Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

a c h

a c h 6;

Püitarcho, Ovidio, Plinio, Dionysio. Wicdnim eines an-dern in dem Ponto , als einer eolonie derer Orchomenicr vonLtraboneIX. p. 637. davon der vorhergehende artickul. Socrzehlet auch Plutarchus in Arato von den Achäern, daß sie un-ter der anführung Arali Acro-Corinth erobert , und 400. mannnebst 50. Hunden, und so viel jägern zur besatzung hineingele-get. Und in Philopömenc berichtet er uns, daß die gelobterenMcssenier von den Achäern bey dem grabe des Philopomemswären mit steinen überschüttet und geopfert worden. In wel-chem letzter» die Achäcr in eigentlichem sinn für die ernwohnerAchaiens genommen werden; davon siehe zwey artickul.

Achämeneo, war, nach Herodoti bericht, ein vatter deSCambysis , und ein groß-vatter des ersten Persischen KonigöCyri. Es scheinet aber gedachter author an andern orten nochvon einem viel ältern Achämene zu reden, welcher der Urheberder Achämenier gewesen, so ein Pcrsianisches volck ist, aus demjener Achämcncs entsprossen. Bey den Lateinischen Poeten wirdder nähme der Achämenier den Persern überhaupt beygeleget.Kerodot. Üb. VII. c. 11. lib. I. c. 125. Bizurut, hilt. Perl! lib. I.Texeira , itin. Ind. lib. VI. Bayle.

Achämeneo, Darii I. Königs der Perser söhn, und Ter-pis brudcr, regierte Egypten, nachdem es ^erxes unter seineaewalt gebracht hatte, und in dem berühmten znqe wider dieGriechen commandirte er die Egvptische flotte. Als nach Ter-pis tobe Inarus , König von Lybien, sich Egvptens bemäch-tiget hatte, schickte Arraxcrres der Nachfolger L'erris Achäme-nem wider ihn, allwo er aber beydes die schlacht und das lebenverlohr, A..M. 3521. A. C. 46;. Olymp. 79. 2. U. C. 291. He-rodotus, lib. VII. c. 97. & lib. III. c. 12. Diod . Sicul. lib. XI.Cteßas. *

Achämenives, einer von Ulyßis geführten, ward von ihmam der Cycloven insul, Sicilien,, hinterlassen, allwo er sichmit wurtzcln und rohen kräulern kümmerlich erhalten, bis ihndes Aenca vorbey segelnde flotte mit nach Italien genommen.Virp.il. iEn. lib. III. Uoid. XIV. metam.

Achäuo, ein naher unverwandter der Syrischen Könige Se-lcuci Cerauni und Antiochi AI. Er hat beyden wichtige dienstegeleistet, und nach dem tode Seleuci dem Antiocho, dessen jün-gern bruder, die landschafflen erhalten. Nachdem er aber demKönig Altalo alles, bis auf die stadt Pergamus, genommen,nahm er A. M. 3763. A. C. 219. Olymp. 140. 2. ü. C. 333. denKöniglichen titul an, und war mit den landschafflen jenseit desTaun nicht vergnügt, sondern wollte auch Syrien unter denfuß bringen, da Antiochus mit dem Artabarzane in einen kriegverwickelt war. Weil aber die soldaten des Achäi wider denAntiochum, als ihren rechtmäßigen Herrn, nicht streiten woll-ten , muste er solches unterlassen. , Als hernach Antiochus frie-de geinacht, wandte er alle seine kräfste gegen Achäum, belagerteihn A. AI 3769. A. C. 21$. U. C. 339. Öl. 141. 2. in der stadtSardes , und nachdem er sich durch verrätherey seiner personbemächtiget, ließ er ihm Hände und füsse nebst dem Haupt ab-hauen , und das letzte in eine cscls-haut einnähen, den leibaber an einen galgcn hängen. Polyb. lib. V. c. 13. leg. Bayie.

* Achäuo, ein fluß, welcher sich in den Pontum Euxinumrrgeußt. Arrian. in Pcriplo.

* Achäuo , ein tragischer Poet, von Eretria gebürtig, unddes Pithodori söhn, hat in der 82. Olymp, gelebet. Er soll43. oder wie andere wollen, nur 30. oder 24. trauer-spiele ver-fertiget, und nach Athcnäl bericht, den preis in der ticht-kunsteinmal davon getragen haben. Vojs. de Poet. Grxc.

