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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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turn mit dem bücke!, der Hertzog zu Saga«, und Dom-Probst zu Breßlau , nicht aber, wie einige vorgeben, Ertz-Bi-schoffzuSaltzburg gewesen.. Erstarb an. 1304. r.) Prze-mislaum, Hertzog in Schienen, Herrn in Sprotta, der an.1290. als er des Hertzogs Henrici IV. krobi zu Breßlau ar,mee von Cracau zurück gefüyret, erschlagen, und in Lebus be-erdiget worden. 3.) Henricum III. Hertzog in Schlesien, er-ben des Königreichs Polen . 4.) Annam, die anLudovicumSeverum, Churfürsten zu Pfaltz, vermählt gewesen, und an.127?. gestorben, 3.) Euphenuam, eine gemahlin eines Gra-fen von Gövtz. 6.) Hedwigam, Acbtißin zu St. Clara in Breß­ lau , so an. 1317. verschieden. Conradus soll nach seiner er-ste» gemahlin tode sich mit Brigitta, einer tochter Marggra-fens Dieterici von Meisten vermählt haben. Man findet abervon derselben in den Meisnerischen geschichten keine Nach-richt. Catal. Ep. Patav. ap. Dueüium , in misc. Cromerus.Dlugoffl Mattb. de Michovia. a Sommersb. tom. I. scr. Siles .Benelii annales Siles. tom. II. Schäumt, vindem. litt. coll. 2 .

* Cotttctfcuö I. Hertzog in Schlesien zu Oels im XIV. fe-culo , Henrici III. Hertzogs zu Glogau , und Mechtildä, einertochter Alberti Magni Hertzogs zu Braunschweig , vierter söhn,bekam nebst seinem jüngern bruder Boleone in der theilung dervätterlichen lande das Hertzogthum Oels , und ward ein stamm-vatter aller Plastischen Hertzoge zu Oels . An. 1320. überfielihn der Hertzog zu Liegnitz , Boleslaus, ein söhn Henrici V.Ctaffi , mit krieg, tagte ihn von land und leuthen, und ließihm die einige stadt Wolau übrig, weil sein groß-vatter, Her-tzog Conrad zu Glogau gedachtem Henrico Grastb durch einhartes gefängnis viele ländereycn und eine grosse summa geldsabgedrungen. Wie aber Hertzog Conradus sich mercken ließ,daß er sich dem Könige in Böhmen , Johanni, unterwerffen woll-te, muste Boleslaus das Oelsische Furstenthum wieder räumen,welches Conradus an. 1329. zu Breßlau zur lehn bekam, auchum das jähr 1343. einen theil von seines bruders des HertzogsIohannis von Steinau ländern erbte. Dieser Hertzog Con-radus hat dem Könige in Böhmen sowol in dem vergleich vonan. 133;. wegen abtretung des Hertzogthums Schlesien anBöhmen , als auch an. 134?. im kriege wider die Polen gutedienste gethan, und ist um das jähr 136;. in hohem alter ge-storben. Seine erste gemahlin Elisabetha, eine tochter Hen-rici VI. des letztern Hertzogs zu Breßlau , die an. 1328. gestor-ben , hat ihm Hedwlgam, um deren willen der König Johan-nes an. 1338. das Hertzogthum Oels zur weiber-lehn gemachthat, gebohren. Mit der andern, Euphemia , einer tochter Ula-dislai, Hertzogs zu Kosel, hat er seinen Nachfolger ConradumII. gezeuget. « Sommersberg , script. Siles. tom. I. Cromerus.Dlugojs.

* Conradus in. Albus, Hertzog in Schlesien zu Oels undKosel, ein söhn Conradi II. diente erst den Creutz-Herren wi-der die Polen , nahm aber, als er von diesen letztern an. 1410.gefangen worden, Polnische dienste an, und zog mit KönigÜladislao wider die Preussen. Hernach ergriff er der Hußi-ten partey , und hausete in Schlesien so übel, daß ihn fern ei-gener bruder, der Bischoff Conradus von Breßlau , gefangennach Misse bringen lassen muste. Ob er gleich nun versprach,künftig friedlich zu leben, und deswegen auf freyen fuß gestelltward, so kam er doch seinem versprechen nicht nach, ward al-so abermals in verhafft genommen, auch genöthigt an. 1430.das Hertzogthum feinen söhnen abzutreten, worauf er an. 1431.zu Breßlau vor kummer starb. Seine gemahlin Dorothea,gebohrne Hertzogin aus Masuren , gebahr ihm üvey söhne undzwey tochter. Conradus VII. der älteste besaß das Hertzog -thnm Oels bis an seinen an. 1471. erfolgten tob , da es fernbruder Conradus VIII. Aldus erbte, und ob er es gleich an.1473. dem Könige Matthiä Hunniadi verkauffen müssen, gabes ihm doch der König Uladislaus an. 1490. wieder. Er starban. 1492. den 21. fept. Beyde brüder hielten es mit dem Kö-nig Georgio Podiebrad in Böhmen . Conradi III. töchterwaren Anna, Hertzogs Henrici X. in Groß-Glogau , undAgnes, Graf Caspar» von Schlick gemahlin. D ugojjus. c> ome.rus , disiert. geneal. de Duc. Siles . a Sommersfeld , ter. Siles.tom. I. p. 377. seq. Misch, von ank. der Hertzog . zu Teschen ,ibid. p. 734.

