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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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anfübrung eines gekehrten Iüden daselbst fertiger;u machen,unSe von dar nach Franecker, ^ woselbst er sich Georgii Pa-soris, Sirtini Amamä , Wilhelm; Amesn und anderer Infor-mation bedienete, auch die beyden Talmudische tractate Sanhe-drin und Maccoth mit einer Lateinischen Version und anmerckun-qen heraus gab. Hierdurch kam er bey dem Grotio, Heinsio,©dbeno, Salmasio und andern in ziemliches ansehen ; bekamauch so bald er wieder in sein vatterland kehrete, die Profes-sion der Hebräischen spräche. An. i6;6. wurde er nach Franeckerru eben derfelbigen Profession beruffen, und erhielt an. 164;. dietheologische Profession darzu, weil er 2. schriften wider Huao-nem Grotium heraus gegeben, und auch sonst gute proben sei-ner gcschicklichkeit in der Theologie abgeleget hatte. Bey seinertheologischen Profession gab er unterschiedene schriften heraus,sonderlich an. 1648. seine Summani Doctrinx de Focdere & Te-stamente Dei , wvrinncn diejenige lehre von dem Bunde GOt-tes mit den menschen, und desselben unterschiedene einrichtungin dem Alten und Neuen Testamente enthalten, die hernach zugrossen streitigkeiten gelegenheitgegeben. An. i6;o. wurde ernach Leiden an Friderici Spanhemii stelle beruffen. Er lebteallhier 7. jähr in grosser Hochachtung, ohne beschuldigung einerNeuerung, ob er wol bereits alles dasjenige mit mund und federgelehret, was nachmals bestricken wurde. Dieser streit gieng an.i6;8. an, da Abraham Heidanus in einer disputation de Sab-batho & Die Dominica behauptete, baß die feyrung des sadbathsnicht schlechter dings zum moral-gesetz gehörete. Diese meynungnun wurde in einer eigenen dissertation von Andrea Essenio,Pro-fessore zu Utrecht , bestricken, welche Wider beyde, Coccejum undHeidanum gerichtet war, welchem auch alle beyde mit neuenjchriften begegneten, wodurch der streit nur vergrössert wurde,sonderlich da auch ihr eigener college Hornbeck sich ihnen wider-setzte. Ob auch gleich der Holländische Synodus , den man an.';y. zu Gouda gehalten, diesen streit beyzulegen suchte, wolltedoch solches nicht gelingen, sondern es entstunden vielmehr auseiner controvers noch andere , nemlich von dem unterscheid deröconomie, oder der Haushaltung und Handlungen GOttes inder kirche unter dem Alten und Neuen Testamente; von den ze-hrn geboten , ob sie den gnaden - bund in sich hielten ? ingleichenob sie nach dem kälber - dienst der Israeliken einen gantz anderngebrauch empfangen? u. s. f. Insonderheit da Wilhelmus Mom-ma an. 1662. eine disputation de Oeconomia Divina unter demCoccejo hielte, wurden 8z. fragen aus derselbigen gezogen, undan Samuelem Maresium geschickt, der selbige in einer öffentli-chen disputation mit grosser Heftigkeit beantwortete, sich aber wie-der vor dieses mal zufrieden gab, nachdem Coccejus an ihn ge-schrieben , und seine meynung gründlich erkläret. Bald her-nach trat Gisbertus Voetius auf, nach welchem auch die gegen-partey des Cocceji Voetianer genennet wurden. Denn er Hieltan. 1665. eine disputation von dem unterscheid der Wörter paresisund aphesis , darinnen er Coccejum scharf angriff, der sich wie-der in einer schrift, More Nebochim genannt, verantwortete.Kaum aber war dieser stürm vorbey, als sich ein neuer erhub,indem Samuel Maresius an. 1668. mit seinem collegen Altingioin streit gerieth, welchen beyzulegen die Curatores der Grönin-gischen Academie, Maresii thefes nebst Altingii antwort an dietheologische Facultät zu Leiden schickten. In dieser befundensich Abraham Heidanus , Johannes Coccejus und JohannesValckenier, welche Maresii verfahren mißbilligten, und Altin-gium von der beschuldigung der ketzercy frey sprachen; solchesverdroß Maresium dergestalt, daß er nicht allein in einer öffent-lichen schrift besagtes refoonfum heftig angriff, sondern ihmauch vornahm, die lehre Cocceji , als welcher die feder gefuh-rec, hinführo zu bestreiken. Zu welchem ende sich denn Maresius mit Gisberto Voetio, mit welchem er gleichfalls bishero streitgehabt, wiederum vergliche. Allein Coccejus ward der Ver-bitterung seiner feinde an. 1669. im nov. durch den tob entzo-gen. Wicwol dennoch dadurch die streitigkeiten nicht aufgehö-ret, sondern gleichwie nach seinem tobe viele gelehrte Theologiseine lehr - sätze behauptet, also haben sich auch viele gefunden,die selbige bestricke»; und damit dieses desto füglicher geschehenmöchte, hat man die Coccejaner mit den Cartesianern gleich,sam in eine classe gesetzt, und eine secle daraus machen wollen,ob sie gleich in der that nichts mit einander zu thun hatten. Imübrigen hat Coccejus viele schriften über die bereits gedachtenheraus gegeben, als : Lexicon Veteris Testamenti ; Commen-tar., in 5. priora capita Genefeos cum continuatione ad caputundecimum , ingleichen li. capita priora Genefeos ; Commen-tar. in ultima verba Jacobi, Gen. XLIX. ; in Exodum , Le-viticum, Prophetiam Bileami; in Canticum Deborae, Jud. V.& Annae 1. Sam. II. ; Comment, in Jobum , Pfalmos , und überdie übrige bücher des Alten Testaments . Ferner: 8cbolia inLucam, Evangelium Joannis, Considerationem principii Evan-gelii Joannis ; Scholia in Acta Apostolorum ; u. a. M. meistenszur auslegung der heiligen Schrift gehörig; welche seine schriftenzusammen zu Amsterdam an. 167;. in 8. voIum. in sol. gedrucket

