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qeqenwart messe gelesen ward. In den folgenden einheimi-schen kriegen commandirte er stets unter den Hugenotte» alsColonel von der Französischen insanterie. Und wiewol der Hofunter währender zwistigkeit dieses sein amt ,eweilen an anderevergäbe, so erhielt er solches doch immer wieder, so oft manfriede schlösse. Erstarb an. 1569. kurtz nach dem treffen beyIarnac an einem pestilemialischen fieber, oder an einer Vergif-tung m Laustes, und hinterließ von seiner ersten gemahlin,einer Gräfin von Lava! lind Montfort, 2. söhne, Guidonem Pau,lum , der den nahmen eines Grafen von Laval angenommen,< von welchem ein besondrer artickul handelt,) und Francif-cum, Herr» von Rieux, der an. 1586. an einer wundegestorben. Die andere gemahlin, eine Gräfin von Solms,hat ihm zwar unterschiedliche kinder gebohren, so aber ins-gesamt ohne erben gestorben. Dieser Andelot war ein sotapferer soldat, daß man ihn insgemein den unerschrocke-nen Ritter nennte. Dabey war er hitzig, aber doch von garbescheidenen Umgang. Thuanut. Mezeray. Du Boucbet, hist.de Coligni. Brantome , eloge de l’Admiral Coligni, &c. *
Coligni, (Franciscus) war Casparis II. Admirals von Co-ligni ältester söhn, gebohren den 28. aug. 1557. und wird ins-gemein in der Historie Chatillon genannt. Er flöhe an. 1572.nach dem tode seines vatters, weil man sich seiner Person auchbemächtigen wollte, nach Genf und von dar nach Basel , be-gab sich aber bald wieder zu seinen glaubens-genossen in Lan-guedoc, allwo er dem kriege nachzog, und weil er ein trefft»cher soldat ward, an. 1577. das Gouvernement von Montpel lier bekam, welchen platz er verwunderlicher weise gegen denMarschall Damville erhielt, indem er sich einst des nachtsdurch das feindliche lager practicirte, in wenig tagen eine ar-mer auf die deine brachte, sich damit «dermal durchschlug, unddie feinde nöthigte, alle ihre posten zu verlassen. Bald dar-auf erhielt er von dem Könige von Navarra das commandoüber alles, was in Languedoc Protestantisch war, welches ersolange behielt, bis an. i?8«>. der Printz von Conde in die-ses land kam, dem er dasselbe von freyen stücken übergab.Nach der zeit hat er an allen innerlichen kriegen, sowol denen,die mit den Hugenotten geführet wurden, als auch die mit derLigue entstunden, grossen theil gehabt, inmassen er denn, wasden Ligistischen krieg insonderheit betritt, nebst dem Könige vonNavarra zu Henrico III. stieß, und nach dessen tode das rechtdes Königs von Navarra zu der Französischen Crone unterstü-tzen half. Überall aber wird ihm das zeugnis gegeben, daß ergar »»gemeine proben einer standhafften tapferkeit abgelegt.Es hielt auch Henricus IV. so viel auf ihn, daß er ihn zumColonel der Französischen insanterie und zum Adiniral vonGuienne machte, vermöge welcher bedienung er eben eine esca-dre nach Indien auszurüsten in willens war, als er an. 1591.auf seinem schlöffe zu Chatillon an einer haupt-wunde, die er inder belagerung vor Chartres empfangen, mit grossem leidwe-sen des Königs starb, der sich auch bey diesem anlas verneh-men liesse, daß er gern eine von seinen besten stäbten um seinleben gegeben hätte. Er hinterließ z. söhne, Henricum, deran. 