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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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gift darinnen verborgen, fuhr im übrigen fort alles gute vonAngusto tu versprechen. Nachdem liesse ste Augustus durch fer-nen freyqelassenen Epaphroditum verwahren , und in allemwohl halten , nur daß man dabey gute sorge trug, damit stesich nicht gemalt anthäte. Da sie auch unter dem vorwand ei,es fiebers, wovon ste würcklich angegriffen ward, sich der spei-se enthalten wollte, brachte ste Angustus durch bedrohungenwider ihre kinder, die er in seiner gemalt hatte, dahin, daß stefür dißmal von ihrem vorhaben abliesse. Sie wußte auch, daer ste gleich darauf besuchte, ihm sehr listig weiß zu machen,wie sie an nichts mehr anders, als an die reise in Italien ge-dächte , und erhielte durch dieses mittet, daß ihr erlaubet wur-de, dem Antonio zu ehren das sogenannte kodten-opftr zu thun,nachdem ste dessen leichnam schon vorher sehr prächtig haltebeerdigen lassen. Ihre bey dieser letzter» gelegenheit geführtereden zielten wieder dahin , daß ste die anwesende glaubenmachte, wie ste sich nun gern nach Rom und im triumph woll,re führen lassen. In der that aber war ihr sinn gantz anders.Massen sie durch dergleichen bezeigungen st) bald nicht etwasmehr freyheit, und daß man sie wenigst bey ihren Weibern al-lein in ihrem zimmer liesse, erhalten, da ste sich alsobald dentod anthat. Das Mittel, so ste dazu gebraucht, ist nie rechtklar worden. Doch weil kurtz vor ihrem tode ein korb voll fei-gen von dem land in ihr zimmer war gebracht worden , manauch einige sehr kleine fleckleirl an dem einen arm wollte wahr,genommen haben; kam das geschrey aus, sie hätte sich eine ver-gifte schlänge, aspidem, wie die in Egypten gemein sind, unterden feigen bringen lassen, und wäre durch deren biß gestorben.Obwol auch kein solches thier in dem gemach konnte gefun-den werden , so mcynte man doch in dem fand unter dem sen-iler desselben, welches nach dem meer sahe, einige spuren zu se-hen , wie dasselbe dadurch ins wasser gekrochen, als worinnenes sonst meistentheils zu leben pgegt. Einmal hat Augustus infeinem triumph den tod dieser Königin durch ein gemählde aufdiese weise vorstellen lassen; wiewol vielleicht eher, weil diefache also seltsamer schiene, und mehr anlas zu reden gab,als daß er es selbsten vest geglaudet. Appian. Dio Cajji Liv.epit. Ftorut. P/ut. in Cies. & Ant. Vah Max. Jos. Aurel.ViH Oros &c. *

Cleopatra Selene, (welcher letztere nähme so viel heißtals der mond ) ward erstlich mit Antiocho Grypo , dem Kö-nige in Syrien , darnach mit dessen bruder Antiocho, zugenanntCyzicenus, letztlich noch gar mit dieses Cyziceni söhn Antio-cho dem frommen, vermahlet. Diese blutschänderische Prin-tzeßin ward letztlich in einer schlacht, so mit Tigrane, dem Kö-nige von Armenien , gehalten wurde, gefangen und zum todeverurtheilet. Denn obschon dergleichen heurathen unter die-sem volcke damals zugelassen waren, so hatte man doch ei-nen abscheu daran, wenn ste so oft wiederholet wurden.Siehe auch die artickul dieser Antiochorum. Strabo , lib. XVI.Joseph, lib. XIII. antiq. *

Cleopatra Selene , eine tochter Marci Antonii und der,nigin Cleopatra von Egypten, wurde an den König Iuba vonMauritanien vermählet, und hatte zu ihrer morgen-gaabe eintheil vom Königreiche Cyrene. Nach des Iuba tode wurdesie im triumphe zu Rom eingeführet. Plutarchtu.

Eleophantus von Corintho, einer von denjenigen, welchedie erste gattung der Mahlerey erfunden, und mit ziegelstein-pulver gesichter abzureissen pßegten, deswegen er Monochroma-tos genennet wurde.

