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lein der gröste theil von Georgien , sondern auch an. 1725. dievolckreichc und mächtige stadt Tauns mit stürm erobert ward,darauf in eben gemeldtem jähr selbiger die ftadte Ardebil, Sul-tania, Lar und Gange« nebst vielen andern platzen und ge-genden in den provintzen Ädyrbeitzan, Schirwan, Ki-lan und Erack nachfolgten, welche von den Türcken theils mitgewalt, theils mit list und durch allerley juffe Versprechungeneingenommen wurden. Aber in dem folgenden 1726. jähr erhiel-te der Persianische rebell Esref einen Vortheil nach dem andernüber die Türckische armee, insonderheit brachte er derselben zuend des octobr. bey Ispahgn einen solchen streich bey, daß kaum$oooo. mann mit dem leben davon kamen; weil nun Türki-scher seits von nichts als Verlust zu hören war, auch über dißdie Ianitscharen nicht mehr wider die Persianer als ihre glau-bens-genossen recht fechten wollten, so ließ sich der Groß-Sul-tan nicht ungeneigt sinden, des Esrefs friedens-vorschlägen ge-hör zu geben, daher auch der friedens-schluß an. 1727. würck-lich erfolgte, welcher für die Ottomannische Pforte noch vor-theilhafft genug ausfiele, Massen ihro laut selbigem die städteTeflis, Hamadan , Tauris, Ardebil , Eriwan , Sultania und an-dere in Persten eroberte Plätze verblieben. Von dieser zeit anlebte der Groß-Sultan Achmet III. in ruhe; als «feer Esrefvon demPrintzenThamas,dritten söhn des vertriebenenschachs,auf das Haupt geschlagen , und von Jspahan verjagt, die-ser hingegen als König von gantz Persten ausgeruffen worden,so wollte nunmehro auch der neue «Schach an diesen für dieTürcken so vortheilhafften frieden nicht gebunden seyn, son-dern forderte die in demselben ihnen abgetretene städte wiederzurück, und als sich die Ottomannische Pforte zur gutwilligenwiedereinraumung nicht verstehen wollte, so ward ihr im jul.1730. von dem Schach der krieg angekündiget. Zu Constan-tinopel ward gleichfalls durch aushangung der grossen kriegs-fahne und des roß-schweisses der krieg gegen Persien declarirt,und der Groß-Sultan Achmet III. ließ so fort seinen trouppeneinen dreymonatlichen rückstand, ingleichen einen dreymonat-lichen sold voraus bezahlen, damit sie sich desto geschwinder zudem bevorstehenden feldzug ausrüsten könnten; es wurden auchüber dieses noch jeder compagnie 500. löwen-thaler ausgethei-let , damit sie desto bereitwilliger seyn sollten zu fechten, ja eswollte der Groß-Sultan selbstm nebst dem Groß-Bczier zu fcl-de gehen, daher er auch würcklich mit seinen sechs lohnenvon Constantinopel nach Scutari in Natolien mit grossem ge-vräng sich erhübe, und allda ein lager schlüge. Indessen wür-ben die Türcken von dein Schach Thamas bey Tauris ange-griffen , geschlagen, und ihrer 8. bis 10000. mann getödtet,darauf auch Tauris von den Persianern mit stürm erobert,und die gantze Türckische besatzung niedergemacht ward. Alsnun dieses zu Constantinopel kund wurde, entstünde allda eineentsetzliche und damals lang nicht erhörte aufruhr; den ansangbarzu machte ein sogenannter Ali Padrona, der ein Ianitjcharaus Albamen gebürtig, und ein frecher und arglistiger kerlwar, zu welchem sich noch einer, Emir Ali genannt, und 6.oder 7. andere Personen gefelleten; diese erschienen am 23. sept.17,0. auf dem grossen marckt zu Constantinopel, bunden ein stuckvon einer alten zerrissenen taffecen sahne an eine stanze, schryendurch die gantze stadt, ein jeder rechtschaffener Müsulmann sol-le sich bey ihnen einsinden , liessen die kram - läden'schliessen,und luden zwey cammern der Ianitscharen ein, sich zu ihnenzu schlagen , so auch erfolgte, daraufdie rebellen sich je mehrund mehr verstärckten, und innert einer kurtzen zeit an der zahlso starck anwuchsen, daß sie sich unterfiengen der gantzen stadt,unter der anjuhrung erst-qedachten Urhebers Ali Padrona, gefe-
