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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Crates, zugenannt Mallotes , ein fohn Timocratis , warein Grammaticus und Stoischer Philosophus. Attalus schickteihn nach Rom , wie SuetoniuS angemercket. Plinius führetihn an , und Varro , >vie auch Strabo gedencken seiner.Er wurde, Homericus zugenannt , weil er 9. bücher Corre-ctionum über Iliadem und Odysseam des Homeri geschrie-ben. Er lebte in der CLV. Olymp. A. R. $94. A. M. 3824.A. C. röo. Suetnn. de illultr. Gramm. Plinius , lib. IV. c. 12.Varro , lib. VIII. de LL. Strabo , lib. I. XIII. & XIV. Vojs.de Hist . Grase. lib. III. p. 347. de Poet. c. 8.

Crates , von Pergamo , ein Griechischer Historicus, schriebein werck von den wunderbaren dingen, die in verschiede-nen landern anzutreffen. Plinius und Aelianus gedencken sei-ner., Diogenes Laertius redet auch von einem Crates, dercomödien nach der alten Manier geschrieben; ferner von ei-nem Redner aus der familie des Isocratis ; von einem Inge-nieur , der unter Alexandro AI. zu selbe gedienet; von einemPeripatetischen Philosopho ; von einem Academifchen Philoso-pho von Tarftn; von einem, der epigrammata gemacht; undvon einem Geometra. Plutarchus meldet von einem Cratesvon Athen , daß er ein comödien-schreiber gewesen, und amersten trunckene Personen auf dem theatro vorgestellet. Ohnediese sind auch noch viele andere dieses nahmens gewesen.Dioe.. Lairt. üb. IV. & VI. Plin. üb. VII. c. I. ALliunus, üb.XVII. de animal. Meurßus , bibl. Grase. & Attica.

Cratesipolis, Alexandri des tyrannen von Sicvonien ae-mahlin , welche nach ihres mannes tobe dieses Königreich be-hielt. Allein, weil die Sicyonier sie für eines tyrannen ge-mahlin hielten, so wollten sie selbige von dem thron stürtzen.Sie zog aber mit einer armee gegen sie zu selbe, schlugdie rebellen, und ließ 30. oder 40. der vornehmsten von denräbels-führern aufhencken. Solcher gestalt rächete sie ihresmannes tod, welchen sie umgebracht hatten, und jagte den-jenigen , die nicht gehorchen wollten, grosses schrecken ein.

Diodor. lib. X.

Cratinus , ein Atheniensifcher comödien-fchreiber nach deralten manier, verfertigte 21. comödien , und erhielt 9. malden preis. Er hatte so eine freye schreib - art, daß er auchnicht der vornehmsten bedienten der Republick verschonete,und Plutarchus sagt, daß auch Pericles nicht von ihm un-angetastet geblieben. Aristophanes mercket an, daß Cratinus zu der zeit gestorben, da die Lacedämonier den ersten einfallin das Alheniensische gethan , das ist, zu anfange des Pelo-ponnesischen krieges , welcher sich A. U. 323. Olvmpiad.LXXXVII. 2. A. M. 3393. A. C. 431· erhoben. Er lebte über9z. jähr, und sagt Horatius in einem briefe an den Mäce-natem, daß er einer der grösten säuffcr zu seiner zeit gewe,sen. Es ist auch noch ein anderer Cratinus, welcher jünger,gleichfalls aber ein comödien - schreiber von Athen gewesen.Ferner war ein Griechischer Grammaticus dieses nahmens,welcher zum öfter» von den Alten angeführet wird. Plutarcb.in vita Periclis. Horatius, üb. I. ep. 19. & lib. I. sät. 4.Meurßus, bibl. Grseca & Attica.

