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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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und das wahre oder falsche ihrer gegebenen berichten auszu«kundigen. Es ist ohnschwer zu degreiffen, daß diese zwey be-dienungen nicht wenig nutzen bringen konnten, und deswe-gen werden beyde geschlechter von den Cyprlschen Königen inhohen ehren gehalten. Athenaus, lib. VI. c.. Hier glaubetMoreri, aus welchem wir obiges gezogen, von diesen Colacessey hernach das Griechische Wort , schmeichlet, gekom-men , und meynet es aus Athenäo zu behaupten , welcher auchdieser meynung seyn soll. Allein wann man Athenäum ein-stehet , so sind diese Colaces kein geschlechts-nahme, sondern erredet in bemeldtcm buch von den schmeichlern, GriechischColaces genannt; hernach sagt er, in Eypro seyen auch derglei-chen Colaces gewesen, worunter sich obgemeldte zwey fami-lien sonderlich hervor gethan haben, und die Gergini rc. diePromalanges aber JC. uti supra. So war es also auch keinbesondres amt, wie Moreri meynet, sondern nur eine selbst-erwehlte Ardelionis art oder geschäfftigkeit, die sich diese bey-den geschlechter ihrem Fürsten zu gefallen vor andern ausge-wchlet haben. Lasset uns also ehender sagen, Colaces sey einGriechisches Wort, welches schmeichler bedeutet, und von Athe-näo in dresem verstand in diesein VI. buch mehr als hundertmal gebraucht wird. Es ist erstaunlich , was er für exempelanziehet, welche alle die heutigen übertreffen müssen. Zum ex-empel , die Atheniensischen Redner sagen zu dem volck: Es ha-be mit den andern Griechen alles gemein, als nur denweg nicht, so zum Himmel führet, dieser sey den Athe-niensern allein bekannt. Als Nieesias den Konig Alexan-drum sahe von einer artzney die colick bekommen, sprach er:wehe uns l wie wird es uns menschen ergehen, wanndie götter dieses leiden müssen. Die Athenienstr empfien-gen Demetrium mit opfern und göttlicher ehre,und nenneten ihnNeptuns und Veneris söhn. Die Samier lästerten so gardie andern gottheiten alle, Demetrio den Hof zu machen, wel-chen sie, da er bey ihnen angekommen, als den höchsten gottverehreten. Die Lemnier rüsten nicht nur Antigonum als ei-nen gott an, sondern opferten Seleuco aus einem becher diesogenannten libationen, und rüsten dabey aus, 8 eleuco Serva-tori. Diese Colaces litten alles, und thaten die garstigsten fa-chen, so die ehrbarkeit zu nennen verbietet. Ein gewisser jüng-ling läge bey der Mahlzeit auf das weichlichste ausgcbutzt;ein schmeichler kam indessen, da er nach dem essen ausgestre-cket läge, und sich also wohl liesse seyn, und spielte mit seinenHänden, küssete sie, striche sie, und spielte, so wie ein liebhaber beyseiner geliebten thun könnte, da indessen ein andrer seine fus-fe wüsche, und seine fuß-solen beleckete, ein dritter aber mit ei-ner Hand seine fliegenben haare kräuselte, mit der andern aberihm mit einem Windfächer die fliegen wegjagte, dessen ohnge-acht eine ihn gestochen , welches den Wächter also erzürnet, daßer seinem Weichling zu gefallen, alle gäfte zum zimmer hinausgejagel hat rc. Es waren auch weiter, die man Colacides nen-nete, welche den vornehmen frauen aufwarteten, und alle dieniedrigen dienste und gefälligkeiten thaten. Etliche hiengen sichan die weider Artabazis rc. und dieneten denselben, so sie inden wagen stiegen, stufen-weise als fuß-schemel, weswegen sieauch Ciimacides genmnet worden. Andre haben den Manns,bildern die garstigsten dienste geleistet, rc. siehe unzehliche exem-pel bey Athenäo, libro citato cap. 13. 14. 13. X 6 . 17. &c.

Colalto , ein flecken und schloß in Italien , in derTreviser-Marck, mit dem titul einer Grafschafft. Von demselben habendie Grafen von Eolalto ihre benennung, welche sich zu friedens-und kriegs - zeiten durch ihre thaten berühmt gemacht. Siestammen von Raimbaldo l. von Eolalto,Herrn zu Lovadina undNervesa, her, welcher an. 959. gelebet hat, und soll, nach desPriorati bericht, solches geschlechte mit den Longobarden inItalien gekommen seyn.

