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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nen theil kam, womit er nach Rom reisetc. Als er nun nachverthanem gelde daselbst gern wieder mit ehren weggewesen wä-re, wies er abermal falsche driefe von seinen eitern auf, dieihn zurücke beruften , traf aber unterwegens eine gewisse Damean, die mit ihrem manne streitigkeiten hatte, und deswegennach Rom zog ; mit dieser reisete er zurück, beförderte ihrenvergleich durch seine freunde, und machte sich dergestalt bey ihrbeliebt, daß sie »hn mit nach Paris nahm , und ihm daselbst dieexercitien erlernen ließ , worauf er bey ihrem manne eine weileals Stallmeister diente, der ihn aber, als er erfuhr, wer erwar, von sich ließ, und ihm eine Lieutenants - stelle unter demFürstenbergischen regiment verschaffte. Weil er aber seinenHauptmann erstach, muste er dienste unter den Teutschen su-chen , und ward zwar dereinst von einer partey Franzosen gefan-gen , entkam aber derselben durch die flucht, ehe er erkanntwurde, worauf er Rittmeister ward. Nach dem frieden bekamer erlaubnis seine freunde zu besuchen , und traf von ungefehrden obgemeldten einsiedler an, dem er das vorgestreckte gelb wie-der bezahlte. Nach seiner Wiederkunft in Teutschland hätte erzwar gerne eines von den neuen regimentern gehabt, die derKayser gegen die Türcken warb, muste aber mit einer Officier-stelle unter dem Castelischen vorlieb nehmen. In solcher bedie-nung wohnte er dem entfatz von Wien bey, und heurathete her-nach , mit bewilligung des Kayserlichen Hofes, die Wittwe desGrafen von Rimburg, die ihm grosse güther und das von ihremmanne ererbte geheimnis gold zu machen, mitbrachte. Kurtzdarauf zogen ihn die Venetianer in ihre dienste, und gaben ihmein regiment dragoner, mit welchem er sich in Mvrea wohl ge-halten , daß er auch endlich Marechal de Camp , und nach-nigsmarcks tod einer von den commandirenden Generalen ward.Allein an. 1688. ward er im acht und dreißigsten jähre seines al-ters durch einen canonen-schuß getödtet. Ahnar, vie de Cour-bon. Journal des Savans, tarn. XXL p. 142.

* Courcelles, (Petrus de) ein Franzose, gebürtig vonCardes inTouraine, lebte an. i;6i. zu Paris , und war in derHebräischen, Griechischen und Lateinischen spräche wohl erfah-ren. Er hat la Rhetorique Francoise und la Calomachie geschrie-ben, auch das Hohe Lied Salömonis , und die Klaglieder Je-remiä in Französische verse übersetzt. La Croix du Mame.

* (sourciUon , ( die Herren von) haben im XII. foculoihre guther in Poitou gehabt. Die Herrschafft Courclllon kamdurch die heurath der letzten erbin der ältesten linie an das ge-schlecht der Grafen von Sancerre. Jacvbus von Cvurcillonstarb vor dem jähr Sein söhn Jacvbus, Herr von Dan-geau, ward vom Könige Henrico IV. in verschiedenen Verrich-tungen gebraucht, und zeugte Jacobum, dessen söhn Ludovicusvon Courciüon, Ritter, Marquis von Dangeau rc. ein vatterPhilippi und Ludovici war, von welchen beyden besondere arti-ckul folgen. Philippus zeugte mit seiner ersten gemahlin Fran-cisca, einer tochter X. Morin, Mariam Annam Johannam,eine gemahlin Honorati Caroli von Albert, Hertzogs von Luy-ues , und mit der andern Sophia Maria, einer tochter Ferdi-nandi Caroli, Grafen zu Löwenstein - Wertheim , die wegenihrer schönheit und tugend berühmt, und bey des Dauphins ge-mahlin kille d'honneur war, Philippum Egonem, Marquisvon Cvurcillon, der bey Malplaquet ein bcin verlohr, an. 1710.Brigadier, an. 1712. Gouverneur von Tourainc ward, und vonFrancisca, einer tochter Leonori Eliä von Pompadour, eine einigetochter verliesse. Choify , memoir. tom. II. p. 54.