sind. Spanbem. epist. de novissim. cin^res facras inBelgiodis-iidiis. Farellus , dissert. bist. feu epiwa ad amicum refponf.de noviss. in Belgio litibus circa Theolog. & Philof. &c. Stur.mius , deCartesian. & Coccejanisino. Alberti JWAkV tuair-na ,,h. e. Cartefian. & Coccejanifmus. BentheMS Hoüändis. kirchen-und schulen-staat, p. II. C. ;. p. IIÜ. feg. Saeittarii introd.ad histor. ecclef. p. 926. Witte , diar. biog. Bibl. universelle ,

tom. VII. Arnolds ketzer-hist. P. II. üb. XVII. c. 10.

* Coccejus , (Gerhardus) ein Dostor Juris aus Bremen ,war Comes Palatinus Cassareus , und anfangs Professor Jurisin seiner geburts - stadt, nach diesem Rathsherr daselbst, end,lich Rath des Hertzogs von Frießland und Professor zu Grö-ningen, starb den 30. julii an. 1660. im 60. jähre seines alters,und hinterließ unterschiedene juristische disputationen, auch an-merckungen über Tit. Pand. deO. J. Gröningen l66o. in 12.

Witte , diar.

Cocciuo, (Justus) von Bielseld, ein Canonicus zu-lich, warm der Lutherischen religion erzogen, die er aber, daer nach Cöln kam, verließ, und die Catholische annahm, wor-aus er eine sammlung von den zeugnissen und entscheidungender vatter und Concilien über die streitigen Materien zusammengetragen, und solche arbeit, nachdem er 24. jähr damit zuge-bracht , unter dem titul eines Thesauri Catholici an. 1599. und1600, in sol. Heraus gegeben. Du Pin, bibl. des auteurs ecclef.

