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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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diesen nahmen führte, und von Christen bewohnet wurde, da-bey einen Bischöfflichen sitz hatte, welcher unter das Ertz - Bitz-thum Goa qehörte; allein anjetzo stehet dieser ort den Hollän-dern zu. Er ist groß und hat stareke und prächtige gebaude, undist nach Goa die gröste stadt, so die Portugiesen in Indren beses-sen. An. 1504. ist sie zu erst bevestiget, und an. 1662. von denHolländern belagert worden. Die in diesem Reiche befindlicheChristen, welche St. Thomas-Christen genennet werden, habenvon undencklichen zeiten her ihren besondern Bischoff gehabt,und ihren gottesdienst in der Chatdäischen spräche zu verrichten

pflegen. Osorius , lib. III. Linfchot. Jarric. Miraus , geog. ec-

cles. ßaidai beschreib, von Malad. c. 18.

Eochinchina , ein Indianisch Königreich jenseit des Gan-ges an einem meer-busen gleiches nahmens. Die einwohnerneimen es Cachu oder Kachochin , welches nach etlicher autho-rum Meynung so viel heissen sott, als das westliche China . Al-lein andere halten dafür, daß Eochinchina wegen der grossenähnlichkett , die es mit Cochin in Malabar hat , also genennetworden. Gegen morgen grentzet es an das meer, welches denmeer - busen, Eochinchina genannt, formiret; gegen abend andas Königreich Cambodia, gegen Mitternacht an Tunquin, undgegen mittag an Chiampa. Es hat in die 50. gute see - Häfen,und wird in 6. provintzen eingetheilet, deren jegliche ihren ei-enen Gouverneur und ihre besondere jurisdiction hat. Dieaupt - stadt, worinnen der König refidivet, ist Caccian, welchereinen feinen Hof und eine grosse anzahl vornehmer Herren umsich hat, sonsten aber dem Chinesischen Reiche zinsbar ist. DieHandlung dieses Königreichs ist gleichfalls sehr wichtig und beste-het in gold, Aber, porcellain, adler-holtz, seide, rc. welches al-les land - waaren sind. Es befinden sich allhier Päpstliche Mis-sionar» , welche aber unter dem letzten Könige von Eochinchinasehr viel erlitten haben. P. Alexander de RhoUes , reise - beschrei-bung. Mendoza. &c.

