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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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z8 abr

ab s

Abrodratus, siehe parrhasius.

Abrohone, siehe Abronome.

Abrolhos, heist so viel, als: Thuedie äugen auf, undist eine kleine insu! in Sud-Ameriea,zwischen derBraftiiam sehenküste und dem Goubernament von R>o grande gelegen, welcherdie Portugiesen wegen der vielen kiippen, so sich sehr weit in diesee erstrecken, diesen nahmen gegeben.

' Abron, ein Athenienser, hat ein buch von fest-tagen undopfern der alten geschrieben. Man weiß nicht, wenn er gelebet.Dieses werck wird von Stephans angeführet; und sagt man,daß er noch andere schriften hinterlassen.

Abron, ein Grammaticus aus Phrygien oder Rhodus gebür-tig, hat die Rhetoric zu Rom gelehrt.

Abron, von Argos, errettete looo junge Corinther von derHand Philonis, so damals zu Argos herrschte, und diese jungemannschafft zu todten beschlossen hatte. Abron retirirte sichdarauf nach Corintho, altwo seinem cnckel Actäon ein sonder-liches Verhängnis zustieß. Siehe Actäon.

* Abron, ein Athenienser,wäre ein söhn Lycurgi, eines der ze-hen Rednern, von welchen Plntarchlis ein eigenes buch geschrie-ben hat. Seine Mutter Caltstv mit nahmen, wäre die tochtereines andern Abron. Der erstere aber starbe nachdeme er deingemeinen Wesen viele gute dienste geleistet hatte. Piutarch. indecem Oratoribus.

* Abron, ein sehr reicherArgiver,welcher sich ungemein präch-tig und kostbar in seinen fachen aussührte. Einige stehen in dengedancken,er feye der anlas gewesen zu dem Griechischen spruch-wortΑβξάνος βίος , d. i. ein Abronisches leben, dadurch einweiches und wollüstiges leben angedeutet wird. Suidas .

* Abron, ein fluß in Franckreich, welcher aus der provintzBourbonnois kommet, von bannen in die landschafft Nivernoisgehet, und sich in die Loire ergeußt. Unw. Lexkon.

* Abrone, eine kleine stadt im Hertzogthum Mayland. Unk·.

Lexicon.

* Abronichus, ein söhn Lysidis, ein edler Athenienser, dessendienste sich Themistocles in dem Persischen kriege, und in der Ge-sandschafft bey den Lacedämoniern wohl zu gebrauchen gewust.

Jierodotus VIII. Thucydides I.

Abronius Silo, siehe Silo.

Abronomes, oder Abrocomes, des Darii söhn, den er mitseines bruders Atarnis tochter gezeugethatte. Erwürbe zu-samt seinem bruder Hyperanthes von den Lacedämoniern beydem engen paß Thermopylä erschlagen, und wurden so gar bey-de auf besLacedamonischenFeld-HerrnLeonidä leichnam todt ge-funden,als sie des KönigsTerxis feldzuge wider dieGriechen bey-wohneten. Herodot. üb. VlI.

* Abrota, eine qemahlin des Megarensischen Königes Nistaus Böotien gebürtig. Ihre besondern lügenden und klugheithatte sich bey ihrem gemahl so tief eingedrucket, daß er nach ih-rem absterben ihre gebeine in die kleider, welche sie bey lebzeitengetragen, einwickeln ließ; auch dem frauenzimmer zu Megaraanbefohlen, beständig dergleichen kleider zu tragen, als der Abro-te ihre ehemals gewesen, das andencken derselben auf solche wei-se desto länger beyzubehalten. Sie beobachteten auch solchenbeseht eine weile; und da sie hernach ihre vorige kleider wiederhervorsuchen wollten, wurden sie von dem Oraculo durch einenausspruch daran verhindert. Plut. Quaeft. Grase.

* Abrotelia, Abrotelis Tarentini tochter, eine weibs-person,welche in der Philosophie wohl erfahren, und der Pythagorischensecte zugethan war, wiewol sie Stanlejus, ein gelehrter Engel-länder, mit der berühmten Lasthenia aus Arcadien für eine halt.

vid. Menagtum , de mulierib. Philosoph, p. 61. n. 103. Stankt.hist. Phil.

