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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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abu aby

Atlas-gebürge, bey der stadt Agmet fürbey, und bemeisterte sichdes Königreichs Marocco . Nachdeme er auch die Araber, soeinen theil des Tingitanischen Mauritaniens innhatten, unterdas joch gebracht , richtete er seine residentz zu Agmet auf, undnennete sich: Amir-el-Mocelin, d. i. einen Rayser der glau-biaen, vorgebende es gebühre ihme dieser titul wegen seinersecre, von welcher er wäre. Die geschicht-schreiber haben seinenachfahren die Almoraviden genennet; es ist aber diesernähme / durch Veränderung des B. in ein 93 . und Versetzungdes Arabischen artickcls Al, aus dem nähme Morabiten ge-machet worden. Nachdeine Abu-Te-Chisien einen ernstlichenkrieg wider die Araber in Africa und andere Fürsten geführet,und sie in verschiedenen feldschlachten überwunden hatte, ist erin friedlicher bcsitzuna des Königreichs Marocco geblieben. Erstarb im jähr Christi 1006. und der Hegira 479. seinen söhnJoseph zu seinem Nachfolger hinterlassend. Marmol, de lA-frique, liv. II. c. 50.

* Abu-Dge, ehie stadt in Thebais, allwo viel schwac-her mohn-saame wachst, aus deme das beste opium verfer-tiget wird , welches die Araber Asiun nennen. Von diefemort her wird das opium in gantz Morgenland und bis in In­ dien gebracht. DHerbelot.

Abutsart, (Mahnmed) siehe Alahamare.

* Abu-Zacaria al Magrebi, von gcburt ein Africaner,wird unter denen Mahometanern für einen heiligen gehalten,und hat der grosse Saladin dessen grab besuchet. DHer.

belot.

ülbuzaid, ein König in Persien , verliebte sich in seines Ve-ziers tochter, welchen er tödten ließ, weil er diese heurath nichtzugeben wollen. Er nahm darauf diefe Dame, und vertraueteihr die gantze Reichs-regierung, welche sie mit grosser klugheitführte. Er starb an. 13)7. Mirkond. cliron.

* Adu-Zohal, ein Arabischer Mathematicus , welcher überden Euclidem, dene die Araber Oclides nennen, geschrieben

hat. DHerbelot , biblioth. Orient.

Abydus, eine stadt in Asien , ward durch die Milesier ge-bauet, und vor die fürnehmste in dem lande Troade gehalten.Terxes schlug allhier eine schiff-brucke über den Hellespont bisgegen über nach der stadt Sestus , bey 5000 schritt lang.Die einwohner waren der spotterey und verläumdung alsoergeben, daß daher ein sprichwort entstanden: die temereAbydnm ; Man solle sich nicht leichtlich nach Abydum wagen.Strabo , üb. XIII. Plin. lib. IV. Herodot. üb. VII. Stephan, Suudas. Bellon. lib. II. obferv. c. 3. Sanfon. Ortelius , Mir aus,notit. Episc.

Abydus 1 eine stadt in Egypten, allwo der König Memnonfeine residentz gehabt-Sie ist bey den alten wegen des Osiris tem-pel und begradnis berühmt gewesen; beissct heut zu tage Elfium,auch Abutich, und liegt an einem kleinen arm des Nil-flusses.

Plin. lib. V. c. 9. Ortei.

Dieser ort hat auch ein orakel des gottes Befa gehabt, wel-ches auch auf schriftliche anfragen seine antwort ertheilet, undbis auf die Zeiten Kayfers Constantii, des einen sohns vom KayserConstantino M. gedauret hat. Die fragenden liessen zuweilenihre briefe in dem tempel, wenn sie die antwort erhalten hatten;böse leuthe aber mißbrauchten diese zettel zu gedachten Kaysersreiten, und beredten ihn, daß man bey dem orakel wegenfeiner perfon anqefraget habe, worüber dieser mißtrauische undleichtgläubige Fürst eine Commission anordnete, welche vielleuthen ihr guth, oder auch ihr leben gekostet hat. Die einwoh-ner hatten einen abscheu vor dem schall der trompeten, unddas vermuthlich daher, weil man bey den opfern des Osirisin dasigem tempel keine music brauchen durfte. Ammian .Marcell. lib. XIX. c. 12. Ael. lib. X. c. 28. Strabo lib.XVI. Bayle.