* CourctUon, (Phil. Herr von) Marquis von Dangeau,Graf von Mesle und Cuiray rc. ein söhn Ludovici, Marquisvon Dangeau, that in seiner jugend kriegs - dienste, ward an.1666. Gouverneur von Tvuraine, und der stadt und demschlösse Tours, gieng an. 1672. mit dem König nach Holland ,und ward zu ende dieses iahrs als außerordentlicher Ambassadoran die Churfürsten zu Mayntz, Trier und Pfaltz, auch hernachan den Modenesischen Hof gesendet , wo er die heurath desHertzogs von Zorck mit der Printzeßin Maria zum stände brach,te. Er diente hierauf weiter im kriege, und erwarb sich, nach-dem er zumal dre Catholische religion angenommen, des Königsgewogenheit dermassen, daß ihm derselbe durch ein Brevet zualler zeit, und allenthalben einen freyen zutritt bey ihm verstat-tete , auch an. 1680. zum Menin des Dauphins verordnete.An. 168;. ward er Chevalier d'honneur bey des Dauphins ge-mahlin , welche stelle er auch hernach bey der Hertzogin vonBurgund bediente. An. 1688. ward er Ritter von dem ordendes H. Geistes. An. 169;. Groß-Meister des ordens von N6-tre-Dame de Mont Carmel und St. Lazari, und an. 1696.Staats - und Kriegs - Rath. Er ward auch ein Mitglied derFranzösischen Academie, und der Academie der wissenschafften,und starb an. 1720. im 84. jähre seines alters. Er hat ein tag-register von des Königs Verrichtungen, und eine abbildung vondesselben eigenschafften in manuscript hinterlassen. Man be-schreibt ihn durchgehends als einen sehr tugendhafften und ver-ständigen mann. Memoires de Choify, tom. II. p. 21. Anna-les de la Cour & de Paris, tom. II. p. 3 22.

* Courcillon, (Ludovicus ) so unter dem nahmen des Abtsvon Dangeau bekannt, war ein bruder Philippi, Marquis vonDangeau, und ward an. 1667. als ausscrordentlicher Abge-sandter nach Polen gesendet. Nach seiner zurückkunft bekannteer sich zur Catholischen religion, ward an. 1680. Abt von Fon-taine-Daniel, und an. 1710. von Clermont, war auch Prior

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von Gournay und von St. Arnoul, und ein Mitglied de»Französischen Academie, und der Academie der Ricovrati zuPadua . Er ward von Jnnocentio XII. zum Cammer-Iun-ckcr ernennt, hat aber diese würde niemals in besitz genommen,und ist an. 172;. in dem achtzigsten jähre seines alters gestor-ben. Er besaß viel wissenschafft, und ließ sich die beförberungder gelehrsamkeit auf mancherley weise sehr angelegen seyn,wie denn auch alle freylage bey ihm eine zusammenkunft vonverschiedenen Gelehrten gehalten ward. Übrigens aber giebtman ihm schuld, daß er allzuviel zeit und geld auf sein vergnü.gen gewendet, daher ihm der König auch niemals ein Bißthumgeben wollen. Seine schriften sind: Dialogues für l'existencede Dieu , la Providence & la Religion; Mais de Grammai-re; les Principes de Blasen ; Geographie historique &c.welche alle ziemlich rar sind, weil er nur wenig exemplarieu,die er seinen guten freunden ausgetheilet, drucken lassen. An-nales de la Cour & de Paris, tom. II. p. 32;. Gel. Zeitun-gen, 1723. p. 450.

Courcy, eine gewisse familie in Irrland, welche von umdenckllchen jähren her das privilegium hat, daß diejenige, sovon derselben herstammen, sich in gegenwart ihrer Könige,wenn diese in Jrrland sind, bedecken dürfen. Diese frcyhcitsoll einer von ihren vorfahren, ein Freyherr von Kinsale, er-langt haben; unter welchem Könige aber, und zu welcher zeit,

ist UNgewlß. De Larrey, hist. dAnglet , tom. I. p. 777.

Courouk, wird in Persien dasjenige verbot genennct, nachwelchem sich keine manns-pcrson auf dem wege, den des Kö-nigs weider paßiren, befinden darf. Denn wenn eine manns,Person eine von des Königs weibs-personen anstehet, kostet ihnsolches das leben. Es wird solches verbot auch bisweilen aufgewisse waaren erstrecket, welche man alsdann niemand alsdem Könige verkauffen darf. Thevemt, voiage tom. 11 .

