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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Germani zu Antißiodornm gebauet. Seine gemahlin war A-delais, Kaysers Ludovici mit Jrmingarbe gezeugte lochtet, undbeschreibt Hericus de mirac. 8 . Germ. beyde als ein sehr tu-gendhafftes und gottsförchtiges paar. ab Eckard. 1 . c. XXV.45. Seine beyde söhne waren Welfo und Conradus, welchebeyde Aebte zu St. Columba in SenS gewesen, und an. 88i.gestorben. Bucctt. prob. Or. Reg. Dom. Franc. p. 546. abEckard. 1 . c. 297·

Gelehrte dieses nahmens:

Conradus, ein Benedictiner-Mönch, hat vermuthlich imansang des X. feculi gelebet, indem er seine Historiam Franco-rum bis auf das jähr 9 - 9 . welches das dritte jähr Henrici Aucu-pi5, geführet. Das ftagmentum dieser Historie ist in den Colle-dionibus soriptonim rerum Francicarum zu finden. Man mußdiesen Conradum nicht confnndiren mit einem andern Conrado,so auch ein Benedictiner-Mönch in dem kloster Brauweiler ge-wesen, und unter dem Kayser Henrico IV. um das jähr 1070.geledet hat. Denn dieser hat das leben des heiligen Wolffhelmt,eines Abts in dem jetztgedachten kloster Brauweiler , beschrieben.Vojjtus, de Hist . Lat. üb. II. c. 39. & 46. Mir aus, in auctuario.Surius , ad d. 21. apr. &c.

Conradus von Asti , ein Piemonteser von geburt, und Ge-neral des Dominicaner-ordens, zu welcher ehren-stelle er, nach-dem er verschiedene ämter in seinem orden verwaltet hatte, andes von Pio II. abgesetzten Ρ. Auribelli statt erhoben worden.Er regierte seinen orden mit vielem eifer und großer demuth,und stellte durch feine sorgfalt in vielen Conventen die gute orb-nung her, legte aber solches sein amt freywillig nieder, als ersahe, daß ihm Paulus II. der Pio II. gefolgt war, nicht allzugünstig war, und gieng, da manzuNovara den Ρ. Auribellizum andern mal erwehlt hatte, in seinen Convent nach Asti , woer an. 1470. gestorben. Er hat Comment, in Jus Canon. Summ.Cas. Conscient. und unterschiedenes anders geschrieben, so nochnicht gedruckt ist. Leand. Alberti, de viris ill. ord. Fried. Se~raphin. Razzi vit* Sanctorum ord. Pr®d. Bibl. Pror. Lomb.ord. Pr®d. p. 75. *

Conradus aus Bayern , vor dessen eitern HenricuS III.Hertzog von Bayern , wie auch von Spoleto , und eine Sächsi-sche Printzeßin, Wulsida, ausgegeben werden, soll an dem Hofeseines Vetters, Friderici I. Ertz-Bischoffs von Eöln, da man ihnauferzogen, die eitelkeiten der weit gar zeitlich erkannt, und inseinem 18. jähr von dem heiligen Bcrnhardo die aufnehmung indas kloster zu Clairvaur, von Jnnocentio II. aber um das fahr1142. die Cardinals-würde erlangt haben. An. 1147. soll ermit seinem anverwandten, dem Kayser Conrado III. in das ge-lobte land gezogen, auch darinnen zwey jähr geblieben, und aufdem rückwege nach Rom , zu Bari in Apulien , an. 1149. gestor-ben seyn. Man legt ihm folgende schriften bey: Meditationesin Vitam Christi; de Amore beat® Solitudinis; de Contem-ptu Mundi; Hymnos & Sermones aliquos. Wenig authoresgedencken seiner, und etliche vermengen ihn theils mit Conra-do , Ertz-Bischoff von Mayntz, theils mit Conrado, Abt vonDillars. Eggs, in purpura docta üb. I. p. 77. ex Abb. Urß.Rädert >, in Bavaria sancta. JongeDino, in purp. D. Bernh. VgbeUli. Oldoin.

Conradus von Halberstadt, ein Dominicaner-Mönch, wel-cher im XIV. feculo unter dem Kayser Carolo IV. scheinet gele-bet zu haben. Er hat unterschiedene schriften hinterlassen, als:de Regno Romanorum; Summam Studentium ; Lecturam inJobum, Sermones, &c. sonderlich aber ist er merckwürdig,weil er zuerst nach Hugone Cardinali angefangen,concordantienüber die heil. Schrift zu verfertigen. Sixtus Sevenßs, bibl.son-ctae lib. IV. Tritbem. Polfevin. Alberti , de vir. illustr. ord.Pr®dic. lib. IV. Vojjtus , de Hist . Lat. lib. III. c. 11. Pantaleon,prosop. tom. II. p. 567.

