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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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her, und verkündige» wollte, angedeutet haben, daß er unfchul-diaer weise, doch aber nicht am leben gestraft werden wurde,worauf derselbe auf befthl des Bentwoglio gewippt ward. Erselbst starb , wie er gewahrsagct hatte, von einem schlage aufden köpf. Denn Hermes Bcntivoglio ließ ihn zu Uononien meu-chelmörderisch umbringen, weil er ihm etwas böses verkündigt,da denn der Mörder den Cocles am Haupte verwundete. Undeben diesem Mörder hatte Cocles denselben tag auf seine crkundi-auna zur antwort gegeben, er werde noch vor nachts einen ab-scheulichen mord begehen. Man fand unter seinen schriften wahr-saaunqcn vor alle, die er gekannt, und deren Hände und gesichte erqrseheii hatte, welche nach der Hand alle eingetroffen seyn ,ollen.Allein, wer weiß nicht, wie gern dergleichen dinge ausgesprengtwerden, und wie sehr leichtgläubige leuthe helffen sich selbst darin-nen zu betriegen? VariUas , Anecdot. *

' * Coconas , (Hannibal, Graf von) aus Piemont gebür-tig, ein liebling Francifci, Hertzogs von Alenqon , war eintapferer und hertzhaffter, aber dabey sehr blutdürstiger mann,welches er insonderheit bey dem Pariser blut-bade erwiesen; daer den Catholischen verschiedene Hugenotten abgekauft, und de-nenselben , wenn er sie vorher zur verlaugnung ihrer religiongezwungen gehabt, auf eine grausame weise das leben genom-men. Weil er aber odgedachtem Hertzoge zu dem vorhaben ge-rathen , vermöge dessen derselbe die damalige reqiments - Ver-fassung , durch hülste vieler Catholischer sowol als Protestan-tischer Herren, über den Haussen werffen , und dereinst nachCaroli IX. tobe zum Nachtheil seines druders Henrict auf denthron erhoben werden sollte, so ward Coconas an. >$74. ent-hauptet ; wiewol an. 1576. sein qedachtnis wieder ehrlich ge-macht worden. Es ist sonst dieser Graf auch wegen seinerliebes - Handel mit Henrietta von Eleve, Hertzvgin von Revers,bekannt. Daniel, nist. de France tom. VI. Meier ay , abregesub Carol. IX. Memoir. dEtoile, tom. I. Journal de HenryIII. p. 175.

* Coconate, (Bonifac. de ) war aus einem Gräflichen ge-schlechte zn Asti , und wurde an. 124;. nachdem er anfangsPrapoikus gewesen, Bischoff daselbst. Er hatte mit Brexa-no de Vico und der bürgerschafft zu Mondovi, weil sie ver-schiedenes , so zu seinem Bischoffthum gehörte, an sich gezogen,viele streit - Händel; allein Innocentius IV. ließ dermassen schar-fe Verordnungen desfaüs ergehen , daß die ungerechte besitzergerne alles wieder hergaben. Erstarb an. 1260. Ugbelius ,It. sacr. tom. IV. p. 377.

* <£oconuco0, (das land der) eine Süd - Americanischelandschafft in dem Königreich Popayan . Es ist auch ein feuer-speyender berg allda, welcher der Vulcan von Cvconucos ge-»ennet wird, und wo der fluß Magdalena entspringet. Maty,

Dictionnaire .

* (Tocoö - Inful , ist eine insul auf dem Mari pacifico inSüd - America, welche die Spanier wegen der vielen cocos-bäume, so daraufwachsen, also genennet haben. Sie hat un-gefehr sieben oder acht Meilen im umfang, und an der fee gan-tze Wälder von cocos - bäumen, ist auch mit lauter seifen umge-ben , daher die schiffet dastlbst nicht ankommen können, aussergegen nord - offen, woselbst ein kleiner Hafen ist.

