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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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mals einem reichen unterwerffen, weilen dieser von demHimmel viel weniger begünstiget seye als jener , nach dem aus-spruch des Mahomets in dem capitcl von den weibern. Es hatdieser Lehrer auch ein sehr geistreiches buch geschrieben von derzubercitung zmn gebät. DHerbeiot.

* Abulaliah, ein Rechtsqelehrter, dessen bedencken bey de-nen Mahometanern sehr hoch geachtet werden. Die auslegerdes capitels Anfal , in welchem von der austheilung des demfetnb abgenommenen raubs gehandelt wird , führen diesen scri-benten an. DHerbeiot , biblioth. Orient.

* Abulcasscm, der söhn Obeiddallah, des ersten Califen inAfrica aus dem gcschlecht der Fathimiten, ward von seinem vat-ter mit einer mächtigen armee in Egyptcn geschickt, um sichdieses lands zu bemeistern; allein er ward von denen Generalendes Abaßidischen Califs Moctader geschlagen. Er kam einzweytes mal in Egypten, und nähme die stadt Alexandria ein,die er aber nicht behaupten konnte, weilen er nochmals geschla-gen wurde, durch Munas den verschnittenen; und so musteer wieder naher Cairoan ziehen, daher er gekommen wäre.Ebn Barick sagt, diese zweyte niederlag habe er erlitten in demjähr der Hegira zog. welches mit dem jähr Christi 920. über-einkommt. DHerbelot, biblioth. Orient.

* Abulden, sonst auch genannt Ibrahim Ben Abdallah alHamaovi, wäre aus Hama in Syrien gebürtig, und hat eineArabische Historie geschrieben. Er starbe im jähr der Hegira652, oder 642. Er ist übrigens auch bekannt unter dem nähmeAbu - Jshack Ebn Abildem, unter deine er ein werck geschrie-ben hat, dessen titul ist Adab al Cadhi, d. i. von denen pflich-ten eines guten Richters nach denen gründ -satzen des Schafei.

DHerbeiot, biblioth. Orient.

* Abulfaragiuö Alesfahani, wäre aus dem Ommiadi-schen geschlecht, und dennoch liesse er sich dadurch nicht abhaltenvon annehmung der secte des Ali, welche sonsten mit seinemgeschlecht in groster feindschafft stunde. Er schriebe ein Ara-bisches lieber - buch unter dem titul, Ketab al Agani, welcheser dem Sultan Seifcddulat, aus dem Hause Hamadan , auf-trüge. Dieser liesse ihme dafür raufend güldene Dinars bezah-len , und dennoch geriethe Alesfahani in solche armuth, daß,da er neben deine mit einer lähmung der gliedern behaftet wä-re , er seine schristen dem Schekiki verkauffen muste ; dieserbrachte sie in Spanien dem Calif Mostanser, der ein söhn desNasser wäre. Wegen diesem umstand sind diese schristen sehrrar, und werden noch heutiges tages fast nur in «Lpanien an-getroffen. Er starb im jähr der Hegira ;;6. oder nach Christi

gebukt 966. DHerbelot , biblioth. Orient.

* Abulfaragius Ben Ali, Den Algiusi, ist der nähmeeines Lehrers, welchem noch der zunähme Hanbali gegebenwird, weilen er der Hanbalitischen secte zugethan wäre. Erward auch genannt Vae;, d. i.,der Prediger, weilen er alleandern Prediger seiner zeit weit überträfe. Man haltet die pre-digten, fd noch von ihme gefunden werden, sehr hoch. Er wardgebohren im jähr der Hegira 510. und starb im jähr 597. Oma-deddin sagt von ihme, er habe sich in mehr treffen gefunden,als fönst jemals ein anderer Prediger. Er begleitete in der thatfast immer den Saladin, oder andere Fürsten von seinem haus,in ihren feldzügen. DHerbeiot.