Conradus von Lichten«», sonst Drspergenfis genannt, einberühmter Historicus , war aus einem vornehmen adelichen ge-schlechte in Schwaben der Lichtenauer entsprossen. Er wurdeProbst in dem kloster Ursperg , nicht aber Abt, wie ihn einigezu nennen pflegen, angesehen das gedachte kloster erst nach sei-nem tobe an. 1249. zu einer Abtey erhoben worden. Daß ersich aber selbst in stinem Chronico ad an. 1215. einen Abt ge-nennct, ist daher geschehen, weil er bereits anderswo Abt ge-wesen. Aus seinem Chronico erhellet so viel, daß er einen Hos-mann abgegeben, und an. 1202. den geistlichen stand erwehlet.An. 1207. hat er sich insonderheit in den Prämonstratenser -or-den begeben, woraus er an. 1215. Probst worden, und nachdemer 24. jähr dem kloster wohl vorgestanden, auch selbiges nicht al-lein wieder aufbauen lassen, als ein theil durchs feuer verzehretworden, sondern noch darzu es mit einer stattlichen bibliotheckausgezieret, ist er an. 1240. gestorben. Den grösten rühm aberhat er sich erworben durch das Chronioon universale , welchesunter seinem nahmen heraus ist, und von Belo dem ersten Assy­ rischen Könige an bis auf das jähr 1229. sich erstreckt. Wiewoles ausgemacht, daß Conradus nicht dieses gantze werck verferti-get, sondern nur continuiret hat; weil z. e. der erste author beydem jähre 1099. gedencket, daß er sich bey der ersten creutzfahrtin Orient befunden, und dergleichen. Wiewol auch Conradusnicht der letzte Continuator dieses Chronici gewesen; sondernein unbekannter author hat noch etwas darzu geschrieben,welcheshernach mit in des Conradi text eingerücket worden, und Caspar Hedio hat es bis auf die Seiten Caroli V. fortgeführet. Die er-ste edition hat auf befehl des Kaysers Maximiliani I. ConradusPeutinger an. 1515. ans tage-lichk gestellet. Worauf es an.

r e n. durch Casparen,Hedionem zu Straßburg , und nachmalsnoch öfter edlret worden. Tritbem. & liellarm . de scr/eccl.Continuator annal. Baron» adann. 1102. n. I. Coccius. an.>225.Vojjtus , de Hist . Lat. lib. II. c. 57. Brusch us , monast. Germ.chron. p. 602. Crusius , ann. Suevi® P. II. lib. IX. pag. 537.Thomaßus, de plagio liter. §. 586. & 587. Obferv. Hattns. tom.I. obs. 20. Pseffinger , ad Vitriar. lib. I. tom.XV. Üb. II. Buceim.Germ. S. üb. II.

Conradus von Mayntz, ist unter dem nahmen ConradusEpiscopus bekannt, und hat in dem XlIl. feculo gelebt. Er hatein Chronioon rerum Moguntinarum von dem jähre 1140. bis1250. geschrieben. Einige halten ihn für den Cardinal Conra-dum, Ertz-Bischoff zu Mayntz, dessen vorher gedacht. Allein,weil dieser «n.1200. gestorben, das Chronicon aber bis an.1250.gehet, so kan es diesem nicht beygeleget werden. Es sey denn,daß man sagen wolle, er habe es nur angefangen, und ein ande-rer continuiret. Herwagius hat es an. 15 3 z. zu Basel am er-sten zum druck befördert, worauf nachgehends Christianus Ursti-sius und Justus Reuberus selbiges in ihren Collectionibus re-rum Germanicarum wieder auflegen lassen. Poßev. in aup.Vojfiu.·, de Hist . Lat. lib. 11 . c. 59.

