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gehöriger Herrschafft zubleiben, Paulum Coleoni, zugenanntkükc,, des Bartholoinäi vatter, und Antoninm seinen bru-der umgebracht hatten, erbärmlich gefangen gehalten ward.Er begab sich zu Gregorio Benzone, Herrn von Crema, undnachdem er zu seinen jähren gekommen, gieng er an den HofPhilippi Arcedo, deS Tyrannen und Herrn von Piacenza , unddiente allda als Page, hat aber allezeit seinen berühmten ge-schlcchts-nahmen öffentlich getragen. Er erlernte allda die er-sten ansänge der kriegs-kunst, und ward inkurtzer zeit von Ar,cedo zu den höchsten kriegs - bedienungen befördert. Nach-mals diente er unter dem grossen Generaln Braccio da Mon-tone, und erwiese seine tapferkeit in dem Königreich Neapolis.Er verließ nach der zeit den Braccio, und trat in die diensteder Königin Johanna, da sie eben diese stadt Neapolis durch ihrebelagernng sehr ängstigte. Er thäte viele herrliche thaten inder einnehmung und Plünderung der stadt Neapolis, und ent-setzte die städte Aguileja und Perugia , welche Braccio bela-gerte. Zur belohnung dieser wichtigen dienste setzte die Köni-gin seinem wapen einige stücke zu, welche noch bis auf denheutigen tag von seiner familie beybehalten und gefuhret wer,den. Er hat auch dem Papst dienste geleistet in wiederum,eh-mung der wider ihn rebeüirenden stadt Bologna . Die Vene-tianer haben ihn über ihre armer gesetzet, als Philippus Her-tzog von Mayland ihnen den krieg angckundet hatte, da dennBartholomäus Coleoni die städke Bergamo , Brescia und Ve rona nicht nur beschützet, und endlich Hertzog Philippum ge-schlagen, sondern noch ferners den Venelianern sehr wichtigedienste geleistet hat. Man sahe billig als ein wunder an densieg, welchen er über Nicolaum Piccinino auf dem Garber-seeerfochten hat, indem er auf eine sehr scharfsinnige weise erfände,viele galeeren auf rädern vermittelst einer grossen anzahl och-fen und menschen über den berg Tvrboli in den besagten see zubringen, und eine wichtige escadre zu formiren. Nachdemder friede zwischen den Äenetianern und dem Hertzoge vonMayland erfolget war, haben die erster,, ihn mit dem lehencum potestate gladii über Rvmano, einen ort in dem Berga-maskischen, und über Covo und Antegnate in dem Cremonesi-schen beschencket. Als Bartholomaus Coleoni mit dem Prove-ditor Dandolo in streit gerathen, hat er sich an. 144;. mit1500. reutern auf die feite Hertzogs Philippi geschlagen, unddemselben ungemeine Vortheile in Sinigaglia, in der rebellionzu Bologna , und in seiner erpebition wider die Cremoneser ver-schaffet. Nach dem tode Hertzogs Philippi hat die Republickzu ihrem beschützer und Capitaneo Generale erwehlet Francl-scum Sforzia, den tochtermann des verstorbenen Hertzogs, undBartholomäo Coleoni ward das commando über die armeeaufgetragen, da er denn das castell del Bosco in dem gebiethvon Alerandria, welches die Franzosen hart belagerten., nichtnur entsetzte, sondern auch die Franzosen in der berühmtenfeld-schlachl von Frascata schlug, und Renaldnm Dresna, ih-ren Generaln gefangen bekam. An. 1447. zogen ihn die Vene-tianer wiederum auf ihre feite mit einer jährlichen bestallungvon 100000. gülden: den anlas dazu nahmen sie von einigemUnwillen, welcher zwischen dem Sforzia und Bartholomäo Co-leoni waltete; es leistete dieser auch sehr grosse dienste wider je-nen. Bey erfolgtem friede zwischen dem Sforzia und denVenetianern, machten diese ein bündnis miteinander, trafstdessen Bartholomäus Coleoni das commando über 4000. mannVenetianische trouppen und über die gantze armee des Sforziabehielte. Er brachte mit dieser unter sich habenden macht diestadt Bologna in kurtzer zeit wieder unter den gehorsam desSforzia, gieng in Lomelina und in das Novaresische, machteallda