Abyla, oder Abylap, ein gebürge in Africa , in der land-fchafft Mauritanien, dem berge Calpe in Spanien gegen über,welche bevde die meer-enge von Gibraltar machen. Sie werdenauch die 2. seulen Herculis genannt, weil dieser Held solchesgebürge, so vormals zusammen gehangen, von einander sollgethcilet, und diese berge als 2. seulen allda aufgerichtet haben.Heut zu tage nennet man dieses gebürge Capo Spartello,die Franzosen nennen es Affen-berg, von der menge der äffen,so sich daselbst aufhalten; die Niederländer aber Scheminckel-berg. Von den alten ist es Ampelusia, wegen der vielenWeinberge, welche sich da befinden, genennet worden. Plin.

lib. III. Strabo, lib. III. Stephan. Marmol. Leo Afr. &c.

* Abyllt, ein volck bey dem Nil-fluß und nachbarn dererTroglodyten. Stephanus.

* Abyndi, ein volck des Königreiches Sindä in Indien ,disseit des Ganges, welches durch den Handel mit den Euro-päern bekannt worden. Texeria . I. 22.

Abyßinien, siehe Abißmien.

Abyssus, siehe Atellaro.

Aca, eine stadt, siehe Acre.

* Aca, oder Acccha, eine landes - gegend in Numidien ,welche drey städte oder schlöffer in sich begreiffet, die von denenpölckern aus Hilela gebauet worden, als sie unter der regle-

Hjstor. Lexicon l. Theil.

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rung des Califs Caim aus Arabien in Africa hinüber gezogenwaren. Dieses land wäre ehemals sehr reich, es ist aber durchdie einheimischen kriege zerstöret worden. Es ward von einemMorabiten beherrschet, dessen kinder ihme nachfolgeten. Dieemwohner dieses landes sind sehr arm, und haben kein anderland-gewachs als datteln, welche sie mit denen Arabern auscer Bardarey gegen waitzen vertauschen. Marmol. lib. vu.cap. 8.

* Acabaron, eine stadt in Ober-Galiläa, welche vormalsPetra genannt worden. Josephus liesse dieselbe bevestigcn zuansang des knegs w,dex die Römer. Joseph, de bell. lud.lib. II. cap. 42.

* Acabe, ein berg auf denen grentzen Egyptens, bey demSinn Arabico. Ptole<naus.

* Acabe, ein fluß in denen äussersten theilen Africä bey de-nen grentzen Cyrenens, entspringet auf dem berge Zucbabari,vor dar er das -dabey liegende land derer Nomader wässert.

Bochart. Canaan. I. 24. extr.

* Acabis, ein kleiner ort in Cyrenen. Vielleicht mag es vondem nicht weit davon vorbeyfliessenden flusse Acabe seine» nah-men bekommen haben. Ptoiemaus.

Acacallis, eine tochter des Königs Minos , welche den Cy-don von dem Apolline, wie Stephanus will, odn von demMercurio, wie Paufanias berichtet, gezeuget. Am wahrschein-lichsten ist, daß der letzte recht habe, weil er sich auf der Cretenfereigenes zeugnis berusset, da hingegen Stephanus sich etwadaran geirret, daß Apollo mit einer andern Acacallis soll zuthun gehabt haben, wovon Paufanias lib. X. nachzuleseis

Stephan, v. Cydonia. Paujan. lib. VIII. 10. Dioscor. c. 201.

