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zwar in einigen monaten wieder nach ,Hause, war aber kaum5. wocheu da gewesen, als ihn der König, der ihm unterdes-sen fleißig geschrieben hatte, wieder zu sich berufte, da er nochviel gnädiger als zuvor mit ihm umgieng. Endlich ward eran. 1572, unter dem verwände des Navarrischen beylagers undder berathschlagungen wegen des Spanischen krieges gar nachParis gelocket, da er denn alle Warnungen, die ihm häufiggethan wurden, in den wind schlug. AIs er nun einige tagenach dem bcylagec aus dem Louvre nach hause gieng, warder durch einen meuchel-mörderischen schuß verwundet, dar-über sich der König sehr zornig anstellte, auch selbst den Admi-ral besuchte, und strenge Untersuchung dieses frevels versprach.Nichts bestoweniger warb der ansang des Parisischen blut-ba-deö unter den Hugenotten an ihm gemacht, indem der Her-tzog von Guift in sein haus fiel, ein Teutscher, nahmens Böhm,der in Guises diensten war, und sich in Franckreich für ei-nen Edelmann ausgab, nebst andern ins zimmer drang, undden Admiral, der bey entstandenem tumulte sich aus dem be-the gemacht, und seinen tod standhafft, erwartete, durchstach,worauf man den todten cörper dem pobel preis gab, der ihndrey tag lang übel handthierle, und zuletzt an den galgen zuMontfaucon aufknüpfte, von dem ihn endlich sein vetter Mont-morency heimlich herab nehmen, und in der capelle zu Chan-tiUy begraben ließ. An. 1347. hatte er sich mit Charlotten vonLaval, der jüngern tochter Guidonis XV. Grafen von Laval,vermählet, und mit derselben gezeuget 3. söhne, so jung gestor-ben ; Franciscum, von dem hernach; Carolnm, welcher Ca-tholisch worden, und an. 1632. als Königl. General -Lieute-nant in Champagne gestorben ; Louisen, von welcher ein be-sonderer artickul folget, und Renatam, die im ledigen stän-de gestorben. Als er nachgehends ein wittwer worden,vermählte er sich mit Jacqueline von Montbel, Gräfinvon Entremonts, aus einem der reichsten und vornehmstenHäuser in Savoyen , von deren merckwürdig, daß sie ohne denAdmiral zu sehen, nur auf seinen aller orten erschollenen rühmeine sonderbare Hochachtung für ihn gefaßt, und selbigen zuheurathen verlanget hat. Sie brachte erst nach seinem lobeeine tochter Beatricem zur Welt, so an. 1600. an ClaudiumAntonium Bonum, Baron von Meouillon und Montaubanverheurathet ward. Er war ein ernsthaffter, ehrlicher, arbeit-samer mann, der den köpf immer offen hatte, welches er ab-sonderlich in seinen kriegs-verrichlungen gewiesen, in welchener so oft unglücklich war, und doch allemal die angelegenhei-ten seiner partey wieder in guten stand setzte. So war auchseine tapferkeil und kriegs-erfahrung groß, und hatte ihm Franck-reich zu seiner zeit einen grossen theil von der eingeführten gu-ten ordnung unter der militz und kriegs-zucht zu dancken. Be-
ze. D’Althirne. Thuan. hist. Mi‘2eray.Davila hist. Du Bauchet,hist. de Coligni. Du Chene. Godesroy. Brantome. Imbos &c. *
(tolignt, (Caspar III.) Graf von Coligni, Herr von Cha-tiÜon-lur-Loing, rc. Gouverneur von Montpellier und Mar-schall von Franckreich, war der andere söhn Francisci de Co-jigni, Admirals von Guienne, gebohren den 26. jul. an. 1384.An. 1614. dienete cr als Colonel-Oeneral der Französischen in-fanterie in Holland wider die Spanier, und bey seiner zurück-kunft nach Holland erhielt er an. iöi6. das Gouvernement überLigues-mortes, und an. 1622. den Marschalls-stab. Hernachfolgte er dem Könige Ludovico XIII. in seinen zügen, wurdean. 