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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Burgund , Bartholomäo Coleoni mit einem den ieuner an.147;. zu Brügen datuten offenen driefe die freyheit ertheilet,das wapen von Burgund zu führen, und anbey ihm das rechtgegeben, aller derjenigen ehre» und Vorrechten, deren die ausdem Hertzoglich - Burgundischen Hause abstammende zu ge-messen pflegen, vollkommentlich zu geniesscn. So hat auch derRath von Venedig ihm den 20. may au. 146;. zehen schönelind einträgliche lehen cum dominio meri & mixti imperii &cuiti poteitate gl.idii geschencket , welche seine anverwandlenoch heutiges tags gemessen; solche sind: Romano, Marti-uengo, Cologno, Urgnano, Malpaga, Calcinate, Ghisalba,Mvrnico, Palosco und Solza . Kayser Fridericus lll. hatteeine so grosse Hochachtung für das ansehen Bartholomai Coleoni,daß er, als er an. 1467. naher Rom gieng, zu sein und der seini-gen stcherhelt einen paß von ihm zu haben verlangte. Obwolnun dieser grosse General solches als unanständig mit aller ge-ziemenden Höflichkeit von sich abzulehnen getrachtet hatte, somuste er es dennoch thun, und ist solcher paß von ihm in demlager zn Villa Franca in dem gebieth von Forly den 2. oclod.an. 1467. unterschrieben worden. Es hat auch unser Coleonigrosse proben seiner recht Fürstlichen frengebigkeit abgelegt, in-dem er zu Basella, einem sieden Italiänische Meilen von Ber­ gamo entlegenen ort, ein Prediger-kloster; zu Martinengo einNonnen-kloster; ausser Martinengo ein Odservantiner - kloster;zu Bergamo nächst der kirche St. Maria Maggiore eine mitdem kostbarste» marmor, mit gemählden von den grösten mei.stern gezierte und mit Priestern versehene capeüe, in welcherfein grabmahl, so eines von den kostbarsten in gantz Italien ,anzutreffen ist; zu Romano die St. Peters - kirche ; beyMalpaga die kirche del Precursore, und zu Romano einen lan-gen mlt kramläden und Wohnungen versehenen Portiovm haterbauen lassen. Ferners sind ewige denckmahie seiner großmü-thigkeit das gebäude genannt Pier», welches jährlich mehr als40000. Ure einkünften hat, welche zur aussteuer armer und tu-gendsamer töchter von Bergamo oder aus dieser stadt gebiethesollen angewendet werden; die Wasserleitungen, welche er miterstaunlichen Unkosten erbauet, sowol um wühlen zu Bergamo zu treiben, als auch das umliegende geland zu wässern; daswieder aufgebaute und neun meilen weit von Bergamo entlegeneschwefel-bäb Trescorio, welches er wiederum üblich gemacht undmit vielen losamentern versehen hat; die Mauren, mit welchener Solza sein geburts - ort umgeben hat; das schloß Malpaga,welches er in einen solchen stand gesetzet hat, daß es eines derschönsten in gantz Italien ist. Ja wenn der tob diesen unver-gleichlichen Helden nicht verhindert hätte, so würde er in demBergamaskischen gebieth einen aus dem fluß Bremdo abgeleite-ten , schiffbaren und durch hohe berge hindurch geführten canalvon 160. Italiänischen meilen erbauet und zu stände gebrachthaben» vermittelst dessen waaren und menschen von Bergamo bis nach Venedig hätten können zu wasser abgeführet werden;es war aüdereit alles abgemessen, und der lauf des Wassers,wie er gehen sollte, bestimmet: allein, wie gemeldt, es hat dertod die ausführung dieses so nützlich als grossen werckes ge-hemmet. Lwnsten schreibt man Bartholomäo Coleoni auch dieerfindung zu, die canonen auf rädern fortzubringen, und solchein dem seid zu gebrauchen. Übrigens befasse BartholomäusColeoni bis in sein hohes alter eine recht verwunderliche stürckeund behändigkeit des leibs; In seiner jugend war er so starckund schnell auf den füssen, daß er mit völligem Harnisch an-gethan es in dem lauffen allen fußgängern vorthat, und ohneHarnisch so schnell als ein starckes pferd lauffen konnte. Inseinem Hohen alter ermüdete er die, so mit ihm giengen. Erwar von einer verwunderlichen fähigkeit, gegenwart und scharf-sinnigkeit des geistes, und belustigte sich sonderlich in demUmgang mit gelehrten leuthen. Er hielte zu Malpaga einenso kostbaren und prächtigen Hof, daß zu selbiger zeit kein Fürst,jicher Hof denselben überträfe. Er starb endlich zu Malpagaden 3. nov. an. 147?· in beyseyn zweyer von der RepublickVene-dig um ihm beyzustehen abgeordneten Rathsglieder, denener auch den rath gab, daß die Republick ins künftige nieman-den mehr eine so unumschranckte macht, wie die seinige war,einräumen sollte, welches auch bis auf den heutigen tag ist inacht genommen worden. Damit man zu Venedig den tod die-ses Helden so geschwind, als es immer möglich wäre, wissenmöchte, hatten die oderwehnte zween Senatores von Malpagaan bis nach Venedig grosse canonen je 1 Italiänische meilenweit von einander pflantzen lassen. So bald er nun gestorbenwar, feuerte man das bey Malpaga stehende stück ab, undalso weiters die folgenden, so daß in weniger als einer stundezeit sein tod zu Venedig bekannt wurde. Seine hinterlassenereichthümmer waren mehr als Fürstlich. Unter andern grossentegaten, die er gemacht hatte, war auch eines von iooooo,baaren gold - ducaten, welche er nebst den ihm noch rückstän-digen bestallungs-geldern und einer odligation von 10000. du-caten aus Herculem, Hertzog von Ferrara, der Republick Ve­ nedig hinterliesse, mit bitte, solche summa auf den wider denTürcken führenden krieg aufzuwenden. Am allerwenigsten aberhat er in seinem testament seine anverwandle bedacht; dasgemeine volck sagte, er habe solches darum gethan, weil seinvatter und bruder von ihnen wäre ermordet worden: alleinwann man betrachtet, wie sanft-und großmüthig er gewesensey, wie er in seinem gantzen leben nicht die geringste raach-gier habe spuren lassen, ja daß einige söhne deren, welche diese