* Acacesius, ein beynahme des Mercurii, welchen er vondem Acaco des Lycaonis söhne, seinem ehemaligen pflege-vat-tcr, bekommen. Es wurde ihm unter diesem nahmen in derstadt Acacesio in Arcadien göttliche ehre erivtestn, unb feinestatua stund vor der stadt auf einem Hügel gleiches nahmens.Paufanias , Arcad. III. 36. Es hatte auch noch über dieses eben-falls der Mercurius unter dieser benennung einen vorlrcflichentcinpel zu Megalopoli , der Hauptstadt Arcadiens . Gyraidus ,synt. IX. p. 301. Man wird nicht unrecht thun, wenn mandiesen beynahmen des Mercurii mit dem Griechischen

für einerley hält, zumal da beyde nahmen einen Mcrcuriumbemercken , der Niemanden schadet. Vid. Anna Fabra , ad CaUlim. hymn. in Dian. V. 143. & Spunhemtus ad eund. p. 232.

Acachuma, welche Ptolomäns Acuma nennet, eine stadtin Aethiopien , in welcher sich Maqueda, die Königin von Saba ,nach der Abyßinier meynung, soll aufgehalten, und ihre schätzeverwahret haben. Marmol. üb. X. c. 23.

Acacia , ( Martin) ein berühmter Professor Medicina: aufder Universität zu Paris , war von Chalons in Champagne ge-bürtig , und führte den nahmen fang maliee , d. i. ohne bos-heit, welchen er aber nachmals in den Griechischen nahmenWk/« verwandelt, und auf seine nachkommen fortgepflantzet.Er starb an. 15 3 1. Man hat von ihm Synopfin eorum , quxS. prioribus libris Galeni de facultatibus simplicium medita.mentorum continentur. f Er hat auch Galeni Artem Medicam,ingleichcn dessen beyde bücher de ssatione eurandi übersetzet,und die letzter» erläutert. Gefner. in bibl, Moreau , in vitaBrissoti. Bayle.

Dieser war ein schüler von dem berühmten Professore PetroBrissoto, von welchem er viele gute dinge hörete, die er nachge-hends in seinem Oommentario über des Galeni schriften an-brachte. Bey Francisco I. dem er als einer von den vornehm-sten Leib-Kedieis bedienet war, stand er in sehr grossen gnaden.Sein wapen war ein güldenes creutz auf blau mit 4. güldenenenbi» und der Überschrift: Queecunque fern fortuna ferendaest. Bayle.

)lcacia, (Martin) von Paris gebürtig, ein söhn des vor-hergehenden , war gleichfalls Professor der Chirurgie zu Paris ,wie auch der andere Leib-Aledieus bey dem Kvnig Hcnricv III.Er hat unterschiedene bücher hinterlassen, und unter andern ei.nes de Morbi8 muliebribus, und Consilia Medica , welche vonetlichen fälschlich seinem vatter beygelegt werden. Er starb an.

1588 . Bayle.

Er erhielt die Profession durch den Ritter Tristan de Restaing,und durch den Bischvff von Aurerre, Amiot, an. 1374. undvier jähr darauf ward er Königlicher Leib-Nedicn8; weil eraber auf seine lectione» ungcmein fleißig studirte , und sich be-fürchtete , daß dieses bey dem krancken-bcsuchcn und bey den auf-wartungen zu Hofe eine allzufchwere last vor ihn werden dorfte,überließ er die Profession mit gutem willen des Königs anJohann Martin , einen sehr geschickten Medicum , der aberbald darauf merckte, daß sich diese arbeit mit seinen übrigenVerrichtungen nicht vertragen wolle,, und weil er gewissenShalber ein amt, dem er nicht alles genügen leisten konnte, nichtbehalten wolte, solches wieder an unfern Martin Acacia resi-qnirte. Dieser versähe die Kation aufs neue, mit seinem ey-dam Peter Segeni, und starb bald daraufin dem bcmeldtenjähre seines alters ohngefehr im 49sten. Bayle.

E * Acer-