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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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fcfon und in der Savoy - kirche alle sonntage eine Französi-sche predigt hielt, bis er ohngefehr nach einem Halden jähredie dasige luft nicht weiter vertragen konnte, und daher seineraesundheit wegen aus Engelland z» gehen genölhigct wurde.Er reisete demnach an. 1683. in gesell,chassl Gregorii Leti ,dessen tochter er nach der Hand zur ehe genommen, nach Hol­ land , erkundigte sich allda vornemlich um den zustand der Re-monstranten, deren lehr - sätze ihm von vielen ,ahrcn her amallerbesten gesiele», und besuchte sodann noch einmal seine an-verwandten zu Genf , welchen c» aber alsobald nach seinerankuuft entdeckte, daß er sich lim feines gewissens willen inHolland niederzulassen beschlossen habe. AIs er um an. 1684.zu Amsterdam wiedrum angelanget, predigte er erstlich allefreytage Französisch in der Remonstrantischen kirche, wurdeaber nicht lange hernach von dieser gesellschafft an deren Gy-mnasio zuin Professore Humaniorum, Philosophi * und EbrasaeLinguae bestellet. Nach dem tobe Phil. ä Limborch wurde er,weil er sich mehr als einmal des Socinianismi verdächtig ge-macht, in der theologischen Profession Übergängen, bekam aberdagegen die Professionem Hilloriae Ecclesiasticae , die er auchhernach beständig und mit vielem lobe bekleidet, bis er endlichdie letzten 8. iahre seines lebcns wegen leides - schwachheit ,da er nemlich sein gedächtnis und spräche fast gäntzlich verloh-ren, sein amt ferner zu verwalten gehindert wurde. Er starbden 8. ian. an. 1736. im 79. jähre seines alters. Seine sonder-baren Verdienste in ansehung der Philosophie, Historie, Crtticund anderer stücke der lilteratnr, haben ihm den rühm einesgrossen Gelehrten zuwege gebracht; ob er gleich auch unter-schiedene gegner gefunden, wie er denn mit Richard Simon wegen der Historia Lritica Vet. Test. so dieser letzte herausgegeben; mit Will. Cave wegen der leben der alten Kirchen-vätter; mit dem P. Martianay wegen der gelehrsamkeit underfahrung in den biblischen grund-sprachen des H. Hieronymi ;mit Van der Wayen wegen erklärung der 18. ersten versienlim Evangelio Iohannis; mit I. Perizonio wegen des geschicht-schreiberö Q. Curtii ; mit Bentlejo wegen seiner noten überden Menandrum ; mit P. Bayle wegen des Manichadsmi,und der Göttlichen providentz; und mit andern mehr wegenandern Puncten zu streiten gehabt. Von seinen schriften sindzu inercken : Bibliotheque universelle & historique, in 2;.tomis ; und Bibliotheque choilie, die er nachmals unter demtitnl: Bibliotheque ancienne & moderne fortgesetzet, Nlld zu-sammen aus 28. bänden, ausser einem bände von rabb. gene-ral. bestehet. Diese letztere hat er allein verfertiget, bey dererster» aber ist anfänglich Jean Cornand de la (Erose , undletzlich Mr. Vernarb sein gehülffe gewesen ; Parrhasiana, oupensees diverses für des maderes de critique; Ars Critica inzwey theilen, welcher er nachgehends Epistolas Criticas & Ec-clesiasticas , als das dritte volumen beygefüget; QuaestionesHieronymianae; eine Lateinische Übersetzung von Thoinä Stan-kest Hist . Philosophiae Orientalis , die auch Gottfr. Oleariusin seiner edition an. 1711. völlig beybehalten ; CompendiumHistoriae universalis ab initio mundi ad tempora Caroli Ma-gni ; la Vre d' Armand Jean Cardinal de Richelieu ; HistoriaEcclesiastica duorum primorum a Christo nato saeculorum;Historie des Provinces - unies des Pais-Bas , VVN an. 1360.bis 171;. in drey sol. wobey auch eine Explication histori-que des medailles von dem Herrn de Limiers anzutreffen.Ferner Opera Philosophica , als Logica, Ontologia , Pneurna-tologia, Physica Lc. welche in der 2. ebilion an. 1697. in 4.tomis, und nachgehends noch öfters zusammen gedruckt wor-den ; Reflexions für ce que lon appelle bonheur & malheuren matiere de Loteries; Traite de Pincredulite ; Entretiensfür diverses matieres de Theologie, davon er jedoch nur denandern theil verfertiget, indem der erste Carolum le Cene, ei-nen Französischen Prediger, zum Urheber gehabt; Sentimensde quelques Theologiens de Heilande für lhistoire critiquedu vieux Testament de Rieh. Simon , wozu nach diesemauch Defense des sentimens &c. gekommen; eine Französische Übersetzung des N. Testaments mit seinen anmerckungen, wel-che aber des Socinianismi beschuldiget, und dahero zu. Berlin eine zeitlang verboten worden, worauf er Eclairdssemens dequelques endroits des remarques &c. heraus gegeben; Har-monia Evangelica , cui subjecta est historia Christi; MosisProphetae libri V. ex translatione J. Clerici , cum ejusdemparaphrasi perpetua, commentario Philologico , dissertatio-nibus criticis &c. Veteris Testamenti libri historici, Jofua,Judices, Rutha &c. Veteris Testamenti Hagiographa &c.welche letztere er aber nicht mehr so völlig als die erstem aus-arbeiten können ; Novum Testamentum ex edit, vulgata cumparaphrasi & annotationibus Henr. Hammondi, die er ausdem Englischen ins Lateinische übersetzet, und mit seinen eige-nen animadversione» vermehret; Evangelii Johannis cap. I.18. prima commata paraphrasi , & animadversionibus illustra-ta, welchen tractat er ansänglich dem andern theil seines Penta-teuchi , nachgehends aber der andern ansinge seiner Übersetzungdes Hammondi beygefüget. Über dieses hak er auch eine schö-ne edition des Hesiodi c. n. variorum und mit seinen eige-nen anmerckungen, mgleichen Menandri & Philemonis reli-quias mit seiner Übersetzung und noten; iEfchinis SocraticiDialogos 111 . mit seiner Version und noten; Pedonis Albino-vani Elegias 111. c. n. variorum, unter dem nahmen TheodoriGoralll ; ferner Titi Livii Historias; Sulpicii Severi Operaomnia; Pervigilium Veneris &c. wiewol dieses letzte ohne sei-