Ie Cocq Grafen von Humbecke. Diese vornehme familiein Brabant, stammet aus Franckrcich her. Pierre Ie Cocq istum das jähr 1390. Königl. Französischer Hofmeister, sein bru-der aber, Robert, Bischoff von Laon > Hertzog und Pair vonFranckrcich, gewesen. Victor Ie Cocq wurde an 1398. von Ca-rola VI. Könige in Franckrcich, zum Ritter des ordens von derGcnestcr-blume, zu Teutsch Pfriemen, creiret. Von seinen nach-kommen , die sich in den Spanischen Niederlanden ansäßig ge-inacht, war Hugo ie Cocq Ritter, Herr de la Motte, la Haye undLyonne, Kaysers Maximiliani I. Rath, Staats-Secretarius undEnvoye in Spanien , um die heurath zwischen der JnfantinJohanna und dem Kayscrlichen Printzen Philippo zu stände zubringen. Sein söhn Balduin Ie Cocq , Herr von Groenhovenund la Motte, war Kaysers Caroli V. Rath, Requetenmeisterund General-Procurator im Grand-Conseil zu Mecheln . Von sei-ner postcrität ist Jacob Frank le Cocq, Herr von Humbecke,Wulwcrghem, Warde, la Motte und Groenhoven an. 1694. inden Grafen - stand erhoben worden. LUreftion de tautet Us ter~

res famiUes de Brabant, p. 127.

* Cocq , Königlicher Advocat in dem Parlement zu Paris

um das jähr Christi 1)92. Er hat eine sammlung von Parle-ments - fprüchen unter dem titul : Quaestiones Johannis Galli,oder Quaestiones de Jean le Cocq hinterlassen, und starb balddarauf. Sein gefchlecht ist des alterthums und der schönen be-dienungen wegen, die sie besessen, noch in Paris bekannt. Eshat darunter viele Parlements - glieder , Präsidenten an derRechen-Cammer, rc. gehabt, worunter Gerhard Ie Cocq ,Rath im Parlement zu Paris , so unter Francisco I. hernachMartre des requetes geworden, sich insonderheit hervor gethan.Es starb dieser an. 1940. Siehe Mußlanchart , hist. desMaitres des requet. *

* Cocquius, oder Lock, (Gisbert) ein gelehrter Nieder-länder, von Utrecht gebürtig, welchcrvonan. 169 bis 1707.Pfarrer in dem dorfe Kockengen , in der Herrschafft Utrecht ,gewesen, und in besagtem jähr daselbst gestorben ist. Lipenius,welchein auch Struvins gefolget, nennet ihn unrecht Adria-

num. Seine schriften sind : Hobbes Elenchnmenus , s. Vindi-ciae pro Lege & Imperio & Religione contra Hobbesium ; Ana-tome Hobbesianismi; Psalterium Davidis carmine Elegiaco red-ditum. Lipenii bibl. Philos. Struvii bibl. Philos. Cajp. Hut-mannt Traject. erudit.

Coctier, (Jacob) war des Königs in Franckrcich LudoviciXI. Leib-Medicus, und bediente sich der grossen furcht, welchedieser Herr in seinen letzten jähren vor dem tobe hatte, dergestaltzum Vortheil, daß er alles erlangte, was er wünschte. Er re,bete mit der grösten freyheit mit dem Könige, der sonst derglei-chen nicht leiden konnte, und sagte oftmals zu ihm: Ich weißwohl, daß Ew. Majest. mich einmal, wie andern dero getreuendienern widerfahren, abschaffen werden ; aber, fügte er miteinem schwur hinzu, ich weiß, daß sie hernach nicht acht tagemehr leben werden. Der Konig gab ihm alle monat mehr als10000, thaler und viele land-güther, nur damit er bey ihm blei-ben , und vor seine gesundheit sorgen sollte. Aber so bald Ludo-vicus XI todt war, muffe Coctier unter dessen Nachfolger einengrossen theil von seinem vermögen heraus geben. Damei, hist.

de France tom. II. col. 1450. 146z.

Cocuö , (Jacobus) sonst Cook de Chales in der infulWight, ein Englischer Jurist,war Socius des Collegii novi zuOr-ford an.i^yr. und Doctorjuris an. 1608. bald hernach Rector derkirche zu Houghton, wie auch Capellan des Bischoffs von Win-chester, Bllsons. Er war wohl versirt in der Griechischen spräche,noch besser in Jure Civili , am allerbesten aber in Jure Canonicound Theologia , starb an. I6n. und hat geschrieben QusstioneeJuridicas ad Majestatem pertinentes : darinnen er auch den wi-der Henricum Garnet geführten proceß aus Canonischen undbürgerlichen Rechten defenbirk. Wood, ant. Oxf. *

