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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tieft zeit Abt zu St. Mesinie bey Chalons-Iur-Marne war.Auf eint' , hist. gen. tom. VII. p. 717-7)0.

*CoetIogon, (Alanus Emanuel von) Marquis von Coet-logon, Marschall und Vice-Admiral von Franckreich, Ritterder Königlichen ordcn rc. war der siebende söhn Ludovici vonCoetlogon, den ihm seine gemahlin, Louise le Mencust, an.1646. gebohren hatte. Er war an. 1663. unter dem regimentdes Dauphins Fähndrich, welche stelle er an. 1670. auf einemschiffe annahm, und sich dabey dergestalt hervor that, daß eran. 1672. zum Lieutenant/ und an. 1675. zum Capitain be-stellet wurde. An. 1676. hielt er sich in dem treffen auf derrhede bey Palermo gantz unvergleichlich , .und that nachge-hends den feinden gewaltigen abbruch / gestalten er nicht nurAgosta angriff, und ein fort dabey eroberte , sondern auchunter den stucken der stadt Barletta in Apulien ein kriegs-schiff , nebst vielen kauffarlhey-schiffen/ verbrannte. An. 1686.setzte er mit seinem schiffe von 44. canonen , zwischen Gibral­ tar und Malaga , zwey Spanischen kriegs - schiffen , die ihnnicht grüßen wollten , dergestalt zu, daß sie mit vollen segelndie flucht egrissen. An. 1687. eroberte er ein Algierischeskriegs - schiff, und half im folgenden jähre unter dem Mar-schall von Estrees Algier bomdardiren. An. 1689. that er un-ter dem Marschall von Chasteauregnauld in dem treffen beyHantry in Irrland alles, was man von ihm verlangen konn-te, hatte aber das Unglück, daß feuer in sein schiff kam, undihn ausser stand setzte, weiter etwas zu unternehmen. Hier-auf erklärte ihn der König am 1. nov. des besagten jahrs zumChef-dEscardre , in welcher qualität er an. 1692. in dem tref-fen bey la Hougue dem Admiral-schiff, worauf sich der Grafvon Tourville befand, und welches in der äussersten noth stack,zu rechter zeit zu hülffe kam. An. 169;. verbrannte er indem Hafen von Gibraltar zwey kriegs-schiffe, die unter dencanonen dieses Platzes sicher zu seyn vermeynten. An. 1701.wurde er General -Lieutenant zur see, der König von Spanien aber trug ihm die charge eines General -Capitains in den Occi-dentalischen meeren aus, da er denn in America sowol Franck-reich als Spanien gute dienste that. An. 170,. nahm er aufder küste von Portugal ! fünf Holländische kriegs-schiffe weg,ungeachtet er nicht stärcker war, und an. 1704. commandirtecd unter dem Grafen von Toulouse, in dem treffen bey Ve-lesmague, als Vice-Admiral, das corps de bataille ; im fol-genden jähre aber hatte er das commando über eine escadrevon 17. schiffen. An. 1715. erlangte er bey dem zu densee-sachen verordneten Lollegio die stelle eines Raths. An. 1716.aber wurde er zuin Vice-Admiral im Mittelländischen meere,und zum Oder-Commendatvr des ordens St. Ludovici bestel-let. An. 1724. beehrte ihn der König mit dem orden des H.Geistes, und an. 17)0. den 1. jun. schickte er ihm den Mar-schalls-stab , wiewol er dieser ehre nicht lange geniessen konnte,indem er den 7. dieses monats starb, nachdem er sein lebenauf 8z. jähr und monate gebracht hatte. Anßime, hist.gen. tom. VII. p. 716.

Cötquen oder Lösquen , ein flecken und schloß in Bretagne ,nahe bey Dinant , davon eine familie, so von den Grafen vonDinant entsprossen, den nahmen führet, welchen Olivier, einsöhn Rivalons, und bruder Gottfrieds, Grafen von Dinant , zuende des Xli. feculi angenommen. An. 157). wurde Cötquenvon dem Könige Henrico III. in ansehung Johannis von Cöt-ouen, Grafen vom Combourg zu einer Marggrafschafft erhoben.Henricus IV. machte ferner diesen Iohannem zum Ritter sei-ner orden, Königlichen Lieutenant im Gouvernement Breta­ gne , und Gouverneur zu St. Malo . Welche letztere stelle auchMalo, Marquis von Cötquen, bis an. 1679. beseffen, in welchemer gestorben, hinterlassende einen söhn gleiches nahmens, der den7. junii an. 1678. gebohren war. Auch ist noch ein jüngererstamm dieses gefchlechts, welcher an. 1689. auf dem einigenMarquis de 1 a Marzeliere bestünde. Du Pas, hist. de Bretagne.· 11

