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Im übrigen hat dieses Stift unterschiedene vor;üge; sintemalder Ertz-Bischoff zu Cöln nicht allein Churfürst des TeutschenReichs, sondern auch Ertz-Cantzler durch Italien ist, wiewolder Ursprung dieser beyden dignitaten, und wenn sie mit die-sem Ertz-Stifte verknüpfet worden, ungewiß ist. So hat auchPapst Leo IX. um das jähr 1049. den Ertz-Bischoff zu Cöln zumperpetuo Cardinali Mit dem titul S. Johannis ante Portäm Lati-nam und zum Ertz - Cantzlcr der Römischen kirche gemacht,welche würde aber, ob sie gleich von etlichen folgenden Päpstenbestätiget worden, dennoch aus der gewohnheit gekommen. Fer-ner hat der Churfürst von Cöln nach verordnung der göldenenBulle das andere votum bey der wähl eines Römischen Kaysers,auch gehet derselbe allenthalben ausser Teutschland, wie auch inseiner provintz dem Kayser zur rechten Hand. Was aber diecrönung des Kaysers anlangt, ist ein scharfer streit darüberzwischen dem Churfürsten von Cöln und Mayntz entstanden.Denn von den zeiten des Kaysers Conradi I. bis auf den KayserHenricum III. hat der Churfürst von Mayntz die Kayser qecrö-net; dieser Henricus III. aber wollte sich von dem Churfürstenvon Cöln cronen lassen; daher auch die crönunaen von dieserzeit an bis auf Ferdinandum I. von dem Churfürsten zu Cöln verrichtet wurden, weil solches ohnedem allezeit zu Aachen ge-schahe. Nachdein aber nach Ferdinandi I. zeiten die crönungenzu Franckfurt oder an einem andern orte geschahen, wollte derChurfürst von Mayntz sein voriges recht behaupten-, worübersie gar scharf aneinander geriekhen. Endlich ist an. 1657. diejache dergestalt verglichen worden, daß ein jedweder die crönungverrichten sollte, wenn sie in seiner Dioeces geschehe; wenn sieaber in einem andern orte vorgienge, sollten sie mit einanderumwechstln. Das Collegium der Canonicorurn bey der Cache-dral-kirche wird billich unter die vornehmsten in gantz Teutsch-land gezehlet, und es wird niemand leicht unter dieftlbigen auf-genommen , der nicht aus Fürstlich-oder Gräflichem geschlechtentsprossen. Was aber die 8 . »-Presbyteros anlanget, müssensie von gar sonderbarer gefchicklichkeit und meriten seyn, wennsie wollen recipiret werden. An der zahl sind derselben 3°. wor-unter aber nur 23. Capitulares sind, die zu der wähl eines Ertz«Bischoffs concurriren, darunter die 8. Presbyter! mit begriffen;die andern sind Domicellarii , und haben die Hoffnung Capitu.lares zu werden.
Catalogus aller Bifthöffe, Ertz-Bifchöffe undChurfürsten von Cöln .
i. St. Maternus von an. 67. bis 100. oder nach andernbis i r8. Von dessen Nachfolgern sind die nahmen verloh-ren gegangen, bis aufden nachstehenden.
1. St. Severinus, starb an. 4)8.
3. St.Evergislus,starban . 463.
4. St. Aguilinus oder Solinus , starb an. 47 h Dessen näch-ste Nachfolger sind unbekannt.
5. Simoneus, um das jähr; n.
«. Carentinus. Nach ihm sind gleichfalls einige unbekannt.
7. Remigius, um das jähr 614.
8. St. Cunibertus, erwehlt an. 6rr.
9. Bocaldus, erwehlt an. 6,-;.
10. Stephanus, erwehlt an. 660.
ii. Adelwin, erwehlt an. 690.