1601. in der belagerung von Ostende durch eine stück-kugelumkommen, als er sehr grosse Hoffnung von sich gegeben hal le , wo er zu mehrern jähren gelanget wäre; Casparem III.von dem zuvor Meldung geschehen, und Carolum, welcherunverheurathet gestorben. Nebst seinem grossen muthe und un-erschrockenheit besaß er alle Vorsicht, geschwindigkeit und ande-re eigenschafften eines vollkommenen Generals. Dabey warer ein treflicher Ingenieur, wovon er bey belagerungen herrli-che zeugnisse gab. Von seinem vatter hatte er absonderlich diestrenge beobachtung der kriegs-zucht geerbt, und diß alles brach-te ihm nicht nur ein besonderes ansehen bey seiner partey, son-dern auch vielfältigen neid bey denen, die durch ihn verdun-ckelt wurden, zuwege, so daß er gar einmal an. 1587. Lan guedoc auf eine zeitlang verließ, und sich mit seinen völckernentfernete. Es wollen einige, daß er eben dem Catholischengottesdienste nicht gar abgeneigt gewesen, und denselben viel-leicht würde angenommen haben, wenn er des Königs nmtritterlebt, gestalt er denn bereits an. x;89-auf Veranlassung Hen-rici III. mit einem Jesuiten deswegen soll Unterredung gepflo-gen haben, so aber durch die kriegs-unruhe unterbrochen wor-den. Doch lasset sich hieran noch sehr zweifeln, weil er, alser seinen tod klar vor äugen sahe, und hiemit in einer zeit,da man nicht leicht zu heucheln pflegt, sich gut Resormirt be-zeugt , und unstreitig auf dieser religio» gestorben ist. Thua-
nui. Mezeray. P. Daniel. *
(Coligni, (Johannes) Graf von Coligni und General -Lieutenant der Französischen armee, war ein bruder Casparis'III. Grafen d'Ocre und Coligni. Nachdem er von dem Königein verschiedenen verrichtcpigen mit gutem rühm gebraucht wor-den , aber auch dem Printzen von Conde in den einheimischenkriegen gefolget war, und erst nach dem Pyrenäischen friedenin Franckreich zurück kommen, erwehlte man, ihn an. 1664.den succurs zu commandiren, welchen der Konig LudovicusXIV. dem Kayser nach Ungarn schickte, da er zu dem berühm-ten sieg bey Raab ein grosses beytrüge. Er starb den 16. avrilan. 1086. und hinterließ einen söhn, welcher anfangs Abt war,an. 1690. aber heurathete. Mein. de BuJJy Rabutin. Larrei ,Inst. de Louis XIV. Tbeatr. £ur. *
Coligni, (Obet de) Cardinal von Chatillon, Bischoffund Graf von Beauvais, Abt zu St. Benigne in Dijon , zu
A^un, Ferneres und Vaux de Cernai, war ein söhn des War.schalls Casparis I. de Coligni, und der Louise von Mvntmo-rency. Er wurde mit grosser sorgfalt in den studien auferzo«gen, darinnen er auch so zunahm, daß er einer der qröstenleuthe zu seiner zeit wurde. Er erlangte die Cardinals-würbean. da er kaum ii. jähr alt war, auf des Königs inFranckreich begehren , bey der Vermählung des Französischen Printzen Henric, Mit Catharuien von Medicis , worauf er nachund nach mit sehr vielen geistlichen benesicien verfehen wurdeund zu Henricl II. zetten inesstens am Hofe war. Nachdemaber zu derselbigen zeit die Reformirte religion sich in Franck.reich ausbreitete» trug er kein bedencken, nach dem eremvelseiner bruder sich darzu zu bekennen, war es auch nebst seinembruder dem Adiniral allein, der es in den letzten mvnaten vonFrancisci II. regierung öffentlich mit dem verlassenen und beyHofe übel angefehene» Könige von Navarra hielt, befand sichaber damals in grosser gefahr, indem die Guisen vorhatten,wenn der König gelebt hätte, ihm alle seine reichen einkünsteeinzuziehen. Allein Francisci II. frühzeitiger tod verhindertediese und noch viele andere, sowol gewaltthätige als ehrgeitziqeanschlüge des Hauses Guise. Unter Carolo IX. ossendarte eksich immer mehr und mehr, war auch zu Beauvais , da ihndoch die einwohner sonst sehr liebten, in einer seines gottes-diensts halber entstandenen aufruhr, in ziemlicher gefahr.Nichts desto weniger ateng er so gar weit, daß er den Cardi-nals-habit und titul ablegte, und sich einen Grafen von Beau.vais nennete. Als er aber erfuhr, daß ihn der Papst in ei.nem geheimen Consistorio degradiret habe, legte er an.den Habit wieder an, wohnte auch in demselben der solennitatbey, da sich der König im Parlemente zu Rouen Crvnmündiaerklären ließ, und verheurathete sich kurtz darauf an