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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wegen hülffe beym Turckischen Kayser Selim. Mahomet batden König Sebastian in Portugall um beystand, welcher auchmit einer starcken annee in Africanr setzte, und bey Tanger deny. jul. an. 1578. anländete. Den 4. aug. kam es bey Alcairzum treffen , da der König von Portugall erschlagen ward,Mahomet erstickte im morast, und Abdemelech gab in der sänf-te sitzend den gcistauf, daß also drey Könige auf einmal geblie-ben. Dieser Mahometanisthe Printz ist auch sonst unter demnahmen Mulei Moluc bekannt.

Abdemelech, siehe Ebedmclech.

* Abdemon, ein jüngling , der , wie man sagt , die gaabehatte, die von Salomon fürgelcgte ratzcl aufzulojen. Menan-der redt nach Iofephi bericht also von ihme: zu der zeit wäreein jüngling, genannt Abdemon, der die träum?, wel-che Salomon, der Rönig zu Ierusalem ihme Furlegte,auslegen konnte. Dio, Vene Jofephus auch anführet, se-tzet hinzu, daß da Hiram, der Konrg der Tvrier, die von Sa-lomon ihme vorgelegte rätzeln nicht auflösen konnte, und ihmedeswegen eine merckliche siinrme gelds bezahlt hatte, er hernachdem Salomon einen gewissen Tyricr, nahmens Abdemon, zu-geschickt habe, welcher nicht nur alle rätzeln Salomons aufge-löset , sondern hingegen ihme solche fragen fürgelegt hätte,welche Salomon nicht habe auflösen können. Joseph, antiq.Jud. üb. VIII. c. 2. & contr. Appion.

* Abdemon, ein Tyrier und freund der Persen, bemeister-te sich der insul Cypern, nachdeme Evagoras aus derselben ver-trieben worden: da aber Evagoras wieder in besitz derselbengelanget, ward Abdemon auch wiederum vertrieben im zwey-ten jähr derXOVII. Olympiad. oder ;yr. jähr vor Christi ge-

bUkt, Moreri.

* Abdemonaphes, oder auch Abdimonephes, ingleichenAbdemeneph, Abdimenep , ein Jfmaelite und vornehmerkauffmann seiner zeit, welche um das jähr 600. nach Christiqeburt fället, kaufte den unter denen Türcken hochgehaltenenMahomet an sich, welcher sich auch so wohl bey jenem be-fand , daß er nicht nur die kauffmanns - wissenschafft bey ihmwohl erlernete, sondern auch nach dessen tode so glücklich war,seines Herrn reiche wittwe zur ehe zu bekommen.

Abdenago, siehe Abednego.

Abdeone, siehe Abeone.

Abdera , eine see-stadt in Thracien , nicht weit davon, wosich der fluß Nestus in die see ergeußt. Etliche wollen, daß dieschwester des Diomedis selbige sundirt, und mit ihrem nah-men belegt; sie sey aber in der XXXI. Olymp. A. M. ;;-8.A. C. 6;6. von den Clazomeniern wieder erbauet, und mitderen nahmen benennet worden. Herodotus meldet, daß sieunter der anführung des Timesii nur den gründ dazu geleget;sie wären aber davon verjaget, und also die stadt eigentlichvon den Tejensern erbauet worden, da diese lieber ihr vatter-land mit dem rücken ansehen, als sich durch den Harpaguinunter die bottmäßigkeit des Cyri dringen lassen wollen. Äpol-lvdorus sagt, es habe sie Hercules bey dem grabe seines freun-des und gefehrtens Abdera, welchen des Diomedis pferde zer-rissen, erbauet. Bey diesem ort soll ein seid gewesen seyn, dadas viehe, wann es darauf geweidet, rasend worden. Zu denzeiten des Königs Cassandri in Macedonien soll sich allhier ei-ne grosse menge ftösche und mäuse einaefundcn haben, daßdadurch die einwohner sich gezwungen gesehen, andere Wohnun-gen zu suchen; es scheint aber, daß sie bald wieder in ihr vat-terland gekehret, oder diese stadt von andern sey eingenommenworden. Was Lucianus von der unsinnigkeit der Abderiten ,welche sie als ein hitziges fieber überfalle», berichtet, solches hatsich unter der regierung des Königs Lysimachi zugetragen. Eswurden sonst die Abderiten vor tumme und einfältige leuthe ge-halten, nichts.destoweniger sind aus ihnen grosse männer ent-sprossen, als Protagoras, Democritus, Anararchns, Hecateus,ein historicn-schreiber, der Poet Nicenetns und andere. Ludan.