tsochläus, (Johannes ) wurde ums jähr 150;. in einemdorfe, Wendelstein genannt, nicht weit von Nürnberg gebohren.Sein rechter nähme war Dobneck ; er wollte sich aber lieber vonseinem vatterlande LochlMm nennen, weil Wendelstein auf La-teinisch also kan gegeben werden. Er legte sich in seiner jugendmit grossem ernst auf die studien, am allermeisten aber aus dasstudium theologicum. Anfangs war er Sacristan bey dem Her-tzoge Georgen von Sachsen , und hernach vecanus der Stifts-kirche zur lieben Fraum in Frünckfurt. Da aber ums jähr 1525.der bauren-tumult, und zu Franckfurt gleichfalls ein aufruhrentstanden, rettrirte er sich von bannen. Ob auch gleich deraufruhr gestillet wurde, wollte er doch nicht wieder nach Franck-furt kommen, sondern nahm einander Beneficium bey der Ar-che St. Victoris zu Mayntz. Nach dem tode Emseri aber beriefihn um das jähr 1-129. Georgius, Hertzog von Sachsen , zu sichnach Meissen , woselbst er bis auf das jähr 1539. blieb. Dennda gedachter Hertzog starb, und nunmehro die Protestanten miternst reformirten, salvirte er sich nebst dem Vicelio mit der flucht.Sonst hat er sich nicht allein mit fchriften Luthero widersetzet,sondern auch in unterschiedene gefpräche eingelassen, viele reisenethan, und sein äusserstes angewandt, die lehre Lutheri zu hin-ern. Insonderheit begab er sich an. 15 21. da er noch Decanuszu Franckfurt am Mayn war, von freyen stücken nach Worms ,um mit Luthero zu disputiren; weil er aber solches nicht andersthun wollte, als mit dieser bedingung, daß Lutherus dem sicherngeleite renunciren sollte, kam er in verdacht, als wenn er nursuchte Lutherum in gefahr zu bringen. Unterdessen, weil er vor-gab , er habe es so weit gebracht, daß Lutherus vor ihm weinenmüssen, gab dieser eine scharfe schrift wider ihn heraus, unterdem titul: wider den gewaffneten mann Lochlaum; demCochläus mit nicht weniger Heftigkeit in einer schrift unter demtitul : Adversus cucullatum monitorem antwortete. An. 1 $ 26,befand er sich auf dem Reichs - tage zu Regenspurg, und suchtezu verhindern, daß nicht einige Stande des Reichs auf die ge-danckcn kommen möchten, die kirchen - güther an sich zu ziehen.An. 1530. begab er sich nebst den übrigen schärfsten WidersachernLutheri mit aufden Reichs - tag zu Augfpurg, und da er nebstseinen glaubens-genossen nicht verhindern können, daß nicht dieAugspurgische Cvnfeßion dem Kayser wäre exhibiret worden, be-fand er sich mit unter denjenigen , welche die Widerlegung dergedachten Confeßion verfertiget, die hernach von Andrea Fabri-cio in Lateinischer spräche heraus gegeben worden.Endlich wohn-te er auch an. 1546. dem Reichs - tage zu Regenspurg bey, wo-selbst er nebst dem Malvenda und Billiko wider Bucerum undseine collegen disputiret; von welcher disputation aber ebenfallsgar ungleiche erzehlungen vorhanden sind; sintemal man sichvereiniget hatte, ;. tage so zu disputiren, daß von keinem Nota-rio etwas sollte aufgezeichnet werden. Er starb zu Breßlau, wo-selbst er auch Lanc>nicu8 gewesen, am 1552. den 10. jan. Erhat sehr viele fchriften heraus gegeben , so hauptsächlich die da-maligen streitigkeiten betreffen, und wider Lutherum, Melanch-thonem, Zwinglmm, Calvinum, Bucerum, Conradum Corba-tum, Wolfgangum Mufculum, Andream Osiandrum, Henri-cum Bullingerum, und andere gerichtet waren, als da sind : deFactis & Scriptis Lutheri über; Catalogus Seditionum per di-versas Germanise partes exortarum ; de Canonicae Scriptura &Catholicae Ecclefiae Auctoritate; de Animarum Purgatorio ; dcPotestate. Generalis Concilii; Lutherus Septiceps; Commenta-rius in Libellum Lutheri, contra scditionem rusticorum; Apo-

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logia pro Duce Georgio ad Saxonia: Electorem; Respons/o admendacia Lutheri pro Duce Georgio Und viele andere. Auch hater einen tractat geschrieben, darinnen er von der Gottheit Chri-sti pro & contra bispusim, um dadurch zu erweisen, daß manftlbige aus der heiligen Schrift nicht gründlich erweisen könne.

Beta anatomia (Jochlea:. Tbuan.W b. XI. & Teiß'er, addit.tom. I. Boifj'ard. in vitis 50. vir. dost. Pantaleon , prosopograph.P. III. p. 157 - Simlerut ,in bibl. MirausAe icr. fax. XVL BcLr-min. de scr. Caleftin. in bist. Comit. Aug. Scultetus , in annal .Evang. Seckendorjs. in bist. Lutheran. lib.I. §, 160. addit. 3. &c'.Du Pin , bibl. des auteurs eccles. Freher. in theatr. &c.

* Cochran, ein edles Schottisches geschlecht, welches vonder Baronie Cochran in der Grafschafft Rentreu den nahmenhat. Es ist von grossem alterthum, und hat von langen zeitenher viele güther besessen. Waldenus von Cochran lebte unterKönig Alexandra III. und zeugte Wilhelmum. Goslinus , derunter Roberto II. lebte , war ein vatter Wilhelmi, welcherbey Robetto III. in grossen gnaden stund, und Robertum zeu-gete. Dessen söhn Albanus hatte einen söhn gleichfalls Roöer-tus genannt , welcher ein vatter Iohannis und groß-vatterWilhelmi war. Dieser Wilhelmus zeugte mit Margaretha,einer tochter Roberti Montgomery von Skemurly , eine eini-ge tochter , Elisabetham, die an Alexandrum, den jünger,, söhnIohannis Blais, vermahlet ward, welcher den nahmen Cochranannahm, und sieben söhne und zwey töchter zeugte. Wilhel-mus erbte seinen ältesten bruder Iohannem, und ward an.1647. von Carolo I. zum Lord Cochran von Docodon gemacht.Sein söhn Wilhelmus starb zwar vor dem vatter , ließ abervon Catharina , einer tochter Iohannis Kennedy, Grafen vonCaßils , Margaretham, die an Alexandrum Montgomery,Grafen von Elington, Helenam, die an Iohannem, Grafenvon Southerland, Johannam, die an Wilhelmum Lord - W-comte Kilfith vermahlet worden, und Iohannem. Dieser wardunter Carolo II. Graf von Dundonald , und starb an. 1Ü91.er verließ von Susann«, einer tochter Wilhelmi , Hertzogsvon Hamilton, Wilhelmum und Iohannem. Der älteste,welcher an. 168;. in die Handel, so der Hertzog von Argile inSchottland erregt halte, geflochten worden, erhielt vermtttelsteiner summ von 5000. pfund sterling , so der vatter vor ihnerlegte, gnade, und starb unvermähiet. Der mngere, Johan-nes, erbte des bruders würde, ward an. 1713. zu einem deri ü. Schottischen Pairs gemacht, starb an. 1720. und ließ vonAnna, einer tochter Caroli Murray, Grafen von Dunmore,Wilhelmum, welcher an. 1725. im 17. jähre verstarb, wor-auf die Gräfliche würde auf X. Cochran von Kilniarnock fiel.

