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hakte ftevelthat, die vornehmste glieder des Parlements, vonwelchen man muthmassete, daß sie gerne zu emem vergleich mzkLenricolll. qeholffen hätten, gefangen;« nehmen. Zu demende aiena er den -s.jenneran. 1389· gewaffnet m das Parle-ment-haus; überlieferte eme schuft, in welcher er verlangte,fcnfi sich das Parlcment mit dem Prevüt der kauf - leulhe, denSchovven und bürgern zu Paris vereinigen sollte, die rcligion zuvertbeidiaen, und »ahm darauf einen abtritt. Als er aber sahe,daß ste aar lange verweileten, kam er wieder zurücke mit 23.oder 30. gewaffneten männern begleitet, und gebot, daß diejeni-ien welche er benennen würde, unverzüglich bey harter stra-,e nachfolgen sollen; und darauf ernennete er den oberstenPräsidenten Achilles de Harlay, so dann die Präsidenten Augu .ihn de Thon, Brisson, Potier de Blancmen», ,aml den äl-testen Räthen , aber die übrigen ohngefehr an der zahl 60.folgten ihrem Haupte von sich selbsten. Bussy führte sie alSim triumphe nach der Bastille zu, legte aber keinen mehr ge-fangen, als allein diejenigen, welche bey den wgenanntenfechzehen am meisten verhaßt waren. Eben desselben tagcslwlele er noch mehrere Parlements-glieder aus ihren haujern,und verwahrete alles in derBastllle,hielte sie auch wohl oder übel,je nachdem sie ihm gefchencke gaben. Auch wußte er ihnendie zeche theuer genug zu machen, wiewol die, so versprachenins künftige vest mit der Ligue zu hallen, bald wieder losge-lassen wurde». Als nachdem an. 1591. eine kleine anzahl derboshafftesten unter denen 16. unter sich den schluß gemacht,den Präsidenten Brisson nebst einigen andern aus dem Parleinentunversehens zu greissen und hinzurichten, aber solches vorha-ben weder vielen bürgern erösnen, noch auch ohne dereneinwilltgung unterfangen durften, gebrauchte Bussy den gott-losen betrug, daß er unter dem verwand einen neuen vereini-aungs- eyd zu unterschreiben, sehr viele bürger ihre nahmenauf ein weisses papier setzen liesse, mit der gegebenen Versi-cherung , wie er so gleich den ihm anbefohlenen ausjatz des ey-des dafür zeichnen wollte. Aber an dessen statt schriebe derböswicht ein lodes-urlhcil dahin, den Brisson,,l'Archer, undTardif ohne andere form des Processes auszuhängen; welchesauch so gleich des folgenden tags am - ;.nov.geschahe. Allein ebendiese verzweifelte that beförderte sowol dem Bussy als ver-schiedenen andern Häuptern der rebelten den Untergang. Un-massen der Hertzog de Mayenne eines theils durch das heftigebitten der ehrlichen und vornehmsten einwohnern von Paris bewogen, anderseits auch, weil diese freche rotte durch der-gleichen eigenmächtige Unternehmungen sein ansehen sehrschmälerte, und noch schlimmers wider ihn vorzuhaben schie-ne , sich auf einmal entschloß, diesen dösen buben mit gemalteinhalt zu thun. Er verfügte sich deswegen mit einigen troup-pen in die stadt, und begehrte zu erst von Bussy , baß erihm die Bastille möchte einräumen. Diesem entfiele so gleichder muth, und wollte gehorchen. Und wiewol einige icinerfreunden, und insonderheit seine frau ihn für wenige augen-blicke auf andere gedancken brachten ; so sahe er doch nichtso bald die stücke gegen ihm qepfiantzet, daß er sich ergäbe, nurdieses aus einer lächerlichen und in ansehung seiner schlechtencourage gar »»zeitigen pralerey andingende, daß er mit siie- ,gendein sahnen und klingendem spiel ausziehen mochte. Nacheinigen tagen, als Mayenne zu der heimlich bey sich beschlos-senen strafe der vorgemeldten böswichte» fortschreiten wollte,liesse er diesen Bussy in seinem Hause, welches er sehr unbe-sonnener weise nächst bey der Bastille genommen, des nachtsüberfallen, hätte ihn auch sowvl als Anroux, Ameline, Lou-chard , und Emonnot aufhängen lassen, wo er nicht durch dievon 10. in iL. Spanischen soldaten, welche er in seinem Hausehielte, beschehene gegenwehr zeit bekommen hätte, sich im Hemdeüber die dächer zu salviren. Wiewol er nun also sein lebendavon brachte, so ward doch nicht nur all sein zusammen ge-raffter reichthum geplündert, sondern er muste in Niederland fliehen, allwo ihn die Spanier, denen er nun ferner nicht mehrnutzen konnte, vor armuth und Mangel bey nahe verschmachtenliessen; wie er dann mürcklich fein erstes handwerck eines fecht-meistcrs, welches er, ehe er noch Procureur ward, getrieben, wie-derum ergreiffen , und daraus, so gut er konnte, leben muste.