verwunderungs-würdige progressen, und leistete dem Sfor-zia höchst-wichtige dienste. An. 1448. schlug er die vereinigteFranzösische und Savoyische armeen , und machte die vornehm-sten Officiers, sonderlich aber Johannem Campest den Generalen ckef, zu kriegs - gefangenen. Nachdem auch dieser kriegglücklich «zu ende gebracht war, hielt sich die Nepublick Ve nedig von dem Sforzia für beleidigt, weil er die Punctendes dündnisses nicht gehalten hätte, und rüste BartholomäumColeoni zurück. Hierauf träte die stadt Mayland und die V.e-netianer in ein bündnis, und gaben abermal BartholomäoColeoni das commando über ihre armee. Er gieng mit der-selben in das Mayländische, und brachte wiederum unter dengehorsam der stadt Mayland alle diejenige vestungen und schlös-ser, deren sich Sforzia bemächtiget hatte; ja er befreyete May-land selbst von der grausamen delagerung, durch welche Sfor-zia-dieselbe stadt ängstigte, seit dem er in feindschafft mit der-selben verfallen war. Da Bartholomäus Coleoni sich aber-mal mit den Venetianern entzweyet hatte, weil sie ihm seinecapitulation nicht hielten, zöge ihn Franciscus Sforzia, dernunmehro Hertzog von Mayland war, an sich, und vertrauteihm das commando über seine armee wider Wilhelmum,Marquis von Montferrat. Bartholomäus vertriebe ihnbald aus dem Alexandrinischen und Tortonesischen gebiethe,wie auch aus dem von Pavia , indem er ihn in verschiede-nen schlachten überwände, so daß er bis in das Montferrati-sche fortrückte, und sich der vestung Rocca di St. Martinobemeisterie. Er hak gleichfalls in den, Brescianischen, Berga-maskifchen und Cremonesifchen gebiethe den krieg wider die Ve-nctianer qeführet, und ihnen etliche schlappen versetzet. Zuder zeit nun, da Sforzia-trachtete mit Bartholomäo Coleonieine neue capitulation für etwelche fernere jähre zu errichten,Htstor. Lexkon u. Theil.
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indem die erstere an. 14^4. zu ende war, betrachteten die Ve,netianer auf ihrer feite, daß ihre fachen immer schlimmer gien-gen, und wußten den Coleoni vermittelst seiner gemahlin widerden willen des Sforziä wiederum auf ihre feite und in ihre dien-ste zu dringen. Sforzia sahe sich gezwungen, so bald diesermann ihm fehlete, den frieden mit den Venetianern zu ma-chen, welches noch in eben dem jähr 1454. geschahe. DerHertzog von Venedig samt dem gantzen Rath zogen unter demzuruffen des voicks mit grossem prachl in die kirche St. Marci,das Te Deum ward abgesungen , und allda dem BartholomäoColeoni der.stab eines Generalißimi fast mit einer unumschränck-ten gewalt übergeben; wie denn weder vorhero noch seit demtode Bartholomäi eine solche gewalt niemand jemals ist anver-trauet worden. Es ward auch der nähme Bartholomäi Co-leoni in das güldne buch der Venetianische» freyheit eingeschrie-ben. Kurtz vorher ehe dieses geschehen ist, halte Bartholomäusmit einwilltgung des Papsts und der Venetianer die mächtigearmee der Gigue in Romagna auf das Haupt geschlagen. DieHäupter dieser Gigue waren Ferdinandus, König von Neapo-lis und Nachfolger Alphonsi, die Republick Florentz, GaleazzoMaria, der söhn und Nachfolger Francisci Sforzia, Hertzog vonMayland. Indem nun Bartholomäus Coleoni beynahe» einund zwanzig jähre lang den Generals - stab über die Venetia-nische kriegs - macht glücklich geführet hatte, ist er dermassender schrecken der feinde der Repudlick worden, daß bey seinenlebzeitei, kein Potentat sich an dieselbige reiben börste. AlleKönige und Fürsten bemüheten stch Bartholomäum Coleonizu ihrem Generaln zu haben, schickten ihm in dieser absichtherrliche geschencke, und versprachen ihm gantze Herrschaffrenzur belohnung; denn einmal schiene es, daß der sieg allezeitnothwendig auf seiner feite seyn müsse. Bianca