12. Gift», erwehlt an. 694.
13. Anno I. um das jähr 709.
14. Pharamund, an. 728.
15. St. Agilulphus , soll der erste Ertz-Bischoff von Cöln ge-wesen, und an. 728. zu solcher würde gelanget seyn.
16. Albericus oder Rangefridus, erwehlt an. 746.
17. St. Hildiger oder Hildebert , starb an. 804.
18. Bertholinus , starb an. 814.
19. Ricolphns, starb an. 8; 6.
20. Hildepold.
21. Hagebald oder Hattebald.
22. Günther oder Gontier.
2;. St. Weribert oder Willibert.
24. Hermann, erwehlt an. 890.
2?. Wittfricd < starb an. 9;;.
26. Bruno I. starb an. 954.
27. Volckmar, starb an. 959.
28. Gero, Marggraf von der Laußnitz .
29. Walram oder WarinuS, starb an. 97 t.
30. Evergerus, starb an. 990.
31. St. Herebert, ein Graf von Leiningen, oder wie andereschreiben, ein Graf von Rotenburg an der Tauber, wird vorden ersten Churfürsten von Cöln gehalten, starb an. 1021.
32. Peregrinus, starb an. 10; 6.
33. Hermannus II. ein gebohrner Pfaltzgrafam Rhein .
34. St. Anno II. starb an. 1064.
3?. Hildbold oder Hidolph, starb an. 1084.
36. Sigewin.
37. Hermannus, Graf von Wolffershauscn und Northeim ,starb an. 1112.
38. Fridericus, Marggraf von Friaul , starb an. 1152.
4°. Hugo, Grafvon Sponheim, starb an. 1159.
41. Arnoldus, Grafvon Geldern, ward wegen der simonieabgefetzt.
42. Arnoldus, Graf von Altenau , starb3. jähr nach der wähl.Histor. Lextcon 11. Theil.
43. Friedrich von Dassel, starb an. 1169.
44. Reinholdus, Graf von Dassel , starb an. xxgx.
45. Philippus, Graf von Heinsberg , starb an. 1201.
46. Bruno, Grafvon Altenau, resignirtean. 1204.
47. Adolphus, des vorhergehenden bruder, ward abgesetzt.
48. Bruno, Graf von Sayn, starb an. 1208.
49. Theodoricus, Graf von Bergen, ward excommunicirt.
90. Engelbertus, Graf von Bergen, ward von Friberico, Gra-fen von Altena und Jsenburg, ermordet, an. 1227.
31. Henricus von Möllenarcken oder Malmack, starb an. 12;2.
52. Conradus, Graf von Hoistedt oder von Hohenstadt, starban. 1262.
33. Engelbertus von Falckenburg, starb an. 1273.
34. Siegfried von Westerburg , starb an. 1298.
33. Wichboldus, Freyherr von Holte, starb an. 1303.
36. Henricus, Grafvon Virnebnrg, starb an. 1331.
37. Walram, Grafvon Iülich, starb an. 1349.
38. Wilhelm von Genepve, starb an. 1362.
39. Johann von Virnenburg.
60. Adolphus, Graf von der Marck, resignirte und verheura.thetc sich, worauf er starb an. 1367.
üi. Engelbertus, Graf von der Marck, war auch Bischoff zuLuttich , und starb an. 1363.
62. Cuno von Falckenstein, starb an. 1370.
63. Fridericus, Graf von Saarwerden .
64. Theodoricus, Graf von Mörs, starb an. 1430.
63. Rupertus, Pfaltzgraf beym Rhein , starb an. 1480.
66. Hermannus, Landgrafvon Hessen, starb an. 1308.
67. Philippus, Graf von Dhyn und Oberstein, starb an. 1313.
68. Hermann, Grafvon Wied, änderte die religion, und ver-lohr das Ertz-Bißthum an. 1332.
69. Adolphus, Graf von Schanmburg, starb an. 1336.
70. Antonius, des vorhergehenden bruder, starb an. 1338.
71. Johann Gebhard, Graf von Mannsfeld, starb an. 1362.
72. Friedrich, Graf von Wied, resignirte und starb an. 1367.
73. Salentinus, Graf von Jsenburg, resignirtean. 1377. undvermählte sich.
74. Gebhard Truchses, Freyherr von Waldburg , vermähltesich an. 1383. und wollte dessen ungeachtet das Ertz-Stiftbehalten, muste es aber nach darüber geführtem kriege seinemNachfolger überlassen.