Conradus von Marburg, aus der stadt dieses nahmens mOber-Hessen gebürtig, war Magister Theologi® , aus dem Do-minicaner-orden, dabey Inquisitor Hsreticorum , auch zugleichBeichl-vatter und Prediger bey der heil. Elisabeth von Thürin­ gen , einer tochter des Ungarischen Königs Andreä , welche an.1231. gestorben. Er hat das leben und die wunder dieser Heili,gen beschrieben, welches er dem Papst Gregvrio IX. dediciret,und in denen Symmictis AUatii zu finden ist. Svwol seine be-redtsamkeit aufber cantzel, als seine schärft in dem inquisitivns,amt sind von den scribenten, welche nächst nach ihm gelebt, nichtvergessen worden. Theodor. Tburing. in vita S. Elis. Vtjjius, deHist . Lat. lib.II. c. 57. Cave. Oudm. sed praecipue Schmmktus,in diss. de Conr. Marb. *

Conradus von Mure, Dom-Herr und erster Dom-fängerzu Zürich , um das jähr an. 127z. hat ohne das buch von Sacra,menten auch Cathedrale Romanum ; Catalogum RomanorumPontificum & Imperatorum ; Passionem SS. Martyrum Felicis,Regufe & Exuperantii; Fabularium , five de diversis Poeta,rum Fabulis; Novum Grscifmum ; Libellum de propriis No-minibus Fluviorum & Montium; Laudes Beat® Virginis; Cli-perium Theutonicorum &c. geschrieben. Gcsner. in biblioth.Vosfius, de Hist . Lat. üb. II. c. 60. Hotting. sch. Tigur.

Conradus aus Sachsen , ein Mönch auf dem Peters-bergein Sachsen , 2. meilen von Halle, welcher sonst auch der Lauter-berg, und lat. Mons Serenus genennet wird, hat gelebt im XIII.feculo , und eine chronick seines klosters von an. H24. bis 1225.geschrieben, welche Joachimus Johannes Maderns zu Helm-städt an. 1665. am ersten in druck heraus gegeben. Er hat auchein buch de Fundatione Lauterbergii , und eines de primisMarchionibus Misnensibus geschrieben. Aus ihm hat einMönch im kloster Alten-Zelle in Meiffen das Chronioon Vetero .Cellense grösten theils zusammen getragen , dessen Fabricius,Albinus, Peckenstein, rc. gedencken. Vojjtus, de Hist . Lat , lib.III. p. 699. Maderus, in pr®f. &c.

Conradus von Scheuren oder Schyrenfis, zugenannt Phi-losophus, ein Benedictiner-Mönch und Prior im kloster Scheu,ren in Bayern , lebte um das jähr 1240. Er hat eine chronickseines klosters, wie auch auf 50. andere grosse buchet geschrieben.

Aventinus. Sint.erus. BruJ'chius , de monast. Germ. Vojjtus, deHist . Lat. üb. II. c. 57.

Conradus St. Ulrici, ein Teutscher, lebte um das jährr;34. weil er in demselbigen jähre seine Historam universalemgeendiget. Man legt ihm auch noch andere historische werckebey. Gesner. Pojfevin. Vojjtus , de Hist . Lat. lib. II. c. 64.

Conradus, (Sebastian) siehe Corradus.

* Conradus , (Balthafar) ein Jesuit, gcbohren zu Neisse inSchlesien. An. 1599. lehrte er zu Olmütz die Humaniora, Ma-thematic und Philosophie, und starb an. 1660. den 17. may inseinem 61. jähre. Man hat von ihm Propositiones Mathemati-cas de Flamma viridi , Olmütz 16;9. in 4. Novam Tabula-rum Chronographicarum Rationem, Prag 1630. rc.

* Conradus von Esterback, ein Cistercienftr-Mönch, lebteums jähr 1230, und schrieb einen tractat von dem »rfprungedes Cistercienser-ordens, welchen der P. Tißier dem I. tomo sei-ner Bibliotheque des Auteurs de lOrdre des Citeaux einver-leibet. Du Pin, bibl. du XIII. siede.

Conrart , (Valentin) Königlicher Französischer Rath, wieauch Secretarius des Königs , des Königlichen Hauses und derAcademie Franqoise , war an. 1603. zu Paris gebohren , undvon seinen eitern Valentin genennt, weil deren vorfahren ur-sprünglich von Valencicnnes gewesen. Er war einer von denvornehmsten stiftern der Academie, sintemal dazu die Ver-sammlungen , welche anfänglich in seinem Hause gehalten wur.den, anlas gaben. Er war zwar in den alten sprachen mchterfahren, die Spanische aber und Italiänische verstund er sehrwohl, und in der Französischen ward er als ein Oraculum eon-sulirt. Wie er denn auch wegen seiner sowol gebundenen mungebundenen rede bey iederman hoch gehalten wurde. Erwar der Reformirten religton zugethan, halte aber nichts te»stoweniger bey den Gelehrten von beyden varteyen grosses anse-hen. Er starb den 23. sept. an. 1675. Nach seinem tobe hatman heraus gegeben den ersten theil der Psalmen, nach der über«