Breßlau und Brixen , rc. war ein söhndes vorher gedachten Caroli II. nach dessen tode an. 1490. zuGrätz gebohren. Weil er in seiner jugend delicdung zu demgeistlichen stände bezeugte, wurde er an. 1608. den 27. jul.
S m Bischoff von Breßlau , und an. 161;. zum Bischoff vonrixen erwehlet. Er bekam auch an. 1618. nach absterbenseines Vetters , Ertz-Hertzogs Maximilian», die Administrationdes Hochmeisterthums in Preussen, und des Teutschmeistcr-thums in Teutsch-und Welschen landen; nachdem er bereitsnach absterben seines bruders Maximilian» Ernesti dieses Groß-meisterthums Loaäjuwr gewesen. Im übrigen bezeigte er sichsehr eifrig gegen die Protestirende religion, und ließ an. 1616.zwey bürger zu Neuße enthaupten; wiewol er sich entschuldig-te , daß er sie nicht wegen der religion, sondern wegen ihresUngehorsams und ausgestossenen droh-worte hatte strafen las-sen , worauf ein bürger und weißgerber aus der stadt Svror-tau, Johannes Rotter, der sich göttlicher offenbarungen rühm-te, viel hartes prophezeyete. Da nun der Böhmische kriegangieng, bemuhete er sich sehr die Schlesischen Fürsten undStände in Kayserlicher devotion zu erhalten. Als er aber ver-spürte , daß sie dennoch den Böhmischen standen beypflichte-ten , begab er sich zu seinem schwager, Sigismundo 111 .nach Warschau , und bemühete sich von dar aus diese unruhe zuheben , wiewol vergeblich. Unterdessen kamen die SchlesischenAbgesandten von Prag nach Hause, da sich denn die Fürsten und Stände zu Breßlau versammelten, und in einer weitläufttigcn deductions-schrift die ursiichen, warum sie sich mir denBöhmen verbunden, anführten , zugleich aber gewisse beschü-tzer ihrer conföderation verordneten. Diese nun brachte» es da-hin , daß sich auch alle Catholrsche Geistlichen zu der confödcra«tion bekannten, und mit einem eyde nichts darwider vorzu-nehmen verbunden. Das Dom-Capitul war nicht davon aus-geschlossen , und die Lutherische religion wurde hin undwieder eingeführet. Hierüber beschwerte sich nun der Ertz-Hertzog Carl aufs äusserste, und wurde von dem Könige inPolen ein geheimer Secretarius an den Hertzog Christian nachBrieg abgefertiget, den Schlcsiern dieses verfahren zu verwei-sen , und ihnen zu bedeuten , daß das Bischosslhum Breßlauunter das Ertz-Stift Gnestn gehöre, und also der König vonPolen Schutz-Herr darüber sey. Zugleich schlug man einigefriedens-puncte vor , und weil keine grosse Hoffnung dazu war,wollte der Bischoff Carolus aus eigenen Unkosten völcker inPolen werben, welchem beginnen sich aber einige PolnischeMagnaten widersetzten. Da dieses vorgieng, kam der neueBöhmische König Fridericus nach Schlesien, und wurde ihmdaselbst gehuldiget. Da aber an. 1620. das glück wandte, undder Kayser Ferdinandus II. den sieg auf dem wcissen berge er-hielte , kam auch Carolus wieder nach Schlesien in fein Bi-schoffthum. Im übrigen ließ er sich von seinem bruder Fcrdinan-do II. dahin disponiren, daß er sein antheil an Oesterreich fah-ren ließ, und mit der Margqraffchafft Burgau und einigenintraden in Schlesien vergnügt war. An. 1621. den 2. mertzwurde er zum Chor-Bifchoff zu Cöln erwehlet; und endlichverlangte Philippus III. in Spanien , daß er zu ihm kommen,und die stelle eines Vice-Königs von Portugall übernehmensollte. Da er nun den 14. nov. zu Madrid anlangete, wurde erden 19. mit einem hitzigen fieber überfallen, an welchen»er den 16, dec. starb, s-.bukruju Schief, chron. Ist,. 111. c. iz.&c. Mezgeri hist. Salisb. lib. V. c. 2;. guCct Schlcsischechron. Fiebigeri notx ad Henelii Silesiogr. renov. c. 8 . §. 54.
Carolus Iofephus, Ertz-Hertzog von Oesterreich , ein fohl»Kaysers Ferdinandi III. von seiner andern gemahlin MariaLeopoldina, Ertz-Hertzogs Leopoldi zu Inspruck tochter, undhalb-bruder des Kaysers Leopoldi, wurde den 7. aug. an. 1649.gebohren. Nachdem er in seiner jugend unter anführunqseines Vice-Hofmeisters und Informators , Godofredi AloysiiKinners von Löwenthurn , einen guten gründ in den studiengeleqet, crcirte ihn im 1;. jähre seines altcrs am 14. may an.1662. seines vatters bruder, Ertz-Hertzog Leopold Wilhelm,Groß-Teutsthmeister, rc. zum Coadjuwre dieses Großmeister-thums, und Ritter selbigen ordens. Und als kurtz darauf den 20.nov. dessclbigen jahrs'Ertz-Hertzog Leovold Wilhelm dieseszeitliche gesegnete, succedirte er ihm völlig in seinem Groß-Teutschmeister - amte, wurde auch an dessen stelle zum Bi-schoff von Passau und Breßlau erwehlet. Allein er hatalle diese würden nicht lange besessen, indem er den 27. jan.an. 1664. im iz. jähre seines alters zu Lintz sein leben be-schlossen. Lucä Schlesische chron. pag. 444. seq. C eri