1630. einer von den Generalen im Savoyischen kriege, daMontmeillan belagert wurde. An. 1635. gewann er nebstdem Marschall äs Breze die schlacht bey Avein wider den PrintzThomas, und eroberte unterschiedene örter; hingegen an. 1638.wollte es ihm mit der belagerung der stadt St. Qmer nichtgelingen, und als er sich zurück zöge, wurde er von dem ge-dachten Printzen Thomas geschlagen, wiewol er sich das fol-gende jähr wiederum rächte, und hernach nebst den Marfchal-len de Chaules und de la Meilleraye Arras wegnahm, auchunterschiedene andere Vortheile erhielte. Allein an. 1641. den6 . nil. verlohr er die schlacht zu Marfee nahe bey Sedan,worinnen aber der Hertzog de Soissons, welcher denselbigenkrieg aus haß wider den Cardinal de Richelieu angefangen,sein leben verlohre, und also der zweck des gefechks, als dieendigung solcher fehde dennoch erlanget wurde. Coligni starbnachdem den 4. jan. 1646. zu Chatillon, wie er denn auch son-derlich unter dem nahmen des Marschalls von Chatillon be-kannt ist. Er war bis an seinen tod in der Reformirtcn reli-gion standhafflig verharret. An. 1615. vermählte er sich mitAnna von Polignac, einer tochter Gabrielis von Polignac,Herrn von St. Germain , und zeugete mit ihr Mauritium,der an. 1641. zu Paris unverheurathet gestorben; CasparemIV. der ihm succedwet, und 2. töchter Henriettam und An-nam. Henrietta war unter dem nahmen der Gräfin de 1 aSuze berühmt, sie war von nngemeinem verstände, und mach-te sehr artige vcrse, sonderlich elegien, und hat man verschie-.Vene stücke davon. Am ersten vermählte sie sich mit ThomasHamilton, Grafen von Hadlngton, einem Schvttländer, nach-mals mit Caspare de Champagne, Grafen de 1 a Suze, vonwelchem sie sich aber.scheiden ließ, und an. 1653. den 20. jul.nahm sie die Caiholische religion an. Sie starb zu Paris den10. mertz an. 1673. Anna wurde an. 1648. an Hertzog Geor-gen von Würtemberg, Grafen zu Mömpelgard, vermählet,und starb den 23. jan. i6Zo. Du Bauchet, hist. de Coligni. Du-fleix. Memoir. tie In Min. de Louis XIV. Godesroy. Imbos. &c.*
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* ColirtHi, (Caspar IV.) Hertzog von Chatillon, Graf vonColigni, Marquis von Andelot, General-Lieutenant der Kö-niglichen armeen, war ein söhn Casparis III. Marschallö vonFranckreich. Er bekennete sich an. 1643. zur Catholischen re-ligion, erhielt an. 1648. das brevet eines Hertzogs, nachdemsich der Printz von Conde vorher vergebens bemühet hatte, ihmzur MarschaUs-würde zu verhelffen, und starb an. 1649. an einerwunde, so er in dem angriff von Charenton empfangen. Erwar ein wohlgestalter angenehmer mann,» und es fehlte ihmauch nicht an hertzhafftigkeit. Seine gemahlin, Elisabetha An-gelica von Monlmorency , ist in den geschichtcn unter dem nah-men der Madame von Chatillon und von Mecklenburg sowolwegen vieler liebes-händeln, als auch weil sie an den staats-ge-schäfften grossen theil gehabt, sehr berühmt. Sie war eine toch-ter Francisci von Bouteville, welcher, weil er zuwider demKönigl. verbot duelliret hatte, enthauptet worden. Ihr gemahlward zugleich nebst dem Printzen Ludovico von Conde heftig insie verliebt, brachte aber denselben, der ohne diß nicht geson.nen war sie zu heurathen, dahin, daß er von ihr abstund, undsich dagegen bemühete, daß er des Coligni unverwandte zureinwilligung in dessen henrakh mit der Bouteville bereden möch-te, die ihnen, weil sie Catholisch und ohne Mittel war, nicht an-stand. Weil aber solches auf keine weise zu erhalten war, undder Bouteville freunde gleichfalls schwierigkeiten machten , sowagte es Coligni auf des Printzen einrathen, dieselbe, wie manmeynt, mit ihrem guten willen zu entführen, ließ sich mit ihrtrauen, und begab sich nach Stenay in des Printzen schütz,der indessen die Königin Annam wegen dieses Unternehmensbesänftigte. Nun ward Coligni seiner gemahlin bald überdrüs,sig, und verliebte sich in eine von der Königin frauenzimmer,bercuete aber diesen fehler gar sehr, als er gedachter Massenbald darauf ums leben kam, über welchem tobe sich die Hertzo-gin, deren