S iorzuschreiben. So bald aber der Groß - Sultan, welcherdamals auf einem schloß ohnwcit Scutari bey feiner schwe-ster der Sultanin Chahigi befände, die Nachricht von diesemgefährlichen aufstand bekommen, begäbe er sich nach einemdeswegen mit seinen Ministern gehaltenen grossen rath mit al-len Veziers und Bassen, die sich zu ihm geflüchtet hatten,wieder nach Constantinopel in sein grosses Serrail, und weiler sich nicht im stand sahe, den rebellen mit gemalt zu widerste-hen , schickte er seinen Schloß-Hauptmann zu ihnen, um von ih-nen zu vernehmen, was die Ursache ihrer aufruhr wäre, undwas sie von ihm verlangten? worauf sie zur antwort ertheil-ten , daß das üble verhalten und die malverfationen seiner Mi-nistern daran schuld wären , und daher solche lebendig vonihm ausgeliefert haben wollten; als nun der Groß-Vezier dieseantwort vernähme, gab er dem Sultan zu verstehen, daß derrebellen haupt-zwcck seye, ihn vom thron zu stosscn, darüberdenn Kayser Achmet dermassen erschrack und bestärkt ward, daßer den muth gäntzlich sincken lassend sich in das Harem, oderan denjenigen ort, allwo des Sultans frauenziinmer seinenaufentbalt hat, einschloß. Der Groß-Vezier aber that hieraussein möglichstes der rebellion zu stcuren, und ließ zu diesem en-de die geheiligte sahne des Mayomets über das einte thor desSerrails aufstecken , um durch dieses religions - zeichen dasvolck von seinem wüten abzuhalten, und hingegen zur beobach-trmg seiner schukdigkeit gegen dem Sultan anzutreiben, anbeythat er auch dem volck grosse verheissungen, damit es die Waf-fen wider die rebellen ergreiffen mochte; allein alles, was die-ser hohe Minister thäte, war vergebens, dieweil sich niemandunterstehen durfte zur beschützung des Groß-Sultans die Waf-fen zu ergreiffen, und auch diejenigen, denen es anbefohlenwar, solches zu thun abschlugen, und gegen die rebellen nichtstellten wollten. Hierdurch nun wurden diese so frech gemacht,
daß sie rn ihrer meuterey immer weiters giengen, das Serrailbloquirten, demselben alle zugänge der lebens-mittcln abschnit-ten , und alle dahin gehende Wasser - leitungen abschlugen; alsdarauf über diß nicht nur der neue Capitain Bassa, oder Grvß-Admiral, welchen der Groß-Sultan anstatt des alten bey ihmin dem Serrail sich befindlichen ernennet hatte, zu den rebcl-len übergienge, sondern auch noch 7. cammern der Ianitscharen,jede 900. bis 1000. mann starck, welche schon auf dem Mar-sche nach Persien begriffen gewesen , auf erhaltene Nachrichtaber von dieser entstandenen aufruhr schleunigst wieder umge-kehret waren, am 1. octobr. unter einem Bassa von 2. roß-schweiffen zu Constantinopel ankamen und zu den rebellen sticf-fen, so wurde dem Sultan angerathen, daß er um sein undseiner söhnen leben zu retten und die aufruhr zu stillen, den re-bellen diejenigen Personen, die sie verlangten, heraus geben soll-te , daher er den befehl gäbe, daß der Groß - Vezier Ibra-him , sein eydam, der Kiaja, des Groß - Veziers vornehm-ster Minister, und der Groß-Admiral oder Capitain Bassa soll-ten erwürget, und ihre cörper in das lager der rebellen ge-schicket werden. Dieser befehl wurde so gleich vollstrecket, undjeder cörper auf einem mit ochsen bespannten karren vor diezelten der rebellen geführet. Jedoch war dieses alles nochnicht genug die wüth der rebellen zu dämpfen, dieweil sie dencörper des Groß-Veziers Ibrahim Bassa nicht für den seinigenerkennen wollten, sondern vorgaben, der Groß-Sultan habe siezu betrügen gesucht, und ihnen einen cörper von einer andernperjdn, so dem Groß-Vezier gleich gesehen, zugeschicket, dahersie endlich gar zur absetzung des Groß-Sultans schritten, undan gedachtem 1. octobr. des nachts um n. uhr seines ver-storbenen bruders, Kaysers Mnstavha II. söhn Mahomet