Cövorden, ein vester ort in den Niederlanden , in der pro-vintz Ober-Assel, die Haupt-stadt der landschafft Drente, ist so-wol von der natur, indem er mit grossen morasten umgeben, alsauch von der kunst mit treffichen wercken bevestiget, und mit ei-nem starcken castell, so ein schlüssel zu Frießland, versehen. Erlieget nahe gegen Westphalen und dem Bißthum Münster zu. Inden innerlichen Niederländischen kriegen hat dieser ort viel erttt-ten , indem er zum öftern erobert und wieder verlohren worden.Die vereinigten provintzen bemeisterten sich desselbigen an. 1579.und befestigten ihn wegen des daselbst befindlichen wichtigenpasses»jedoch nahm ihn der Graf Reneberg ein Spanier wiederweg, und PrintzMoritz riß ihn darauf abermals an. i?94. ausSpanischen Händen. Im jähr 1672. den io. jul. bemächtigtesich der Bischoff von Münster mit schlechter mühe dieser vestnng,allein den 2;. dec. desselbigen jahrs eroberte sie der General Ra-benhaupt wieder, des nachts durch einen unversehenen Über-fall , zu dessen glücklichen ausschlagung die damals hart über-frorne Wassergraben das meiste beytrugen. Valkeniers ver-wirrt. Europa . * ,

<£öur, (Jacob) war Petri Cöur, eines kaufmanns zu Bour-ges söhn,, ein sehr kluger mann, brachte sich durch die Handlungeinen solchen unglaublichen reichthum zuwege, daß er großekriegs-schiffe ausrüstete, und durch die gantze Welt correfpon-dirte, ,wie dann viele meynen, er habe gold machen können.Der König Carvlus VII. in Franckreich hielte damals seinen Hof

zu Bourges , und weil er demselben vielmals geld vorschoß, undsich durch seine klugheit hervor that, machte ihn der König ,ufernem Fmanzen-Rathe, gebrauchte ihn auch zu andern wich,traen Verrichtungen, und ernennte ihn an. 1448. mit zu einemAbgesandten anf die Versammlung nach Lausanne , die spaltunazwischen Amadeo VIII . von Savoyen, sonst Felix V. genannt,und dem Papste Nicolao v. beyzulegen! D-es- 7 seine 7 aLsenhelt bedienten sich ferne femde, ihn bey dem Könige schwartz zumachen; und als das rahr darauf des Königs concubine Agnes Sorel gestorben, klagten sie diesen Jacob Cöur an, als wenner ihr gift beygebracht hatte, damit er dem Dauphin Ludovico,welchen er mit geld versähe, einen gefallen erweisen möchte.Sie brachten es auch so weit, daß man an. 1452. die klage wi-der ihn anstellte, und nicht allein des vorher gedachten, sondernauch, daß er unbillige auflagen, falsche müntze und siegel ge-macht , das geld aus dem Königreiche geführct, und dergleichenbeschuldigte. Weil er sich für unschuldig hielt, erschien er, umsich zu rechtfertigen, wurde aber ins gefängnis geleget, und an.14z;. den 19. may ergieng das urtheil über ihn, daß der Königihn zwar dieser verbrechen schuldig befunden» in ansehung aberseiner dienste und der Päpstlichen vorbitte mit der lebens-strafeverschonen wolle. Wie er denn auch mit einer geld-strafe davongekommen , aber aus dem Reich verbannet worden , woraufer sich nach der insul Cypern gewendet, woselbst er durch seinenguten verstand nicht allein Mittel gefunden, sich zu erhalten,sondern auch eine vornehme Dame des landes heurathete, undfeine von derselben erzeugte zwey töchter gar wohl anbrachte.Man findet, daß ihm der titul eines General - Capitains derkirche wider die ungläubigen beygeleget worden, und ist er deni). nov. an. 1456. in einem krieg wider die ungläubigen gestor-ben. Sein bruder Nicolaus, Bischoff zu Lugon, starb an.' lazo.fein söhn aber Godofredus,ward Mund-Schencke bey dem Köni-ge Ludovico XI. der lhm auch einen theil seiner vätterlichen gütherwieder gab; und der andere söhn Johannes, Ertz-Bischoff zuBourges , einer der grösten Prälaten seiner zeit, starb den 2z. jun.