Juflm. Plin. lib. I. c. n. Mela üb. II. Ariun. Stephan, inAbdera . Apoümt. p. 11g. Thucyd. lib. II. p. 166. Bayle.

Die unsinnigkeit der Abderiten kam von einem hitzigen fieberher, welches sich nach dem siebenden tage durch eine crismverlohr; währender zeit, daß sie damit behast, waren sie insge-samt coniödianten und recitirten wo sie giengen und stunden ,stücke aus den tragödien, sonderlich aus des Euripidis Andro-meda. Dieses Übel erhub sich im sommer, und währte bisauf den darauf folgenden sehr kalten Winter. Aus des Ovidiidisticho in lbin. v. 494.

Aut te devoveat certis Abdera diebusSaxaque devotani grandine plura petant.

ist zu schliessen, daß sie eine gewohnheit gehabt, krafft welcher sieeinen menschen verwünscht und verfluchet, und alsdenn gestci-nigel haben. Bayle.

Abdera, war eine stadt in Spanien an dem Mittelländi-schen meer gelegen, und von den Carthaginensern erbauet.Strabo lib. III.

Abderam I. oder Abnalrahman , König der Mauren inSpanien , die sich zu Cordua vest gesetzt hatten. Er verheer-te gantz Castilien mit einer armee von ;oooo. Mohren zu Pfer-de, und 200000. zu fuß , so ih,n aus Aftica zugckoinmen wa-ren, nahm in ivrniger zeit alle Plätze wieder ein, die vorhin dieChristen von den Arabern erobert hatten. Nachdeme er sichHjstor. Uxieon. I Theil.

also Castilien, Aragonien , Navarra und Portugall nnterwürf-fig gemacht, und nur noch der initternächlige theil von Spa­ nien übrig war, machte er sich an Toledo , wurde aber gezwun-gen, die belageruna aufzuheben; darauf er hin und wieder al-les verheerte, daß die Spanischen Historien - schreiber ihn vorden zweyten verwustcr Dpamens halten. Das folgende ,ahraber belagerte er gedachte stadt noch einmal, eroberte sie auch,und setzte seinen söhn zum Gouverneur dahin. Er sta.b an.790. als er 90. jähr regieret hatte. Maruma , lib. 11 . c. 20.Marmol . Afr. lib. II. c. 19.

Abderam II. König von Cordua, machte mit dem Köni-ge Ramiro von Castilien einen stillstand, ließ sich aber durchdie Africaner verleiten, die waffen von neuein zu ergreisscn.Ramirus bat ihl daß er den getroffenen stillstand hallen moch-te; allein Abderam forderte 100. ,u»ge mägdlein zum lährli-che» tribut, wie seine vorfahren. Diefes anmuthen gieng Ra-miro dermassen zu hertzen, daß er zu den waffe» griff, und bei»Abderam besiegte. Er hat zum ersten seinen nahmen aiif dieArabische müntze prägen lassen, und ist um das jähr 8>9- oderwie andere fetzen an. 8;». im ;i. jähre seiner regierung ge-storben, nachdem er 4;. söhne und 42. töchter gczeuget. Mar.mal. lib. II. c. 22. DHerbelot, bibl. p. 9.

Abderam in. mit dem zunahmen der erheber des gesä-tzes. Nachdem er öfters gegen Garcias, König von Leon, denkürtzern gezogen, rüste er an. 916. hülffe aus Africa, und con-tinuirte den krieg etliche jähr wider die Christen, die ihm Pain,pelona und einige andre wichtige Plätze wieder abnahmen.Diesen und andern mehr erlittenen schaden schrieb er der vonihm den Christen gegebenen frenheit zu , sich in seinen landenzu verehelichen, und befahl dahero , daß alle Christen, so sichmit den Mauren in Heurath eingelassen, sinnt ihren kindcrndie Mahometanische lehre annehmen sollten ; worüber vielezu Märtyrern wurden. Er starb an. 958. oder 961. nachdemer Über 90. jähr regiert hatte. Mariiina. MarmoL Üb. II, c.26. D'Herhelot, p. 9.