nen nahmen ; Hug. Orotium de Veritate Religionis Christian®,insgesamt mit seinen noten; wie nicht weniger auch PetaviiDogmata Theologica mit seiner vorrede und einigen knrtzennoten; wie auch dessen Opus de Doctrina temporum ; Eras-mi Opera omnia mit seinen Note» ; Eusebii Onomasticon ur-hiurn & locorum S. Scriptune ab Hieronymo continuatummit seinen anmerckungen, u. a. m. heraus gegeben. Bey die-sem allem aber führte er auch noch einen sehr starcken brief-wechsel, als unter andern in Italien mit Magliabecchi, Bian«chini, Valsecchi, Salvini; inFranckreich mit Huetio, Bi-anon , Nicaise, Olivet, Sallier, dem Präsident Bouhieur;m Teutschland mit dem Barock von Spanheim, Lenfant,Kustero, Johanne und Joh. Alb. Fabricio; in Engelland mitden Ertz-Bischoffen von Canterbnry , Tennison und Wake,Lloyd, Burnet, Boyle, Locke, Addiso» , Dodwell, Wotkon,Waffe, Davies , Cudworth; in Holland mit Krävio, Noodt,.Van Dale, Brencmann, Cuper, und verschiedenen andernGelehrten, denen auch selbst einige grosse Herren, als Fran-ciscuö, Hertzog von Parma und Piacenza, Alexander Mau-rocordatus, Woywod in der Wallachey und Moldau, inglei-chen die Engelländischen Grafen von Pembroke, Shaftesbu-ry rc. beyzufügen, welche ihn zuweilen auch würckliche proben ih-rer Hochachtung und besondern gewogenheit verspüren lassen.Sein leben ist unter andern bey der neuen Tübingischen auf-läge seiner biblischen wercke tom. I. anzutreffen, ©misten aber istauch schon an. 1711. zu Amsterdam ein tractat unter dem titul:

Jo. Clerici Vita & Opera ad an. 1711. und nach seinem todeeben daselbst Eloge historique de feu Mr. Jean le eiere, be-sonders Heraus gekommen.

