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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Hat er sich gleichfalls st» wohl hervor, daß er an. 167s. in dieKönigliche Mahler-und Bildhauer - Academie und »war,ohne zuvor die geringern gradus durchzugehen, sogleich alsProfessor angenommen, nachgchends aber zum Rectore, Di-rectore, und endlich auch zum Lancellario perpetuo derftlbi-gen ernennet wurde. Er starb zu Paris an. 17,0. da er 80.jähr alt war. Er hat unter andern die figurcn und zierrathenan der grossen treppe zu Versailles , sowol aus marmor, alsmetall; ingleichen auch die helfte von den sieges-zeichen in dergrossen gallerie daselbst , wie nicht weniger viele maufolea undbrust-stückc von verschiedenen grossen Herren, Generalen, Phi-losophen , Rednern n. d. m. verfertigt, welche insgesamt sehrhoch gehalten werden, t’ermelhuis , eloge funebre de Coyfevox.

* (Coytier, (Jacobus) ein Leib-AIedicus Königs LudoviciXI. in Franckreich, lebte um das jähr 1490. Er wußte diesenHerrn durch schreckung mit dem tode dergestalt einzunehmen,daß er von ihm , was er nur wollte, erlangen konnte. Seineeinkünften erstreckten sich monatlich auf die 30000. thaler, undseine anverwandte waren durch ihn alle mit Bißthümmern,geistlichen Beneficiis und weltlichen bedienungen auf das besteversehen. Einst aber ließ sich der König durch einige Mini-ster zu dem entschluß bewegen, den Coytier nebst einziehungseiner einkünften auf einmal abzudancken. Dieser hatte kaumdurch den an ihn abgeschickten I'revör die ordre dißfalls erhal-ten , als er sich erklärte, daß er gar gerne gehorsamen wollte,aber nur dabey bedauerte, daß der König nicht länger alsnur noch vier tage zu leben hätte, welches er dem Prevöt imvertrauen anzeigen ivollte. Der König, als er dieses vernommen,zog zwar seinen vorigen beseht aus forchtvor sein leben zurück;ließ ihm aber zugleich den Hof auf ein vor alle mal verbieten.Coytier war dieses gar wohl zufrieden , und lebte hernach vonseinen ansehnlichen Mitteln im privat - stände, in einem hause,welches er ihm aufbauen lassen, und noch heut zu tage ge-zeiget Wird. Cominaus , memoires de Louis. Brice , descr.de Paris .

COZRI , oder CUZARI , ist der titul eines Jüdischen buches,welches an. 114°. von R. Jehuta Levita, einem Spanier, zuehren eines Königs Cosar geschrieben worden. Es begreift einedisputation von der religion in sich, in der form eines gefprächs,worinnen die Juden wider die Heydnischen Philosophos verthei-diget werden, und giebt eine umständliche Nachricht von denJüdischen lehrfätzen. Der author dieses buchs beruffet sich sehroft auf die rradiuones , und streitet dannenherv auch wider dieKaraiten, welches nicht zu verwundern, weil zu dieser zeit ohnedem zwischen den Karaiten und Rabbanistengar scharf disputi-ret wurde. Es ist dieses buch zuerst in Arabischer spräche ge-schrieben , und von R. Jehuda Aden-Tybbon ins Hebräischeübersetzt worden. Buxtorfius hat es zu Basel an. 1660. mit ei-ner Lateinischen Version drucken lassen , auch hat es ein Spani-scher Jüde, Aben-Dana, in die Spanische spräche übersetzt,UNd Nvteu hinzu gefüget. Hottinger. hist. eccl. P. III. c. ia.fest. 4. Simon. Buxtorf bibl. Rabb. Bartolocc. bibl. magnaRabb. tom. III. p. 61. seq. Buddei introd. ad Phil. Ebrasor.

* Cojumel, oder Caxumel, Carumet, eine sehr frucht-bare insul des Archipelagi Mexicani, nicht weit von der halb-insul Jucatan in Neu-Spanien in Nord-America. Sie warvor der Spanier ankunst sehr wohl bebauet.

* Craane, (Theod.) ein Holländer , war Doctor und Pro-feffor MediEina: zu Leiden, wie auch Chur-Brandenburgi-scher Rath und Leib-Aledicus, und starb an. 1688. den 27.mertz. Er hat Lumen rationale AAedicum; Oeconomiam ani-malem ad circulationem fanguinis dellneatam; Orationem inObitum Arn. Syeni, &c. geschrieben. Witte , diar.

