gebohren, darauf in stuclUs und anständigen exercitiis auftr-agen , aber in stuier jugend wegen eines Verbrechens von derHcrrschafft Venedig bannisiret, wiewol man den bann öffentlichnicht pudliciret. Er begab sich also in den krieg/ und diente un-ter dem Georg Basia/wie auch Georg Ruprecht von Eggenbergwider die Türcken/ continuirte auch seine kriegs-dienste unter dendrey Kayscrn/ Rudolpho II. Matthia und Ferdinands II . Aufdes letzter»/ ehe er noch Kayser wurde / befehl , nahm er nebstdem Grafen Heinrich Dampier und Siegfried Brennern, denCardinal Melchior Clöseln, des Kaysers Matthiä vornehmstenStaals-Minister , an. 1618.zu Wien in arresi. Bey ansangdes Böhmischen kriegs diente er als Oberster unter dem Grafenvon Bucquoy/ und befand sich an. 1619. in dem treffen beyGomnitz. An. iüro. schickte ihn der Kayser als Gesandten aufden Ungarischen Reichs-tag nach Neuso! , woselbst er den stuhldes Gabriel Bethlems , der über seinen gestcllet war/ hinwegthat , auch zugleich den degen auszog , seine stelle, die ihm alsKaystrlichen Lommissario zukam/ zu behaupten. An. 1621.gieng er mit einigen Kayserltchen völckern wider den Grafenvon Budiani , denselben zur raison zu bringen , erlitte aber indem rück-wege einigen schaden. An. 162;. wollte er mit sei-nem regimente/ von 3000. mann starck / zu dem General Lil-ly stosscn / und durch das Henneberg- und Heßische marschi-ren ; weil ihm aber die pässe' verhauen waren , nahm er einenandern weg zu schiffe den Mayn und Rhein herunter, und kamalso zu dem General Tilly, der ihn aber noch in demselbigenjähre nebst etlichen andern wider den Bethlem Gabor in Un garn schickte. An. 1624. muste er dem Spanischen General Spi-nola, der die vestung Breda belagert, in den Niederlanden zuhülffe kommen/ nach deren eroberung er wiederum nach Teutsch-land gieng/ und als Kayserlicher Feld-Marschall in dem Ober-Sächsischen kreise commandirte. An. 1626. da er mit demKaystrlichen General Wallenstcin in Mißverständnis gcrieth/gieng er ohne dessen willen von der armee, und wurde auf Kay-ferlichen befehl zu Präge arrestiret, muste sich auch des Hofesenthalten, doch wurde er bald wieder ausgesöhnet. Wiewoler dennoch abdanckte , und sich an den Kaystrlichen Hof begab/woselbst er Hof-Kriegs-Raths-Präsident wurde; und als an.1627. der Kayser von ihm ein bcdencken wegen der geistlichen gü-ther/ zu deren restilution man die Protestirenden zwingen woll-te/ verlangte/ gab er solches schriftlich, dergestalt, daß er die exe-cution auf solche güther zum höchsten widerrieth , indem solchesohne Zweifel einen religivns-krieg nach sich ziehen würde. An.1629. commandirte er die Kavserliche armee , welche wider Ca-rolum Gonzagam, Hertzog zu Mantua , nach Italien geschicktwurde / und nahm Ostiano , dem Printzen von Bozzuolo zu-ständig , mit list weg; weil er aber zu Mayland in eine kranck-heic verfiel , und deswegen zu Lodi lange bethlägerig war, musteer das commando dem General -Major von Allringer überlas-sen. An. i6;o, unterredete er sich mit Carolo Emanuele, Her-tzoge von Savoyen, zu Carmagnole, und eroberte die stadt Man-lua in selbigem jähre durch verrätherey , und ließ selbige plün-dern. Einige melden, daß ihn damals erst die Republick Ve nedig bannisiret, sintemal selbige mit dem Hertzoge von Man tua in alliantz stunde; auch thut man hinzu, daß ihm prophe-zeit worden, es würde durch ihn sein vatterland verwüstetwerden, welches er von Venedig verstanden, bey Mantua abersey es eingetroffen, weil er daselbst gebohren und zu Venedig auferzogen worden. Im übrigen wurde er an dem KaystrlichenHofe zu dieser zeit beschuldiget, daß er in einen dem König inSpanien schädlichen stillstand der Waffen gewilliget, und der Re-publick Venedig favorisirt hätte, worüber er in Kayserl. Ungnadekam, und aus Italien von seinen actionen rechenschafft zu ge-ben zurück gefordert wurde; da er nun auf dieser reise nach Re-genspurg, allwo sich der Kayser damals aufhielt, begriffen war,verfiel er in eine kranckheit, und starb zu Chur in Graubündtenim dec. an. 16; 1. Seine gemahlin war Bianca Polypen«, Hie-ronymi Wenceslai, Grafen von Thurn tochter, mit welcher er
2. söhne, Claudium, von dem hernach, Antonium, KaystrlichenCämmerer, und eine tochter Juliam, die an Graf Iulium zuSalm verheurathet, gezeuget hat. GumUo Priorato , scena·
d’huom. illust. d’Ital. Pusendorff. hist. belü tricenn. Tbulde-nus , hist. nostri temp. A.
