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lavier sollte zum krieg ausgelesen werden; wobey dann nicht nurviele gewaltthätigkeiten und raubereyen verübet wurden, ,on-dern auch die aufgelesene zu ihrer und der ihrigen großemleydwefen, meistentheils in die von ihrem vatteriande entle-genste provintzen pflegten verschicket zu werden. Civilis lüdedemnach die vornehmsten und muthrgsten des volcks in eine» ih-rer geheiligten haynen zu gast, und als er sie durch den weinerhitzet sahe, fieng er an, ihnen die von den Römern bishererlittene, und noch ferner bevorstehende drangsalen vorzustel-len, auch nicht minder die gute gelegenheit, welche sich nun zeig-te, dieses schweren jochs einmal los zu werden. Seine rede undvermahnung ward von allen begierig angenommen ; die anwe-sende schwuren sogleich zusammen; und man schickte eine Ge-sandtschafft zu den Caninefaten, uin sich mit einander in glei-chem vorhaben zu vereinigen, welche sich dann ebenfalls nichtlang bitten liessen. Eben so leicht wars Civili einige cohortesseiner lands - leuthe, die schon viele jähre unter den Römerngedienet hatten, und erst neulich aus Britannien zurück kom-men waren, auf seine feite zu bringen. Jedoch mit dem al-lem verstellete sich Civilis noch eine zeitlang, um die Romerdesto besser zu hintergehen, und liesse vielmehr den Brinio daswerck öffentlich treiben, welchen die Caninefaten durch des Ci-vilis heimliches einrathen zum König unter sich aufgeworffeu,und den auch die Friesen gleich darauf ebenfalls zuin Haupt an-genommen hatten. Unter dieses nahmen nun wurden die meh-rerer orten am Nieder-Rhein gelegene Römische wmter-lager,so wegen abzug der meisten legionen mit Vitellio schlecht bese-tzet waren , guten theils eingenommen; und Civilis, der sichnoch immer für einen freund der Römer ausgab, suchte,unterm schein das platte land zu behaupten, die Vereinigungihrer trouppen nach Möglichkeit zu verhindern, damit sie zer-theilet , desto leichter mochten unterdrückt werden. Als diesesgefehlt, und er wohl sahe, daß sein betrug vor den Römernnicht länger zu verbergen wäre, unternahm er sich öffentlichdes commando aller empöreten, griff die in dem obern theilder Batavischen insuln zusammen gezogene Römische kriegs-leuthe zu Wasser und land an, und ward derielben, sonderlichda viele ruder-knechte und kriegs-leuthe, die nemlich aus selbi-gen gegenden gebürtig waren, zu ihm überfielen, die erstereauch gar ihre schiffe demselben zuführten, ohne grosse mühe Mei-ster. Solcher sieg machte nicht nur des Civilis fache ein gros-ses ansehen, sondern brachte ihm auch eine anzahl guter Waf-fen und kriegs - gerathe zuwegen, und gab noch gelegenheit,andere Gallische völcker zu gewinnen; indem er die darausgebürtige soldatcn, welche er in ferne gemalt bekommen,wohl hielte, und ohne entgeld nach Hause schickte. Auch nah-men viele gefangene unter ihm kriegs-dienste; so daß er demMumio Lupercö, welcher nachdem mit zwey legionen undeinigen Gallischen hülss - völckern zuerst auf ihn losgienge,hertzhafft unter äugen zöge, und denselben, da ein noch bisdahin bey den Römern gestandenes Batavilches geschwaderreuter in währendem treffen zu ihm gefallen, mit ziemlichenVerlust aus dem fclde schlug , so daß die legionen sich mit mühein die sogenannte vetera castra retiriren mochten, wie auchbald darauf einige andere cohottes aus Bataviern und Cani-nefaten bestehend, welche auf dem marsch nach Italien begrif-fen gewesen, aber nach erhaltenem bericht von diesem auf-stand , umgekehret waren, um sich zu ihren lands-leuthen zuschlagen, die bey Bonn stehende Römer, so ihnen den wegdispntiren wollten, gröstentheils niederhieben. Wie starck nunCivilis