Erabbe, (Petrus ) oder Lrabbius, ein gelehrter Francifca-tier-Mönch, welcher in seinem orden die vornehmsten würdenerhalten, und sich am meisten durch die collection der Goncilio-rum berühmt gemacht. Sie sind zu Cöln an. 1538. in III. vol.heraus gekommen, und Surius hat hernach daö vierte volumenhinzu gefüget. Er starb zu Mecheln an. 1333. im 83sten jähreseines alters. Andrea bibl. Belg. Miraus , de script. Lee.XVI. Witlot , Athen . Francisc. &c.

* Erabeth, (Theodoricus und Walther) zwey brüder undberühmte glas-mahler, welche einige für ursprüngliche Teut-sche halten, andre für Franzosen ausgeben wollen. Ihre Nach-kömmlinge behaupten aber, daß sie gebohrne Holländer gewe-sen seyen. Nach dem zengnis Wilhelm Tomberg, eines glas-mahlers von Gonda, sollen sie die ersten anfange ihrer kunstbey einigen Mönchen erlernet haben. Walther machte hieraufeine reise in Franckreich und Italien , und ließ aller orten,wo er sich aufhielte, einen gemahlten schild in den fensternals ein denckmal seiner kunst zurücke. Obwol nun diese zweygrosse meister gebrüdere waren, so eiferten sie doch schr auf ein-ander. Theodoricus enthielte sich in dem ledigen stände, Wal-ther aber verheurathete sich , und hinterließ einen söhn mit nah-men petrum, der nachmals Bürgermeister zu Gouda wurde.Groß allgemein Holl. Lexicon.

* Crabeth, (Adrian) ein dritter bruder der zwey vorherge-henden , war auch ein vortreflicher glas-mahler. Er erlernteftine kunst zu Gouda von Johann de Zwart, und übertraft inkurtzem seinen lehrmeister. Er begab sich hernach in Franck-reich, und starb zu Autun . Groß allgem. Holl. Lexicon.

Histor. Lexicon 11. Theil.

* Trabeth, (Walther) ein groß-sohn des obigen walthers,war auch ein sehr guter mahler. Um seine kunst desto höher zubringen, that er eine reise in Franckreich und Italien , undkam erst 13. jähre hernach wiederum zurücke naher Gouda, all-wo er sich an. 1628. mit Adriana Vroesen verehelichte. Mauweiß weder die zeit seiner geburt noch seines todes. Großallgem. Holl. Lexicon.