zumKayser ausrüsten. So bald als Achmet 111. solches vernom-men , soll er verlanget haben, sich mit dem neuen Kayser zubesprechen , auch würcklich mit ihm eine , obwolen kurtze, Un-terredung gehalten, und sich darauf in dasjenige zimmer, allwodie abgesetzten Sultans gemeiniglich verwahret zu werden pfle-gen , begeben haben. In dem folgenden jähr im martio woll-ten ihn zwar einige, die mit der neuen regterung mißvergnügtwaren, wieder auf den thron setzen, und erregten deswegen ei-ne neue aufruhr, sie wurden aber zerstreuet, und Achmet bliebin seinem gefängnis bis an seinen tod, welcher den 2;. jun.1736. erfolget ist. Was für einer gattung robes er verstorbenseye, ist ungewiß, man hat zwar vorgegeben, daß er durch ei-nen schlag - fluß sein leben eingebuffet habe, einige Nachrichtenaber haben versichern wollen, als wenn er eines gewaltthäti-gen todes gestorben.. Seine Person betreffend, so war er einHerr von nicht gar zu grosser statur, eines guten und wohlge-wachfenen leides und freundlichen angesichts, anbey hatte erein forchtfames, veränderliches und argwöhnisches gemüth, al-so daß er nicht wüste, wem er trauen oder glauben sollte,daher er die höchsten chaigm nur solchen leuthen anvertrau-te , welche nichts ohne seinen willen thun borsten, und weiler sich einbildete, das gemeine volck wäre ihm gehäßig, sopflegte er oft verkleidet unter dasselbe zu gehen, bloß um ihrurtheil und meynung von seiner Person zu erfahren; im übri-gen wird er beschuldiget, daß er sehr zu dem geld-geitz, wie auchzu der grausamkeit gmeigt gewesen, wie er denn während sei-ner regierung 3°. bis 40000. menschm solle haben hinrichtenlassen. Sonsten war ersuch ein mit vielen guten qualitätenbegabter Herr; feine groste Vergnügung suchte er in der In-genieur-funfi, weswegen er auch viele Meister in dergleichen wistsenschafften aus Franckreich mit grossen kosten verschrieben.Insonderheit ist von ihm zu rühmen, daß er ein grosser licb-haber der freyen künstcn und wissenschafftm gewesen, welcheauch unter seiner regiening in ftinen Reichen und landen sehrin aufnahm gekommen sind, als zu deren bcförderung er durchhülffe seines eydams, des obgedachten lmglückseligcn Groß-Ve-ziers Ibrahim, welcher seldsten auch ein sehr gelehrter Herrgewesen, in Constantinopel eine buchdruckerey anlegen lassen,dergleichen man bisher im Turckischen Reich noch niemals ge-sehen hatte, da denn, dieweil man denjenigen, welche in dieserdruckerey arbeiteten, die religions - freyheit verstattete, dieselbeeinen so glücklichen fortgang gehabt, daß schon an. 172z. eini,ge proben von unzemem sauberm papier und schöner fchristt« Arabischer, Türckischer und Griechischer sprach an das lichtgetreten, aus denen drey theils grammaticalische, theils hijio-rische wercke von dem Französischen Abgesandten zu Constan-tinopel , Marquis de Villeneuvc, nach seinem Hof geschickt,und in die Königliche bibliotheck gebracht wurden. Historien«saal, T. III. IV. V. Eur. Fant. Huhn. Suppl. Ferdin. TseoburgiCur. Hofmeister. Memoir. du tems.
* Achmet Bassa, ward durch die entsctzung des Rustans zuder hohen stelle eines Groß-Veziers erhoben; allein er genössediese ehre nicht lang. Dann obwolen der Sultan ihme vcrhcif-sen hatte, ihne niemals zu entsetzen, so muste er dock sterben,und Rnstan ward wiederum eingesetzet. Achmet cntsatztc sichgar nicht für dem tod, und wollte nicht daß die, so ihne um-bringen sollten, ihne bcruhrctcn. Er bäte einen seiner freunden,des stharffrichters stelle zu ubernehinen. Englisches Lexicon.
Achmet Riuperli, siehe Riupcrli.
Achmet, ein fohn Seirim, hat ein buch von auslegung derträume, nach der lehre der Indianer, Perser und Eavvter hin-terlassen , welches Leo Tuscus an. 1 iüo. aus dem Griechischenins Latein übersetzet hat. Dasseldige ist an. 1577. nach einem
Mangel-