Colalto, (Claudius dc) Graf zu St. Salvator, Kayserli-cher Reichs-Hof-Rath, rc. war ein söhn Ramboldi de Colalto,Grafen zu St. Salvator, rc. Kayserl. Feld-Marschalls, und derBlancä Polyxenä,des Grafen Hieronymi Wenceslai von Thurntochter. Er wurde an. 1627. gebohren, und verlohr, da er nur
3. jähr alt war, an. 16; 1. seinen vatter durch den tod. Nach-dem er durch studier» und reisen eine grosse gesthicklichkeit er-langt, machte ihn der Kayser Ferdinandus III. zu seinem Cäm-merer, und zog ihn in den Kriegs-Rath. Er bekleidete auch diestelle eines Cammer-Herrn bey dem Könige Ferdinando IV. undnachgehends bey dem Kayser Leopoldo. Von diesem letztemward er an. 1660. als Gesandter an Joh. Georgen, Churfürstenzu Sachsen , geschickt, wie auch an den Churfürsten von Bran denburg , Friedrich Wilhelmen, von denselbigen einige beyhülffewider die Türcken zu erhalte». Dergleichen Gesandtschasst ver-richtete er auch im folgenden jähre an den König in Engelland,Carolum II. Er starb aber auf dieser reise zu Brüssel den 7.mertz an. 1661. im 34. jähre seines alters , und hinterließ unterandern kindern einen söhn,Antonium Fcanciscum, (von dem wie
auch dessen gemahlinnen und kindern oben im geschlechts-arti-ckul gehandelt worden) welchen er mit des Fürsten HannibalGonzagä tochter gezeuget hatte., Selbige hat sich hernach den1. mertz an. 1666. imt Siegfried Helfrieden,Grafen zu Dietrich stein , vermählet, ist den 2. apr. an. 1698. abermals verwittibtworden, und den 26. apr. 1702. gestorben.
(tolan, siehe Coulan.
Eolarbasus, ein gewisser ketzer, so im II. stxculc, gelebet.Er soll aus der schule des Marci, so ein jünger des Valentiniwar, entsprossen styn. In seinen lehren stimmte er meistens mitdem Valentino überein, und läugnete die wahre menschliche na-tur Christi, sowol als die auferstehung des fleifchcs. Er war da-bey der Astrologie ziemlich ergeben , lehrte, daß das leben unddie zeugung der menschen von den Planeten herrühre, und fuchtein zahlen und buchstaben allerhand geheimnisse, irenam , lib. I.