liebe auch bereits erkaltet gewesen, leichtlich tröstenließ. Es fanden sich auch sehr zeitig neue liebhaber bey ihr ein,unter denen der Hertzog Carolus ds Nemours und der Printzvon Conde die vornehmsten waren, welcher letztere, nachdemer von ihr bisher überaus nachtheilig gesprochen, jetzo abermalsie so heftig zu lieben anfieng, daß man davor hält, er seyniemals ernstlicher und beständiger verliebt gewesen; wiewolandere versichern, daß er sie nicht aus sonderbarer zuneigung,sondern weil sie ihm durch ihre freunde gute dienste thun können,andern vorgezogen habe. In der that vermochte sie den Her-tzog von Nemours , den sie weit mehr liebte, als den Printzen,so weit, daß er, wiewol umsonst, einen anschlag machte, den-selben aus der gefangenfchafft, in deren er sich damals zu Mar-coußi befand, zn defreyen, war auch sonst bey allen gelegen-heilen vor des Printzen Vortheile sehr besorgt. Dieses bewiesesie vornemlich an. 1632. da sie sich grosse mähe gab, ihn wiedermit dem Hofe auszusöhnen. Um eben diese zeit bekam sie vondem Printzen die Herrschafft Marlou zum geschencke, und ge-wann folgends den Marschall von Hoquinconrt, daß sich der-selbe vor den Printzen erklärte. Sie mengte sich auch in vieleandere Staats-händel, und es wird ihr insonderheit schuld gege-ben, daß sie um eine Unternehmung gegen des Cardinals Ma-zarin leben gute wissenschafft gehabt, welches ihr aber derselbe,weil sie ihm selbst wohl gefiel, zu gute gehalten. Unter ihreliebhaber werben auch Carolus II. König in Engelland, vondem sie sich eingebildet, daß er sie heurathen würde, ingleichender Lord Digby, der Abt Fouquct, von dem sie dereinst aufeine sehr schimpfliche weise Mißhandelt worden, und viele ande-re gezehlet. An. 1663. vermählteste sich zum andern mal, mitChristiano Ludovico Hertzoge von Mecklenburg, und starb an.1693. zu Paris im 69. jähre ihres alters. Sie war überausschön, besaß viel verstand, und konnte sich wohl verstellen;darbey aber war sie ungemein ehrgeitzig und eigennützig, undgab sich allzuviel mühe zu gefallen; doch wird ihr das zeugnisgegeben, daß sie mit niemand in unerlaubter Vertraulichkeitgelebt. Nernoires de Montpenfier, tom. I. II. III. IV. deMotteviüe, tom. I. II. IV. Vie du Pr. de Conde.
Eolignt, (Franciscus ) Herr von Andelot, rc. Colonel-General der Französischen Infanterie, des Marschalls Colignisöhn, und des Admirals jüngerer bruder, wurde den 18. apr.an. 1321. zu Chatillon-sur-Loing gebohren. Er diente unterHenrico II. in den Italiänischen und Picardischen kriegen, undwurde an. 1356. zum General über das fußvolck gemacht, dasein bruder der Admiral seine charge aufgab. An. 1337. warfer fich in St. Quintin, allwo er bey der eroberung sowol alssein bruder gefangen genommen wurde, jedoch entkam er inwenig tagen, und entflöhe in Franckreich. An. 1338. war ermit bey der belagerung der stadt Calais , zu deren eroberunger viel beytrug. Damals ward er wegen des Hugenottischengottesdiensts, dem er schon lange heimlich beygepflichtet hatte,verdächtig , indem man etliche briefe, so er an seinen bruder,den Admiral, geschrieben, entdecket. Nun wollte zwar derKönig seiner gerne schonen, und begehrte nur, daß er sich inseinen reden gegen ihm etwas verstellen sollte. Als er aber demungeachtet, seine gedancken von der messe auf befragen rundheraus sagte, ward der König so zornig, daß er mit einemschlüssel nach ihm warf, und ihn alsobald auf das schloß zuMelun , in gesanqenfchafft führen ließ, nahm ihm auch daScommando über das Französische fußvolck, welches er aberwieder erhielt, als er im folgenden jähre auf vorbitte seinerfamilie wieder loskam, doch muste er vor erlangung seinersreyheit geschehen lassen, daß in seinem zimmer und in seiner
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