* Abrotonum, eine stadt in Africa , welche vom StraboneGeograph. 17. v. 1192. und Pliniv H. N. lib. V. 4. inglcichenStephans, um diejenige gegend gefttzet wird, wo in der altenGeographie Leptis und Syrtis gewesen. Sie mag diesen nah-men entweder von dem bekannten kraute Abrotonum , oder vonAbara, welches so viel als eine fuhrt heisset, bekommen haben.Bocbart. Chanaan. I. 24. p. 481.

* Abrotonum,oderAbrotonus,wäre die mutter desThemi-stoclis, welche aus Thracien entsprossen ware.Sie wird aber voneinigenEuterpe genennet.-W«». V. II. XII. 4;. P/ar.inThemist.

* Abruabania, ober Aprudbavna, ein grosser marckt-fle-cken in Siebenbürgen , 5. meilen von Weissenburg am flusse Om-pa. Er wird von Wallachen, Ungarn , und etlichen wenigenSachsen bewohnet, und ist das vornehmste gold-bergwerck inSiebenbürgen allhicr befindlich: dahero diestr ort fthon vondenen Römern Auraria genennet worden. Baudrand.

* Abrunculus, oder Aprunculus, Bifthoff und Beichti-ger zu Trier , nahm an. 528. das Bißthum an, und starb an.z3 2. Seine reliquien brachte man nach der zeit von Trier nachSprengersbach, wie denn auch etwas davon zu Helmwardes-huysen vorhanden ist. Zu Bruchsal wird er als Patron vereh-ret. Ihm ist zu seinem gedächtnis der 22. april gewiedmet. U-

niverjal-Lexicon.

' Abruscto, (Nicol. Johannes de) ein Iuriste aus demNeapolitanischen, welcher in dem XVII. feculo gelebet. Er

gab 1663. heraus Facem geminam , quarum altera ad poffes-lionis , altera ad proprietatis leges üluminandas accenditur.Toppii biblioth.Neapol.

Abruzzo , lat. Aprutium , eine landschafft in dem Königrei-che Neapolis, begriff das gröste theil des Sammler und Picenerlandes. Es wird in das disseitige und jenseitige getheilet, ist ü-beraus fruchtbar und von temperirter luft, bringt allerhandfrüchte in Überfluß Herfür, und giebt sonderlich guten saffran.An. 1706. wurde diese landschafftchurch ein erdbeben dermassenverderbet, daß von den meisten städten wenig mehr zu sehen ge-wesen, und unter den verheerten gebauden über 3000. todte men-schen gefunden worden. Mazzella regn. di Kap. Alberti Ital.Mercat. Sanson .

Abs, siehe viviers.

* Abfa, ein grosser flecken nicht weit von Adrianopel inRoinanien. Die Türcken haben allda einen prächtigen teinpeloder mosquee, samt einem sehr grossen Caravanserai, 10 mit dley

gedeckt ist. Leunclavius. Des Hayes. Tavernier.

* ABSAGI , die Absagen,ein volck bey demCaucaso, dessen ineiner sammluna Analiahi Libliotbecarii ^ welche der P. Sir-mvnd ausgegeben hat, Meldung gethan wird. Der fluß Absarentspringet in ihrem land,und fliesset von dar in Armenien , s/--?.lib. VI. c. 4. 9.

Absalom , desKönigs Davids söhn, ermordete seinen bruderAmmon A. M. 2948. A. C. 1036. weil er seine schwester geschän-det hatte. Nachdem er dieses mords halben eine zeitlang fluchtiggewesen,wurde er endlich wiederum ausgesöhnt, und nach Jeru­ salem gelassen. Einige zeit hernach fieng er aufruhr an, vertriebseinen vatter ausIerusalem,schändete dessen kebsweiber, und lie-ferte endlich dessen armee eine schlacht, welche er aber verlohr.Auf der flucht blieb er mit seinen haaren an einer eiche hangen,und wurde von Ioab mit 3. spiessen erstochen; worüber Davidgrosses leid bezeugete. Dieses geschahe A. M. 2935 A. C. 1029.2. .Sslw.XIII. seq .Joseph, lib. Yn.Tomiel & Sultan , in ann.V. T.