Abderam IV. ein söhn Almansors, war der letzte König zuCordua, von dem Abderamischen stamm, führte ein wüstes le-ben, und hatte wenig lust zuin kriege; dadurch die Araber an-las nahmen, sich wider ihn zu empören, und zwar in Africa unter dem commando des Solimans, und in Spanien unterder anführung Mahomets, welcher diesem Abderam gift bey-brachte, und sich an. 1002. auf dessen thron setzte. Mariana.Marmol. Üb. II. C. 28·

Abderam, oder Abdiram, Vice-König der Mauren inSpanien , war zu seiner zeit ein vortreflicher kriegs-held, so, daßAmirel-Memum», oder Miramomolin, Kayser der Saracenenin Africa , durch desselben beystand Franckreich und Italien bald zu bemeistern hoffte. Es gieng auch Abderam mit einerarinee von 400000. mann in Franckreich, und brachte in kur-tzem Langucdoc, Querci, Givaudan, Auvergne und Poitou un-ter seine gewalt; Carolus Marteüus aber lieferte ihm an. 752.bey Tours auf einer grossen ebne, so noch heut zu tage dasselb 8. Martini de Bello genannt wird, ein treffen , woriu-nen Abderam z69000. mann verlohr, und selbst das leben ein-büßte ; Carolus Marteüus hingegen vermißte nur bey 1900.mann, welche zu ansang der schlacht geblieben, wiewol einigedie zahl der gebliebenen auf feiten der Saracenen viel geringermachen, und melden, die gantze armee derselben sey nicht über80. bis ioocoo, mann gewesen. S;gesert. AnaJtaJ. annal. Me-tens. Fredepar. app. ad Greg. Tur. üb. X. c. 108· Baron. Me~2eray, abrege chronol. tom. I. p. 192.

Ein Arabischer geschicht-schreider, so in der Königlichen biblio-theck zu Paris geschrieben aufbehalten wird, will zwar, die Sa-racenen hätten sich, als man bis in die nacht heftig gefochten,selbst zurück gezogen, und wieder nach Spanien geeilet: geste-het aber, sie hatten da den rechten kern ihrer kriegS-Ieuthen ver-lohren, sonderlich wären da ihre Pratoriani, von ihnen die ar-mee des Königl. pallasts genannt, in stücke zerhauen worden.Wie damalen die fachen m der weit stunden, so ist menschli-chem urtheil nach fast nicht zu zweifeln, daß wann ihnen dieseschlacht geglückt, sie sich dadurch meister von der gantzcn dama-ligen Christenheit wurden gemacht haben. Nur 20. jähr vor-her hatte ihnen ein einiger sieg wider Rodericum Konig in Spa­ nien die völlige herrschasst über gantz Spanien zuwegen gebracht.

s Abderama, den die Araber Abdalrahman nennen, wa-^re in dem VIII. feenlo Gubernator von Spanien unter derregierung des Califs Ischam oder Hcscham, suchte des CalifsReich noch durch die croberung von Franckreich zu erweitern,nachdeme er schon gantz Spanien unter das joch gebracht hatte.Die Saracenen hätten zwar ursirch gehabt mit dem bisheroeroberten sich zu vergnügen; doch wäre es auch sehr natürlich in ei-nem so schönen und siegreichen lauffnicht einsmals still zu stehen.Wann wir die geschichte des Abderama, von einer Saraceni-schen feder beschrieben hätten, so wurden wir ohne allen zwci-fel daraus ersehen, daß dieser grosse kriegs-held von der natliraleichsain zu dein zweck formiret worden, damit er in demstand wäre den unumschränckten ehrgeitz seines Herrn zu ersät-tigen ; wir würden vecnehtnen, daß er einer der tapfersten Hel-den gewesen, die jemals gelebt haben, und daß sein gantzcr le-bens-lauss nichts anders gewesen seye, als eine unnnterbrochnefolge von sieg und triumph. Die Saracenen waren in Lan-guedoc eingefallen, und hatten Narbonne und Carcassonne cin-C genoin»