Elisabe.then von Hauteville, Frau von Lore, behielt aber dessen unge-achtet durch verhengung des Hofes die einkünste von seinengeistlichen ämtern , ward auch bey Hofe noch immer der Car-dinal Chatillon, ja auch nicht minder seine gemahlin, wiewoldiese letztere meist im schertz, Madame la Cardinale genannt.Da die innerlichen Unruhen in Franckreich entstanden, ergriffer gleichfalls die waffen, und erwies in der schlackst bey St.Denys grosse tapferkeit. An. 1568. als der dritte Hugenotten,krieg angieug, muste er über hals und köpf, um von den Ca.tholischen nicht aufgehoben zu werden, nach Engelland cnlflie.hen , allwo er bey der Königin Elisabeth vor seine partey eineansehnliche geld-hulffe ausmürckte, und überhaupt bey dersel-ben wohl gelitten war, wie er sich denn biö an. 1571. da derfriede mit den Hugenotten erfolgte, in Engelland aufhielt.Er arbeitete zuletzt aufveranlassung des Französischen Hofes aneiner heurath zwischen der Königin Elisabeth und dem Hertzo-ge von Anjou, wiewol andere sagen, daß er sich vor den Prin-tzen von Navarra bemühet. Bey seiner rückreise aus Engel ,land aber ward er von seinem cammer-diener mit einem vergif-teten apfel vergeben, und zu Canterbury begraben. Er warein hochverstandiger, gesetzter, hertzhaffter, bescheidener undaufrichtiger mann, dem die von der widrigen partey selbst daszeugnis geben , daß er der Hugenottischen lehre gewiffens hal.der beygepflichtet. Brantome. Tbuan. hist. üb. L. Mezerai,Spondan. D’Aubigne, üb. IV. c. 14. Ciacaniiu/. Du Beuchet.Sammartb. Imbof. geneal. Galliae p. 279. &c. *
* Coligni, (Guido Paulus von) genannt Guido IX. Grasvon Laval, Montfort, Quintin und Harcourt, Vicomte vonRennes, Herr von Rienr, war der älteste söhn des FrancistiColigni, Herrn von Andelot, den ihm seine erste gemahlin,Claudia von Rieur, Gräfin von Laval und Montfort, an.isss. den i}. aug. gebohren hatte. Nach seines vatters an.1S69. erfolgten, tode stund er unter seines Vetters, des Admi-rals, vormundschafft. Als aber derselbe an. 1572. in demblut-bade zu Paris hingerichtet worden, flöhe er mit seinenbrüdern nach Basel , ; wohin ihn auch seine stief-muttcr bealei.tete. An. i;8?. im sept. gienq er mit izo. reutern, zoo. buch-sen-schützen zu Pferde, und seinen brüdern, ohnweil Rainesüber die Loire , stieß bey Brouage zu dem Printzen von Conde,und nöthigte den Marschall von Matignon, die belagerungvon Taiüebourg aufzuheben. Hierauf beschützte er St. Jean d'Angely wider den Hertzog von Mayenne mit ungemeiner la.pferkeit, gieng so dann mit dem Printzen von Conde nach Tail,lebourg, und warfan. 1586. den?, apr. das regiment des Tier«celin bey Saintes gantzlich über den Haussen; düssete aber da-bey zwey von seinen brüdern ein, welches er sich dermassenzu gemüthe zog, daß er acht tage hernach auf dem schlösse zuTaillebourg starb. Vor seinem ende befahl er, daß man seineneinzigen söhn, Guidonem, nach Sedan schicken, und daselbsterziehen lassen sollte. AnJ'elme , hist. gen. tom. VII. p. iz6.
* Coligni, (Louise von) vermählte Printzeßin von Ora,nien, war eine tochter Casparis von Coligni II. Admirals vonFranckreich, von dessen erster gemahlin Charlotte von Laval.Sie wurde an. xzzz. den 28. sept. zu Chatillon-le-Loinq ge-bohren, und an. 1571. den 26. may zu la Rochelle mit Caro-lo , Herrn von Teligny, welcher Cammer-Iuncker und bey ih-res vatters compagnie Lieutenant war, verehelichet. Als aberdieser ihr gemahl, nebst ihrem vatter, an. ic?r. am tage Bar-tholomäi bey dem entsetzlichen blut-bade zu Paris ihr leben las-sen müssen, wendete sie sich aus Burgund , allwo sie sich da-mals befand, nach der Schweitz , und hielt sich einige jähre
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