Absalom , ein Canonicus Regularis desAugustiner-ordens inder AbteySt. Victoris zuParis, ist um das jähr 1120. berühmt,und nach einiger meynung in dem Trierischen zu Speyerbach Abt gewesen. Er hat 31. Sermones hinterlassen, welche DanielScilincus, ebenfalls Abt von diesem kloster, in dem XVI. feculoan das licht gestellet. Sie sind zu Cöln, unter dem titul: Sermonesfestivales LI. zusammen gedruckt worden. Einige meynen, daßdieser Absalom eben derselbe sey, dessen jetzo soll gedacht werden.

Miraus bibl. eccl.

Absalom , oder Axel, ein berühmter Ertz-Bischoffzu Lunden,war aus einem bekannten geschlecht in Danemarck entsprossen.Sein groß-vatter wurde Skialmo Huid,oder der weisse Hund ge-nennet. Etliche geben vor, daß er anfänglich Abt zu St. Geno-vefa in Paris gewesen, und von dem Könige Waldemaro I. be-ruffen worden, den Christlichen glauben in den mitternächtigenländern, sonderlich der insul Rügen, so Waldemar unter sichgebracht hatte, zu lehren. Solches soll er auch mit grossem flcißgethan haben, dannenhero er an. 1137. zum Bischofszu Rot-schild, und an. 1178. zum Ertz-Bischoff zu Lunden gemacht wor-den. An. 1161. hat er das Cistercienser-kloster zu Sora, und an.1167. das schloß Arelhuß inSeeland,so nachgehends den nahmenStegelburg erhalten,und aus welchem hernach die stadt Coppen-hagen entstanden, erbauet. Er ist nicht allein bey WaldemaroI. sondern auch bcyCanuto VI. in grossem ansehen gewesen, undwird wegen seiner klugheit, gelehrsamkeit und beredsamkeit ge-rühmt; auch haben sich die Könige seiner in staats-geschäfftenbedienet ; ja er selbst hat kein bedencken getragen, die waffenwider die Heydnischen völcker zu führen. Endlich ist er in demkloster zu Sora den 29. mertz an. 1201. im 73. jähre seines al-ters gestorben. Saxo Grammat. lib. XIV. XV. Helmo'dus lib. II.Arnold. Lubec. ad Helmold. lib. III. Crantz. Daniae lib. V. &Vandal. lib V. Huitfeld. chron. Daniae. Cypreus annal. Episc.Slesvic. Meurfius.Ponta.nus &c.Moüerus , in hypomn. ad Barth.descr. Dan.

* Absarus, ist beyPIinio D. X. VI. 4. der nähme einer stadt;inglcichen bey Ptolemäo ein fluß in Iberien, oder in dem kleinernArmenien ; heisset auch bey einigm Apsorrhus, Apsarum, Ap-sarus. Univerjal-Lexicon.

Abschatz, ein uraltes adeliches nachmals Frcyhcrrliches ge-sihlecht in Schlesien, woselbst es bereits vor dem XII. feculo be-rühmt gewesen. Es hat sich in drey linien getheilet: in die vonAbschatz aus dem Hause Reuthe ; die aus dem Hause Sobor, bey-de in dem Glogauischen Fürstenthum. In dem XVII feculo sindunter andern berühmt gewesen, George von Abschatz, aufCummernig, Fürstlich Oelsnischer Rath an. 1612. JohannErasmus von Abschatz, aufRauske, des Liegnitzischen Für-stenthums Landsbestellter an. 1687. u. a. m. Luc* Schief,chron. p. 1784.

Abschatz, (Hans Aßmann, Freyherr von) aus dem jetzt er-wehnten gefchlechte,Herr aufMörbitz,Nieder-Gölschau, Bärsch,dorff, Petschkendorff und Lederosa, war den 4. sebr. an. 1646.gebohren. Sein,vatter gleiches nahmms, war Abgeordneter desLiegnitzischen Furstenthums, welchen er in seinem 3. jähre ver-lohr, und feine mutter Margaretha von Kanitz. Den gründ sei-ner wissensthafft legte er in dem Gymnasio zuLiegnitz, worauf ervon i66ü. an zu Straßburgund Leiden studirte, und sich dar-