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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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er über eine fliegende armer gesetzt , mrt welcher er m derschlacht wider Äriobarzanem gute drmste that. Curtms , V.4. n. JO. 40. Im kriege wider dre Sogdlaner und Bactna-ner commandirte er den dritten theil der armee , uNd mustemit den ihm untergebenen trvuppen in Bactriana und Sog-diana stehen bleiben, und auf Spttamenis bewegungen ach-tung geben. Spitamenes / da er sahe , daß alle passe mit Ma-redoniern besetzt waren / dachte am leichtesten zu entkommen,wenn er mlt Cöno sich in ein treffen einliesse. Allein dasselbelief unglücklich vor ihn ab , und er muste sich auf die fluchtbegeben , wo seine meiste soldaten zu Cöno noch übergiengen,welcher sich nach diesem erhaltenen siege wieder zu Alexandrobegab. Curtius , VIII. l. n. I. IO. n. 22. Arrianus , de ex-ped. Alex. IV. 17. siehe Spitamenes. Nach diesem musteer Bazira belagern , und da die belagerung nicht nach wünschvon statten gehen wollte, einige vestungs-wercke anlegen, undeine besatzung hineinlegen , welche die belagerten einsperrensollten, daß sie keine zufuhr haben, und ihre felder nicht brau-chen könnten. Er selbst muste mit de» übrigen völckern wie-der zu der Haupt-armee des Alexandri flössen. Die zurück ge-lassene soldaten bemächtigten sich auch nach einigen scharmü-tzeln der stadt. Arrianus , 1 . c. IV. 27. Cönus gieng mit Ale-xandro nach Indien , wo er in der schlacht mit Poro dessenlincken flügel zum weichen brachte. Curtius , VIII. 14. n. 18.Da der König hierauf weiter in die den Indianern selbst un-bekannte länder eindringen wollte, und diegantze armee schwu-rig war, stellte er dem König seinen wunderlichen Vorsatz öf-fentlich vor, und obgleich Alexander zwey tage zornig war,hatte er doch am dritten tag seinen sinn geändert. Curtius ,IX.Wenig tage darauf, starb Cönus am flussc Acesine,an einer kranckhcit, daher Alexander sagte, es habe Cönus umweniger tage willen eine so lange rede gehalten, als wenn erallein nach Macedonien zurück kommen wurde. Curtius , I. c.Doch bedauerte er ihn als einen seiner vertrautesten und ge-treusten Minister, und ließ ihn so prächtig, als es die zeit lei-den wollte, zur erden bestatten. Curtius , I. c. Atrianus , I. c.VI. 2. Er lebte mit Philotä schwester in der ehe, bezeigteaber schlechte gewogenheit gegen diesen seinen schwagcr, hießihn, als eine inquisition wider denselben angestellt wurde,einen mörder des Königs, des vatterlandes und der armee,und hätte ihn, wenn Alexander es nicht verwehrt, mit einemsteine zu tod gemorsten, wiewol er solches soll gethan haben zuverhindern, daß Philotas nicht auf die marter käme. Curtius ,VI. 9. n. 30.

Eöpenick, ein städtlein und Ober-Amt, auch guter paß an derSpree in der Mirtel-Marck, zwischen Berlin und Fürstenwalde gelegen. An. 1711. den ,0. jul. wurde dieser ort durch eine hef-tige feuers-brunst meistens in die asche gelegt. Zeiler.

Eöranus, von Alexandrien aus Egypten gebürtig, war dererste aus dieser stadt, der in den Rath zu Rom aufgenommenward, da sonst alle Alexandriner durch eine ausdrückliche Ver-ordnung des Kaysers Augusti von dieser würde ausgeschlossenwaren. Er erhielte auch dieses wichtige amt auf einmal, ohnevorher durch die gewöhnliche ämter und gleichsam stufen-weisedahin zu steigen. Seine erhöhung hatte er dem Caracalla zudancken, der ihn, nachdem er als ein freund des Plautiani,oder eigentlich, weil er durch list , und um sich bey den leu-thm in grösseres ansehen zu setzen, unter währender machtdes Plautiani es dahin zu bringen gewußt hatte, daß manihn unter dessen geheimste freunde zehlete , unter Severovertrieben, und 7. jähr in einer insul verwahret worden, an.2i2.zum Rahtsherrn und Bürgermeister machte. Xipbii, ex Dionein Severo. *