Brrtnfi com] . tom. II. Burnet , mem. des dern. revol. dAn.glet. p. 672. 674.

Cocttus oder Cocytus, ein gewisser fluß in Epiro , welchereiner von den vieren ist, die nach dem getichte der Poeten zur Höl-le gehören sollen, wie denn dessen nähme so viel heiffet, alsseufzen und klagen, um dadurch die pein derjenigen, die inder Hölle liegen müssen , anzuzeigen. Weil das waffer dieses flus-ses, sowol als des nicht fern davon strömenden Acheron sehr un-angenehm zu trincken war, soll Homerus dabey den anlas ge-nommen haben, beyde in die Hölle zu setzen. Von diesem flusseCocytus kömmt her der nähme der Cocytianischen feste, welchein der Hölle der Proserpina zu ehren sollten gehalten werden. Esist noch ein anderer flüß gleiches nahmens in Italien nahe beydem see Averno, welcher sich ergenßt in den see Lucrino oder Mar-morto, so anictzv mit dem berge, welcher durch das im i^sfltnjähre entstandene erdbeben sich darein gestürtzet hat, fast gantzausgefüllet ist. Virgil. lib. VI. iEneid. Paufan. Apollod. *

* Cockarsend , ein kloster der Cluniacenser in Engellandin Lancaster zwischen den flüssen Cocker und Luno, wo sie sichin das Irrländische meer ergiessen, wohin man aus diesem klo-ster sehr weit sehen kan. Hingegen muß es auch viel von, win-de ausstehen. Der stifter desselben ist Ranulphus de Mechincsgewesen. Cambdeni Brit. p. 794.

Cockermouth oder Cokarmouth , ist eine kleine stadt inder Englischen provintz Cumbcrland. Sie liegt etwas niedrig,zwischen zwey Hügeln , in der gegend, wo der fluß Cocker mitdem fluß Derbent sich vereinigt, und hat feine gebäude, auch einvestes castell. Zu den Parlcments - Versammlungen pflegt siezwey Devutirte abzusenden. Cambdens Britannia. Beevereil , de-lic. de lAngl. p. 267.

* Eoclers, oder Lokeiare , lat. Coclara , ein flecken inFlandern bey Brügge ; ehemals war allhier ein Privrat Bene-dictiner-ordens, welches zur Adtcy St. Bertini zu St. Omer gehörte, deren sie vom Bischoff Balderico von Tournay an.1106. ist geschenckl worden. Maibranq. de Alorinis IX. 29.Dahero entstünde auch nachmals zwischen dem Abt Gilberto zugedachtem St. Berlin und dem Bischoff zu Tournay einigeUneinigkeit wegen besorgung desselben Priorats; es behielte siedoch aber gedachte Adtey. Die Prävositur zu Coclers'ist längsteingegangen. MirA iipplem. diplom. P. III. c. 1)1. Fop·fern ad eum 1. c.

Coclea , (Bartholomäus t lebte im XV. sseculo , und warin der Chiromantie und Physiognomie überaus erfahren, vonwelcher künste ihren regeln er auch selbst ein buch verfertigt, wo-zu Achilini eine gelehrte vorrede gemacht. Er soll dem berühm-ten Lncä Gaurico, der sonsten selbst zukünftige dinge vorher se-hen