73. Ernestus, ein söhn Alberti V. Hertzogs von Bayern , warauch Bischoff zu Freysingen, Hildesheim und Lüttich , undstarb an. 1612.
76. Ferdinandus , ein söhn Wilhelmi, Hertzogs von Bayern ,war auch Bischoff zu Hildesheim , Paderborn , Lüttich undMünster , und starb an. 1630.
77. Maximilianus Henricus, ein söhn Alberti, Hertzogs vonBayern , war auch Bischoff zu Lüttich und Hildesheim , undstarb an. r688. den 3. um.
78. Joseph Clemens , ein söhn Ferdinandi Mariä, Churfürstenvon Bayern , erwehlt den 9. (-9-1 jul. an. 1688. Er warschon zuvor Bischoff zu Regenfpurg und Freysingen, undbekam an. 1694. auch das Bißlhum zu Lüttich .
79. Nach dieses am 12. nov. an. 1723. erfolgtem tobe succe-dirte in diestr Chur -und Ertz-Bischöfflichen würde dessenbruders söhn, Augustus Clemens, welcher schon einige jährvorher zum Coad'jutor war erwehlet worden. *
Uorthos. in catal. Episc. Coloniens. apud Mcibom. tom. II. scr.rer. Germ. Cratepoßi catal. Archiep. Colon. Galenius, de magnit.Colon. Bro-vperi antiq. & ann. Trevir. Limnaus, de Jure publ.lib. III. c. 6. Imhof. N. P. lib. II. c. 4. Conringii assertio jurisMoguntini in coronandis Regibus Germanorum, welchem ent-gegen gesetzt ist Anti-Conringiana defensio , &c. Vitriar. in jurtspubi. lib. I. tom. XIV. & Pseffinger, ad h. 1 .
Cöln an der Spree , siehe Berlin .
COELUS oder COELIUS, Diei oder des tages söhn, wel-cher für der Tellus, das ist, der erde, ehemann ausgegeben wur.dc, gleichwie Ccdus den Himmel bedeutet. Die Poeten eignenihm viel kinder zu, unter welchen Saturnus, so der jüngste war,seinen vatter mit einer stählernen sense hieb , und an einem gewis-sen gliede verstümmlete, aus dessen blute die Furien, Riesen undgewisse Nymphen sollen entsprungen seyn. Lactantius meynet,daß Saturnus ein sehr mächtiger mann gewesen, und dannenhe«ro nicht allein als ein König geehret, sondern auch als ein Gottanqebatet worden, woher es denn gekommen, daß man nachge-hends sein geschlechte von dem höchsten und vortrcflichsten dmaeip der Welt hergeleitet habe. Uesiod. theogon. Laciunt, de falsaselig. lib. I. c. xi.
Cönneritz, siehe Rönritz.
* Coens, ( Petrus ) ward um das jähr 1629. Licentia-tus Theologias zu Lösen und Canonicus am Dom zu Ant werpen . Er hat Disquisitionem de Origine Beghtnarum &Beghinagiorum in Belgio ; ingleichen eine streit-fthrift in ebendieser materie wider Zegerum von Honsum geschrieben. An Ar.bibl. Belg.
* Cönuö, war unter Alexandro M. General, und comman-dirte auf dem ^rechten fiügel der Phalange. Curtius , III. 9·n. 7. In der fchlgcht bey Arbela war er mit seinem volckezur rescrve gestellt, und empsieng von pfeilen sehr viele wun-den» Curtms , IV. 13. » 28. 16. n. 32. Nach diesem war
Xxx 2 er
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