* Court, (Carolus Cato de ) ward zu Pont-de-Vaux inFranckreich von Carolo de Court und Anna de Saumaise immertz an. 1654. gebohren. Er legte sich zu Lyon mir grossemernst auf die erlernung der sprachen und anmuthigen wissen-schafften, welche er zu Paris rühmlich fortsetzte. Darauf thater eine reise nach Rom , woselbst er sich die schätze der Vatrcani-schen bibliotheck wohl zu nutze machte , auch sonst in derMahlerey , bau-kunst und so weiters übte. Nach diesem warer entschlossen, nach Griechenland , ja gar bis nach China zugehen, ward aber von seinem vatter zurück nach Paris be«ruffen, und ihm daselbst die Unterweisung des Hertzogs duMaine, eines natürlichen sohns Ludovici XIV. anvertrauet.Dlescn begleitete er hernach in seinem ersten feldzug vor Phi-lippsburg, und starb in dem feldlager vor Vignamönt, den 16.aug. an. 1694. an einem hitzigen fieber. Der Abt Genest hatan. 1696. in 8. zu Paris sein leben drucken lassen.

* Court, (Benedictus le) lat. Curtius, ein FranzösischerRechtsgelehrter, war von St. Symphorien-Ie-Chateau , einerkleinen stadt im Lyonischen, gebürtig, und lebte im XVI. fe-culo. Man hat von ihm: Enchiridion Juris utriufque Termi-norum ; ingleichen Hortorum üb. XXX. in quibus contineturarborum historia, &c. wie auch einen Lateinischen und gelehr-ten , dabey aber dennoch schertzhafften Commentarium überdes Martial d'Auvergne Arrets damour, welcher auch nochin der letzten Amsterdamer aufläge von an. 1731. den gedach-ten Arrets beygefüget worden. Colonia , hist. liter. de Lyon ,tom. II.

* Courtarvel , (Hubert von) Marquis von Peze, Gou-verneur von den schlössern la Muette und Madrid , wie auch vonReimes, wurde an. 1734. im jul. von dem König in Franck-reich zuin General-Lieutenant der armeen ernennet, nachdemer sich bey Parma und Colorno »»gemein wohl verhalten. Al-lein den 19. sept. des besagten jahrs wurde er in dem treffen beyGuastalla gefährlich verwundet, und gab den 2;. nov. zu Par­ ma seinen geist auf. Er war 52. jghr alt, und hatte sich an.1722. den 22. nov. mit Lydia, einer tochter Jacobi Ludovicivon Beringhen , Grafen von Chateauneuf, verheurathet.Anfelme, hist. geneal. tom. IX. p. 228.

* Courtche, also nennet man in Persien eine gewisse armeevon regulirten trouppen. Sie bestehet fast aus lauter cavallerie,und ist niemals minder als ;oooo. mann starck. Unter Adasdem grossen, welcher sie nach der Hand eingeschräncket hat,sind sie bis auf 80000. gestiegen. Das Wort Courtche kom-met von einem andern, welches verjagen oder zerstreuen bedeu-tet. Es ist noch heutiges tages das beste volck, so der Königin Persien hat. Die soldaten, so darunter gestecket werden,müssen alle gebohrne entweder Turcomannen oder Tartarnseyn, welche schon von ihren stamm-vättern her ein alt kriege-risch , starck und erhärtet volck, auch sparsam und auf demselbe gewohnt sind unter sich zu leben, ohne mit andern leuthenviel gemeinschafft zu haben. Dieses waren die alten bekanntenSaracenischen Pastores oder Hirten, die in den Tartarifchenund Persischen Historien so bekannt sind, und das PersischeReich öfters so nahe zu seinem Untergang, und dessen zustandso öftere Veränderung gebracht haben, und ihm bis in das ver-gangene feculum immer fürchterlich gewesen sind. Sie wer-den sonsten auch Kesil-bachs oder Rothköpfe genennl. DannCheik-Svphy, der erste König des Königlichen geblüts, wel-ches im XVII. und am ansang des XVIII. streust den Persischenthron behauptet, gab ihnen nach seinen siegen als ein ehren«

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