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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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der zu dem geld-geitz noch zu dem ehr-geitz inclimrte, also blieber vor seine persön allezeit in einem sehr mittel-maßigen zustande.Den grösten rühm erwarb er sich durch seine Poeste, worinnener, und zwar nach allen arten derselben, nur die dramatischeausgenommen, wenig seines gleichen hatte. Er war reich anvortreflichen einfallen , dabey von einem ungemeinen judido,und wegen seines styli nicht weniger, ,als wegen gelehrter aus-führuna seiner Materien, hoch zu schätzen. Seine sogenannteMistreifes sind ziemlich frey geschrieben; hingegen sind die ge-tichte, so er nach zurück gelegter jugend verfertigt, in diesemstück anders beschaffen. Er starb den 28. jul. an. 1667. zu Wal-lingford House, und ward auf des Hertzogs von BuckinghamUnkosten, von bannen, mit einer vornehmen begleitung nachder Westmünster-Abtey gebracht, auch daselbst mit einem stattli-chen monument , nahe denjenigen , so man den zwey be-rühmten Poeten, Chaucer und Spencer, aufgerichtet, öffent-lich beehret.

Cowper und Couper, ist der nähme zweyer örter in Schott-land. Der eine liegt in der Grafschafft Fife, an dem fluß Edin,und hat die ehre, daß man allda die Gerichts-täge der gantzen pro-vintz hält. Der andere liegt in der landschafft Angus,an den gren-tzen von Gowree. Beeverell, delic. del’Ecossep. 1200. 121;.

Cowper , (Lord ) in Engelland. Die familie der Eowpershat vor alters ihren sitz zu Ratlingcourt in der Grafschafft Kentgehabt. Von dannen war gebürtig der Ritter Wilhelm Cow-per, welcher anfangs zum Baronet von Schottland , und her-nach den 4. mark. an. 1642. zum Baronet von Engelland ge-macht ward. Er bediente eine zeitlang das aml eines Einneh-mers von den imposten, so die aüsländer zu Londen entrichtenmusten , und erlangte endlich den besitz des castells zu Hereford.Wegen der treue, so er vor den Könrg Carolum I. sehen ließ,ward er gefangen gesetzt, kam aber nach ausgestandenen viel-fältigen Verdrießlichkeiten wieder auf freyen fuß, und starb nichtnur in guter ruhe, sondern auch mit dem rühm eines sehrgutthätigen, redlichen und frommen mannes. Mit Martha,einer tochter Iacobi Masters von Longdale in Kent, zeugte er6. söhne und 1. tochter. Der andere und der dritte söhn , nah-mens Eduard und Wilhelm, wurden Ritter. Der älteste aber,Johannes, ward zugleich mit seinem vakter gefangen genom-men , und starb in solchem zustande, nachdem ihm Martha,eine tochter Gcorgii Hewkley von London , Wilhelmum geboh-ren. Dieser succedirte seinem groß-vatter, und hinterließ vonSara, einer tochter Samuel Holleds von Londen , 2. söhne,wovon der jüngste, nahmens Spencer, durch seine wissenschafftin den Rechten sich hervor that, und das ihm hcimgefaüene ca-stell von Hertford in einen guten stand setzte. Der älteste söhn,Wilhelm, von dem der folgende artickul handelt, henratheteanfangs Judith, eine einzige kochtet und erbin RobertiBooth, Kauffmanns von Londen , und nach deren tobe Ma-riam, eine tochter Johann Claverings von Chopwell in Zorks-hire, welche letztere ihm an. 1707. Saram, und an. 1709. Wil-helmum , gebohren. Benage of England , II. p. 155.