Cratippus , ein Peripatetifcher Philosophus , der zu denzeiten Ciceronis sehr berühmt war, und von ihm hoch geschä-het wurde. Er war zu Mitylene , woselbst er die Philosophiegelehret, begab sich aber nachmals nach Athen , selbige auchallda zu dociren ; woselbst er unter andern des Ciceronis söhnzu seinem discipel hatte. Cicero , der seiner zum öfter» rühm-lich gedencket, erhielt vor ihn von dem Cäsare das Röinischebürger-recht, brachte auch die Raths-Versammlung Areopagusdahln, einen fthluß zu machen, daß Crativpus in dieser stadtals eine sonderbare zrerdc derselben verbleiben sollte. Er warvon solchem ansehen, daß Brutus selbst, als er sich zu demkriege mit Marco Antonio rüstete, seine lectiones besuchte.Im übrigen ist auch, berühmt das gefpräche, so er mit demPompejo von der Göttlichen providentz gehalten , da Pompe­ jus nach der auf den Pharfalischen feldern erlittenen Nieder-lage nach Mitylene kam. Er hat auch von der divinationgeschrieben, wie aus dem Cicerone erhellet, und vielleicht istdieser eben der Cratippus , welchen Tertullianus unter dieje-nigen rechnet, die von träumen geschrieben haben. Cicero,de offic. üb. I. c. 1. üb. II. c. 2. lib. I. de divinat. &c.Plutarcb. in Pompejo ; in Cicer, in Bruto. TertuD. de ani-ma. Bayle.

Crato , ein schloß in Portugall, in der provintz Alentejo ,dem Maltheser-orden gehörig , allwo auch der Groß - Priordieses ordens residiret. Die einkünfte desselben werden auf.26000. ducaten gerechnet. Er hat 12. städte und 94. dörferunter sich, da er geist - und weltliche civil - und criminal -ju-risdiction ausübet. Es wird auch die charge eines Groß-Priors gemeiniglich nur Köniql. Prinben gegeben; wie sichdann noch Antönius der unächte, so sich nach Königs Seba-stiani tobe der Portugiesischen Cron anmassen wollte, davongeschrieben hat. Coneßag. unione del Portug . Colmen. de-lic. de Portug .

Crato , (Adam) oder Craft, war von Fulda , und wur-de von dem Landgrafen in Hessen nebst andern gebraucht, diereligion in dessen landen zu reformiren. Er ernennte ihn auchzum Professore Theologiae auf der neu-aufgerichtcten Univer-sität zu Marpurg , und nachgehends, da er sein land in3. di-

stricte oder vicecesen theilte , und 6. Superintendenten darüberverordnete, wurde dieser Crato über die Marpurgifche Dioecesin solcher qualität gefetzt. Er starb den 9. stpt. an. 1558. Ioa-chimus Camerarius , der zugleich mit ihm studiret, hat ihm dasleben Eobani Heßi dediciret, und gedencket seiner sonst auch anandern orten rühmlich. Camerarius , in vita Eobani Hessi, &in vita Melanchth. Seckendorf. in hili. Lutheran. üb. II. §. 14,& üb. 111 . §. 58· Freher. in theatro.

Crato , (Johannes) von Lrafftheim, ein berühmter Ale-dicus in Teutschland , wurde zu Breßlau an. 1519. den 20.nov. gebohren. Sein vattcr, Christoph Crafft, war Raths-herr daselbst, der ihn zu den studien anhielt. Er begab sichalso nach Wittenberg , mit dem Vorsatz Theologiam zu studi-ren , und Hörte nicht allein MelanchtHonem und Lutherum, son-dern erwarb auch dieser beyden sonderbare freundschafft, undspeiste 6 . jähr an des letztern tische: da er dann viele reden Lu­ ther ! aufgezeichnet, woraus hernach zum theil die sogenanntentifch-reden entstanden sind. Nachdem er aber verspürte, daß erzu dem Studio Theologico nicht geschickt wäre, ergriff er selbst,auf einrathen Luthers baS Studium Medicin* ; weswegen, da-mit er es desto besser excoliren könnte, er sich nach Italien be-gab zu dem berühmten Medico Johanne Baptista Momano,der zu Verona mit grossem rühm docirte. Er brachte es auchin dlesem Studio sehr weit , so, daß er endlich bey dem KayftrFerdinando I. und folgends bey Marimiliano II. und Rudol-pho II. in die 26. jähr einen Leib-Medicum abgab , wobey erdennoch die schriften der berühmtesten Theologorum las, undeinen grossen eifer vor die Protestirende religion bezeugte. ErHielt auch mit den gelehrtesten leuthen zu seiner zeit gute freund-schaffl, als mit dem Joachime Camerario , Conrado Gesnerv,Theod. Zwingers, Zach. Ursino , Johanne Sambuco , Paulound Aldo Manutio, Petro Victorio und andern. Er starbzu Breßlau den 9. nov. an. 138;. Er hat viele schriften hin-terlassen , als: ssagogen Medicin* ; Periocham methodicamin Galeni libros de Elementis, Natura humana , atra Bile,Temperamentis & Facultatibus naturalibus ; Consiliorum &Epistolarum medicinalium libros VII. ; de Morbo Gallico;Methodum Therapeuticam ex Galeni & Montani sententia ;Psalmum Davidis carmine redditum; Epistolam de MorteMaximilian! II. und andere mehr. Chytram, in monument.Simler. in bibl. Adam. vit, Med. Germ. Thuan. & Teijjier,addit, tom. II. p. 51. Moreau, de V. S. in pleur. Van derLanden , de script.'Med. Freher. theatr. *

