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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Lakemisthen Version in Engelland heraus gegeben; nachdem erschon vorher an. 1650. zu Oxford einen kleinen auszug von der9. Dynastie dieses authoris mit Noten ediret , unter dem titul :Abul Furaji Malatiensis de origine & moribus Arabum. Pocockin pr;ef. Herbelot , bibl. Hottinger. bibl. Orient. Bayle. Renau-dot , liturg. Orient, collect.

s Abulpharachus. (Gregorius) Er ist auch bekannt unterdem nahmen Gregorius Lar Hebraeus, weil sein vatter , allemansehen nach, ein bekehrter Jude gewesen. Er war nicht nurei» Artzt lind Weltwciser, sondern auch ein guter lichter. Seineschriften sind mit vieler gelehrtheit angefüllet, also daß man sichverwundern >nuß, woher er so viel wissenschafft genommen, ineiner zeit, da die gelchrsinnkeit nicht blühete. Ausser dem buchvon den Dynastien in Arabischer spräche, hat er auch eine an-dere Historie in Syrifther spräche beschrieben, welche von erschaf-fung der weit bis an. Chr. 1289. gehet. Er hat verschiedene ge-lichte, auch einige wercke, welche zur chrach-kunst gehören, hin-terlassen. Dessen geticht von der Göttlichen Weisheit istjttParis durch Gabt. Sionika zrim druck befördert ivorden. An,sanglich wäre er Bischoff der stadt Gaba, darnach zu Alevpo,und endlich ward er Primas oder Patriarch aller Iacobiten inMorgenlande. Er regierte diese kirche mit grosser klugheit undMäßigung. Die streittgkeiten über die Menschwerdung Christi,welche unter diesen Christen sehr getrieben wurden, sahe er an alswort-strcite. Er starb zu Maraga in Medien, als er die dasigekirche besuchte, im sechzigsten jähr seines altcrs; nicht, wie imLerico Fält. I. stehet, an. Chr. 1298. sondern am ende des XIII.seculi. Die Nachricht, so Bayle giebet, ist nicht genugsam.Den besten bericht findet man in Renaudot , recueil des LiturgiesT. II. p. 469. und Assemani biblioth. Orient, la Croze, trist, duChrist. dEthiop. & dArmenie , p. 9} ~ 65.

Abulpheda, siehe Abelpheda.

* Abu-Naher Muss« den Iasser, der lehrmeister des Aliben Abbas , hat einen curfum Medicin* geschrieben , den erMaleki betitelte. Die Orientaler haben sich desselben iminerbedienet, bis die schriften Avicennä an den tag gekommen.

jy Herbelot , biblioth. Orient.

* Abumansor Melecastz, ein Persischer König aus der Bo-Mschen samilie, in der zahl der r6. kam nach Gualaltiddanlasan. 104z. zur regierung. Unh. Lex.

Abumuslim, ist ein berühmter General gewesen unter denCalifen von dem stamme Abbasi. Diesem Abbasi ergab sichdie provintz Chorasan, und Ibrahim, Abbasi söhn, schicktedahin Abumuslim, der nicht alter als 19. jähr war, und seinerjugend ungeachtet den Nassrus verjagte, der im nahmen desCalifen Merwan in Chorasan commandirte. Er blieb in die-ser würde unter Saffalus, Ibrahims bruder, und unter Al-mansor, dem andern brudcr von Ibrahim, die einander im re-gimcnt gcfolget sind ; allein Almansor belohnte endlich Abu-muslims Verdienste mit undanck. Abdalla hatte sich wider Al­ mansor in Syrien aufgelehnet, ward aber von Abumuslim bisaufs Haupt erleget. Allein dieser sieg würckte bey Almansor nichts, als der auf fälschliches angeben Abumuslims tod bereitsbeschlossen hatte. Abumuslim wollte dem landfrieden nichttrauen, es wurden ihm aber so viel gute Worte gegeben, daß erendlich an den Loskam, da ihn denn Almansor in dem 197.jähre der Hegira , an. Christi 794. in die Tiger werffen ließ.Er verstand »ch etwas aus die magie, und war einer stete zu-gethan , welche keinen andern Gott glaubte als die Welt, daßtod und leben in einer beständigen auflösung und wiederzusam-mcnfügunq der 4. elementen bestünde, ja daß diese elemente undfolglich das Wesen aller dinge, seiner Veränderungen und ab-wechstlungen ohngeachtet, ewig wären , unter welchen lehrender wahrhaffte Spinozisinus verborgen lieget. Bayle. *

Abuna, oder Abouna, ein Arabisches Wort, welches soviel als vatter heißt, und in Orient an einigen orten den Or-dens-lcuthcn als ein ehren-titul bcngelegt wird. Die Abyßinersollen den Patriarchen, welchen ihnen der von Alexandria zu-schickt , gleichfalls also nennen.