* Eolalto, oder Collalto, ein Gräfliches geschlecht, so vonder Grafschafft dieses nahmens benennet worden, und nach ei-niger meynung mit den Longobarden nach Italien gekom-men. Raimbaldus l. von dem das gefchlecht-register in unge-trennter ordnung hergeleitet zu werden pfleget, lebte an. 930.Seine söhne waren Blanchinus, stamm - vatter der Herrenvon Camino und Grafen zu Cineda, Wangenius und Raim-baldus II. Graf zu Trevigio, der an. 1040. gestorben. Raim-baldus IH. desselben söhn, starb an. 1090. und verließ Raim-baldum IV., Guidonem I. den stamm-vattcr der Grafen vonCollefusco, und Petrum, der an. noo. nach Teutschland ge-zogen seyn, und das haus Hohenzollern gestiftet haben soll.Raimbaldi IV. jüngerer söhn, Guido II. stiftete das geschlechtder Grafen von Guidvnis. Der ältere, Ensedisius I. erhieltvon Kayser Henrico I V. die bestätigung in allen seinen güthern,.starb um das jähr 1130. und verließ nebst andern söhnen, dieohne erben gestorben , Schinellam I. einen vatter Ensedisii II.und Raimbaldi VI. der an. 1190. gestorben, und Iulianam,die canonisirt worden, auch viele andre kinder gezeuget, die oh-ne erben gestorben. Ensedisius II. verließ Raimbaldum VII.welcher an. 1250. gestorben , und ein vatter Ensedisii IV. ge-wesen. Dieser zeugte Schinellam IV. der sich am ersten einenGrafen von Eolalto geschrieben, an. 1294. unbeerbt verschieden,und Raimbald. VIII. Grafen von Eolalto, weicher von demPapst Benedicto XI. an. 1304. zum Marggrafen von Ancona ernennt, und an. 1306. Patricius zu Venedig ward. Von seinensöhnen ward Manfredus an. x;xo. Bischoff zu Ceneda, Feltre ,

und an. x z ro. zu Belluno , wurde aber an diesem letzter» orte,als er den Blschofflichen sitz nach erhaltener consecratwn einnch,men wollte, auf öffentlicher straffe von den soldaten des Guer-zellom, der damal d-eherrschafft über Belluno hatte, in einerAH veranlaßten ausruhe umgebracht. Georg. Piiumn.E' Bellum IV p. 142. Henr. de Colalto, geneal. Colaltian.