Maria, Her-tzogin von Mayland und Wittib des verstorbenen Hertzogs Fran-cisci, verlangte ihn zu ihrem beschützer und Gubernatorn desStaats. Papst Pius IG bot ihm die stelle eines Gonkaloniereder Kirche an, mit versprechen, daß wenn er die Malatesti würdeaus Romagna verjagen, ihr Fürstenthum ihm eigenthümlichzugehoren sollte. Die Republick Siena hatte ihn drungentlichdurch briefe zu ihrem Generaln begehrt, um sie wider JacobumPiccinino, der.ihro grossen drang anthäte, zu beschützen. Ln-dovicus XG Konig in Franckreich, begehrte ihn auch bey sichzu haben, und versprach ihm bis 200000. thaler jährlicherbestallung, den titul eines General - Lieutenants , und eine sei-nen Verdiensten angemessene Herrschafft in seinem Königreich,wenn er ihm nebst seiner person ein regiment von 1000. reu-ten, zuführen wurde. Mit einem Wort, es stiege das ansehendieses mannes so hoch, daß er zum Generalißimo der H. Giguewider die Turcken mit einer jährlichen bestallung von logooo.gold - gülden ernennet ward. Es sollte ihm aber diese summm drey terminen, nemlich in den monaten april, august.und decemb. entrichtet werden, und hieran zahlte die Aposto-lische Cammer lyooo. Ferdinandus, König in Sicilien, 19000.die Republick Venedig 19000. der Hertzog von Modena 3000.und andre nach Proportion. Es war auch würcklich die bullehierüber von Paulo II. publiciret worden den 2. febr. an. 1468.da aber der tod dieses Papsts dazwischen gekommen, ist auchdiese Gigue wieder aufgehoben worden. Carolus Audax , Her-tzog von Burgund, in der meynung, daß die nunmehr in voll-kommenem friede stehende Republick Venedig ihren willen dazugebe» würde, errichtete eine capitulation mit Bartholomäo Co-leoni , in welcher er ihm, nebst einer jährlichen bestallung voni$oooo, ducaten, so viele andre Vorrechten und ehren verhieße,daß kaum jemals ein General in der gantzen weit dergleichenmag genossen haben. Er stunde ihm mit ausgedruckten Wor-ten zu, daß er Bartholomäus Coleoni unumschränckter Gene-ralißimus seiner armeen seyn sollte, daß kein General, keinGericht noch Rath ihm nichts einzureden haben würde, daßnur er der Hertzog über ihn seyn wollte, und er nach seinemWohlgefallen alles einzurichten hätte. Diese capitulation warzu Brügen den 17. jenner an. 1473. unterschrieben. Allein dieklugheit des Raths von Venedig wollte nicht zugeben, daß die-ser grosse Heldin andern ländern kriegs-dienste leisten sollte.Geörgius Cornaro, einer der vornehmsten von Venedig , wardan Bartholomäum Coleoni, und Bernhardus Bembus alsAmbassador an Hertzog Carolum geschickt, und vermittelst derbemühung dieser beyden erhielte die Republick, daß die capitu-lation zernichtet würde. Worauf denn Coleoni nebst einer Ver-mehrung von 12000. gülden jährlicher bestallung sich neuer-dingen und für immer zu dem dienst der Republick Venedig verbände. Alle diejenige Fürsten und Könige, welche etwan einelust-reise durch Italien machten, besuchten den grossen Coleoniauf seinem in dem Bergamaskischen gebiethe gelegenen schloßMalpaga, da er sich auszuhalten pflegte. Christiernus, Königin Dänemarck, wollte in seiner zurückkunft von Rom , Italien nicht ehender verlassen, er hätte denn Coleoni, d,e zierde Jta,liens, zuvor besprochen. Renatus von Anjou, König von Je,rusalem und Sicilien, hat in einem zn Angers den 14. mayan. 1474. datirten diplomare unsern Barlholoinäum Coleoniund seine rechtmäßigen Nachkömmlinge für seine vettern undmit dem Hause Anjou verwandte nicht nur erkannt, sondernihn auch berechtiget, das wapen von Anjou mit dem (einigenzu vereinigen, mit dem einigen vorbehält, daß gedachtes wa-pen von Anjou den obern theil des schildes mnhaben sollte.Eben also hat auch obengemeldter Carolus Audax, Hertzog von
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