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Römische Papste:
Cölestinu« I. ein Römer, wurde nach Bonifacio I. aufden'Dapstlichen stuhl erhoben. Als er vernahm, daß einige inden Narbonenkschen und Viennischen provintzen auS den wer-ten Christi: Lasset euere lenden umaurtet seyn, die Geist-lichen überreden wollten, daß fle schuldig wären, ihre vorigekleidung zu ändern, und grosse lange rocke oder mäntel mit gür-teln um den leib zu tragen, schrieb er an. 428. einen langenbrief an die Btschöffe der besagten provintzen , und verwarfdarinnen diesen mißbrauch. Er verdammte auch Nestorinm«ufeinem zu Rom an. 4?°. versammelten grossen Synodo, undsandte seine Legaten an. 4; 1. auf das Ephestnische Concilium.Er schrieb Augustino zu liebe an die Btschöffe von Franckreich,an die Prälaten des Ephesinischen Concilii, an den Kayser,und andere mehr.- Wie denn auch noch 14. episteln von ihm inden romis Conciliorum enthalten. Christ. Lupus , und nachihm Baluzius, hat auch des Cölestini Commonitorium breveEpiscopis & Presbyteris ad Concilium Ephesinum euntibusheraus gegeben. Er starb an. 432. s.Augujün. p. 26. Prosper.Sigebert. Genebrard. Socrates, üb. VII. Evagrius , lib. I. Nice.phorus, lib. XIV. Gennadius , c. 54. Onuph. Baron. an. 425.bis 4z 2. Jacobi bibl. Pontif. Cape, bist. Ist.
ssölestinus II. vorhero Guido Castelli genannt, weil er ausder stadt Tiftrnv in Tostanien, so man Citta di Castello nann-te , gebürtig war. Er hat unter Petro Abaillardo studiret,und wurde hernach durch Honorium II. an. 1123. zum Cardi-nal-Priester mit dem titul St. Marci gemacht. An. 1140.schickte ihn Innocentius II. als Legaten nach Franckreich, daer von Bernhards hart angelassen worden, weil er den Arnol-dum de Brtxia in schütz genommen. An. 114-1. den 26. sept.folgte er diesem Jnnocentio gar in der Päpstlichen regierungnach, und starb nach fünf mvnaten und dreyzehen tagen, den 9.mertz an. 1144. St. Bernhardus und Petrus Vencrabiüs, Abtvon Cluny, schrieben an ihn. Es sind einige episteln von ihmzu finden. Platina. Eint. Majj'on. Du Cbine. Ciacconiut. Ba-ron. Cave.
Cölestinus III. ein Römer, hieß vor erlanguna der Päpst-lichen würde Hiacinthius Bvbo. Er wurde von Eugenio III. an. 1145. zum Cardinal-Viacono ernennet, und zu verschiede-nen Legationen in Teutschland und Spanien gebrauchet, son-derlich an. n$8. und 1177. an den Kayser Frtbericum. End-lich succedirte er an. 1191. den i2.apr. Clementi III. und etlichetage hernach crönete er den Kayser Henricum V. samt seiner ge-mahlin Constantia. Weil er ein grosses verlangen nach der erobe-rung des heiligen landes halte, beredete er Richardum, denKönig von Engelland, zu solchem vorhaben, und als in dessel-ben abwesenheit sein bruder Johannes, Graf von Moreton, ausanstiften Philippi Augusti, Königs in Franckreich, welcherAohanni auch zu dem ende seine schwester Adelam verheurather,tu Engelland eine rebellion angesponnen , that er ihn in denbann, wie nicht weniger an. 119z. Leopoldum , den Hertzogvon Oesterreich, weil derselbe den König Richardum gefangenhielt, und wiederholte nach zwey jähren die excommunication,damit er auch zu gleicher zeit wider den Kayser Henricum loszöge. Er vermittelte auch einen stillstand auf fünf jähr zwischendiesem Richards und Philippo, in Hoffnung diese beyde Königehernach zu einem neuen zug ins gelobte land zu bewegen, auswelchem letzter» doch endlich nichts ward. Nach des Kayserstobe an. 1197. gab er Sicilien dessen söhne Friderico, und zwarmit dieser bedingung, daß er der kirche davon einen gewissentribut erlegen sollte. Als er in grosse schwachheit des leides ge-rathen , und den tob vor äugen sahe, begehrte er von den Cär-dinälen, daß sie Iohannem de St. Paulo, einen gewissenCardinal-Priester, erwehlen möchten; dagegen er sich erbot,die Päpstliche würde aufzugeben; allein es wurde ihm abge-schlagen , und starb er an. 1198. den 8. jan. Von seinen brie-fen befinden sich 17. in dem X. torno Concil, und einer beydem Baluziv tom. II. miscell. Neubrig. lib. IV. & V. Plati-na. Ciaccon. Onuphr. Genebrard. Antonin. Roger. Cave, &c. *
