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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Eogne , oder Logn», tat. Iconium, eine Lycaonische stadtin Klem-Asien , welche anjetzo der vornehmste ort in Caramanienund die residentz eines Bcglerbegs ist, vor zeiten aber ein Ertz-Bischöfflicher sitz unter dem Patriarchen von Constantinopelwar. Als die sogenannten Cataphryges diejenigen, welche dieCatholische kirche verliessen, und sich zu ihrer gemeinde begaben,aufs neue taufeten, versammleten sich hierseldst an. 256. einigerechtgläubige Bischöffe aus Cilicien , Cappadocten, Galatien undandern benachbarten provintzen, und machten den schluß , daßder ketzer taufe ungültig wäre, und demnach diejenigen, wel-che unter ihnen ihren glauben änderten, aufs neue musten um-getauft werden. Welchen schluß vornemlich der Bifchoff vonCäfarea in Cappadocien Firmilianus beförderte. Dieses ver-ursachte, daß der Papst Stephanus erwehnte kirchcn fürschismatisch erklärte, welche hergegen der heil. Cyprianusvertheidigte. Cypriani & Firmilümi epistolie. Pearjm , inannal . Cyprian . ,

t Diese stadt war in dem XIII. soculo der sitz eines Turcki-schen Sultans, welcher daher Iconieniis genennet wurde. Un-ter denen, welche daselbst regiert, sind insonderheit zween Aladinberühmt, deren der eine dieses Reich angefangen, der anderesolches wiederum geendet. Denn nach dessen tobe wurde es inverschiedene stücke zertheilet, davon Osmann, oder Ottomann imansang nur allein Bithynien bekommen; die übrigen aber auchnach und nach unter seinen gewalt gebracht. Rupertus , in sy-nops. Befoldi p. 554.

COGNITOR, hieß bey den Römern erstlich ein Advocatoder vielmehr zeug, der den andern defendiren muste, wennman ihm seine ehrliche geburt und lebcns-wandel streitig ma-chen wollte; dergleichen die Römisthe bürger in den ausländi-schen provintzen vielmal nöthig hatten, um der Vorrechten ihrerbürgerschafft ohne Hinderung geniessen zu können; daher sie sol-che leuthe aufstellen musten, welche endlich erhielten, daß siekannten und wüßten, daß sie Römische bürger waren. Hernachbedeutet es auch einen solchen , der die verfallene güther dererohne erden verstorbenen, oder auch proscriptorum bey dem fiicoangab , daß sie hernach verauctioniret werden musten. Daherhernach sowol die Delatores, als auch die Auctionatores, Cogni-tores genennet wurden. Cic. in Ver. de puppliciis. Budana,ad Pandect. Turnebus, adv. 29. 36. Salmqßus, de modo ufur.c.. 18. Pittfcus. *

* (Loctollado, ein flecken in Alt-Castilien, einer Spanischen provintzssohnfcrn dem flusse Henares, zwischen Hitta und Se-quenza. Maty, Diction.

(Logueto, oder Cogoreto, ein gantz kleiner ort an demLigustischen meer, in dem westlichen theil des Genuesischen ge-bieths, nicht weit von Savvna. Man hat ihn vornemlich des-wegen zu mercken, weil der erfinder von America, Christopho-rus Columbus, daselbst gebohren worden. Schaupl. deskrtegs in Ital. ?. 6;;.

(Logulnas, ist ein fluß in der inful Sardinien , so fast mit,len darinnen in dem gebürge zwischen Bonorba und Botila ent-springt, und nordwärts neben der stadt Bresargia vorbey in dasmeer läuft. *

(Lohen. Dieses Worts, welches so viel heißt als ein Prie-ster, gebrauchen sich die Juden jetzo noch, ungeachtet sie wedertempel noch opfer haben. Leo Mutinensis bemercket in seinembuche von Jüdischen ceremvnien, daß noch heut zu tage gewisseIüden vorhanden, welche vorgeben, daß sie von den alten Prie-stern und Leviten herstammen, und eine bey ihnen unverdächtigetradition haben , daß es mit dieser ihrer geschlechts-rechnungrichtig stehe, ungeachtet ihr volck in viele länder versetzet worden,und ein stamm m den andern ohne unterscheid geheurathet hat.Gleichwol haben selbige unter ihnen keinen andern vorzug, alsdaß sie etwas von dem rechte der erstgebohrnen geniessen , unddie ersten seyn, welche die s. bücher Mosis in der schule lesen,wie auch an hohen festen den fegen sprechen aus den Worten des4.,buch Mosis cap. vi. v. 14. Der HErr segne dich und be-hüte dich, rc. Leo Mutinens P. I. c. 12.

