Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

y6z

c l e

Is. ('

h!\

Ik j

111 ):;

iIjii

DV

dieweil Cenalis, welcher nach le Clerc Dechant geworden,schon an. i;6o. das zeitliche verlassen hat. .

* Clerc, (Nicolas le) Juigne zugenannt, crn Edelmann ausdem Hertzoqthum du Maine, lebte um an. 1% 66 . und hateinige wercke des H. Hippolytr aus dem Griechischen tns La-teinische übersehet. La Croix du Maine , bibl. des aut. Franqois.

Clerceline, «n Cartesianischer Philofophus in dem XVII.feculo und vertrauter freund des Carlesii. Er verheuratheteseine tochter an den bekannten Rohault, und war seinem schwie-ger söhn behülflich, seine Physic in ordnung zu bringen, versäheauch dieselbe mit einer gelehrten vorrede. Memoires du tems.Bai/iet, vie de Rene Des-Cartes. Marville, melanges tom. I.

Clerembaud, (Philippus) Graf von Palluau, Ritter desKöniglichen ordenS, Marschall von Franckreich, Gouverneurund Baillif von Berry, war ein söhn Iacodi von Clerembaud ,entsprossen aus dem geschlecht der Herren de la Plesse und duPleßis-Clerembaud. Er begab sich von jugend auf in den krieg,befand sich an. i6;6. in der Macht am flußThesin; des jahrsdarauf war er bey der belagerung vor Landrecy , und an. 1640.bey dem angriffe der liuien vor ÄrraS. Endlich wurde er Ma-rechal de camp, ferner Mestre de camp General , und nach-dem er bey unterschiedener gelegenheit, als in der Macht beyFreyburg an. 1644. in der belagerung vor Thionville , Phi-Uppsdurg, Courtray, Dünkercken und sonsten unterschiedeneproben seiner tapferkeit abgeleget, wurde er Lieutenant - Ge-neral , und commandirte die armee bey der belagerung vorZpern, Bellegarde , Montrond, rc. Der König machte ihnan. 16;3. zum Marschall von Franckreich, und an. 1661. zumRitter der Kön. orden, worauf er den 24. jul. an. 1664. im 59.jähre seines alters starb. Über das lob, so dieserHerr im kriege ver-dient, wird auch beydes von ihm und von seiner gemahlin versi-chert,daß sie wegen ihres artigen Verstandes und andern qualitätenzu ihrer zeit die gröste zierden des Französischen Hofes gewesen. *