Mordthaten begangen hatten, unter ihm kriegs - dienste thaten,so kan man dieser meynung nicht beysallen. Viel wahrschein-licher ist, daß dieses von einer undedachtsamen rede eines Co-leoni herkomme, welcher, sich auf seine Verdienste steurend,soll gesagt haben: wenn ich nicht verdiene sein erde zuseyn, so mag er sich einen andern wehten. Als nunBartholomäo Coleoiit solche Worte hinterbracht worden, er.grimmete er so sehr darüber, daß er sein testament änderte,und diesem emdttdtschen vettern nur einen kleine» theil dessen,so er ihm zugedacht hatte, hinterliesse. Vier tausend mann vonseinen soldaten wollten sich keinem andern General» unterwerf-fen, vergnügten sich seinen grossen nahmen und die unter sei.ner anführung erworbene wissenschafft zum anführer zu haben,und leisteten noch vierzehen jähr lang sehr gute dienste. Eshatte zwar die Republick Venedig Bartholomäo Coleoni beyseinen lebzeiten verheissen, ihm eine Ritter - säule mitten aufdem St. Marcus - platz aufzurichten; da aber sein tod so balderfolget ist, erkannte der Rath von Venedig , daß zu ehren desverstorbenen Helden auf dem kleinen platz St. Iohannis undSt. Pauli, ihm eine Ritter-säule von vcrguldtem ertz auf einemfußgestell von marmor mit folgender anfschrsst sollte auszmch-let werden.

BARTHOLOMÄO COLF.ONOBERGOMENSIOB MILITARE IMPERIUMOPTIME GESTUM.

Guicciardin. de bello itinerario. Mascardi , elogii di Capit.illustr. Giustiniant, lib. VIII. P. Caleflinus. P. Calvi . Comajjuno.Pietro spino , und andere geschicht-schreiber.