(toccius , (Huldericus) ein Professor zu Basel , ist daselbstvon Ulrich Kochlin von Frcyburg an. 1525. gebohren. SeineMutter Barbara Weingartin , weil ihm der vatter frühzeitigweggestorben, verheurathete sich an Nic. Eßig , welcher mitdem beding den jungen Coccium an kinds - statt angenommenund zu den studier, angeführet, daß er zu seinem nahmen denzunahmen Eßig sollte beysetzen : daher auch seine Nachkömm-linge sich noch Roch von Eßig nennen. An. 1546. erlangteer das Magisterium, und ein jähr darauf die Griechische Profes-sion in dem Psedagogio , welche er aber hernach mit der Dia-lectic vertauschet. An. 1552. wurde er Prediger bey St. Mar-tin, und ward als solcher an. 1556. nach Lörach mit einemScholarch gesandt, woselbst er die erste Evangelische predigt ge-halten. An. i;ü2. berufte man ihn zu der Pfarr bey St. Pe-ter , und 2. jähr hernach zu der Profession des Neuen Testa­ ments , imimttelst verblieb er in dem Collegio Philofophico ,bis ihm an. 1570. von Sun. Sulcero die Dobkor. würde inTheologia ist conftrirel worden. In seinen lectionibus theo-logicis legte er die Epistel an die Galater aus: den Rectorat hater dreymal bedienet, vergaß aber bey dieser würde seines gerin-gen Herkommens keineswegs ; deswegen er aus die matriculamRectoris den spruch Davids geschrieben : 8ufcitans de terra in-opem & de stercore pauperem. Er verstarb an der Wassersuchtan. 198t. und hinterließ aus seiner ersten ehe 2. gelehrte söhne,Samuel und Thomam. Jener gebohren an. i $48. war füretwas zeit Professor Dialectices im Pa;dagogio , hernach Predi-ger bey unterschiedlichen kirchen, als zu St. Peter, St. Elifa-beth , und endlich zu St. Martin, dabey er sein leben an. 1626.beschlossen: Es sindet sich , daß derselbe eine zeitlang neben sei-nem vatter in 8enatu Academico sitz gehabt. Sein bruder Tho-mas begab sich auf die Medicin, darin» er den Dodter- titulan. i$82. erlangt, ward hernach Professor im Pscdagogio undOeconomus des untern Collegii; dann Logicus in fecunda Clas-se , dabey er auch ins Collegium Medicum aufgenommenworden, endlich Ethicus, und starb an. 1610. Ex Arch. Acad.Bafd. *

* Cochanovius, ( Johannes) ein gelehrter Pole, war zuSiezynie in Groß - Polen aus einem vornehmen geschlechte ge-bohren , welches von den Corvinis in Ungarn abstammen soll.Nachdem er sich eine zeitlang in Teutschland und Franckreichstudirens halben aufgehalten, kam er nach Italien , allwo erzu Venedig den Manutinm, und zu Pabua den Robortellumvornemlich gehöret. Nach seiner zurückkunft kam er auf einezeitlang bey dem Bischoff zu Cracau in dienstc, der ihm her-nach eine Secretariat-stelle am Hof verschaffte, in welcher be-dienunq er öfters in wichtigen angelegenheiten verschickt wor-den. Darauf ward er erst Castellan zu Polancez , und endlichzu Sendomir, woselbst er an. 1604. im 52. jähre am schlagegestorben. Er war in den Humanioribus und sonderlich inder Lateinisch-und Polnisthen Poesie wohl geübt; wie er dennden gantzen Psalter Davids in Polnische verse gebracht, auchviele nette Lateinische getichte mancherley art hinterlassen, wel-che zu Cracau an. 16^9. in 4. gedruckt. Er hat auch CicercnisVersionen! periphrasticam Arati zum druck befördert. Papadopo-li bist. Gymn. Pat. tom. II.

Cocheim, eine Chur - Trierische stadt und schloß an der Mo­ sel , unterhalb Trarbach und Beilstein gelegen , war sonst eineReichs-stadt, wurde aber an. 1240. von dem Kayser Adolphsdem Ertz-Stift Trier verkauft. Die gegend hierum ist des herr-lichen wein-wachses halber sonderlich berühmt. Zeit. Maty.

* Cochet de St. Vallier, Präsident in der Supplique-Cam-mer zu Paris , bey dem Parlement; er war ein mann von gros-sem verstand, gelehrtheit, und ein gerechter Richter. Er hat ei-nen traclat: de Indultu Parlamenti Pariiien(is , geschrieben ,worinnen er die Materie gäntzlich und auf das gründlichste aus-geführet hat. Wiewol »e schon zuvor, aber nur flüchtig weg ,von Herrn Regnaudin, General - Procurator in dem grossenKöniglichen Rath, war tractiret worden. So hat auch Air.Pinson, Advocat bey dem nemlichen Parlement, zuvor obenhinetwas davon geschrieben, deren beyder gutes Cocher nachfolgen,und die fehler verbessern konnte. Du Pin , biblioth. author. ec-elesiast. sieculi XVIII. tom. VII.

Co'chin, ein Königreich in der Indianischen halb-insul, dis-feit des Ganges auf der küste von Malabar, wird also nach derresidcntz-stadt, worinnen sich der König aufhält, genennet. DiePortugiesen hatten sonst auch eine stadt darin» , welche eben

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