* Comitibus, (Sigism. cie) war zu Foligno in Italien auseinem Gräflichen geschlecht gebohren/ hatte sich in der Historie,Oratorie und Poesie wohl umgesehen, und vertrat bey verschie-denen Päpsten die stelle eines Secretarii , bis er an. rzi2. den18. febr. in Rom mit tobe abgieng. Er hat Historiam suitemporis ab an. 147?· usque ad an. izir. Carmina, Episto-las, u. a. m. geschrieben. JacobW , bibl. Umbr.
COMIT IUM , war der platz nebst einem gebäude aufdemmarckt zu Rom nicht weit von dem Capitolio und Rathhau-se , wo die Comitia gehalten wurden. Man hielt auch daselbstzu gewissen reiten schau-spiele, da es denn mit allerhand kost-barkeiten ausgezieret ward. Es wurden auch daselbst streitendeparteyen aus einander gesetzt, und die Verbrecher abgestraft.slardinus , Rom. ant. Folktus , For. Rom . Fitiscus.
Comitolus, (Paulus) gebürtig von Perugia in Italien ,tratan. i??9. in die Societät JEsu , und starb in seiner geburts,siadt an. 1626. in dem 81. iahre seines alters. Er war der La teinischen und Griechischen spräche vollkommen mächtig, wieer denn Catenam illustrium auctorum in Jobum aus dem Grie-chischen Übersetzet, und hiernächst Consil. Moralia ; Doctrin. deContractu univ. wie auch einige streit-schriften Wider dieTbeolo-gos zu Venedig heraus gegeben. Ahg. bibl. S. J.
* Comitolus , (Neapolius) ein söhn Hieronymi , lehrte inseiner geburts-stadt Perugia die Rechtsgelehrsamkeit, woraufer Abt und Auditore di Ruota , und an. 159'. Bischoff zu Pe rugia worden. Er ist an. 1624. den 20. aug. in dem 7?. jähreseines alters gestorben, und hat Decisiones Rotae Romanae ;Qfficia propria SS. Patronorum Ecclesiae Perusinae &c. nach-gelassen. OSdo ’m. in Athen . Rom . JacobiUi , bibl. Umbr. Ba-se Ilus , in memor. PP.Bamabit. Ugbellus , Ital. sacr. tom. I,
* Comius, der Herr zu Arras , zu der zeit, da Julius Cä sar Gouverneur in Gallien gewesen; da er sich an das Römischejoch nicht gewöhnen konnte, ergriffe er die Waffen mit Cor-reo , und allweilen dieser einige trouppen in Gallien sammlete,gieng jener in Germanien , und erhielte da eine ansehnlichehülsse; aber mit allem dem, griffe Cäsar sie in der geschwindean, ehe sie sich des Hinterhalts versahen, und schlüge ste alsoauseinander. Comius entflöhe, und obschon Cäsar das volckzu gnaden aufgenommen hatte, wollte er es doch nicht wagen,sich demselben zu übergeben, und kehrte wieder zu den Germa-niern zurück, bey ihnen einen neuen aufstand zu erwecken. La-bienus , des Cäsaris Statthalter, schickte Volusium Quadratuman Comium ab, und schlug ihm einen dritten ort zur Unter-handlung vor, aber in der that war es Comium umzubrin-gen. Es schlug aber Labieno fehl, dann Comius entwischteihm, wiewol bereits verwundet, und nahm sich hernach so wohlvor den Römern in acht, daß sie seiner nimmer habhasstwerden konnten. Jul. Cäsar , de bello Gallico libr. VIII.
Commandinus, (Fridericus) gebürtig von Urbino in Ita lien , aus einer adelichen familie. Er war nicht allein in derMathematic, sondern auch in der Griechischen spräche wohlerfahren, und dahero geschickt, die Griechischen Mathemati-cos ins Lateinische zu übersetzen; wie denn auch von ihm vie-le dergleichen Übersetzungen vorhanden, als da sind : Archi-medis Circuli Dimensio ; de Lineis Spiralibus ; Quadratura Pa-raboles ; de Conoidibus & Sphxroidibus; de Arenae Numero ;de iis , quae vehuntur in aqua. Apollonii Pergaei Conicorumlib. IV. una cum Pappi Alexandrini lemmatibus & commen-tariis Eutocii Ascalonitae, &c. Ptolemaei Planisphaerium; Ele-menta Euclidis; Aristarchus de Magnitudinibus ac DistantiisSolis & Lunae; Hero de Spiritalibus, u. a. m. Er hat auchvor sich geschrieben de Centro Gravitatis Solidorum; Horologio-rum Descriptionem, &c. Francistus Maria, Hertzog vonUrbino , hielt sehr viel auf ihn, und unter seinen schillern wa-ren die berühmten Bernhardinus Baldus und Guido Ubaldus.Er starb an. 1575 . im 66. jähre seines alters. Thua». üb.LX 1 . T-iffier , addit. Bianca». Chronol. Mattiern. VoJJius , deMattiern, p. 290. Bayle.