* Abu-Nasser ben Backkiar, ein Fürst aus dem Buidi-schen geschlecht. Sein vatter, er stlbst und seine 9. jüngere brüderwurden von Adhaddeddulat ihrem vettern, der sich ihrer Staa-ten bemächtiget hatte, gefangen genommen. Da aber Adhad-deddnlat gestorben, entranne Abü - Nasser aus dem gefängnis,und bekriegte Samsameddulat des Adhaddeddulat söhn, wel-cher seinem vatter nachgcfolget hatte. Er wäre so glücklich indiesem krieg, daß er vermittelst des todes seines seinds gantzPersien unter seinen gewalt brachte. Allein das glück war ihmnicht lang günstig; Er hatte es aufs neue zu thun mit Bahaed-dulat dem bruder des Samsa>neddulat, welcher den krieg sohitzig wider ihne führte, daß er thue bis in die provintz Ker-man, so an denen Indianischen grentzen liegt, zurücktriebe.Er that allda noch einigen widerstand, und behauptete die stadtGireft oder Sireft, wider die feindliche armce. Diese so hertz-hajfte gegenwehr des Abu-Nasser machte, daß Bahaeddulat beysich beschlonc alle seine macht wider ihne zu gebrauchen, undMusik ben Jsmael seinen besten Generalen in Kerinan zu schi-cken. So bald Abu-Nasser vernähme, daß Musik im anzugseye, verließ er die stadt Gireft und zöge ins selb. Da Musikzu Gireft angekommen und vernommen, daß Abu-Nasser nochacht parasangen oder 4. Teutsche meilen wciters gezogen wäre,

Hjftor. Lexicon I. Theil.

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suchte er ihne auf, und konnte ihne erst etliche tage hernach er-reichen. Die beyden armem stunden nun ziemlich nahe bey-sammen. Musik schickte dreyhundert auserlesene reuter. aus,und diese griffen den seind so tapfer an, daß Abu - Nasser sichkaum mit einigen wenigen der seinen durch die gucht rettenkonnte. Aber eben in der flucht ward er von einem seiner be-dienten getodtet. Musik hatte in seiner armee einen Wahrsager,welcher schon längstens gesagt hatte, es würde dieser tag, andeine Abu-Nasser in die flucht geschlagen worden, ihme unglück-lich seyn. Musik aber ruckte dem sternsther für, er habe esmcht wohl getroffen, indeme ja Abu - Nasser entrunnen wäre.Bald hernach aber vernähme er, daß Abu - Nasser durch dietreulosigkeit der feinigen umgekommen seye, und erkannte, daßder Wahrsager recht wahr gesagt habe. D'Herbelot.

* Abu-Navas, regierte in dem Königreich Jemen vor denzelten Mahomets, und war ein abgesagter seind der Christen,welcher anzahl in seinem Reich sehr angewachsen wäre. Mansagt sein söhn, der durch einen einsiedler unterrichtet worden,habe sich zu dem Christenthum bekannt, viele-wunder gethan,und endlich durch seines vatters befehl den tod ausgestanden.Andre sagen, es habe Abu-Navas grosse gruben mit feucr ange-füllet machen lassen, um die Christen und alle diejenigen vonseinen Unterthanen darein zu werffen, ivelche das von ihme ge-machte gesatz, daß brüder und schivesteri, einander hcurathenmögen, nicht annehmen wurden. Er hatte aber dieses gesatzgemachet, weilen er selbst seine schwester zur ehe genommen bar'.

jy Herbelot, biblioth. Orient.