Colepeper, oder Culpeper, ( Lords) in Engelland. DaSalterthum dieser vornehmen familie wird von allen scribemeneingeräumt. Der Ritter Gottfried Colepeper von Peppenburyin Kent war zu des Königs Eduardl I. reiten Ober - Sherifder jetztgedachten Grafschaffi Kent. Der Ritter Thomas Co-lepeper war unter Eduardi II. regierung Gouverneur vonWinchelsea. Joh. Colepeper war ein Richter unter dein Kö-nige Henrico VI. und hinterließ eine einzige tochter und erbin,welche in die edle familie derer Harringtons, zu deren son-derbaren Vortheil, heurathete. Richard Colepeper von Ok-heath war unter Eduardo IV. Ober - Sherif von Kent. DerKönig Henricus VIII. ließ die wapen zweyer Colepeper, wel-che sich bey Tournay und in dem treffen bey Guinegast sonder-lich tapfer erwiesen hatten, in die gallerie zu Whitehall setzen.Der Ritter Thomas Colepeper von Aylesford flvrirte zu Elisa.bethä und Iacobi I. zeiten. Der Ritter Thomas Colepepervon Hollingdourn hat vor die Königl. Stuartische familie vielgethan und gelitten. Wilhelm Colepeper von Avlesfvrd oderPreston-Hall, ward den 17. may an. 1627. zum Baronet vonEngelland gemacht. Noch höher brachte es der Ritter Jo-hann Colepeper von Bedgedury. Denn nachdem er an. 1641.als ein Deputirter von der Grafschafft Kent zu dem Parlementgesendet worden, und in solcher sunclion nicht weniger treueund eifer vor das Königliche interesse, als geschicklichkeit, se-hen lassen, erhub ihn Carolus I. den 21. octob. an. 1644 .zum Pair von Engeüand, mit dem titul eines Lords Colepc-per. Er continuirte seine treue mit unverrückter beständigkcit,begleitete Carolum II. 12. jähr in seinem exilio, und wardnach dessen Wiedereinsetzung zum Maller of the Rolls gemacht,starb aber bald daraus in dem julio an. 1660. Seine erste ge.mahlin, Philipp», eine tochter des Ritters Snelling, gedahrihm i.) Alerandrum, welcher zwar Catharinam, eine tochterund erbin des Ritters Eduard Ford, heurathete, aber nochbey seines vatters leben ohne leibes - erben mit tobe abgieng;

2. ) Philippam, verhenrathet an Thomam Harlakenden vonWoodchurch. Seine andre gemahlin, Judith, eine tochterdes oberwehnten Ritters Thomä Colepeper von Hollingdourn,gebahr ihm 4. söhne: Thomam, Johannem, Cheney undFranciscnm, welcher letzte an. 1662. ledig starb; ingleichcn

3. tochter, 1.) Elisadelham, welche von Iacobo Hamilton,eine Mutter Iacobi Hamilton, Grafen von Abbercorn, wor-den; 2.) Judith, welche einen Colepeper geheurathet; ;.) Phi-lippam. Der älteste söhn Thomas succedirte in der würde einesLords, und heurathete Margaretham, deren vatter, Johann vonHessen, ein Edelmann aus dem in Teutschland gelegenen Hcr-tzoglhum Bergen war. Sie gebahr ihm aber nur eine tochterCatharinam , nachmals vermählt an Thomam, Lord Fairfax;dcmnenhcro nach seinem tobe der titul eines Lords Colepeper aufseinen jünger» bruder Johannem siel, welcher Franciscam,eine tochter des Ritters Thomä Colepeper von Hollingdourn,geheurathet. Clarendons hist. of England. Peerage of England,vol. III.

Colerus, (Matthias) war eines Rathsherrn söhn vonAltendurg , gedohren an. i;;o. Er studirte anfangs zu Wit-tenberg die Medici», ward aber durch Melanchkhonis zuredenbewogen, sich auf die Rechte zu legen. Hierauf gieng er nachLeipzig , und studirte dieselben unter Petro Covioto, ModefnnoPistoris, und Christoph Zobelio, nahm an. i?;8. den titul ei-nes Doctoris zu Wittenberg an, und erhielt bald hernach zuJena eine Profellion in Jure. An. 1469 . begab er sich wiederumnach Leipzig , von dar er von dem Fürsten zu Anhalt zum Cantzlerberuffen wurde. Allein an. 1*73. gieng er wieder nach Jena , undward daselbst Professor Juris Prijnarius, wie auch Hos,Gerichts-