* Clericus, (Daniel) des vorhergehenden bruder war zuGenf den 4. ftbr. an. 1652. gebohren. Daniel, als der äl-teste söhn Stephani , trat fast in allem in die sußstapfenseines vatters. Er studirle nach gelegtem gründe zu Mont­ pellier und zu Paris , und ward an. 1672. Doctor zu Valen-ce, verheurathete sich nach seiner zurückkunft, und fieng glück-lich an zu curiren, dabey er niemals andere, als simple undbewahrte Mittel brauchte, und einen abscheu vor aller ari dercharlatanerie bezeugte. Sonderlich war er vortresiich in derDiagnostica, und hatte es dabey in Griechischen und Lateini-schen alterlhümmern, wie auch der müntz - wissenschafft sehrweit gebracht. Er war von natur frölich, aber dabey geseht,und eben deswegen desto angenehmer. Seine gulhertzigkeit,Willfährigkeit < aufrichtigkeit und sinnreicher Umgang , machteihm so viel freunde, als ihm seine geschicklichkeit Hochachtungzuwege gebracht hatte. Seine statur war groß, und seinemine aus gelindigkeit und ernsthafftigkert zusammen gesetzt.Weder die auswärtigen geschäffte, noch die Vorsorge vor einezahlreiche familie verhinderte ihn , fleißig vor sich zu studiren.Sein erstes werck war Bibliotheca Anatomica , die er nebstMangel an. 168;. in 2. folianten drucken, und an. 1699. wie,der auflegen lassen. Nach diesem kam Histoire de la Medecine,bis auf Galenum, Genf 1696. und vermehrter zu Amsterdam 1702. mgleichen an. 1723. in 4. heraus, und wird vor ein Mei-sterstück gehalten. Zu ansang des jahrs 1704. erhielt er, wiesein vatcer, eine stelle im Staats - Rath , und besuchte von derzeit an wenig krancke. Im jähr 1713. ließ ihn der König inSardinien nach Turin in Savoyen kommen , und befragte ihnwegen der gesundheit der Königin und der Königlichen Fraumutier. Dasselbe jähr gab er auch eine Historiam latorum Lum-bricorum heraus , die aus seinen briefen an Vallisneri genom-men ist. Inzwischen verlangten die Verleger der Historie der Artz-ncy-kunst, daß er eine neue aufläge derselben besorgen, und siebis auf unsere zeiken fortsetzen möge; worzu er sich aber seinerUnpäßlichkeit wegen nicht entschliessen konnte, sondern nur einenentwurf der fortsetzung beyfügte. Dr. Freind, der denselbenheftig angegriffen, hat dahero unrecht, daß er solches als einvollkommenes werck betrachtet, davor es der author niemalsausgegeben. Er übersetzte noch kurtz vor seinem ende die erste sa-tyre Persii , und machte kurtze anmerckungen darüber, die abernoch nicht gedruckt worden. Eine Unpäßlichkeit an den beinenveranlaßte endlich sein ende, welches den 8. jun. an. 1728. im76. jähre seines alters erfolgte, Massen er 32. jähr vorher seinesrau verlohren hatte, von der er vier söhne hinterlassen, davondie beyden ältesten in kriegs-dienste getreten, der dritte aber ineinem bürgerlichen amte stehet, und der vierte Profess. Hebr.Linguae zu Genfist. Bibliotheque ltalique , tom. IV. n. 10. Me-moiren pour firvir ä Ihißoire des hommes illußr. tom. XI.

Aerk, (Johannes) Bischofs zu Bath in Engelland, kam an.1323. zur Bischöfflichen würde. Der König Henricus VIII. vonEngelland schickte durch ihn das buch, so wider Dr. Luthern ge-schrieben war, an den Papst Levnem X. wodurch er den titul ei-nes beschützers des glaubens erhielt. Hieraufwollte sich derKönig seiner in der eyescheidung mit seiner gemahlin bedienen.Allein Clerk hielt es mit der Königin, und verfertigte einen tra-ctat , darinn er wies, daß die ehe des Königs mit der Catha-rina richtig sey, welchen er auch den Commissarien in dieserfache übergab. Doch schickte ihn der König an. 1340. anden Hertzog von Eleve, demselben die Ursachen, warum erdie Anna von Eleve von sich gestossen , vorzustellen. Als erdannen zurücke kam, starb er, wie man vorgiedt, von bevgebrach,tem gift. ES ist noch ein anderer Johann Clerk, dereinige schriften verfertiget, und bey dem Hcrtzoge von Nor-solck Secretaire gewesen, aber wegen seiner untreue den 10.may an. 133». gesanglich eingezogen, und gehanget worden.

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