* Abulfarah, ein Persischer Poet, aus der provintz Sege-stan gebürtig, welcher deswegen auch öfters Al-Segestani ge-nennet wird. Er wäre sehr gelehrt, sonderlich in der ticht-klmst, davon er verschiedene tractaten geschrieben hat. Dergrosse Onserin, welcher für ben Fürsten der Persischen Poetengehalten wird, wäre ein lchrjünger des Abulfarah gewesen.Er hat sich sonderlich an die Sangiurischen Fürsten , welcheKorasan beherrschcten, gehalten: Allein eben diese treu gegendem Sangiurischen geschlecht brachte ihne in gröste gefahr,nachdeme Abu Ali der letzte Fürst dieses geschlechts von Mah-mud überwunden und gefangen worden ist: dann Abulfarahhatte verschiedene getichte verfertiget zum lob des Hauses desSangiurischen geschlechts, und viele spöttische reden wider denSultan Mahmud mit cinfliessen lassen. Da er nun in diesesFürsten Handen gerathen wäre, wollte er ihne seines frevelshalben strafen und tödten lassen. Allein Onserin, weicher beydem Sultan viel vermochte, erhielte seine gnade, und theiletenoch über das mit dem Abulfarah ein herrliches geschenck, soer kurtz zuvor von dem Sultan empfangen hatte. DHerbeiot ,biblioth. Orient.

Abulfeda, siehe Abelpheda.

Abulgalid, Calife in Syrien , siehe Gualid.

* Abulhelm, gebürtig von Murcia in Spanien , war eingrosser Mathematicus , und liesse sich haushäblich zu Damafcusnieder, allwo er zugleich die artzncy und specerey-handel triebe,um etwas zu gewinnen. DHerbeiot , biblioth. Orient.

* Abulhenum, oder auch Abuhenum, ein König vonMarocco , welcher seinen vaUcr Adul Hassen mehrere jähr langbekrieget, und in verschiedenen schlachten überwunden hat.Weil Petrus, König von Castilien , ihme in diesem krieg qc-holffcn; so halffe er ihme hinwiederum, die Königreiche Tu­ nis und Tremesen zinsbar zu machen. Um sich an Addallavon Granada zu rächen, gegen welchem er eine uns unbekann-te ursach des Mißvergnügens hatte, schickte er ihme um dasjähr Christi 1396. einen vergifteten Helm, davon derselbe in-

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nert ;c>. tagen gestorben ist. Das jähr, in welchem Abulhe-num gestorben , ist nicht bekannt. Ihme folgte in der regie-rung fein söhn Mahomet. Marmoliui. Morert.

Abul-Heun, siehe Abu.

* Abul Hussein Essovhi, ein Arabischer Weltweiser, wäreaus der stadt Bagdad gebürtig, da er in den damals berühmtenschulen die Philosophie und mathematische wissenschafften mitgrossem fleiß erlernete. Er wurde darauf selbsten einer der be-rühmtesten Männern, und that sich in der Astrologie insonder-heit hervor. Man pflegte von ihm zu sagen; er habe den Him-mel besser verstanden, als Ptolemaus die erde. Er ist der cr>ceunter den Arabern gewesen, der die planeren und sirsternen mitbildern abgemahlet. Er starb zu Bagdad an. Hegira 38;. oderum an. Christi 98z. Man muß ihn mit Abul Husain AI-Sofi,obschon er schier zu eben der zeit gelebt, nicht verwechjeln. LeoAfric. de Aied. & Philos. Arab. Ij. Bruckers philos. Historie,1 '. V. p. 190.

* Abulhuseni, ein Africanisches volck, in dem KönigreichDara, bey dem Königreich Marocco . Hofimmni Lexic.

* Abulites, oder Abuletes, wie ihn Diodorus nennet, einPerser, welcher zu Atexandri AI. zeiten Persischer Gouverneurüber Susa war; weil er aber sich bey zeiten an AlexandrumAI. ergab, erhielte er dadurch, daß er bey seinen gehabten eh-ren gelassen wurde. Nachmals aber wurde er, entweder wiePlutarchus will, in fesseln und banden geleget, weil er demaus Indien zurückkehrenden Alerandro nicht mit Proviant, anwelchem dieser Mangel litte, war zu statten gekommen ; oderwie Arrianus schreibet, weil er sein zukommendes amt nichtrecht verwalter, nebst seinem söhn getödtet. dm. Sie. XVII.Arriax. VII. 4. Curt. V. 2.