Cocus, (Robertus) ein gelehrter Engelländer, zu Beestonin der provintz Jorck gebohrcn, im CoIIegio Ln^i Nafi zu Ox­ ford in den studiis auserzogen, und an. 1579. Socius allda, her-nach Magister ArtiumUstb Procurator an. 1 $ 80 ; endlich mitvek-lassung seiner Felmvship. 1990. Vicarius zu Leeds , einer stadt inBorck, so vor zeiten die residentz der Könige von NortHumber-land gewesen; daselbst er auch an. 1604. den i.jan. verstorbenund begraben worden. Ein mann von schöner erudition, undgrossem fleiß : sonderlich wohl belesen in PatribusEcciefiae, derenachte schriften er mit unermüdeter arbeit von jugend auf von de»unächten lernte unterschelden: zu dem ende er auch sein bekann-tes werck heraus gegeben : Censura quorundam scriptorum, quassub nominibus Patrum antiquor. ä Pontificiis citari solent,Lond. 1614. 1625. &c. in 4. Wood, ant. Οχοη. *

* Cocus, (Alexander) ein Engelländer, und bruder Rober-ti Coci aus Aorckshire, war ein guter Prediger und Vicarius zuLeeds , und starb den 2;. jrmii an. 1692. Er hat in seiner Mut-ter - spräche unterschiedene Satyrische schriften, zum exempet;de Papa Joanna und andere mehr geschrieben. Wood , Athen .

* Cocx von Onssel, eine uralte adeliche familie in denOesterreichischen «Niederlanden , welche sich auch in Engellandund Jrrland , ingleichen in Schlesien ausgebreitet hat. Sieführet den beynahmen von ihrem zwey stünden von Mastrichtgelegenen stamm - gurhe Onssel, so sie von undencklichen zeitenbis auf die an. 1970. in den Niederlanden entstandene unrube inbesitz gehabt. Servatius Cocx von Onssel kam als Kayserl.Fähndrich an. iüüo. nach dem damals erfolgten Nordischenfrieden in Schlesien, wohnete viele jähre zu Troppau , und starbendlich zu Olmütz an. 1709. in seinem 76. jähre. Seine söhne,welche noch an. 172;. lebten, waren 1.) Ludwig MaximilianCocr von Onssel auf Wesigen in dem Breßlauischen , Kayserl.

£ of- Cammer - Rath. 2. ) Servatius Laurentius Cocx vonnssel, Königl. Regierungs-Rath des Fürstcnthums Brieg undConsistorial - Präses daselbst. Sinap. Schlesif. curios. tom. I.p. 320. tom. II. p. 964.

* Coda, (Marcus Anton .) ein Rechtsgelehrter, gebürtigvon Foggia in dem Neapolitanischen , lebte in der mitte desXVII. feculi , Und schrieb; Compend. Judiciarii ordinis civi-lis in Regno Neapolitano ; Compendio delle Lagrime humane&c. Topp. bibl. Nap.

* Codebovius , (Hieron.) war ein söhn Grafen AndreaCodebovii, Hertzogl. Raths zu Modena , gebohren den 1;.aug. an. 1994. Er wurde J. U. D. und Archipresbyter zu Car-pi, bald darauf V. 8. Reserendarius , welches amt er 18. jährbekleidete, hernach, als er an verschiedenen orten des Kirchen-Staats Gouverneur gewesen , an. 1644. Bischoff zu Montal-to, und den 24. jan. an. 1661. Bischoff zu Reggio , starb abernoch in eben diesem jähre den 3. octobr. Ugbeii. Ital. sacr. tom.II. p. 320.

Coderia , ist ein hoher berg zwischen der Grafschafft Ele-ven und der Veltlinischen trahoner - squadre gelegen, der fastzu unterst im Veltlin bis in die Adda hinein gehet und gleich-sam seinen fuß in selbigem flusse badet , auch das Veltlin vomClevnerischen land unterscheidet. Guier. llhaet. üb. xm. pag.192. b. *

CODEX , bedeutet in der Römischen Rechtsgelehrsamkeiteine zusammenfassung vieler von den Kaysern einzeln heraus ge-gebenen gesetze, in welcher jeglicher theil in seine behörige (lassegetragen zu befinden. Unter diesen sind folgende bekannt:

I. GREGORIaNUS, ist vermuthlich der älteste, weil er beyden fcribenten jedesmal tn der ordnung dem Ilermogeniano

vorge-