* Cleric, tat. de Clericis , Ital. Clerici , ist eine sehr alteadeliche familie, so ihren Ursprung von Lomazo in dem May-ländischen gebieth hat, allwo sie allbereil im XI. und XII. fe-culo fioriret, und in ehren und ansehen gestanden; wie dannJoh. Peter von Crescenzi, ein edler Römer von Placenza, inseinem Römischen Ampbitheatro , darinn er die alte adelicheMayländische geschlechker beschreibt , in der Visconti oderHertzoge von Mayland geschichlen pag. ,5?. meldet, daß zurzeit der Guelphisch-und Gibcllinischen factionen, so im XII.feculo entstanden, die vom Hause Cleric sich zu Lomazo mitüoo. mann gefttzet, und durch accord sich an Franctscum Vis-conti , der sie belagert hatte, ergeben. Woraus klar erhellet,daß diese familie schon damals in grossem thun und ansehengestanden, und über Lomazo einige Herrschaffts-rechte gehabthaben müsse. Im jähr 2163. ward Fridericus Clerici zumkodeüa der stadt Mayland, so damals die höchste charge war,erwehlet. Franciscus, Jordanns und Franciscolus, gebrüder,waren berühmte Hauptleuth unter Carolo IV. wie FranciscusBallarini in seiner chronick von der stadt Como pag. 220. mel-det. Ihr vatter nahmens Anfericus, ein söhn des Jordani, wieaus dem Adels-briefe von Carolo IV. von an. 1369. zu ersehen ,war Galeazii Visconti, Herrn zu Mayland , Cämmerlingund geheimer Rath, und ist samt seinen söhnen und nach-kommenden an. 1337. mit dem bürger-recht der stadt Comobeschencket, im jähr darauf aber von Carolo IV. zu einem Gö-nnte Palatino creirt, und mit vielen stattlichen Privilegien be-gnadiget worden , davon die inltrumenta in original zu Como aufbehalten sind. Von diesem Anserico, Galeazii ViscontiCämmerling und geheimen Rath, ist abgestammet Martinusder erste dieses nahmens , und der stamm - vatter des Hausesvon Cleric zu Chur in Graubündten, welcher ungefehr imjähr an. 1540. nachdem er von Augspurg von seinen studiennaher Como zurück gekommen war, und in discursen sich inreligions-sachen etwas zu frey ausgelassen, daher auch bey derInquisition sich verdächtig gemachet, aus forcht sein vatterlandverlassen, sich in Tcntschland begeben, kriegs-dienste genom-men, mithin auf Zürich gekommen, sich öffentlich zur Refor-mirten religion bekannt, und darauf mit Marta Werzasca, ei-ner Proselytin adeltchen Herkommens von Lugaris, verehlichet,und im jähr 1368. sich auf Chur in Graubündten bege-ben , allwo er samt zweyen söhnen, Antonio und Camillo, dasbürger-recht erlanget, und daselbst das geschlecht fortgepflantzet,aus welchem von zeit zu zeit qualtficirte und um das vatter-jand wohlverdiente leuthe entsprossen. Martinus der zweytedieses nahmens, des Antonii sohn, hat alle staffeln des regi-ments rühmlich betreten, bis er endlich an. 1662. zu demhöchst wichtigen Bürgermeister-nnd zugleich Bundts - Präsiden-ten-amt erhaben worden. Sein söhn gleiches nahmens istihm in allen ehren-steüen nachgefolget, und hat selbige sehrwürdig bekleidet, sonderlich die hohe Bürgermeister - und Prä-sidenten-stelle, welcher er von an. 1681. bis 1704. mit grosserderterität vorgestanden, und währender zeit viele Ambässadenmit grossem rühm verrichtet hatte. Seine söhne Martin undJohann Meinrad haben beyde auf dem Stado Mayland ge-dienet, und jener Hauptmanns, dieser aber Odrist-Wachtmei-sters-stelle versehen, davon der letztere das geschlecht fortgepflan-tzet durch zwey söhne, davon einer Hauptmann, der andereObrist-Lieutenant gewesen. Cainillus, des ersten Bürgermei-sters söhn, und des zweyten bruder, Hauptmann in Holländi-schen diensten , und Odrist-Zunftmeister zu Chur , hat diemeiste descendentz gehabt, davon Martin viele jähr die Haupt«

c l e

manns-stelle in Französischen diensten versehen, mithin Com-mendant über ein bataillvn worden, und in solcher qnalitäl'^.gestorben. Johann Ulrich sein bruder hat Obrist,Wachlmeisters-ste le in Spanischen und hernach in Französi-schen diensten bekleidet, und befindet sich dermalen in der eh-ren-charge eines Obrist - Zunftmeisters , sein söhn aber Ca-millus hatte an. 17,4. ein« Compagnie in Französischen dienstenbekommen. Bernhard, em anderer bruder, viele jähr gewesenerStadt - und Bundts-8ecretarius, ward an. 1729. zu der an-sehnlichen stelle eines Rathsherrn erwehlet; sein söhn Camil,lus aber, Juris utriusque Licentiatus, bekam die stelle einesStadt - Secretarii. So ist auch von einer zweyten branchedes ersten Bürgermeisters, Antonius des kleinen Raths zu Chur ,und seines bruders söhn, nahmens Martin, welcher eine freyeCompagnie in Franckreich rühmlich commandirt. Job. Pe-trus de Crescenzi, Nobilis Romanus Placentinus, in amphithea-tro Romano pag. 355. Franciscus Ballarini, in chronicis civi-tatis Censis pag. 220. Priviiegsa Caroli IV. & V. Genealo-gia fami/ia Conti x-f Curia Rbatorum.

Clericus, (David) Nicolai söhn, zu Genf an. izyl. geboh.ren, wurde im 28. jähre seines alters daselbst Professor der He-bräischen spräche, und bekam in seinem 40. jähre eine Prediger-stelle darzu. Ob er gleich ein gutes gedächtnis besaß, sich diesprachen bekannt zu machen, so wurde es ihm doch überausschwer, die predigten auswendig zu lernen. Er war der mey-nung zugethan, daß man die ketzer am leben strafen könnte,und starb an. 16;3. Man hat von ihm verschiedene Lateinischegetichte; Encomium Mauricii Nassovii Arauiioneniium Prin-cipis , eine Lateinische Übersetzung von Burtorffs 8ynagogaJudaica und Qua:stiones sacras. Witte diarium. Nouvellesde la Republique des lettres, 1684.'