.Sein andrer söhn aber Schi-nella V setzte das geschlecht fort, und verließ Ensedisium V.den fitster der altern, und Marcum Carolum den stifter derjungern linie, von dessen nachkommen hernach folget. Ensedi-sius V. zeugte viel kinder, von denen Basilius I. ein vatter An-ton» II. und groß-vatter Johannis Baptistä ward. Dieserzeugte Sertorium I. Nicolaum IV. und Manstedum V einenvatter Colaltini l. welcher Fulvium Camillum, so an. 1584. inden Niederlanden geblieben, und Pyrrhum gezeugt, dessensöhn Collaltinus II. an. 1602. ohne kinder mit tode abgegan,gen. Sertorius I. war ein vatter Pompilii I. dieser verließJulium Cäsarem I. welcher Pompilium II. zeugete. Dessenältester söhn, Johannes Antonius III. ward ein vatter Pompi-lii Mariä, der an. 1703. als Ertz-Bischoff von Corfn gestorben,und Alexandri III. welcher Iohannem Antonium einen Abt,Bartholomäum, Iohannem Paulum II. und Rudolphum ver,lassen. Pompilii II. jüngerer söhn, Julius Cäsar II. zeugeteHannibalem, einen vatter Pauli, Angeli, Manfredi und Fulvii.Des obgedachten Johannis Baptistä I. jüngerer söhn, Nicolaus IV. zeugete Iohannem Baptistam II. und Schinellam VII. Jv-hannis Baptista II. söhn, Tolbertus III. ward ein vatter Hora-tii II. dessen söhn Franciscus I. keine männliche erden gelassen,Schinella VII. verließ Basilium II. dessen enckel Basilius III.Pyrrhum II. und Ferrantem II. gezeuget. Marcus Carolus,des oft erwehnten Schinellä V. jüngerer söhn, der stifter derjünger» linie, lebte an. 1372. und ward von der stadt Perugia zum Haupt erwehlt. Sein söhn, Petrus Rolandus I. zeugeteRaimbaldum X. und dieser hinwieder Vinciguerram I. einenvatter Raimbaldi XI. Antonii III. und Nicolai III. AntoniusIII. zeugete Raimbaldum XII. und dieser Antonium IV. der Ve-netianischer General war, und nebst verschiedenen andern kin-dem Raimbaldum XIII. ingleichen Petrum Rolandum II. ver-ließ. Raimbaldo XIII. ward von Bianca Polyxena, einer tvch-ter Hieronymi Wenceslai, Grafen von Thurn, Claudius III.dessen söhn Raimbaldus Hannibal keine kinder gelassen, inglei-chen Antonius Franciscus gebohren. Dieser ward unter KayserLeopoldo würcklicher geheimer Rath, Cammer-Herr, und ober-ster Land-Cämmerer in Mähren , und starb zu Wien den 3. jul.an. 1696. Mit seiner ersten gemahlin,Maria Theresia,einer roch-ier Johannis Ferdinandi, Fürsten von Portia, hatte er keinekinder. Mit der andern, Maria Maximiliana Theresia, einertochter Christophori Johannis,Grafen von Althann,und wittweJohannis Joachimi, Grafen vonSintzendors, zeugete er Leo-poldum Adolphum Raimbaldum , und mit der dritten, MariaAnna Theresia, einer tochter Theodori Henrici, Grafen vonStrattmann, Kayscrl. Obrist-Hof-Cantzlers, Carolum Chri-stianum Eustachium, so an. 1698. zu Paris an den blatern, undTheodorum, so an. 1691. den 17. jnn. gebohren, aber jung ge-storben. lmhof. not. Proc. Imp. mant. II. Der älteste söhn,Leopoldus Adolphus Raimbaldus, der die vätterlichen Hcrr-schafften allein bekam, ward an. 1707. den n. mertz von AugustoJoachimo, Grafen von Sintzendors, in einem duell in der Vor-stadt zu Wien erstochen, und weil er unverheurathet starb, erbieihn sein Vetter Antonius Raimbaldus, von dem hernach. Derjüngere söhn des obgedachten Anton. IV. Petrus Rolandus 11 .zeugete Vinciguerram V. der an. 1719. verstarb, und AntoniumRaimbaldum, gebohren mj, 1681. Grafen von und zu Colalto,St. Salvatore, Ray, Credazzv, Colle St. Martin 0 und Muse-stre, Erb-Herrn der Herrschafften Pirnitz , Teutsch-Rudoletz,Leherna und Teutz, verließ. Dieser ward an. x 716. von KaystrCarolo VI. als Cammer-Herr bestätiget, an. 1720. unter dieNieder-Oesterreichische Stande aufgenommen, an. 172;. würck-licher geheimer Rath, und an. 1730. Kayserl. Gesandter an demPäpstlichen Hofe, und zeugte mit Maria Elconora Joseph«,einer tochter Fbancisci Ottocari, Grafen von Stahrenberg , wel-che er sich an. 1708. den 19. febr. beygelegt, verschiedene kin-der, von denen Vinciguerra, gebohren an. 1710. den u.ftbr. und vermählet im julio an. 1733. mit einer Grästn vonMonte Santa, der regierenden Kayferin Cammcr-Fräulin,Ma-ria Juliana, den?, julii an. 1712. und Franciscus Augustinus,gebohren den 12. febr. an. 1713. Antonii Raimbaldi bruder,Petrus Rolandus III. ein Herr von grossen eigenschafften, starban. 1709. in dem 21. jähre seines alters. Der jüngere söhnVinciguerrä I. Nicolaus III. starb an. 1366. und verließ Sci-pionein I. einen vatter Hannibals I. und Iacobi II. HannibalI. zeugte Octavianum II. einen vatter Hannibalis II. und groß-vatter Octaviani III. welcher Eduardum II. zeugete, der Anto-nium Scipionem V. und Hannibalem verließ. Jacobus II. ward ein vatter Scipionis II. von dessen söhnen Marcus Caro-lus II. Scipionem III. gezeuget hat. Priorato, scena dhuom.illultri dItalia.

Colalto, (Ramboldus XI. de) Graf zu St. Salvator,Herr zu Ray, Eredazo und Maestro, ein berühmter KavfcrliwcrGeneral, war ein söhn Antonii , welcher anfangs znm qciuli-chen stande gewiedmet, und Abt zu Nervesa qcwcstn , sich aberhernach mit Julia Taurcüa, Antonii Taurcüi Marggrafen zuCasa tochter, verheurathet. Raimbaldus wurde an. *J 7 <·

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