(töramis, ein mann aus der insul Paros, welche aufdemAegeischen meere lieget. Als er einstens einige leuthe zu Constan-tinopel fischen sahe, kaufte er von denselbiaen viel delphine odermeer-schweine, die sie gefangen, und ließ sie wieder fortgehen.Eine zeitlang darnach trug es sich zu, daß, als er auf dem meerewar, und von dem winde verschmissen wurde, alle diejenigen,so bey ihm waren, umkamen, ihn allein ausgenommen, alswelcher von einem meer-schweine bis an eine höle vor der insulZazanthus, welche deswegen noch bis auf diesen tag Cöra-uion genennet wird, getragen, und daselbst an das land gesttzetwurde. Ferner wird auch von ihm erzehlet, daß, als man sei-nen leichnam nahe an dem meere begraben, die meer-schweinean dieselbe küste hingekommen wären. Plutarcb. qu« animaliaspit sapientiora in fine.

Cördach, die Haupt-stadt der Grafschaffl Waldeck, liegt 6.Meilen von Marpurg und eben so viel von Cassel. Sie war ehe-dessen mit vielen freyheiten begäbet, wurde aber solcher verlustig,nachdem sie mit dem GrafHeinrich dem eisernen in Widerwil-len gerathen, der sich ihrer an. bemächtigte. Siehst 2.mauren wegen der alten und neuen stadt; in jener ist St. Kilianikirche, welche die stadt in ihrem wapen führet. Es liegt bey Cör-bach auf einem hohen berge das schloß Eisenberg , welches GrafJosias zu Waldeck mit schönen gebäuden vermehret, und fastvon neuem aufgerichtet. Der berg, darauf das schloß stehet, istreich an ertz, und soll das Cörbachische goid fast dem Ungari­ schen gleichen. Nahe am schlösse sind die gold-häuser, desglei-chen die gold-muhle, und zeugen die alten register, daß man ehe-dessen grosse einkünfte hiervon gehabt. Albmi berg-chron. tit.1$. Zetlcr. topogr. Hassi*.

Cosfeld , eine kleine bevestigte stadt in Westphalen, liegt ineiner ebene, allwo etliche kleine bäche zusammen ftiessen, worausallda der fluß Berckel seinen rechten Ursprung und starcken lausbekommet. Sie war ehemals eine Hansre-stadt und die ordent-liche residentz der Bischoffe zu Münster , ehe die stadt Münster unter deren botmaßigkeit kam. Im dreißig-jährigen kriege istsie etliche mal eingenommen worden. Topogr. Westphai.

Cöolin, siehe Coslin.

* (töthen, siehe Rothen.

Eoetivy oder Coitivt , eine edle und alte familie in Bre­ tagne . Alanus, Herr von Coetivy, hinterließ 4. söhne: Pre»gcnt, Alanum einen Cardinal, Olivier, Herrn von Taillebourg,und Christophorum, Stallmeister bey dem Könige Carolo VII.Pregent, Herr von Coetivy und Rets, wurde an. 14,0. Admiralvon Frankreich , und diente hernach wider die Engelländer, be-fand >ich bey verschiedenen schlachten und ervberungen von städ-ten, und wurde in der belagerung Cherbourg an. 14,0. durcheinen stück-schuß getödtet, keine kinder nach sich lassende. Olwiervon Coetivy, Herr von Taillebourg,wurde Groß-Seneschaü vonVienne , und heurathete Margaretham, eine natürliche rochierdes Königs Caroli VII. mit welcher er Carolum von Coetivyzeugte, der zu seiner gemahlin nahm Johannam von Orleavs,die älteste tochter Johannis von Orleans, Grafen von Angvuie-me, der ein aroß-vatter des Königs Francisct I. war, und hinter-ließ von derselben Louisen, an. isoi. an Carolum von Tremouil.le, Printzen von Talmont, verheurathet wurde, und an. 1^3.im 72. jähre ihres alters starb.