(Lohen de Lara, (David) ein Portugiesischer, oder wie an-dere wollen, Spanischer Iud, florirte in dem XVII. soculo ; erhielte sich zu Amsterdam und hernach zu Hamburg auf, da erauch, nach etlicher bericht, Archifynagogus soll gewesen, abervon dieser stelle von den seinigen vertrieben worden seyn. Edzar-dr bemühete sich sehr, ihn zu dem Christlichen glauben zu bere-den : daher er auch, da derselbe auf dem tvd-bethe lag, zu ihmgefordert wurde, da er mit den Rabbinen über den Christlichen glauben dlsputiren muste: weil nun dieselben auf alle weisttrachteten, den David bey ihrer religion zu behalten, wurdeer vom tobe an. 1674. überfallen, ehe er sich entschließen konn-te. Er war nicht nur der Hebräischen spräche wohl kundig, son-dern auch der Lateinischen, Griechischen , Arabischen rc. ziem-lich erfahren. Seine heraus gegebene schriften sind: ffinigmaAben Eirae de literis Evehi , mit einer Lateinischen Versionund anmerckungen. Ir David : darinnen die Übereinkunft derRabbinischen Worten mit den Griechischen rc. gelehrt wird;Kether Kehunna : ist ein Rabbinisch und Talmudisch Ivörter-buch , so aber nur bis auf die helfte des alphabets sich erstrecket:in demselben zeiget er ausführlicher die Übereinkunft der Talmu-dischen Worten mit den Syrischen , Arabischen, Persischen , Grie-chischen, Lateinischen , Französischen rc. So hat er auch uuler-

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schiedltche bücher Maimonidis in die Spanische spräche über-setzt , als: Canones Ethicos &c. Scbudt , comp. hist. judai-cas. Maßen ifagog. ad Cherson . Cimbric. W olfii bibl. Hebr. *

COHORTALES, hiessen die geringen bedienten, undgleichsam der droß, bey dem Prafecto Pratorio , und andernMagistrats-personen unter den Römischen Kaystrn, als dasind Apparitores, Viawres, &c. dieweil sie unter der so-genannten Loborce PrTtoris stunden. O,. in Verrin. paffim.Tit. Cod. de Cohortat. &c. Panciroßus , N. I. Orient. C. 9.Du Frefoe. Pitifcut. *

* (toibocaran, oder Caibocaran, eine reihe berge, soman in Asien setzet, und zwar sollen sie in dem Königreiche Per-sien an den mittäglichen grentzen dem Chorasanischen nach lie-gen, und sich bis an die grentzen Candahar erstrecken. Maty,Diction.

* Coiffier, ein edleS Französisches geschlecht aus Touraine .Gilbertus Coissier I. Herr von Effiat,Schatzmeister von Franck-reich, that sich in dem XVI. feculo in der schlackst bey Ceri-solles hervor, ward deswegen von Francisco von Bourbon, Gra-fen von Anguien , zum Ritter erkläret, und zeugte mit Bonn »Ruze, der schwester des Staats-8eeretarii Wilhelmi Ruze,Gilbertum II. der sich in der schlacht bey St. Denis befand,derer Stände verjammlung zu Blois an. 1588. beywohnte, undAntonium,Marquis von Effiat und Marschall von Franckreich,( von dem besonders ) verließ. Antonius ward von MartinoRuze, Herrn von Beaulicu und Longimeau, Staats-8eeretario,zum erben eingesetzt, und nahm zuerst den nahmen und wapendes Hauses Ruze an. Er war ein vatter i.) Martini. 2.) Hen-rici, Marquis von Cinqmars, von dem ein eigner artickul. 3.)Johannis, Abts von St. Servin zu Touloust und von Troi»-Eontaines. 4.) Mariä, der ersten gemahlin Caroli de 1a Porte,Hertzogs von la Mciüeraye. ;.) Charlottä Mariä, die das klo-ster des Creutzes in der Vorstadt St. Antonii vor Paris gestiftet.Martinus, Marquis von Effiat , und Königlicher Lieutenant inAuvcrgne, zeugte mit Jsabella, einer tochter Caroli von Escou-dleau, Marquis von Sourdis, Antonium, Marquis von Ef-fiat, welcher Ritter der Königl. orden, Ober-Stallmeister desHertzogs Philippi II. von Orleans , und während der minderjäh,rigkeit Ludovici XV. ein mitglied des Regierungs-Rachs war,und an. 1719 . in dem 81 . jähre ohne erben verstarb. Anfilme,hist. des grands Officiers. Amelot , mem. tom. II. p. 272.