durch diesen glücklichen fbrtgang geworden, so gebrauch-te er doch die list, daß er sich immer anstellete, als wann ernicht von dem Römischen Reich, sondern nur allein von Vi-teüio abgefallen wäre, und es in der that mit Vespasiano hielte; wobey ihm dann dieses sonderlich wohl zu stattenkam, daß er würckllch von etlichen Kriegs - Obersten Ve-spasiani anfangs war ermähnet worden, die Waffen für den-selben zu ergreiffen, und dadurch zu verhindern, daß ihremgegentheil nicht noch mehrere hülffe aus Gallien zuziehen möch,te. Unter diesem nahmen und verwand griff er die castravetera an, nachdem er neben den schon gemeldten, auch ver-schiedene Teutsche völcker durch Hoffnung, der beute an sichgclocket. Zwar wurde»; ihm verschiedene stürme auf dieses la-gcr abgeschlagen; er hielte aber dasselbe nichts destowenigerdloquirt, und hätte zu gleicher zeit bey nahem ein anders nochstarckers Römisches lager unter Dillio Vocula, so das obigezu entsetzen angerücket war, durch einen unversehenen einfallerobert, und dabey den kern des annoch in Gallien stehendenkriegs-volcks niedergemacht, wo nicht, als seine leuthe den wallschon übermeistert hatten, einige cohortes von ungefehr dazugekommen wären, um den Voculam zu verstärken. Weilnun diese von beyden theilen durch einen irrthum für ein gan-tzes Römisches kriegs-heer angesehen wurden, gab es beydesden Römern einen neuen muth , und schlüge hingegen des Ci-vilis leuthe gantz darnieder, so daß sie den schon ertvorbenenfieg nicht ohne vertust »vieder aus Händen liessen. Nach diesemnahm Civilis Geldubam ein, und die aufsein an stiften überden Rhein gegangene Catti, Uiipii und Mattiaci belagertenMayntz. Wieivol nun diese letztere anfangs beym anzug Vo-culä die belagerung aufhuben ; so ereignete sich doch bald ei-ne unvermulhete Veränderung in Civilis favor, indem die Rö-mischen soldaten , so längst aus verschiedenen Ursache» schwü«rig waren, und nachdem sie von Vitcüii tode vernommen, den-
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noch dem Vespasiano sich keineswegs unterwerffen wollten, ihnGeneralen Hordeonrum Flaccum und Voculam tödteten, auchb»e irevm unb Lmgones, zwey der mächtigsten Gallischen völ-ssss 'rJf ^ld darauf die Römische legionen selbst sich zu Ci-mll Wugen; da dann diese letztere zu einem grossen schimpf fürden Römischen nahmen, und ungemeiner ehre für Civilem, proImperm Lalharum, das ist, der Gallier Reich unb macht zubeschützen, schworen musten. Woraufauch Cöln diese parteyergriffe, und endlich die bey Novrsium, heut zu tag Nuyß, ste-hende legionen sich ebenfalls zu bequemen gezwungen wurden,welche sich ,onsten noch am längsten gewehret, und ihre treuegegen das Römische Reich durch aushaldung einer langen bela-gerung und erduldung grossen Hungers erwiesen hatten. Wel-ches accords aber ungeachtet dennoch der gröste theil dieses Rö-mischen kriegs-volcks beym abzug erschlagen wurde. Auf sol-che weise spielete Civilis und seine mttverbündete in einem qu-ten theil Galliens den meister, bis Vespasianus, nachdem ersich in Italien gäntzlich vest gesetzet, eine sehr starcke machtdahin schickte. Diese nun machte der aantzen fache bald einegantz andere gestalt, und stürtzete des Civilis glück und machtauf einmal zu boden. Dann gleich bey deren ankunft ward manmit den Treviris burdt) ein einiges treffen fertig; bieLingone*waren schon vorher von den Sequanern geschlagen worden, dieRömische soldaten, welche den Galliern geschworen hatten, fie-len wieder zu den ihrigen; Civilis , als er samt dem Tutvr undClaßicus das äusserste versuchen wollte, und die Römer unterPetilio Ceriali in ihrem lager angriffe, wurde nach einem lan-gen gefechte, das