Cardinäle und Bischöffe:

Conradus I. ein gebvhrner Graf von Abenfperg, ward Ertz-Bifchoff zu Saltzburg an. no6. und zwar an statt Bertholdt,der von dem Kayfer wider den Papst vorher war eingesetzt, nunaber von beyden abgesetzt worden. Da aber Conradus nachge-hends wiederum dem Papst wider den Kayfer anhieng, zogdieser Bertholdum nochmals hervor, und Conrad muste neunjähr im exilio zubringen, bis er endlich, nachdem sich derKayfer und der Papst mit einander ausgesöhnet, an. H23. re-stituiret wurde. Er hat sonst in dem Ertz-Bißthum viele merck-würdige fachen vorgenommen. Denn er war der erste, der sicheine von dem kloster St. Petri abgesonderte residentz erbauet,und ein eigen Dom-Capitul aufgerichtet, da sonst das klosteralle Wahlgerechtigkeit hatte. Er machte deswegen einen ver-gleich mit dem kloster, dessen Abt er noch ein votum überließ,und den Mönchen die präcedentz vor den Lanonicis verstattete.Er hat auch am ersten die vier erb-ämter seines Hofes aufge-richtet, auch sehr viele kloster gestiftet. Er starb an. 1147.Metger. hist. Salisb. lib. IV. c. 1. seq. & Iib. VI. p. 1048. seq.Bund. Metrop. Salisb. tom. I. p. 69. DÜckerS Saltzb. chrvN.p.lvs. seq. Staat von Saltzb. c. 2. per. 2. §. 6. p. 84.

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Conradus, ein Cardinal und Abt des Cistercienfer-ordens,war ein Teutscher, ein söhn Eginonis, Grafen von Aurach, oderwie andere wollen, von Fürstenberg, und der Agnes von Zährin-gen. Er wurde in der Abtey Villers in Brabant, ein Cister-cienser-Mönch, und brachte sich durch seine frvmmigkeit undgelehrfamkeit in solches ansehen, daß er zum Abt erhoben wur-de. Man sagt, ehe er ins kloster gegangen, sey er vecanus beySt. Lambert zu Lüttich gewesen, und in verschiedenen geschaff-ten gebraucht worden. An. 1214. wurde er zum Abt von Clair«vaur, an. 1217. zum Abt von Citeaux , und -219. von Hono-rio III. zum Cardtnal und Bischoff von Ostia erwehlet. Zweyjähr hernach schickte ihn dieser Papst als Legaten nach Franck-reich, daselbst er sich wider die Albigenser gebrauchen ließ, undan. 1223. dem leich-begängnis des Königs Philippi Augusti mitbeywohnete. Hernach wurde er auch Legate in Teutschland,woselbst er diejenigen genau untersuchte, welche Engelbertum,Ertz-Bifchoffzu Coln, umgebracht hatten, und publicirte gewif,se otdinatione8 zu reformalion der Geistlichkeit, welche noch inder collectione Conciliorum und den annalibus Bzovii enthal-ten sind. An. 1227. war er zu Rom , da der Papst Honorius III. starb, und widerstrebte denjenigen, so ihn zum Papst machenwollten. Als aber Gregorius IX. auf den Römischen stuhl er-hoben worden, schickte dieser ihn als Legaten nach Orient, wo-selbst er bald hernach starb, den letzten stpt. oder i. oct. selbigen1227. jahres. Einige legen ihm einen tractat von den irrthüm-mern der Albigenser bey. Benriquez, üb. 1 . fasc. Manrique 2, inmenol. Jongelin. in purp. S. Bern. Cafarius. Guil. De Puy.Laurens. Rigord. Wion. De ViJ'ch. Aubery. Sammartb. &c.