c. 8- Epiphan. haer. 31. Aufior append. ad Tertullian . de pra-scr. c. 50. Augu/iin. de haeres. c. 13. Theodor. Üb. I. c. 12,Niceta, in thes. orthod. lib. IV. c. 8· & Danaus, ad h. 1 . Da.mascen. de hasres. c. 33. Baron. an. 173. &c. *
* (£oIban, oder Calwitz, lat. Colbatium, oder Calwitium,
auf Wendisch Culpaffa, so eine bratwurst heisset, ein städtgenund amt in Vor-Pommern, in dem district von Stettin , un-weit dem ste Maduje, dem König in Preussen gehörig. Ehe-mals war es ein sehr berühmtes und mächtiges Benedictiner-Mönchs-kloster, Massen zwey städte und in die 30. dörfer unterdessen jurisdiction gestanden. Bucelin. Monasteriol. Germ. Imp.p. 163. Es ist solches an. 1163. von Hertzog Wratislao Rati-bori söhne nach erlangtem sieg über seine feinde von dem abge-nommenen raube gestiftet worden. Buceimus , 1. c. 139. Mi-cra!. Pommerl. II. p. 190. III. 2. p. 411. An. 1274. thatendie Marggraftn von Brandenburg einen einfall in dieses klostersgüther, und verheereten selbige, gleichwie es auch von denHußiken schaden litt. Micral. 1 . c. III. p. 216. & 242. Zeiler.inner. Germ. XVII. p. 378. ,
Colberg, eine stadt in Hinter-Pommern, welche die vor-nehmste in dem Stifte Cammin ist, gehöret nebst dem gantzenStifte dem Könige von Preussen. Sie wird von etlichen AltenColobrega genannt, wiewol sie bey dem Dietmare Chollenbergheißt. Sie liegt an dem fluffe Persant, eine viertel-meile vonder Ost-see, und hat einen guten aber etwas engen Hafen. Dan-nenhero sie auch Handlung treibet, welche durch die faltz-brun-nen, so sich allhier befinden, vermehret wird. Im übrigen istsie auch mit einigen ansehnlichen gebäuden, als dem Dom undRathhause gezieret, ingleichen mit guten fortificationen verfe-hen. Sie soll schon im XI. feculo ihre besondere Bischöffe ge-habt haben. Im XIII. aber ist sie an das Camminische Stift ge.kommen, und zwar an. 1247. oder 1277. da die Hertzoge inPommern dieselbe dem Stifte durch einen tausch vor Starqard,und gegen erlegung 3300. marck überlassen. An. 1462. ist hierein grosser tumult wegen der Dom-Herren gewesen. Von an.1330. an ist die Lutherische lehre eingeführet worden. Im ;o.jährigen kriege hat die stadt auch das ihre empfinden müssen, undist an. 16; 1. von den Schweden nach einer langen bloquirungerobert worden. Nachdem aber die Hertzoge von Pommern ausgestorben, und Hinter-Pommern nebst dem Stifte Cammin,vermöge des 13 den artickuls in dem Westphälischen friedens-schlusse an das Brandenburgische Haus kam, ist auch die stadtColberg mit an daffelbige gefallen, aber erst an. 1633. von denSchweden eingeräumet worden. 8eripr. Pomer.
* Colberg, (Joh.) gebürtig von Colberg aus Pommern ,war erstlich Pastor an der Petri- und Pauli-kirche zu Eisleben ,und des Mannsfeldischen Consistorii Assessor, nachgehends aberzu Colberg Pastor und Assessor des Churfürstlichen Lonlistorii,wie auch Doctor Theologiae und Professor zu Greyphswalde.Er starb an. 1687. den 19. sept. nachdem er Lonfesslonem defalfi8 Prophetis ; de Syncretismo ; de Libris Symbolicis ; deVerbo Dei, und anders mehr geschrieben.
Colbergius, (Ehregott Daniel) wurde an. 1639. zu Col-berg in Pommern (da sein vatter Pastor primär^, nach derHand Theologie D. und Pros. gewesen) gebohren. Er kam im17. jähre seines alters in das Gymnasium zu Stettin , allwo ereinen guten gründ sowol in Philosophieis als Theologicis gclerget hat. Von bannen vertriebe der krieg ihn und seinen vatter,also daß sie nach Greyphswalde giengen; von dar wendete er sichan. 1679. ausRostock, und als er sich nun in studiis ziemlichgestärcket hatte, gieng er nach Königsberg in Preussen, undhernach wieder auf Rostock , allwo man ihm den gradnm Ma-gistern zulegte. An. 1682. that er eine reise in Schweden , all-wo er mit dem berühmten Samuele Pufendorfio bekannt wur-de , wodurch er auch bey dem Könige in die gnade geriethe, daßer ihn zum Professors Moralinm extraordinario zu Greyphswal-de ernennet, welche eassiedram er auch an. 1684. angetretenhat. Er nahm darauf eine reife vor, und gienge auf Berlin ,Franckfurt an der Oder, Wittenberg , Dreßden, Leipzig , Je na , Nürnberg , Altorff, Tübingen , Heidelberg , Giessen, Hain.bürg und andere orte Teutschlandes,an welchen allen er vertrau-liche kundschafft mit den gelehrtesten und berühmtesten Män-nern gemacht hat. An. 1691. wurde er zu Greyphswalde Profes-sor Moralinm und Historiarum Ordinarius, erhielte auch von dergeologischen Facultät die sreyheit Gollegia Tbeologiea zu hal-ten. An. 1694. wurde er zu Wismar Pastor bey der St.Nicolai«
kirche