*,Achäuo, ebenfalls ein tragischer Poete, von Syracusa gebürtig, welcher aber viel junger, als der vorige ist, und, wieSuidas berichtet, 10. tragödien geschrieben hat. Suidas .

* Achäuo, ein söhn Tuthi und der Creusä. Von ihm ha-ben die Achai oder Achivi, ein berühmtes volck unter denGriechen, den nahmen bekommen. Apo'tod. üb. Vll. §. 2.

* Achäuo , ein König der Lvdier, welchen das wider ihn,wegen der einfuhrung neuer abgaben, erregte volck ergriff,bey den bcmcn aufhieng, und zwar so, daß der köpf herabin den fluß Pactolum hrenge. Ovidim in Ibin.

* Achäuo, zugenannt Gallicon, ein tummer und einfäl-tiger mensch, welcher, als ihne ein erdener Hase, dessen er sichanstatt eines Polsters bedienen wollte, zu hart gedäucht, selbi-gen mit stroh gestopfet hat, um ihne weicher zu machen. Eußat.Öd. X.

Achaja, sonsten auch Hellas oder Griechenland genannt,erstreckte ych abendwärts an das Epirische land, gegen demIonischen meer; Thessalien berührte es ander mitternächtigenfeite; gegen morgen hatte es das Aegeische meer, und mittäg-warts den Saronischen mcer-buscn, das Pelovonnesische land,und den Cvrinthischen meer-schooß. Es begriff in sich Böotien,rngleichen die Attischen, Locrischen, Dorischen, Megarischenund Phocrschen lander. Siehe Livadia. Bim. lib. IV. Bto-tem. üb. 111.

Achaia propria , das absonderliche kleine Achajen , zumunterscheid des vorgemeldten grösscrn, also genannt, ist einstuck von dem lande Peloponneso , und lieget zwischen Sicyo-nien und der Elischen landschasst. Siehe Llarenza. Strabo ,lib. VIII. Plin, Üb. IV. Pausan. Üb. VII. Briet, in geogr.

* Achaicus , einer von denen ersten in Achaja, so die Christ-liche religion ergriffen, welcher auch nachgehends die erste epi-

stel Pauli an die Corinthicr aus Philippen dahin überbracht.

I. Gor. XVI. 17. V. Comment.

* Achaische Priester; ist der nähme, der gewissen Geistlichenbeygelegt wird, welche, nachdcme sie den marter-tod des Apo-stels Andreä mit eignen äugen gesehen, solchen in eine Histo-rie verfasset und beschrieben haben. Es ist bekannt, daß diemeisten von denen alten kirchen-vättern, fowoi als der PapstGelasius die Acta S. Andrea; als falsch und untergeschoben an-gesehen haben. Und zwar so haben sie solches mit bestem fugund recht gethan, indeme kündbar ist, daß in denen ersten jahr-hunderten der Christlichen kirche von denen ketzern Acta s.Andres sind verfertiget worden. Die, welche die heutiges ta-ges noch vorhandene Acta S. Andres für achte halten, sagen, esseyen nicht diejenige, welche von denen Manichccrn ausgestreuetworden. Allein sollte wohl Epiphanius und andre, welche dieActa 8 . Andres verwvrffm haben, nicht gewußt haben, daßauch wahrhaffte Acta 8. Andres sich finden '! Eimnalen thunsie derselben keine Meldung, welches dann ein mächtiges vor-rirtheil ist wider die noch vorhandene Acta 8. Andres. Überdiß mag auch als ein beweisthum angesehen werden, daß dieActa 8. Andres ziemlich neu seyen, weilen sie nur von solchenscribenten angeführet werden, welche seit dem Vll. lkculo ge.lebt haben; Solche sind Etherius Bisehoff von Osma in Neu-Castilien, Remigius von Auxerres , Lanfrancus, Petrus Da-tlrianus, Ives von Chartres, St. Bcrnhardns und andre. Ne-ben deme haben diese Acta die merckmalc der Wahrheit unddes alterthums nicht, welche die ächten ursthriften ohnfehlbarzu erkennen geben. Dieschreib-art ist allzu aufgeblasen undvon der einfalt der Apostolischen Leiten entfernet. Die lehr vonder Dreyeinigkeit ist allzu beflisien darinn vorgetragen, wel-ches mit denen ersten zeiten gar nicht übereinkommet. Fernerist die gleichheit des Wesens des Vakters und des Sohns allzu-ausdrucklich angedmtet, und der ausgang des heiligen Geistesnach dem irrthum der neuern Griechen darinnen fürgetragcn.Man sagt zwar,.es finden sich eodieea , in welchen diese ver-dächtige ausdruckungen nicht anzutreffen styen, mithin könne esseyn, daß sie in andern erst dazu seyen gesetzct worden. Aberman kan mit eben so leichter mühe behaupten, daß sie aus de-nen codicibus , in welchen sie nicht erscheinen, seyen ausge-mustert worden. Ja wann man dieses stücke näher betrachtet rso ist es an einigen orten so unverständlich, daß man eben dar-aus die falschheit desselben abnehmen mag. Die erzchlung istauch mit solchen umständen untermenget, welche mit denenerzehlungen Aletaphrastis und denen Mensis derer Griechenallzugrosse gleichheit haben. Alle diese bctrachtungen habendie Herren von Tillemont, du Pin und andere gelehrte Criticosbewogen diese Acta S. Andres als falsch zu verwerffen, ohn-erachtet Bellarminus, Baronius, und der P. Alexander;c. siefür ächte ausgeben wollen. S. Epiphan. hsres. 47. Eujeb.lib. III. c. 25. Surius , 30, novemb. Baronius , inMartyrol. P.Alexander , tom. I. Du Pin , biblioth. Memoires EccUs. tom.I. Tillemont , hist. eccles. tom. I.