Conradus, Bischoff zu Utrecht , war ein Praeceptor desKaysers Henrici IV. gewesen, und durch dessen hülffe an. 1073.nach dem Wilhelmo de Ponte zum Bischoffthum gelanget. Erfundirte die Stifts-kirche zur lieben Frauen, und wurde von ei-nem Fricßländer, nahmens Masson, als er messe zu lesen gehenwollte, an. 1099. umgebracht, weil er einen andern werckmei-ster, diese kirche zu vollenden, angenommen. Man hat von ihmin Goldasti apologiis Orationem pro Imperatore contra Pa-pam, dictam in conventu Gerstungensi an. 1083. Es wirdihm auch ein tractat beygeleget, welcher den titul führet: deUnitatc Ecclesue conservanda, & Schismate , quod fuit interHenricum IV. Imp. & Gregorium VIII. Pont. Max. welchenaber andere Waltramo, Bischoff von Naumburg , und noch an-dere Venerico Vercellenü zuschreiben. Es hat denselbigen Ulrichvon Hütten, ein Fränckischer von Adel, an. 1320. in der biblio.theck zu Fulda gesunden , und in bemfelbigen jähre mit einerdedication an den Ertz-Hertzog Ferdinandum von Oesterreich drucken lassen. Worauf nachgehends denselben Marquard Fre.herus seiner collectioni scriptorum rerum Germanicarum, undGvldastus seinen apologien mit einverleibet. Huttenus, i n pr*f.Gazet. hist. eccl. des Pai's-Bas. Andrea bibl. Belg. Go!daßus tin diff. de auctoribus apolog. &c. Sagittarius , introd. ad hist.eccl. p. 627.

St. Conradus, Hertzog Heinrichs I. aus dem geschlechteder Welphen söhn, ward an. 934. Bischoff zu Costnitz. Er hatvon seinen ansehnlichen güthern daselbst die 3. kirchen St. Lau,rentii, <2t. Iohannis sowol des Täufers als des Evangelisten,und St. Pauli aebauet. Er starb an. 974. den 26. dec. HertzogHeinrich der Löwe soll in ansehung dieses seines stamm-ver.wandten, der kirche zu Costnitz vieles geschencker haben. FeUer,geneal. hist. des Braunschw. Lüneb. Hauses, p. 17. seq.

* Conradus, der 14. Bischoff zu Bamberg , war ein ge-bohrner Hertzog aus Schlesien, und wie man nach der zeit-rech-nung urtheilen kan, ein söhn Hertzogs Boleslai I. Alti undAdelheids Gräfin von Sultzbach , und ein bruder Henrici l.des bärtigten. Die Bambergischen scribenten verwechseln ihnmit Hertzog Conrado I. von Glogau , der damals noch nichtgebohren gewesen, denn die Polnische geschicht-schreiber versi-chern einhellig, daß des Hertzogs Boleslai I. Alti söhn an. 1201.gestorben, so auch mit den Bambergischen Necrologiis überein-kommt, die seinen sterbens-tag auf den 11. mertz setzen. Er hatnur einen tag regieret, a Sommersberg , script. Siles. tom. I,Bofmanni annal. Bamberg . Dlugojsus. Cromerus.

* Conradus VI. Hertzogs Conradi II. zu Oels und Agnetisvierter söhn, wiedmete sich dem geistlichen stände, und ward,nachdem Wenceslaus zu Liegnitz abqedancket, an. 1417. zum30. Bischoff von Breßlau erwehlet. Zu seiner zeit ereignete sichder einfall der Hußiten, die an. 1429. Ottmachau wegnahmen,welches er doch an. 1433. wieder bekam. Er vermehrte seinBißthum mit dem gebiethe und der stadt Kant , auch an. 1433.mit dem vesten schlösse Jeltsch, woselbst er an. 1447. starb, nach-dem er 30. jähr Bischoff gewesen, und an. 1446. einen Svno-dum gehalten, dessen Statuta in Martini Statutis SynodalibusVratislav. befindlich, a Sommersberg , script. Siles. tom. I.Banckius, de Siles. indig. erud. c. 27.

* Conradus, Hertzog zu Burqundien, ein söhn HertzogsWelfi und bruder der Kayferin Judithä, Ludovici gemahlin,wurde in der rebellion Pipini und Ludovici, der söhne Kay-sers Ludovici, an. 83". gefangen, in geistlichen stand gesetzt,und nach Aquitanien gebracht. Theganus 37. ab Etkard. rer.Franc. XXVIII. 287. Da sich aber der Kayfer mit seinen söh-nen aussöhnte, erlangte Conradus an. 8; i. seine freyheit wie-der. Theganus 37. ab Eckar d 1. c. 293. Ludvvicus und Lv-tharius brauchten ihn auch nach der zeit in ihren wichtigstenaugelegenheiten zu ihrem vertrauten Rathe, ab &k-rd. l. c.XXIX. 13». XXXI. 88. An. 839. hatte er die Abtey St.