Cracau, oder Lrackau , lat. Cracovia , die Haupt-stadtnicht allein der Woywodschafft gleiches nahmens, sondern auchvon Klein-Polen , ja des gantzen Königreichs Polen, hat einBißthum und eine Universität, und war vor diesem meistentheilsdie ordentliche residentz der Könige, die aber nunmehro zu War-schau ist. Sie liegt an der Weichsel , ohngefehr 9. meilen vonder Schlesischen, und etwas weiter von der Ungarischen gren-tze. Den nahmen Cracau hat sie daher bekommen, weil sie vonCraco , der im VIII. steculo regieret, erbauet worden. Vonselbiger zeit an hat sie immer zugenommen, bis endlich 4. städtedaraus worden, deren jegliche ihre eigenen beamten und Obrig-keiten hatte. Die nahmen davon sind Cracau, Casimiria,Stradomia und Clephard. Die erste ist mit mauren umgeben,welche mit einigen runden thürmen von ziegelsteincn und einemgraben bevestigt, womit selbige sich doch nicht sonderlich schützenkönnte, wenn sie nicht noch ein castell hätte, welches aus einemhohen selsen gebauet ist. Dieses ist ein groß steinern gebände mitzwey flügeln um einen viereckigten hofherum, allwo drey galle.rien , welche von Pfeilern getragen werden. Die Dom-kirche St. Stanislai ist wegen ihres Capitels und schatzes be-rühmt. Ausser dieser sind noch mehr als 50. andere kirchen inder stadt. Unserer lieben Frauen kirche stehet auf dem grossenplatze, nach welchem die 10. grossen straffen zugehen, und istmit vier reihen nach Italiänischer Manier gebaueter palläste um-geben. Die Universität wurde an. 1364. von dem Könige inPolen Castmiro I. angeleget, allein von Uladislao Jagellonean. 14«% erst völlig zu stände gebracht, und von Urbano V. con-firmirel; da dann die Professores aus der Sorbonne geholetwurden, weswegen die Universität Sorbonne genennet wird,gleichwie man Cracau das Polnische Rom nennet. Das Bi-schoffthum gehöret unter den Ertz-Bischoff von Gnesen, und er-strecket sich feine Direees über die Woywodschafften Cracau,Sendomir und Lublin. Es hat im übrigen Cracau verschiede-nes ungemach erlitten; als an. 1241.1260. und 1281. da sie vonden Tartarn erobert und meist zerstöret worden. An. 1291. kamsie unter der Böhmen gewalt, denen sie aber Uladislaus Locti-cus wieder entzogen hat. An. 1591. war zwischen den Catholi-schen und Protestanten eine grosse unruhe allhier, auch wurdean. 1606. die Lutherische kirche gestürmet. An. 165;. erobertendie Schweden diesen ort, nach einer belagerung von 5. Wochen.Derjenige theil davon, welcher Stradomia heißt, wurde fastgäntzlich ruiniret, und die einwohner musten die Plünderungmit 300000. reichsthaler loskauffen. An. 1702. als die Schwe,den wiederum einige zeit Cracau innen gehabt, entstund einfeuer in dem schlösse, wodurch dasselbe fast gantz ruiniret wor-den. Die meisten einwohner sind kauflcuthe und ausländer,welche von dem Könige naturalisiret worden. Es haben auchdie Jüden sreyheit, da zu wohnen, und in Casimiria eine syna.goge. Die Häuser sind steinern und wohl gebauet. Es giebtauch allda herum auf dem lande sehr schöne palläste und lust-häu-ser, ingleichen gar vortrefliche saltz-gruben. Es hat insonder-heit Cracau den vorzug, daß die Könige daselbst begraben undgecrönet werden. Denn ob gleich vormals zu Gnesen diese Kö-nige pflegten gecrönet zu werden, so geschahe doch die ceremo-nie an. 13 20. als Uladislaus Locticus gecrönet wurde, zu Cra-cau , von welcher zeit an es ordentlich allhier geblieben, o-a-

nter. de fitu Polonix & de rebus gestis Poion. A Micbovia ,chron. Poion. Alex. Guaguin. Staravolfcius. Pusend. hist. Carol.Gustav. Hartknoch. de reb. Poion. Thuan. hist. üb. LV. LeLaboureur, voyage de la Reine de Pologne.

Erackau, Crockau, oder Rrocka, ein adelicher marcksie-cken und Haus an der Pulßnitz, in des Amts Grossen-Hayna be.zirck, gantz an den Ober-Laußnitzischen grentzen, eine merke vonOrtrand . Es soll denen von Kitscher gehört haben. Zeilen to-pogr. Sax. sup. p. 1?. Knaut. prodr. Misn. p. i?o.

* Crackendorff, oder Rrackendorff, ein in Thüringen un-weit Weimar gelegener ott, wozu verschiedene dorfschafften ,als Redwitz , Haunfeld, Wickersdorff, rc. rc. gehören. GrafKrafft von Hohenlohe, und sein bruder Philipp Ernst kauf-ten solches Amt oder Herrschafft an. i6n. von Courten vonMandelsloo. Vorhero gehörte solches Graf Carln, und dessensöhne Graf Vollrathen von Gleichen. Durch kauf ist es an.1696. an die Grafen von Hatzftld gekommen, welche sie noch be-sitzen. Olear. syntagm. rer. Thuring . P. I. p. 236. Die Grafenvon Hatzftld besitzen solches pfands-weise von den Grafen vonHohenlohe. Greqor. jetz-florrrendes Thüringen , p. 210.

Tracow, Rrakow , eine von den ältesten und ansehnlich-sten adelichen familren m Pommern , welche aus Francken ent-sprossen , und vor zeiten Vieserod geheissen. Nachdem Georgevon Vieserod, ein söhn Alberli, an. 1239. mit dem Hochmeisterdes Terrtschen ordens in Preussen und in Pommern gekommen,und dessen söhn Gneomar an. 1279. von dem Heryoge Mestovi-no II. mit dem dorft Cracow im Stettinrschen ditirict belehnetworden, hat er den nahmen davon angenommen , und solchenauf seine nachkommen gebracht. Dresem Gneomar legt Mr-Kkkk» «aiius