Achaiuo , ein Konig in Schottland , so an. 787. zur regie-rung gekommen, und nach etlicher meynung, mit Carolo AI.ein bündnis geschlossen, demselben auch den gelehrten Alcuinmnzugeschicket. Er starb an. 809. Beth. Buchanan. üb. VI.

* Ack>ale, eine insul bey Malaca, in dem Ost-Indischen meer,jenseit dem Ganges. Sex/. Avienus .

Achalm, oder Hohen-Achalm, ein schloß und eine uralteGrafschafft in Schwaben , nahe bey Reutlingcn, ungefähr 2.Meilen von Tübingen . Von dem Ursprung der Grafen diesesnahmens findet man nichts zuverläßiges ; doch soll Leopold,Graf zu Achalm, schon vor Caroli AI. zeit gelebt haben, undan.727. in der schlacht, die Carolus Martellus wider die Bayern zwischen Ingoistadt und Pfaffenhofen befochten, geblieben siyn.Um das jähr 10; 6. waren 2. mächtige Grafen, Egino lind Ru-dolph, davon Egino, nachdem er grosse probeki seiner tapfcr-keit tm kriege bewiesen, den berg Achalm, welcher von demvorüber-gehendcn fluß Achalmin also gencnnet wird , kaufte,und auf demselbigen ein schloß gleiches nahmens zu bauen an-fieng , welches nach seinem tode sein bruder Rudolph vollendszu ende brachte, und durch seine 7. söhne den stamm fortpflantz-te. An. 1089. stifteten 2. brüder, Luithold und Clino, Grafenzu Achalm, das berühmte Benedictiner - kloster Zweyfalten,m dem bezirck von Costnitz, 3. «teilen oberhalb Ulm. AlbertusIL Graf von Achalm, machte an. 1274. ein bündnis mit denGrafen von Montfort , Hclffenstcin und Tockcnburg, wie auchmit Eberharden zu Würtcmberg, und mit andern mehr, widerKayser Rudolphum I. und dabey war es auf seine eigene versonangesehen. Doch diese widerspensttgc wurden gar bald von demKayser gedemüthiget, und mustcn gnade bitten. Albertus III.war der letzte Graf seines geschlechts, und starb an. 1387. DieGrafschafft aber hat schon lange zuvor dem Haus Oesterreich gehört, von welchem sie an. 1370. an die von Ricdcrs.heim versetzet, und von diesen an Wurtembcrq gegen den pfand-schilling überlassen worden. In dem 3°. jährigen kriege such-te Oesterreich seine prstenslon wieder hervor, und wollte dieseGraffchafft ohne ersetzung des pfand-schillings behalten; allein,vermöge des Westphalischcn friedens, ist Wurtemberg bey dermbesitz geblieben, doch hat Oesterreich sein recht vorbehalten.

Crus. annal, Suev. Munjler.· cosmograph. Üb. V. Brufchius,cbron. monast. Hedionis cbronic. P. IV. lmbnf. not. procer. üb.IV. Hucct Grafen-saal p. 818. Übrccht. ad instr. pac. Sueder.theatr. prxt.

Acham,