Journal du Rot Henri III. Me2erai , hist. de France. Peresixe,Hits. de Henr. IV. Maimbourg, hilft de la Ligue &c. *le Elerc, (Sebastian) ein berühmter kupftr-stecher, war zuMetz den 26. sept. 16,7. gebohren. Sein vatter war Lorentzle giere, ein gold-schmid, der daselbst an. 169;. gestorben, undsein leben auf 103. jähr gebracht. Von diesem war er im zeich-nen so wohl unterwiesen worden, daß er solches in seinem 10,jähre schon andere gelehrt, und in feinem achten jähre ein aufdem rücken liegendes und schlafendes nackendes kind etwan an-derthalb zoll lang mit übereinander geschlagenen armen, wel-ches noch vorgezeiget wird, von den füssen hin in der verkür-tzung mit der feder gerissen, über dessen künstliche zeichnungman sich nicht genug verwundern kan. Er legte sich hernach aufdie Geometrie und Physic , lernte die Perspectiv - kunst, und übtesich in der fortification so fleißig, daß ihn der Marschall de 1 aFerte an. iS6o. zu seinem Ingenieur und Feldmesser annahm.An. 1663. gieng er nach Paris , und schrieb daselbst seine klei-ne Geometrie pratique , die an. 1668. daselbst gedruckt, undmit 80. landschafften in kupfer versehen wurde, die allerhandgebaude von einer ausdündigen architectur vorstellen. Hier-durch erhielt er eine Wohnung in der scharlach-färberey zu Pa ris , und eine besoldung von 600. rhalern, dir ihm ColbertHistor. Lextcon u. Theil.
auszahlen ließ. An. 1671. brachte er das prächtige grabmahlin kupfer, welches die Academie der Mahlerey und bildhaner,kunst dem Cantzler Seguier in der kirche des Oratorii anfrich.ten lassen; wovon le Brun nur die auszierung, das übrigeaber le giere selbst erfunden hatte; welches ihm in der Aca-demie die stelle eines kupfer-stechers und Professoris in der Geo-metrie und Perspectiv - kunst, nebst einer besoldung von 300,pf. zuwege brachte, die er bey nahe 30. jähr lang bekleidet. Un-ter dem Marquis de Louvois ward ihm aufgetragen, alle zurHistorie des Königs gehörige müntzen abzuzeichnen. Seine an.1698. heraus gegebene Academie des Sciences & des Arts, unddie berühmte stucke der Historie Alerandri M. welche le Brnngemahlet hatte, die er an. 1704. aus licht gestellt, hat manjederzeit vor Meisterstücke gehalten. Er hat sich in allerhandarten von Vorstellungen geübet. In geistlichen fachen hatman von ihm die kleinen messen auf 3;. platten, das lebenBenedicli auf 2«. platten, das leiden Christi auf 36. bogen,darüber der Abt Vallemont eine ausführliche erklärung geschrie-ben, die biblischen Historien auf 140. platten, die in dem com-pendio des Abts Brianville befindlich, und die leben der Heili-gen auf 400. platten. Seine grosse Geometrie kam an. 1690.mit einer grossen anzahl figuren heraus, und nach dem tobedes Herrn Melan erhielt er das amt eines Königlichen zeich-ners und kupftr-stechers , nebst einer besoldung von 400. Pfun-den, ward auch kurtz darauf einer von den 4. Professoribus, wel-che die modelte aufgeben. Eine von seinen vornehmsten schrif-teii ist das Nouveau Systeme du Monde , conforme ä l'Ecri-ture iainte , das er an. 1706. heraus gab, und darinn allepheenomena ohne eccentricikät der bewegung erklärte; in wel-chem jähre er auch vom Cardinal Gualtieri, als PäpstlichenNuncio , zum Römischen Ritter gemacht wurde. Sein Sys-teme de la Vision kam an. 1712. aus licht, nachdem er dieseMaterie schon an. 1679. in einer rede abgehandelt hatte. Sei,ne letzte arbeit war der traclat von der Architectur, den er an.1714. drucken ließ, und darauf noch selbiges jähr den 27. oct.im 78. jähre feines alters starb. Sei» leben hat sein vertrau-ter freund, der Abt von Vallemont, an. 1713. zu Paris her-aus gegeben. Neue Zeitungen von gelehrten fachen, 171;. *