Clericus, c Stephanus) Davids bruder, zu Genf an. 1599.gebohren, war erstlich ein soldat, und studirte hernach Medici-nam. Er hielt zugleich mit dem berühmten Alerandro Moro zuGenf um die Profession der Griechischen spräche an, und erbotsich aus dem stegreif eine lection über einen Griechischen au-thorem, den man ihm unter dreißigen, die in profa oder inversen geschrieben, nennen würde, zu halten, zu welcherprobe sich aber Morus nicht verstehen wollte; daher man bey-den eine materie aufgab, und ihnen 24. stunden zur Vorberei-tung zeit ließ. Morus erhielt also die stelle durch seine beredt-samkeit, ob man gleich gestehen muste, daß ihm Clericus imGriechischen überlegen war. Der berühmte Jurist JacobusGodosredus hatte sich Mori sehr nachdrücklich angenommen,daher sich Clericus an ihm zu rächen suchte, und eine criticküber den Philostorgium machte, den Godofredus heraus gege-ben hatte, darinn er demselben eine grosse menge fehler wies;welche schrift aber niemals gedruckt worden, indem Clericus an.1643. Mori Nachfolger wurde, und sich mit denen verglich, dieihn vorher gehindert hatten. An. 1662. wurde er Rathsherrzu Genf , und starb an. 1676. Er schrieb Quiestiones sacras8. und Dissertationes Philologicas. Unter seinen söhnen hat sichDaniel in der Medicin , und Johannes in der Philologie sehrhervor gethan, wie aus folgenden 2. artickuln zu ersehen. Wittediarium. Nouvelles de la Republique des lettres, 1684.

* Clericus, oder le Clerc, (Johannes) einer der berühm-testen Gelehrten des XVII. und XVIII. fa:culi , war einsöhn Stephani Clerici, und zu Genf den 19. mertz an.r6$7. gebohren. Er zeigte von jugend auf sowol eine beson-dere fahigheit, als auch eine ungemeine begierde, die wissen-schafften gründlich zufassen, und schrieb bereits in seinem 17.oder 18. jähre einige critische abhandlungen , die auch selbstseinem vatter gar wohl gefielen; wiewol er dieselbe niemalsin druck gegeben. Als er nun auch hierauf in der Philosophie,ingleichen in der Hebräischen spräche und Gottsgelahrtheit ei-nen sattsamen gründ geleget, begab er sich an. 1678. nachGrenoble , allwo er bey dem ältesten söhne des Herrn Sara-zin de la Pierre die stelle eines Praceptoris versähe, führteauch denselben im folgenden jähre mit nach Genf , und ließsich daselbst nach einem vorher angestellten examine zum predig-amt ordiniren; ob er gleich annoch zu keinem öffentlichen am,te deruffen worden. Um diese zeit hatte er bereits die an-merckungen Hng. Grotii über die Bibel, und einige anderedergleichen schriften durchgegangen; nunmehro aber fielen ihmauch die wercke Steph. Curcelläi, seines sehr nahen anverwand-ten von mütterlicher feiten, in die Hände, da er denn über de-ren lesung auf unterschiedliche von der lehre seiner kirchen ab-weichende meynnngen gerieth, und sich deswegen schon damalsentschloß, sich sowol aus seinem vatterlande, als ans Franck-reich , an einen solchen ort zu verfügen, da ihm seine gedan,cken aufrichtig an den tag zu geben unverwehret seyn möch-te. An. 1680. hielt er sich um der Französischen spräche wil-len zu Saumur auf, woselbst auch bald hernach (obgleichin der aufschrift an. 1679. gesetzet worden) eine wegen ihresInhalts vor bedencklich gehaltene schrift, unter dem titul : Libe-ri, de S. Amore Epistolae Theologie*, in quibus varii Scho-lasticorum errores castigantur, zum Vorschein kam, die sogleichvon einigen vor seine arbeit erkannt, und ihm nachhero zumöfter» vorgerückt wurde, ob er sich gleich gar niemals vor de-ren verfasier bekennen wollen, und man auch nicht eher,, alsnach seinem tode mit gewißheit erfahren, daß er dieselbe würck-lich verfertiget habe. Hierauf kehrte er wieder an. r68>. nachGrenoble , und von dar nach Genf , Paris , und ferner an.i683, nach Londen , allwo er wechsels-weise in der Griechi-schen