* Cleophantus, ein Medicus, so vor den zeiten des Kö-nigs Ptolemäi Evergetis gclebet. Er hat sich sonderlich durcheine schrift vom gebrauch des weins in kranckheiten bekanntgemacht, auch viele schüler gehabt, die sich Cleophantos nen-nen. Cölius Aureliauus Celfus III. 14. und Plinius Eilt. nat.XX. 5. XXIV. 16. XXVI. ;. beflissen sich auf ihn: auch nen-net ihn PliniuS unter denen, so er bey Verfertigung des XXI.buchs zu rathe gezogen. Le Clerc , hist. de la Medec. P. II.liv. I. c. Z 28 .

Cleophe, war der Massacen oder Assacenen in Indien Köni-gin » welche die Haupt-stadt ihres Königreichs wider AlexandreM. armer tapfer defendirte, bis ste endlich nicht mehr aus-halten konnte, worauf sie Herolde an den überwinder schick-te , und um friede bitten ließ, sich auch in eigner Person vorihm demüthigte; da er ihr denn ihr Königreich überließ. Ei-nige sagen, daß er ste geliebct, und einen söhn, nahmens Ale,xander, von ihr gezeuget habe, welcher aber auf Cassandri be.fehl mit gift hingerichtet, oder auf andere weise ermordet wor,

den sey. Diodorui. Curtius.

Cleophilus, war der angenommene nähme eines gelehrtenJtaliäners von Fano, welcher eigentlich Octavius hieß. Erlehrte auf unterschiedenen Universitäten in Italien , und stundfowol bey dem Mediceischen Hause, als an dem RömischenHofe, in sonderbaren gnaden. Nachdem er beydes in gebun-dener und in ungebundener rede mancherley geschrieben, vor-nemlich aber eine Historie von Rlmini in Lateinischer ungebun-dener schrift, und eine andere von der stadt Fano in Lateini-schen versen, ward er an. 1490. in dem 4;. jähre seines alters,durch seinen schwieger-vatter mit gift aus dem wege geräumet,wie Pierius Valerianus schreibet, nur damit ihm dieser bös-wicht das Heurath-guth nicht dörfte bezahlen. Solches ge.schahe zu Civita-Decchia. Franc. Polyard. in ejus vita.Pier. Valerian. lib. II. dc inselic. lit. Fossil«, de Hist . Lat ,

lib. III. p. 8'i. *

* Cleophilus von Samos , einer der alten fcribenten, wel.

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cher neben andern auch den Trojanischen krieg soll beschriebenhaben. Er wird von vielen für Homeri Wirth und lehrmeistergehalten , ,a es wird von einigen st> gar behauptet, er sevder Urheber der getichten gewesen, welche unS nun unter Ho,mer, nahmen bekannt sind. Du im. bibl. univers hist. profan.

Cleostratus , aus der insul Tenedos gebürtig, ein berührn,ter stern-kundiger, welcher zuerst die zeichen des Widders undschützen rm thier-kreise entdecket, desgleichen auch einige irr.thummer des Griechischen jahrs verbesserte. Er lebte A U320 . Olymp. LXI. j. A M Hs°. A. C. s?4 . zu TarquiniiSupetbi zelten. Phn. lib. II. c. 13. Hygmus. Votliw , descient. Math. c. §. 11.

v * Cleostratus, hieß derjenige knabe zuThespia in Böotien,der sich einen ehernen pantzer, auf welchem lauter stacheln wa,ren, hatte machen lassen, und mit solchem bekleidet freywil-lig zu dem brachen gieng, dem jährlich nach des Iovis au-r,spruch einige junge knaben durchs loos erwehlt, zum fultermusten geschickt werden. Kaum hatte sich Cleostratus dembrachen genähert, so verschlang er ihn , crepirte aber selbstdarüber , ob zwar der knabe ebenfalls drauf gieng. Pausa.nias , IX. 26. extr.

* Cleoxmes, der Urheber einer Perstanifchen Historie, welchePolybiuS gut genug vorgekommen, und dieser, wie er es selb,sten meldet, hin und wieder noch ansgezieret hat. PolybiuS hat ohne zweifel gesagt, daß er den gründ der Persischen qe.schichten, die er anziehe, auS den Historien Cleoxenis und De-meocliti nehme, und die fchreib-art betreffend thue er hinzu,was diese geschicht-schreiber daran versäumet haben, welches als,denn Suidas änderst verstanden hat. Suidas , in voce Cleoxenes.