Crator, ein freygekassener des Kayfers Antonini Philoso-phi , lebte im andern feculo. Er verfertigte eine ziemlich ac-curate Verzeichnung der nahmen der Bürgermeister und an-derer Obrigkeitlichen Personen, welche^ innerhalb 4;;. jährendie Römische Republick regieret hattem T'eophu. Antioche-nus , üb, III. ad Autolycum. VoJJius , de Hist . Grsecis, üb.II. c. 14. & üb. IV. c. 17.

* Crattovo, ein Türckisches Sangiacat oder Gouverne-ment in Servien, zwischen den grentzen von Albanien undMacedonien.

Cratylus, oder Cratilus, ein Philosophus von Athen ,war ein discipel des Heracliti , und nach dem tode Socratisein Praeceptor des Platonis. Er lebte A. U.3io. Olympiad.XCIV. A. M. 3360. A. C. 404· Plato hat sein buch de rectaNominum Ratione , Cratylus überschrieben. Diog. Lairt.lib. III. in vita Plat.

Cray von Scharffenftein, eine alte adeliche und nun-mehro Gräfliche familie im Rheinlande. Heinrich , der umdas jähr 1390. gelebet, hat den beynahmen Cray zuerst qe-führet, da dessen vorfahren sich nur von Scharffenftein ge-nennet. Sein söhn gleiches nahmens, der an. 1449. gestor-ben , wurde ein älter-vatter Philippi , von dessen söhnen fol-gende zu mercken sind: i.) Hua^ Dom - Dechant zu Trier und Probst zu St. Parili zu Speyer . 2.) Johann Philipp,des Teutschen ordens Comthur zu Mecheln . 3.) Philipp, an-fangs Dom-Probst zu Mayntz, und hernach an. 139?. Bi-schöff zu Worms , und 4.) Friedrich, Konigl. FranzösischerObrister und Fürstl. Lothringischer Rath, endlich an. 1384.Chur -Trierischer Obrister und Commendant zu Ehrenbreit-stein. Derselbe wurde ein vatter Hannibals, der an. 1602.als Obrist-Lieutenant vor Ofen geblieben, und Antons, Chur -Trierifchen Raths und Amtmanns zu Coblentz. Von dessensöhnen ward Adam Dietrich, Kayserlicher Obrister, HugoEberhard, an. 1610. Bischofs zu Worms , und Johann Phi-lipp, Schwedischer General-Feld-Marschall, von welchem derfolgende artickul handelt. Des letztern söhn, Johann Anton,hat fein geschlecht fortgepflantzet.

Im Rheingau hat eine alte adeliche famtlie von Scharffen-stein bis an. 1632. floriret , welche mit der vorhergehenden ei-nerley Ursprungs gewesen. Humbracht, v. Rhein . Adel, tab. g.

In dem Fürstenthum Sachsen-Gotha in Thüringen ist eineadeliche familie von Scharffenftein auf Goldbach und

t ochheim im ansehen gewesen, an. 1692. aber abgestorben.

oth. diplom.

Cray, (Johann Philipp ) Graf von Scharssenstein, Frey-herr zuRiefenberg, worein söhn Antonii Cratz vonScharf-fenstein, und Catharinä Gotthards von Metternichs tochter.Er war in seiner jugend Dom-Herr zu Worms , begab sich aber

hernach