Cölestinus IV. hieß zuvor Godofrebus, und war aus demHause Castiglione in Mayland, ein söhn Iohannis und Cassan-drä Cribelli, des Papsts Urbani III. schwester. Er wurde den22. sept. an. 1241. dreißig tage nach Gregorii lX. todeerweh-let, und zwar nur von zehen Cardinälen, weil die übrigen vondem Kayser Friderico gefangen gehalten wurden. Als sein Vet-ter Urbanus noch lebte, war er Dom-Herr und Cantzler bey derkirche zu Mayland. Nachgehends aber wurde er ein Mönch desCistercienfer - ordens. Gregorius machte ihn an. 1227. zumCardinal-Priester mit dem titul St. Marci, und nachgehendszum Cardinal-Bifchoff, mit dem titul St. Sabinä, und pro-vhezeycte ihm, als er hörete , daß er ein bcschützer der armenGeistlichen wäre, daß er noch den Päpstlichen stuhl besteigenwürde, gleichwie hernach geschehen. Allein Cölestinus hat ihnnicht lange besessen, indem er achtzehen tage nach seiner wählmit tobe abgiena, ehe er noch war gccrönet worden. Woraufder Päpstliche stuhl ein und zwanzig monat ledig stund, weilman für rathsam hielte, nicht eher einen andern Papst zu er-wehlen , als bis der Kayser Fridericus die Cardinäle wiederumauf freyen fuß gestcllet hätte. Platina. Genebrard. Spondan.Lud. Jacob. &c.
ssölestinus V. hieß sonst Petrus di Morrone, und stifteteden CvMuer-orden. Er war an. 121;. zu Isernia in Abruz-
hlÄÄ 9ensluCi i.£ ec Grasschafft Molise gebohren, undbegab sich tm 15. mhre seines alters in eine einöde, kamnachgehends nach Rom , wurde daselbst Priester, nahm denorden St. Benedicti an, und um das jähr 12)9. verfügte er sichw eine hole des bcrges Mvrron, daher er auch den nahmentrus de Mvrron oder Mvurrhon bekommen. An. 1244. aienger nach Monmaiella, allwo das klvster des heiligen Geistes er-bauet wurde, darinnen er nach ausgestandenen vielen schweria-kerten, weil seinen gefehrten der wilde ort und die rauhe lebens,art gar wenig anstehen wollte, an. 1254. endlich seinen ordenzum stand brachte, welcher erstlich von Urdano lV. an. 1264.und nachgehends auch von Gregorio x. auf dem andern Conci.ho zu Lyon an. 127;. bestätiget wurde. Nach Nicolai IV. todewurde er den 5. jul. an. 1294. zum Papst crwehlet, nachdem derPäpstliche stuhl zwey jähr, drey monate und zehen tage ledig ge-standen. Als man ihm solches andeutete, erstaunetc er darüberdermaßen, daß er gar davon gehe« wollte; jedoch auf anhaltender Bischoffe und des Königs von Sicilien, Caroli II. nahm erdiese würde an, und nennte sich Cölestinum V. wovon denn seinorden erst den nahmen der Cölestiner bekommen, da sie sich zu-vor Einsiedler von Mvrron oder St. Damisan nenneten. Dar-aufkam er auf einem esel nach Aquila geritten, woselbst er in «esgenwart von mehr als 200000. Personen geweyhet wurde. Imansang seiner regierung erwehlte er zwölf Cardinäle, und zwarmeistentheils Franzosen. Weil sich aber Cölestinus in die Hof-sachen nicht recht sthicken konnte, gieng die rede, daß man ihnwieder absetzen wollte, und zwar msonderheit nach des Cardi-nais Latini tobe, welcher seine stelle hierinnen vertreten hatte.Benedictus Cajetanus, welcher ihm unter dem nahmen Boni.facii VIII. nachfolgete, brachte ihn dahin, daß er freywillig ab-danckete, welches fünf monate nach seiner wähl geschahe. Alser in dem begriff war, sich wieder in seine einöde zu begeben, ließihn Bonifacius auf das castell Fumon bringen, und daselbst ver-wahren; allwo er auch im 13. monate nach seiner abdanckungan. 