Commelinus, ( Hieronymus ) von Douay, ein berühm-ter buchdrucker, um das jähr 1560. Er war sehr gelehrt, undhat man von ihm anmerckunqen über verschiedene Griechischeauthores, als über den Heliodorum , Apollydoruin, rc. Jo seph Scaliger sagt, daß durch seinen tod die Griechische sprä-che einen grossen stoß erlitten. Sein bruder, Josephus , wargleichfalls gelehrt, begab sich nach Embden, und edirte einigegetichte an. 1568. Joß'pb. Scahger , in not. ad Sen. Trag. &in epist. Andr. bibl. Belg. &c.
* Commendo , Commano, auch Guaffo, ein König-reich in Africa in Nigritien, welches gegen Westen an Ante undTabu, gegen norden an Ambrabu, gegen osten an Fetu, undgegen luden an das meer stosset. Es stund ehedessen mit Fetuund Tabu unter einem Regenten, hat aber nun seinen eige-nen Herrn. Die haupt-stadt darinnen führt eben diesen nah-men. Dappers Africa.
Commendonus, (Johannes Franciscus) ein berühmterCardinal, war gebürtig von Venedig , ein söhn Antonii , wel-cher ein Philosophus und Medicus war. Er war den 17.mertz 1524. gebohren, und machte bereits im ro. jähre seinesalters Lateinische verse. Er lernte auch die Griechische spräche,und im 14. jähre seines alters legte er sich auf die Philosophie
und Rechtsgelehrsamkelt zu Padua . An. 1 ? <0. that er eine rel- -se nach Rom/woselbst er von dem Venetianischen Ambassadordem Papste Julio III. präsentiret wurde, der ihn unter seineCammerstnge aufnahm. Dieser Papst ließ damals ein lust-haus ausserhalb der stadt Rom bauen, und verlangte, daß manverse machen jollte, du auf eine fontaine sollten gegraben wer-den ; da dann Commendonus auch einige verfertigte, welchedem Papst so wohl gefielen, daß er sie nicht allein allen andernvorzog, sondern auch Commendoni guter qualikäten besser ge-wahr wurde, und ihn zu wichtigern geschafften tüchtig erkannte.Bald hernach schickte ihn dieser Papst nach Urbino , und hier-auf nach Flandern , da er den Päpstlichen Legaten, Hierony-mum Dandini , begleitete, und von dar nach Engelland.Kaum war er wieder nach Rom gekommen, so muste er nachPortugall gehen, und brachte seine zeit in solchen Verrichtun-gen zu, bis Julius III. an. starb. Er wurde aber nichtweniger von Marceüo II. und Paulo IV. ästimiret. Der letzterenahm chn in seinen pallast, und unter seine geheimste Mini.stros , gab ihm das Bißthum Zante , und ferner ein ansehn-liches Beneficium in der Veronesischen Diceces. Einige zeit dar-auf wurde er als Nuncius an den Kayser Carolum V. geschickt,konnte aber wegen entstandener streitigkeit seine reise nicht vol-lenden , worauf ihn der Papst Paulus IV. nach Venedig undan andere Italiänische Fürsten sendete, dieselbigen zu einembündnisse mit ihm zu bringen , womit er lange zeit befchäffri-get war. Unterdessen starb dieser Papst an. 1559. nachdemer sich zuletzt gegen den Commendonum etwas ungütig er-wiesen , wozu er durch seine Nepoten, die Caraffen, war ver-leitet worden. Sein Nachfolger Pius IV. aber bezeigte wie-derum eine grosse Hochachtung gegen denselben; sintemal erihn an. 1561. als Nuncium stn den Kayser Ferdinandum I.schickte, wegen beruffung des Tridentinischen Concilii, von ban-nen er zu den Protestirenden Ständen in Teutschlanb aieng.Nachdem er solches verrichtet, kam er wieder zurücke nachVenedig , muste aber bald auf ansuchen des TridentinischenConcilii eine reise zu dem Kayser