anfangs wohl für ihn zu gehen schiene, endlichgar aus dem selbe geschlagen. Auch gienge Cöln durch freywil.lige übergab wieder verlohren, allwo des Civilis ehewetb, schwe.ster und tochter in der Römer Hände fielen. Auf solche weise nunkam die gantze last des kriegs über Civilem. Dieser setzte sich indie schon mehrgemeldte vetera castra , welche die Romer vonlangem her mit grosser mühe bevestiget, hatte auch noch dazudie klugheit, daß er durch einen dämm den Rhein schwellete,und das umliegende land unter Wasser setzte. Wodurch es danngeschahe, daß Cerialis bey seinem ersten angriff auf selbiges la-aer mit grossem Verlust abgetrieben wurde. Auch wäre es desfolgenden tags den Römern allem ansehen nach nicht viel besserergangen, wo nicht unter währendem gefecht ein Überläufer demCeriali einen weg gewiesen, wo der gründ vest war, und mandem feinde mit der reuterey konnte in den rücken kommen. Ausdiese weise litte Civilis und seine helffer eine grosse niederlag. Erwußte sich aber aus Teutschland so wohl wieder zu verstarcken,und war dabey noch so muthig und unverdrossen,daß er nach we-niger zeit die in den quartieren vertheilte Römer an vier ortenangriffe, und gleich darauf die Römische flotte auf dem Rhein bey nacht überfiele, und das vornehmste schiff davon , dar-innen Cerialis auch hätte seyn sollen, aber zu feinem grö-sten glück damals auf einem andern schliefe, samt noch eini-gen kleinern schiffen wegnähme. Durch dieses alles brachtees endlich Civilis dahin, daß Cerialis sich noch glücklich schätz-te, durch versprochene Vergessenheit alles vorgegangenen mitihm und seinen Bataviern, Caninefaten und verbündeten Teut-schen einen frieden zu schließen, unb seine vorgewandle ent-schuldigungen, als ob er diese empörung schlechterdingen Vespa-siano zum besten, und auf antrieb des Antonii Primi undHordeonii Flacci unternommen, gern für bekannt annahm,obschon sonsten genug ain tage war, daß dieser mann dabeygantz ein anders gcsuchet halte. Das weitere leben und schick-fal des Civilis ist unbekannt; doch hat man alle ursach zuglauben, daß es ihm hernach nicht übel ergangen, und we-nigst die Römer keine raache wider denselben ausüben mögen,eben weil keiner ihrer scribcnten ferner seiner Meldung thut.Weil er also mehr als nie kein anderer für die freyheit Gal liens gethan, und für dieses land eben das, was Armi-nius für Teutschland gewesen ist, hat er diese etwas weil»läuftige und genaue erzehlung noch wohl verdienet. Taat.bist. 1 Tb. IV. & V. *
Civita-Busella, lat. Bucellum, eine stadt in der Neapoli-tanischen provintz Abruzzo citra, an dem flusse Sangro , gegenden grentzen der Grafschafft Molise .
Cwita'CafteUana, siehe clastellana.
Civita äi Chieti, siehe Citta 61 Chieti.
Civita-Ducale oder Reale, eine stadt im Königreiche Nea-polis in Abruzzo oltra, an dem flusse Äelino, nebst einem Biß-thum unter Chieti gehörig. Sie war ein schlüssel zu dem Kö-nigreiche Neapolis, und gehörte dem Papst; ist aber an. 170;.durch ein erdbeben gantz und gar versuncken, so daß in derstadt ein sce Herfür gekommen, welcher ein stinckendes was-ser führt.
(tivita di penna , eine stadt im Königreich Neapolis inAbruzzo oltra, nebst einem Bißthum unter Chieti gehörig. Siegehört als ein lehn dem Hertzoge von Parma.
Eivita della pieve, lat. Civitas Plebis , eine kleine stadtin dem Kirchen-Staate, in dem gebiethe von Perugia , hat einBißthum, so dem Päpstlichen stuhle unmittelbar unterworf-sen.
(jsivtta-Oecchia, eine bevestigte stadt an dem ToscanischcnMeer im Patriinonio Petri, fast an den grentzen von dem Sta-te di Castro, hat einen guten haftn, allwo die Päpstliche ga-
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