* Tlerc, (Laurentius Iosse le) ein Französischer Abbe , warein söhn des vorhergehenden Sebastiani le giere, und den22. aug. an. 1677. gebohren. Nachdem er in dem Senü-nario St. Sulpicii zu Lyon einen guten gründ in feinenstudien geleget, und selbige auch anderswo noch ferner fortge-setzet , wurde er an. 1704. Licentiatus Theologie, und gabsodann in eben dieser wissenschafft in dem Seminario zu Tüllesdrey , ingleichen zu Orleans dreyzehen jähre einen Lehrer ab.Endlich kam er an. 1722. als Director des Seminarii St.Sulpicii nach Lvon , und starb daselbst den 6 . may an. 1756.Er besaß eine grosse belesenheit, eine gute einsicht in die schwer-ste» und dunckelsten lehr-puncte, nebst einem treuen gedächt-nisse, und überhaupt alle gaaben , welche einen Lehrer beliebtzu machen vermögend sind. Seine schriften , welche meistensdie Gelehrten-historie und litteratur betreffen , find folgende:Remarques für dilferens articles du premier volume du Dic-tionnaire de Moreri, ed. 1718. welchen er einige jähre dar-auf auch seine anmerckungen über den zweyten und drittenband beygefügt; Lettre critique für Bayle, darinn er gezeiget,daß Bayle in seinem Dictionnaire in erzehlung der Historien»«gemein viele fehler begangen; Bibliotheque de Richelet ,ou abrege de la vie des Auteurs , cites dans le Dictionnai-re ; ferner verschiedene artickul und anmerckungen, die in daszu Paris an. 1733. ausgefertigte Supplement zu Moreri Dic-tionnaire eingerückt worden, ü. a. m. Seine Historie der Päp-ste ; Chronologie der Französischen Könige; und ein tractat dePlagio sind niemals in druck gekommen. Neue Zeitungenvon gelehrten fachen, 1737.
* Clerc, (Cornelius van) war aus einem Flandrischen ge-schlechte zu Paris gebohren, wurde daselbst Cantzler und Di-rector per Königlichen Academie der Mahlerey und bildhauer-kunst , und starb den 31. dec. 1732. im 89. iahre seines alters.Er war einer der besten bildhauer, der sich durch viele schö-ne stücke, die in den kirchen zu Paris , den Königlichenpallästen, und in den provintzen befindlich, bekannt ge-macht. Gelehrt, zeit. 1733. p· ? 00 ·
* Tlerc, (Jaques le) oder du (Tiere, Herr zu Beauvoir,wäre ein Edelmann in den Niederlande », unter Philippo Ba-ro, dem Hertzoge von Burgund stehend. Er schrieb die ge-schichten seiner zeit zu Arras . Sie werden noch in der Äb-tey St. Wast. wo fein druder Johannes le giere Abt gewe-sen, aufbehalten. Er starb auch in dieser Adtey an. 1462.seines alters 86. jähr. Valerii Andrea biblioth. Belg.
* Tlerc > (Nicolas le) war Priester zu St. Andre de?Arts in Paris , und Dechant der theologischen Facultät dieserstadt; er florirte im XVI. feculo, war sehr gelehrt, und ei-ferte starck wider die anhänger der damaligen Reforniation ,deswegen wird er von Johanne Crispino in seiner Calvini-schen Märtyrer - Historie sehr durchgezogen , und ein blinder ci-ferer genennet. Hingegen machet Robert Cenalis, nach derHand Bischofs zu Avranches , seinen lobspruch, und erhebt ihnin einer zueignungs-schrift, (darinnen er ihm ein buch, so diemittet der Protestanten Vermehrung zu verhindern vorschlägt,zuschreibet) bis in den dritten Himmel. Dieses buch ward an.
gedruckt, und muß le Clerc bald hernach gestorben seyn,Sss r die-