Clephis, ein Longodardifcher König, succedirte Alboino an.574. und ward von einem feiner bedienten umgebracht, nach,dem er ein jähr und 5. Monate regieret hatte. Nach ihm hubsich ein zeheniähriges Interregnum an. Ihrer ;o. von de» vor.nehmsten Officirern theilten die Italiänischen städte unter sich,und verübten allerley dosheilen und grausamkeiten ohne an,sehen einiges orts oder Person, so daß es eben so schlimm her-gieng , als unter den Verfolgungen der Heydnischen Kayscr.Gregor, dial. lib. III. c. 26. 27. Pau'. Diacon. lib. III. bist.Longobard. Baron. an. 571. 57;.

CLEPSYDRA , war bey den alten Griechen und Römerneine wasser-nhr, darnach ste dir stunden abmessen konnten. Siehat ihren nahmm von rXinrw, furor, und ü'-dwtz, aqua, weilsich das Wasser gleichsam sachte wegstahl, und ward auf fol-gende art gemacht. Oben war ein glas, so man mit wasser sül,lete, welches unten ein klein loch, fo mit güldenem blech bcle,get war, hatte, dadurch das wasser ablauffe» konnte. In die-ses wasser nun legten sie ein stückgen korck, welches immer obenschwamm, und darin» war ein stück brat gesteckt, welcher an demglase zeigte, welche zeit es wäre. Im Winter lief es nun so gutnicht, weil die falte das wasser zusammen ziehet und dickermacht. Man brauchte dergleichen im lager , daß der PrimipiliCenturio die vigilias darnach abmessen konnte. Vornemlich aberbrauchte man sie beyden gerichten. Denn die 0ratore8 oder Ad,vocaten machten eS manchmal so schrecklich lang, daß die Rich,ter genöthiget wurden, ihnen eine gewisse zeit vorzuschreiben ;wovon die redcns-art aufkommen ad clepfydram dicere. Sienahmen auch solche fo sorgfältig in acht, daß, wenn etwanein gesetz oder zeugnis abgelesen werden muste, so riefe» siedem Gerichts-drener zu , er sollte das wasser so lange verhin-dern , daß es nicht forllauffe. Es war aber dieses vor die Ad-vocaten eine verdrießliche fache. Denn wenn die fache weit,läuftig war, musten ste manchmal viel umstände weglassen.Hingegen wenn nicht viel zu sagen , und sich einer doch nichtschimpfen lassen wollte, so muste die zeit mit allerhand unnü-tzen ausschweiffungen und vergeblichen Worten zugebracht wer,,den. Daher» sich auch manche ausbaten, daß sie so lange redendurften, als ihre fache es erforderte. PandroV. de rebus de-perd. & inv. p. 748· P et - Faher , scmestr. Pitiscw. *Clerac oder sslairac, eine stadt in Guienne, vier meileii vonAgen, und eben so weit von Nerac , am fiusse Lot, welcher ei.ne meile weiter hinunter sich mit der Garonne vermischet.Moßon. descr. flum. Gall.

Clerc, (Johannes le) gebürtig aus Meanr, ein wollen,kämmler, war einer von ben ersten, so die Protestirende lehre inFranckreich auszubreiten suchten. Da er sich an. 152?. zu Meaux befand, lehrte er, daß der Papst der Antichrist wäre, weswe,gen er von dem scharfrichter gepettschet , und aus dem.nigreiche verwiesen wurde. Da er aber wieder dahin kam,wurde er verbrannt , weil er die heiligen bildcr zerbrochen.

Spwdan. in ann. Eeza, in icon.

Clerc, (Johannes le) genannt Bussy, war Procureur im Par.lement zu Paris , und soivol von geringer Herkunft als schlech.tem ansehen, bis er bey gelegenheit der innerlichen Unruhen,und durch seine ungemeine frechheit sich in die höhe aeschwun.gen. In den Händeln der Eigne war er einer der schlimm-sten und hitzigsten anfrührer ; wie er dann bey der ersten em»pörung und ergreiffung der Waffen in der stadt Paris , welcheden;, sept. 1-147. geschehen, der rechte anfänger und rädels»führn gewesen ist. Durch diesen streich und die bey andern gelc,genheiten erzeigte ungemeine frechheit machte er sich so vielgelten, daß er noch unter dem Hertzoge von Guise das wichti-ge Gouvernement von der Bastille, so gleichsam die citadellem Paris ist, bekam«. In diesem amt verrichtete er die so ver.

haßte