* Cowver , (William) ein söhn Williams, von dem obennachzusehen, legte sich von jugend an auf die Rechtsgelehr-samkeit , und erlangte darinnen, wie auch wegen feiner sonder-baren klugheit und beredtsamkeit, einen solchen rühm, daßihn sbwol der König Wilhelmus III. als auch die KöniginAnna, zu einem ihrer Räthe machten. Unter des erster«regierung ward er an. 1695. als ein Deputirter ins Unter-Haus erwehlet. Hier machte er sich bey dem Proceß gegenden Ritter Fienwick bey Hofe bekannt, und ward bald dar-auf Königlicher Advocat. Die Königin Anna machte ihnan. 170;. zum Groß-Siegel-Bewahrer, und an. 1706. zu ei-nem der Commissarien, welche die Vereinigung von Schottland und Engelland abhandeln musten. An. 1706. ward er zumLord Cowper von Wingham, und an. 1707. zum Cantzlervon Engelland gemacht. Weil er allezeit vor die Protestanti-sche religion geneigt gewesen, und sich die absichten des letztenMinisterii der Königin Anna nicht wollte gefallen lassen, leg-te er einige zeit vor derselben tod seine bedienung nieder,nahm aber solche unter des Königs Georgii I. regierung wie-der an, war bey den Processen gegen den Grafen von Oxford ,und gegen den Grafen von Winton Lord High-Steward vonEngelland, ward geheimer Rath , Lord-Lieutenant von derGrafschafft Hereford, und an. 1718. Vicomte Fordwich undGraf Cowper. Einige zeit vor seinem absterben, welches an.1723. erfolgte, entzog er sich den öffentlichen Verrichtungen ,wie man sagt, weil er sich mit dein Grafen von Sunder-land nicht vertragen können. Ob gleich in der Atlantis eineschlimme abbildung von ihm zu finden ; so wird ihm dochvon andern das zeugnis gegeben, daß er ein verständiger, be-redter , und in den Rechten wohl erfahrner mann, dabeyaber auch redlich und von allem eigennutz entfernet ge-wesen. Memoires du Regne de George I. tom. I. II. Atlantis ,tom. I.

* Copis, (Michael) ein treflicher Flamändifcher mahler vonMecheln. Er gienge nach Rom , wo er unter dem berühmtenRaphael gemahlet hat; er hat viele risse mit sich zurück ge-bracht , die er von den berühmtesten Italiänischen meistern ge-nommen und deren er sich glücklich und mit verstand beyVerfertigung seiner eigenen stücken zu gebrauchen gewußt. Er

starb zu Antwerpen an. 1592. seines alters 9;. jähr. renkn ,

entretien für les Pemtres.

. Coyaco , lat. Coyacum, ein ort in der virnees von Ovicdom Spanten, welcher wegen des daselbst an. 10; 0. gehaltenenLonestn berühmt ist, auf welchem alle Aebte, Prälaten undFürsten sich versammleten, und wegen cinrichtung der kirchen-zucht und Verbesserung derchvltcey unter Ferdinandv I. oder demgrossen, K onlge von Casttlten , mit einander berathschlaaten

Baron. tom. XI. an. 1050. 0 *

"feysison, MMlichstarcker, fluß inderPersianischen land-schafft Comanra. Er fleußt südwärts aus dem qebürae, ist im-mer trübe, gehet sachte fort, und fällt endlich in das Caivischemeer. Taverniers Persische reise-beschreibung, III., 1.