* Abu-Navas, einer der fürtreflichsten Arabischen Poeten,sonsten auch Hassan ben Abdelaoval Ben ati al Hakemi genannt,ward gebohren zu Bassora in dem 149. jähr der Hegira , undstarb im jähr 199. unter dem Calif Ainin. Er verliesse seinevatter-stadt und zöge gen Cufa, allwo er aber sich nicht langaufhielte, weilen der Calif Haron Raschid ihne zu Bagdad beysich haben wollte; man räumte ihme samt Abuu-Massaad undRehaschi zweyen andern Poeten ein losament in des Caliss pa«last ein. Den zunahmen Abu-Navas, hat er wegen zweyenhaar - locken, so ihme auf den hals fielen, empfangen. Manhat seine sämtliche wercke gesammlet, und diese sammlung nen-nen die Araber Divan. Da aber verschiedene Personen darangearbeitet haben, als findet sich ein grosser unterscheid zwischendenen exemplarien. DHerbelot , biblioth. Orient.

* Abundantius, oder Abundius, hat nebst Alexandro undetlichen andern unter Diocletiano den märtyrer-tod zu Thessa-lonich, oder, nach anderer meynung, zu Rom gelitten. Ei-nige reliquien von denenfelben sollen zu Bononien seyn, undwerden sie den 27. februar. verehret. Universai-Lexicon.

* Abundius , ein Märtyrer, ist auf folgende weist zu demmartyrer-tode gekomnren: Kaystr Valerianus hatte eine Römi-sche frau, Concordiam, des Christlichen glaubens wegen töd-ten, und in eine cloac werffen lassen. Weil nun ein gewissersoldat gold oder edelgesteinc an diesem todten-cörper zu findenHoffete, kam er zu einem gewissen Irenäo, der ein cloac-segerwar, mit dem begehren, daß er der Concordiä leib heraus zie-hen sollte. Weil ihm aber seine Hoffnung fehlgeschlagen, gienger wieder davon. Es erbarmte sich aber Irenaus über denleichnam, und trug stlbigen mit hülffe des Christens Abundiizu einem Christlichen Priester Justine, der ihn begrub, jenebeyden aber meisten, als der Kaystr solches erfahren, sich le-bendig in die cloac werffen lassen, und darinnen sterben. Ihrgedächtnis wird den 26. aug. oder wie Suriw in act. Sanct. setzet,den 10. august. gefeyret. Universal . Lexicon.

Abundius, Bischoff zu Como in Italien , war einer derfrömmsten und gelehrtesten männern seiner zeit. Er wurde vondem Papst Leone nebst dem Bischoff Astcrio und 2. Priestern,Basilio und Cenatore, nach Constantinopel geschickt, sich derNestorianischen und Entychianischen ketzerey zu widersetzen, wieer dann auch in jetzt gedachte stadt an. 450. ein Concilium be-ruffen hat, wvrinnen nicht nur Anatolius, Bischoff dastlbst,und andere, ihre glaubens-bekänntnisse ihme sollen überreicht ha-ben , damit sie von ihm möchten untersuchet werden, sondernarich Nestorius und Eutyches verdammt worden. Nach seinerWiederkunft hat er eine kirchen - versaminlung zu Mayland an.491. veranlasset, in welcher man den briefLeonis an den Con-stantinopolitanischen Patriarchen Flavianum unterschrieben,darinnen Eutychis irrthümmer widerleget sind. Er starb den 2.april an. 469. Leo , ep. 93. Baron.

t Abundius , Bischoff zu Como in Italien . Er wäre ur-sprünglich aus der Macedonischen stadt Thcssalonica. Das iahrseiner geburt ist unbekannt. Man meldet von ihm, daß er,nachdeme er die jähre des männlichen alters erreichet, aufGöttli-chcs eingeben, welches er entweder aus einer besondern offen-barung, oder aus einem starcken innerlichen triebe gemuth-masset, aus seinem vatterlande weggegangen, und nach Ita­ lien übergeschiffet seye. Er begäbe sich so gleich nach Como ,allwo damals ein geivisser Amantins Bischoff gewesen. DieserAmantius bekäme eine sehr grosse Hochachtung gegen demselben,da er dessen geschicklichkeit soivol in der Latein- als Griechischenspräche vermerckte. Abundius begleitete seine geschicklichkeit miteiner fürtreflichen frommkcit, und führele ein unsträfliches le-ben ; welches auch die urstrch gewesen, daß Amantius ihn zuseinem Nachfolger in dem Bißthum Como ernennete. Er wnr-

E de da.