antreten , demselben von demzustande dieses Concilii Nachricht zu ertheilen. Er legte seine rei-se in kurtzer zeit und nach wünsch des Concilii ab , und wurdealsvbald von dem Papste als Nuncius Apostoücus nach Polen zu dem König Sigismundo Augusto geschickt, woselbst er sichder Geistlichkeit annahm , und mit allen brassten der in diesemReiche hervor blühenden religion widersetzte. Indem er sichnun hier aufhielte, wurde er den 12. mertz 1565. von dem Pap-ste in den Cardinals-stand erhoben; 6. monat darauf kam ernach Teutschland, und wollte auf den Reichs - tag nach Aug-spurg mitgehen. Da er aber in Präge angelanget, vernahmer die zeitung von dem tobe dieses Papsts. Dessen NachfolgerPius V. ließ noch vorher, ehe er aus dem Conclave gieng,ein Breve an den Cardinal Commendonum verfertigen, dar,innen er ihm befahl, dem gedachten Reichs-tage mit beyzu-wohnen. Im übrigen ließ er sich das interesse der Römischen kirche in Teutschlanb sehr angelegen seyn, und brachte es dahin,daß das Tridentin. Concilium daselbst publiciret, hingegenden Lutherischen die freyheit zu predigen in Oesterreich von demKayser Maximiliano II. genommen wurde. Er suchte auch dieTeutschen und Polen zu einem Türcken-kriege aufzumuntern,und befand sich in dem letztem Reiche bey der wähl des Hertzogsvon Anjou zu einem Könige in Polen ; wie er denn selbst zu dieserwähl kein geringes beytrug. Dannenhero ihm auch dieser Kö-nig sehr affectionirt war, und unter andern ihm gerne zurPäpstlichen dignität nach dem tobe Pii V. geholffen hatte. Eswurde ihm aber Gregorius XIII. vorgezogen , welcher sich ge-gen ihm sehr feindselig erwies , und sich seiner gar nicht an-nahm , da der Cardinal Farnestus wider ihn einen proceß an-st eilte ; worzu noch kam, daß er sich an dem KayferlichenHofe sehr schlecht recommendiret hatte, indem er bey der Kö-niglichen wähl in Polen die Französische partey gehalten halte.Dennoch hielten es unterschiedliche von den vornehmsten Cardi-nälen mit ihm, welche sich auch schon, da Gregorius XIII. in ei-ne gefährliche kranckheil fiel, verbunden hatten , bey erfolgtcmtodes-falle ihn zum Papste zu erwehlen; allein Gregorius kamwieder auf, und Commendonus starb zu Padua den 25. dec.an. 15 84. im 6osten jähre seines alters. Antonius Maria Gra-tianus hat das leben dieses Cardinals in Lateinischer sprächegeschrieben., so hernach an. 1671. von dem damaligen Abte undnachmaligen Bischoffe von Nimes , Esprit Flechicr, ins Fran-zösische übersetzt worden.
Commenthurev oder Comtherey, lat. Commcnda , wirdein gewisses 8 eneficium genennt, welches den Teutschen or-dens - ingleichen Maltheser - und andern Rittern zukommt.Denn man pflegte in den mittlern zelten ein lehn, so vonden kirchen oder klöstern weltlichen Personen gegeben wurde,Commendam zu nennen, und es melden einige, daß dieses zuden Jetten Papsts Leonis IV. aufgekommen, daß man die ktr-chen-güther auf solche art andern zum lehn ausgegeben. Es ha-ben aber beyde orden hin und wieder viel dergleichen Comthe-reyen,welche unter gewissen Balleyen begriffen sind. Der Teut-sche Ritter-orden in Teutschland hat n. Balleyen, welche durchdie Archi-Commendatores oder Land-Comthuren verwaltet wer-den. Diese werden von den Raths - gebietlgern erwehlet,von dem Großmeister aber confirmiret, und haben wieder
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