Coetivv, ( Alanus de) Cardinal, Bischoff von Dol, her-nach von Cornouaille, und endlich von Avignon , war in Bre­ tagne an. 1407. gebohren, ein söhn Alant, Herrn von Coetivy.Er erlangte an. 14)8. das Bißlhum zu Dol, bekam aber an.1444. das zu Cornouaille. Wiewol er nachmals an. 1456. nachdem tode Raulphi dela Moussaire sein ersteres Bißthum wiederadministrirte. Er wurde auch Bischoff zu Avignon , und an.1448. von Nicolao V. zur Cardinals-würde erhoben, daher manihn insgemein den Cardinal von Avicznon nennete. Er warin geistlichen und weltlichen geschäfften wohl erfahren, von gu-tem verstände, großmüthig und ohne schmeicheley. Er wider-setzte sich denjenigen, so nach dem tode Nicolai V. den Cardi­ nal Bessarion zum Papste erheben wollten , weil er der La-teinischen kirche nachtheilig zu seyn erachtete, wenn sie einenGriechen zu ihrem Haupte erwehlte. An. 14^6. schickte ihn Ca-lixtus III. als Legaten in Franckreich, und Pius II. brauchteihn in wichtigen geschäfften. Paulo II. verwiese er im öffent-lichen Consistorio seine unanständige lebens-art, und daß ersich 20. jähr lang verstellet hätte, damit er die »neisten stimmenin der Päpstlichen Wahl aus seine feite bringen möchte. UnterSirtv IV. erwehlte er sich das Bißthum von Sabina, undstarb den 22. julii an. 1474. im 67. jähre seines alters. Gobelin.lib. II. Comment. Pii II. Jacob. Ticitt. Üb. II. Comment &ep. }io. Fr 'non. Gall. pnrp. Aubery , hist. des Card. Sam.marth. Gall. Christ. Abist, geneal. de laTrem. Nonguier, hist.dAvignon . Goäefroy. Bertrand dArgentri. Augustin. du Pas.Ciaccon. Onuphr. &c.

* Coetlogon, ein uraltes geschlecht in Franckreich, dessenstamm-haus gleiches nahmens in Bretagne gelegen, und an.1622. nebst der Vicomte von Pleugriffet zu einem Marquisaterhoben worden. Eudo von Coetlogon, Ritter, lebte an. nz°.Henricus von Coetlogon heurathete au. 1239. Margarethamvon Espeur, und zeugte mit ihr, ausser einer tochter, Oliva,die Aegidium du Comxvul geehelichet, zwey söhne, JohannemI. und petrum:

I. Johannes I. Herr von Cottlogon, Ritter , trat seinembrudcr Petro an. 1280. einige güther ab, und hinterließ vonAngelica von Montauban Ämalricum, dessen söhn Olivierbey dem Hertzoge von Bretagne an. ,419. als Cavitain indiensten stund, und noch an. 1437. am leben war. Um diesezeit lebte auch sein söhn, Johannes II. welcher sich gleichfallsim kriege versuchte, und durch seinen söhn, Johannem III.ein groß-vatter Godofredi wurde. Derselbe heurathete an.ises. Annam von Coetmen, und bekam mit ihr Julianum,Herrn von Coetlogon und la Plesse, welcher sich an. -nS.Annam, Aegidii le Rouge, Herrn von Kerberio und I» Lan-de , einzige tochter und erbin, beylegte. Der aus dieser eheerzeugte söhn, Franciscus l. Herr von Coetlogon, Kerberio,1 a Lande und la Motte-au-Vicomte, Ritter des Königlichenordens, war bey Carolo IX. Cammer-Juucker, und bey einerKöniglichen lcib-compagnie Lieutenant. Er heurathete an. i-; 3Aegidiam von Coetquen, welche ihm 2. söhne, Franciscum II.und Vincentium, gebahr.

A.) Franciscus II. Herr von Coetlogon, Kerberio, la Lan-de , la Motte-au-Vieomte und du Cast, hinterließ von Johan-na de Tchillac, dir er an. 1379. zur ehe genommen, folgendezwey söhne: i.) Renatum , welcher an. 1622. zum Mar-quis von Coetlogon gemacht wurde, und nachgehends ohnemännliche erden starb ; worauf sich seine älteste tochter underbin, Philippa , mit ihrem anverwandten, Renato von Coet-logon , Vicomte von Mejusseaume, an. 1643. verehelichte, r.)Johannem von Coetlogon, Herrn von la Lande, welcheran. 1643. Königlicher Rath, Grand -Prevät von Bretagne und Lieutenant in dem Gouvernement von St. Malo war.Sein söhn Ludovicus von Coetlogon , Herr von la Lande,