Coyet, (Petrus Julius) Schwedischer Staats-Minister un-ter den Konigen Carolo Gustavs und Carolö XI. Er war auseiner alten familie in Brabant entsprossen , von wannen seinevorfahren nebst unterschiedlichen andern der religion wegen ent-wichen , und nach Schweden unter dem Könige Erico XIV. jh,re zuflucht genommen. Seiner vorfahren einer, Julius Coyet,so Ritter von dem güldenen Vließ und General gewesen, istwegen einer victorie berühmt, so er an. 15z?. wider die Mohrenin Africa bey Gouletta erhalten. Da dieses Petri Julii vatter,Julius Coyet, von dem Könige Carolo IX. in Schweden demCzaar Michael Federowitz als General -Feld-Zeugmeister war0 überlassen worden, welchem er auch im kriege wider die Polen viel nützliche dienste geleistet, wurde dieser Petrus Julius mit-lerweile in Moscau an. 1618. gebohren. Nach des vatters ab-sterben trat er bey der Königin Christina in dienste, und verwal-tete bey ihr die charge ernes geheimen Cabinets - 8ecretarü.Der König Carl Gustav schickte ihn an. 1654. nach Engellandals ausserordentlichen Abgesandten, um Cromweln zum Pro-tectorat zu gratuliren , der ihn zum Ritter des blauen Hosen-bandes declarirte. Er hat diesen orden zeit seines lcbens getra-gen , nach seinem tobe aber wollte ihn König Carl II. nicht zu-rück nehmen. An. 16; 8. ward er zugleich mit dem Reichs-Schatzmeister Steno Bielcken als Ambassador nach Däne-marck geschickt, und brachte durch seine Vorsichtigkeit die insulHuen unter Schwedische botmäßigkeit, da er aber zu seinemKönige verreiset war, und unterdessen der krieg mit Dänemarckvon neuen angieng, ward Steno Bielcke, wie auch CoyetsHaushaltung verarrestiret. Er hat Samuel Pufendorffen, unddessen bruder Esaiä Pufendorffen fortgeholffen; der erstere warseines sohns Hofmeister, und der letzte sein 8 ecretarius. An.1662. ward Coyet nach Holland verschicket, an. 1664. nach En-gclland, und an. 1667. wieder nach Holland , woselbst er kurtzvor seinem absterben an dem Bredaischen frieden mit arbeitete,doch ehe er vollends geschlossen wurde, noch selbiges jähr den1 1. jun. starb. Was der Konig Carl Gustav vor ein vertrauenzu ihm gehabt, ist daraus zu schliessen, daß er 2. tage vor sei-nem absterben an ihn mit eigener Hand geschrieben , und ihmdes Reichs Wohlfahrt nach seinem tode anbefohlen. Pufendorf.in historia Caroli Gustavi. Pufendorffii spicilegium controvers.Aitzema , theatri Europ. tom. X. CromroreDi liier. Pufendorfflpraefat. ad Laurenb. Graedam antiquam. Memoires de Terlon.Barbeyrac , preface de sa traduction du Droit de Ia Nature& des Gens de Mr. Pufendorff. Beers leben der Könige inSchweden .

Coyet, (Friedrich) ein bruder des vorigen, war ausserordent-licher Rath von Indien und Gouverneur von Formosa. Dadiese insul an. 1662. von dem Chinesischen see-räuber Coxinga eingenommen wurde, wollte man ihn beschuldigen, daß er seinedinge nicht recht gethan hätte, aber die General -Staaten spra-chen ihn los, und er selbst hat sich in einer absonderlichen schrift,das vcrwahrlosete Formosa genannt, gnugsam vertheidiget.

* Coypel, (Antonius) vornehmster mahler des Königs inFranckrcich, war an. 1661. gebohren, und ein söhn NatalisCoypel, Directoris der Französischen Mahler-Academie zu Rom .Sein vatter muste ihn aufbefehl des Mr. Colbert, der an demjungen Antonio eine grosse fähigkeit zu dieser kunst vermerckte,mit sich nach Italien nehmen; worauf er sich nach jährenin der Lombardey aufhielte, allenthalben aber die besten stückeder treflichsten künstler aufsuchte, um sie nachzuahmen. Nachseiner zurückkunft ward er von Hertzog Philippo von Orleans ,einem bruder Ludovici XIV. zum Hof-mahler unter einer gutenpension angenommen , und an. 1714. zum Director der Pa-risischen Mahler.und Bildhauer-Academie erwehlet; das fol-gende jähr aber von dem Könige geadelt, und zu seinem vor-nehmsten mahler ernennet. Er verfertigte nebst vielen andernunvergleichlichen stücken die abrisse der Medaillen zu der Histo-rie Ludovici XIV. schrieb auch ein buch für la Peinture an denHertzog Regenten, in welchem er mehr als gemeine gclehrsam-keit gezeiget, und starb endlich den 7.januarii an. 1722. in dem61. jähr seines alters.

* Coysevop, (Antonius) ein berühmter bildhauer, war an.1640. zu Lyon gebohren. Er legte sich von jugend an mit sol-chem fleiß auf die bildhaner-kunst, daß er schon in dem 17.jähre seines alters bey den grösten und vornehmsten meistern zuParis zu arbeiten sich getrauen durfte, und nach zehen jährenvon dem Cardinal von Fürstenberg nach Teutschland abgeschicktwurde, wo er vor denselben viele stucke von besonderer Vollkom-menheit verfertigte. Nach seiner Wiederkunft in Franckrcich

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