1296. gestorben. Clemens V. canonisirte ihn an. i,i,.Man eignete ihm verschiedene schriften zu, als : Relationen Vi-ttesua:; de Virtutibus; de Vitiis ; deHominis Vanitate; deSententiis Patrum, &c. welche man an. 1640. zu Neapolis ge-drucket. *
Cölestinus II . Nach Calipti II. tode wurde an. 1124. Theo»baldus, ein Cardinal des tituls St. Anastasii, zum Papste er-wehlet, und Cölestinus II. genennet; als man aber das I«Deum laudamus wegen seiner wähl sunge , rief Robertus Fran,gipani Lambertum den Bischoffvon Ostia , welcher diesen cere-mvnien mit beywobnete, zum Papste aus ; worauf auch Cöle,stinus, der wider seinen willen crwehlet worden, solche würdegutwillig dem Lamberto abtrat, welcher sich Honorium II. nen,
Nete. Baron. an. 1124.
ssölesyrim, die gegend , welche zwischen dem Libano undAnti-Libano lieget, allwo der fluß Orontes entspringet, welcherheut zu tage Farfare oder Tafar genennet wird , an dessen uftrman noch einige überdliebene merckmale von der berühmten stattAntiochta sehen kan, welche vor zeiten die Haupt - stadt in gantzSyrien war. Von den grentzen dieses landes sind die Gelehrtennicht einerley meynung. Diejenigen, so selbige nicht allzu sehreinschräncken, theilen Cölesyrien in Chalcidene, Cyrrhestica,Palmyrene , Apamene , Abilene und Damastene. CeiiarHGeogr. antiq.
* ssoelho, (Simon ) ein Portugiesischer Carmeliter-Mönch,hat auf Portugiesisch die Historie semes ordens beschrieben, wieauch die sonderbare geschichten seiner provintz, und etliche andereTheologico - Ascetische wercke. Sein geburtö - jähr war an.1514. und an. 1606. gab er seinen geist auf, alt 92. jähr, davoner 70. in dem Carmelrter-orden zugebracht hat. Nkoiaus An-
tonius, bibliotheca Hispanica, und Memoires de P01 tugal.
ssölius von Terracina, siehe Lelius.ssölius, (Caspar) von Rom , ein Poet und mahler, lebteunter der regierung der Päpste Clementis VIII. und Panli V.Er hatte einen guten verstand zu den studiis, war sehr wohl inder Historie, Mathematic und verschiedenen andern Wissenschaff,ten erfahren; mahlte auch so wohl, daß es jedermann bewunder-te, dabey aber hatte er eine so wunberliche lebens-arhdaß er allesthat, was ihm einfiel. Er hat zwey getichte, eines von dereroberung der stadt Rom durch die Gothen, das andere vondem leben der Poeten verfertiget. Er hinterließ auch etliche Co-mödien und andere Poesien, als er im fiebenzigstcn jähre seinesalters starb. Jan. Nie. Erythr. pin. I. c. 127.ssölius Rhodiginus, flehe Rhodiginus.i^öllede, ein städtlein und schloß , ohnwcit der Unstrut, inThüringen , zwischen Beichlingm und Frondorff, wird auchRuh-Loln genannt; liegt in einer lustigen und fruchtbarengegend. Es gehöret den Herren von Wcrthern ; das darinnenbefindliche secularisirte klvster aber, so ehemals eine AebtißinBenediktiner - ordens gehabt, gehört dem Hertzoge von Sach-sen-Weissenfels zu. Schon an. 1268. wird einer Hcnnius deCollede in alten Urkunden als zeuge gefunden. So hat auchschon an. 1274. das frauen-kloster allhicr gestanden. An. 1698.ist der beste theil der stadt Cöllede durchs feuer ruiniret worden.
Vid. Olearii synt. rcr. Thür. p. 47. seq .-Gregorii sttztsi. Thür.
p. 213. seq. Sachs. Albertin. linicn Haupt-receff. d. u.april. 1657.