an. 148;. Monjirelet, vol. III. Guaguin. Üb. X. Belleforet , Üb.V. c. 114. Cbartier. Dupleix . Mezeray. Sammarth. Daniel,hist. deFrancetom.il. col. 1188·

*Coeur-de-Roy, einer von den Königlichen Gendarmes,welcher im 16. jahrhundert in der Protestantischen armee ge-dienet hat. Er war eines der grausamsten gemüther unterallen soldaten, die während diesen Unruhen die Waffen getragenhaben. Sein ende aber wäre es nicht minder als sein leben.Dann er ward endlich von den Cathoiischen gefangen bekom-men , und nach Auxerres geführet, dorten zerhieben sie seinenleib in stücken, sein Hertz wurde in tausend theile zerhauen,und also stückweise verkauft, um sich an den unmenschlichengrausamketten, so er an ihnen begangen, gegen ihm zu rächen.

Jean le Freye , histoire des troubles.

* £öus, des Coeli und der erden söhn, HesioA. Theog. ik.einer von den Titanibus , welcher mit der Phöbe die Aste-riam und Latonam zeugete; /tpoüoAorus, I. 2. §. 2. mit denenaber auch so ferne unglücklich war , als erstere, weil siedem Jovi nicht zu willen seyn wollte, in eine wachte!, undendlich gar in einen stein verwandelt wurde, die andere aberdurch solchen Jovem zu fall kam, und ob sie wol den Apol-linem und Dianam daher gebühr, dennoch auch von der Jn-none noth und Verfolgung genug dargegen ausstehen muste.Einige zehlen ihn mit unter die Oigantes ; Serv. ad Virg. georg.I. 279. wogegen andere wollen, daß er so viel als

heiße , und mithin eigentlich die veiornra, oder qualitatem allerdinge bedeute, Phamutus, de N. D. 17. auch sonsten von ihmder kleine fluß Cous in Messenien den nahmen bekommen habe;Pausanias , IV. ? z. allein noch andere halten ihn fast wahrschein-llcher für einen mächtigen, allein zugleich auch frechen Königtn der insul Coos , Lemtius , ap. Boccac. IV. 17. welcher in-sonderheit verursachet, daß die Titan es den krieg wider denJovem angefangen, weil er dessen tochter zu falle gebracht.PauU. Perusin. ap. Boccac. 1 . c. Obwoi sonst alles auch vonandern widersprochen wird. Boccac. I. c.

* Coglerus, (Johann.) gebürtig von Quedlinburg , war umdas jähr 1564. Pastor primarius und Superintendent zu Stettin ,und schrieb : Explicationem Objectionum , quas in EpistolisDominicalibus occurrere possunt , ingleichen einen Commenta-rium über die Epistel an dte Römer lind Galater. Freber.

* Cogitosus, ein Schottländischer scribent, welcher dieWunderthaten der H. Brigitta aus Schottland beschrieben, dieim IV. saeculo geledet hat. Canisius hat dasselbe hernach her-aus gegeben, tom. V. antiqu. lest. wann er gelebt, ist unbekannt.Mir aus. Voßus, de Hist. Lat.

* Coglione, geschlecht. Siehe Coleone.

* Coglione, (Barthvlomäus) stehe Coleone , (Bartho«lomäus).

* Cognatus , (Johannes) gebürtig von Dornick, war S.S. Theologias Licentiatus , und um das jähr 1600. in seinervatter-stadt Canonicus bey der Dom-kirche. Er hat de pro-speritate & Exitio Salomonis, Douay 1599. in 8. Oratt. ?.de Immortalitate Animte, 2. de naturali Dei Cognitione & ?.de Justitia Dei, ib. 1595. de Reb. Tornacensium libb. IV.Französisch, und Hist. Sanctorum geschrieben. AnAr. bibi. Belg.Srvertis Atheni

Cogne,