(Lotffier, genannt Ruze, (Antonius) ist unter dem nahmendes Marschalls d^Effiat bekannt. Er war aus oben gemeldterfamilie in Touraine gebohren, und hieß sein vatter Gilbert Coif-fier , Herr von Effiat . Dieser starb ihm an. 1589. zeitlich,undda ward der junge Antonius von seiner groß-multer bruder,Martino Ruze, erzogen, und hernach zum erben mit der bedin-gung eingesetzt, daß er den nahmen Ruze führen sollte. Er erb-te auch von ihm die Hcrrschafften Chilli und Lonqjumeau, wel-che nachgehends seinetwegen zum Marquisat von Effiat gemachtwurden. Heinrich IV. gab ihm an. isiv. eine compagnie leich-te Pferde, wiewol er damals durch des Königs tod verhindertward, zu selbe zu gehen. Nachgehends aber hatte er in den in,nerlichen kriegen an. 1615. und 1617. das commando über etli-che compagnien leichter pferde und carabiner. Hernach brauch-te ihn der König auch in Gesandtschafften, gestalt er denn an.1619. an den Ertz-Hertzog Albrecht nach den Niederlanden , undan. 1624. wegen der Vermählung des Printzeu von Wallis miteiner Französischen Printzeßin nach Engelland geschickt ward.Er hieng sich an den Cardinal Richelieu , und, wie der den Hofmit seinen creaturen besetzte, machte er diesen Effiat an. 1626.zum Ober-Aufseher des finanzen-wcsens, und wollen einige, daßihm auch der König in diesem jähre seine Ritter-orden aus be-sonderer gnade gantz allein ertheilet, wiewol sich bey dem P. An-ftlme findet, daß er dieser ehre schon an. 1620. nebst vielen an-dern theilhafftig worden. Er befand sich, als Marechal decamp, mit in der belagerung von Rochelle, und erwarb sich beyVerwaltung des finanzen-wesens die freundschafft des CardinalsRichelieu vollkommen. Gestalt er denn auch über des Cardi-nals eigenes Hauswesen zugleich die aufsicht hatte. An. 1629.erhielt er auf dem zuge nach Italien die Versorgung der artille«rie an statt des Marquis de Rhony. An. 1630. ward er demtapfern Montmorency zugegeben, als derselbe eine armee nachPiemont führte, und meynt man, der Cardinal habe solchesaus arglist gethan, weil er dem Montmorency nicht gut war.Er befand sich mit in dem treffen bey Veillane und Earigncm,und hätte gerne den rühm seines Generals verdunckelt, gestaltdenn einige Nachrichten heraus kamen, welche die ehre vondiesen siegen dem Effiat fast alleine zuschrieben, wie sich denndieser auch öffentlich beklagte, daß Montmorency ihn wegenseines Verhaltens nicht gnugsam lobe. An. 1631. machte ihnder König zum Marschaü von Franckreich auf anregen des Car-dinals, nachdem sich Effiat mißvergnügt bezeigt, daß Mont-morency und Toiras vorher allein zu dieser würde waren er-hoben worden. 'Er begieng auch dabey die eitelkeit, daß er indas diploma ein überaus langes stamm-register und wcitläufti-ges Verzeichnis von seinen vorfahren und seinen eigenen demStaat geleisteten diensten einrücken ließ. Hernach zerfiel er fastöffentlich mit dem von Montmorency, da er dem Cardinale zugefallen sich einigen Verbesserungen, die derselbe in seinemGouvernement von Languedoc machen wollte, widersttzte,wiewol der Cardinal, der es nicht zeit zu seyn erachtete, den

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