* Abulla, einer derjenigen zween durch die krinst gemachtenflüssen, welche die gegend und gebieth der in glückselig Arabien,bey dem ausfluß der beyden flüssen Tigris und Errphrates in denPersischen meer - busen, gelegenen stadt Bassora oder Balscraumgeben. Der andere fluß hcisset Mocali. Die gegend, welchevon dem Abulla befeuchtet wird, ist die angenehmste und frucht-barste in dem gantzen Ottomannischen Reich. Fetr. Dan. Hwe-tim , de situ Paradili, cap. 17.

* Abulmaali, ein Persianer, und wohl erfahrner Rednerzu des Königes Bahram Schachs zeiten. Das in gantz Orientberühmte moralische buch Humaiun Nameh , das Königlichebuch genannt, übersetzte er aus dem Arabischen in die Persischespräche, in welcher er unter dem titul Kelila Wadimna be-reits auch in Europa bekannt, und von Sebastian GottfriedStarcken Lateinisch übersetzet worden. Stoii. hiit. der gelahrth.

DHerbeiot.

* Abulmahan, und Ghtl Mirzah, die zwey legten Für­ sten von dem geschlecht Tamerlanis, regierctcn in der provintzTransoxana und Korasan, und unterfiengen unbedachtsaincrweise mit beyhulffArguns Printzen von Candahar, den Schci-beg König der Usbccken zu bekriegen. Sie wurden von ihmegejchlagcn, da sie sich allzulcichtcr weise in eine schlacht eingc-lajsen halten, und verlohren auf einmal das leben und dasReich. Ein anderer aft von denen Timuriden, oder nachkom-menden Tamerlanis , hatte sich in Indien begeben, und alldadas mächtige Reich des Mogols gestiftet, welches noch auf denheutigen tag bestehet. DHerbeiot.

Abulola, ein hoch-ästimirter Arabischer Poet: dessen völli-ger nähme ist, Abulola Achmed Ebn AbdaUa Ebn Soli-mann , gebürtig von Moarra , aus der familicn Tanuch.Sein vatter und andere ihme verwandte hatten in studiis einengrossen nahmen. Er lebte um das jähr der Hegira 400. d.i. an.Christi 1010. Als er im dritten jähr seines alters durch die vo-cken des gesichts gäntzlich beraubt worden, hat er sich desto mehrlassen angelegen seyn, diesen Mangel mit gemüths - tugcndcnund Weisheit zu ersetzen. Obschon er sich keiner ar.dern färb zuentsinnen wüste, als der rothen, hat er doch in feinen Carmini-bus alle sichtbaren ding so eigentlich und lebendig beschrieben,als hätte er alles mit äugen angesehen. Eines seiner poetischenwercken, welches er Sectoffandi , d. t. lgnis ex lgniario exeuf-l'us , genannt, hält in sich eine lebendige pictur allerhand din-gen , und giebt seine starcke Imagination zu crkcilncn: Iac. Go-lius hat davon das erste Poenra mit einer Lateinischen Versionseiner 6 rammst. Erpeniame inserirt. Ein anders von der eitcl-keit der weit und unychtbarcn dingen handlcndcs, und aus mehrals 10000. vcrftn bestehendes, hat er gehcissen von den final-buchstaben Losum ma la jalsom : davon das erste carmen eben-falls in obgedachtem werck, aber ohne Version, bcngedruckt ist:das gantze werck aber findet sich in AIS. in der bibliothcck zuLeiden, rnter libros Golianos. in 4t0. *

Abulpharagius, (Gregorius) ein Aledieus und söhn einesMedici, nahmens Aram oder Aaron, war an. 1226. zu Mala-tia, nicht weit von dem fluß Euphrat gebohren. Er war derChristlichen reliqion und zwar den so genannten Iacobitcn zu-gethan , unter denen er auch ein Bisthoff gewesen, in welchemamte er an. 1258. gestorben. ,Er hat nebst untcrschicdcncn an-dern , meist philosophischen buchcrn, die noch hin lind wiederin bibliotheckcn stecken, auch in Arabischer spräche eine Oricn-talische Historie geschrieben , und solche m 10. Dynastien oderHerrfchafftcn eingetheilet: welche Pocock an. ns<s,. mit einer

Latei-