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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Adelgtfus f ein Haupt oder Sultan der Azorenier, welchedie Lombardey verwüsteten. Als der Gesandte von Beneventöund Capua , welcher bey dem Kayser Basilio hulffe wider Adel-gisum gesucht und auch erlanget hatte, von Constantinopel wie-der zurück kam, brachte ihn Adelgisus mit tausend stichen um,nachdem er seine bey sich gehabte briefe durchlesen hatte. Cusp~

man. in Basilio, ex Zonara & Cedreno .

Adelgreiff, (Johann Albrecht) ein unächter söhn einesdorfPrresters bey Elbmgen. Er gab vor, es hatten ihm siebenenget die offenbarung gebracht, daß er die Person GOttes desRätters auf erden lerbhafftig vorstellen, alles böse aus der Weltvertilgen, und die weltliche obrigkeit mit eisernen ruthen peit-schen sollte; daher eignete er sich diesen titul zu: Wir JohannAlbrecht Adelgreiff, Syrdos, Amada, Canamata, Kms,Schmalkilimundis, Elioris, Obcr-Ertz-Hoherpriester, Kayser,des Heil. Göttlichen Reichs König, der gantzen weit frieden-Fürst, Richter der lebendigen und der todten, GOtt und Rät-ter , in dessen Herrlichkeit Christus kommen soll zum jüngsten ge-richt, Herr aller Herren, und König aller Könige. An. 1636.wurde er zu Königsberg gesanglich eingezogen, da er denn freybekairnte, daß er in Siebenbürgen ehebruchs wegen den staup-bestn bekommen. Man beschuldigte ihn auch der zauberey, in-dem er viel zeichen in der luft sollte gethan haben. Als ihm seinurtheil vorgelesen ward, daß ihm die zunge aus dem halse ge-rissen, der köpf abgeschlagen, und der cörper verbrannt werdensollte, hörte er es ohne entsetzen an, und sprach: weil es nichtanders seyn könnte, müste er es geschehen lassen; er wäre versi-chert , daß sein leib an dem drittm tage aus der aschen wieder le-bendig werden sollte: doch wurde diese strafe in so weit gelindert,daß er den 11. oct. besagten jahrs nur enthauptet und verbranntwurde, nachdem man sich vergebens bemühet hatte, ihn zu be-kehren. Er war in vielen sprachen erfahren. Die Lateinische,Griechische und Hebräische verstund er vollkommen, redte auchziemlich Polnisch , Lithauisch und Böhmisch . Er hat 12. glau-vens-articku.l aufgesetzet, welche aber nebst seinen übrigen schrif-ten unterdrücket worden. Theat. Europ. tom. III. f. 720. seq.

* Adelhardus, ein unverwandter und Rath Kaystrs CaroliM. welcher im IX. sieculo floriret. Er war ein frommer undgelehrter Mönch in dem kloster Hirschau , und verlohr durchunerträgliche kopf-schmertzen sein geficht, darauf liessen dieschmertzen nach, und er lebte hernach wol noch 2;. jähr. Drey

j iantzer jähr vor seinem tobe hat er den tag und die stunde dcs-elben seinen brüdern angedeutet, auch die Verwüstung des klo-iers, welche erst nach 30. jähren erfolgte, gleichsam mit leben-digen färben abgemahlet. Er starb 934. im 78. jähre seinesalters, und hat ein buch de Origine Palatii geschrieben. Tri-tberriim , Hirsaug. chron. Mabsllon. annal. Bened. tom. III.

Adelheid, oder Adelais, Königin von Franckreich, einetochter Humberts II. Grafen zu Maurienne und Savoyen , vonGisela, Gräfln in Burgund . Steward an. mz. an KönigLudwig den Dicken vermählet,mit welchem sie unter andern kin-dern Ludovicum VII. König in Franckreich gezeuget. Man fin-det in den diplomatibu5 oft ihren nahmen bey des Königs sei-nem , wie auch die zahl der jähre ihrer regierung, welches vordieser zeit nicht qeschchen. Nach ihres gemahls tobe heurathetesie Matthäum 1 . Herrn von Montmorency, Lonnetahle vonFranckreich. Sie starb an. 1133. und ward in der Abtey zuMontmartre nahe bey Paris , welche sie gestiftet hatte, begra-ben. Cbron. Petri Vhi Senon. adan.1113. diplomaap. Doublet.in antiquit. Monast. S. Dionys. p.832. conf. Mabillon. de re di-plom. & PapJ Crit. in Baron . tom. IV. ad an. nro. n. 19. DuChene hist. de Montmorency. Daniel , kill. de France, tom. I.col. 1168.

Adelheid, oder Alix, eine tochter Thibaldi IV. Grafensvon Champagne. Sie ward an. 1160. an Ludovicum VII. Kö-nig in Franckreich, verheurathet, und führte nach dessen todedie regierung nebst seinem brnder Wilhelm, Cardinal und Ertz-Bischoff zu Rheims, da unterdessen ihr söhn Philipp Augustus den zug ubers meer an. nyo. vornahm. Sie starb an. 1206.

Contin. cbron, S. Petri Vivi Senon, Contin. Aimon. p. 34. Nan-gitts. Rigordus , in vita Phil. Aug.

Adelheid, Adeleide, oder Alix, eine tochter Rudolphi u.Königs in Burgundien, ward an Konig Lotharium II. in Ita­ lien vermählt. Als dieser gestorben, wollte sie Berengarius II. der sich zum König in Italien hatte crönen lassen, seinem söhnAdelberto vermählen, weil sie eine schöne Printzeßin war, unddie stadt Pavia , nebst andern grossen güthern, zu ihrem braut-schatz hatte. Allein sie schlug es gantznch ab, deswegen sie Be-rengarius zu Pavia belagerte und gefangen auf ein vestes schloßschickte, daraus sie durch hulffe ihres Vetters, des MarggrafenAtho, entkam, und sich in die vestung Canosa retirirte, welcheBerengarius gleichfalls belagerte. Kayser Otto M. aber nahmsich ihrer an, ja an. 931. oder 932. erwehltc er sie gar zu feinergemahlin, und zeugte mit ihr Ottonem II. Brunvnem und ei-ne tochter Adelheide genannt. Sie war von sonderbarem ver-stände , und führte die regierung von Teutschland vor ihren söhnOttonem II. Wegen ihrer Heiligkeit wird sie sehr gerühmet.Unter den briefen Gerberti, der hernach unter dem nahmen Syl-vestri II. Papst worden, findet man viel briefe an sie, darinnensie ein schrecken der Königreiche, und eine mutier der Könige ge-nennet wird. Sie starb den 16. dec. an. 999. und wurde zu ih-rem letzten gemahl w Magdeburg begraben. Odilen, Abt zu

ade 99

Cluni hat ihr leben beschrieben. Ditmar. chron. Odiion , vitaAdelh. ap. Canis. ant. lect. tom. V. Cbron. de Nooaleze. Hros-'vointha apud Meibom. Regino, ad an. 931. Sigebert. Gemblac.ad an. 934.

Adelheid, Königin von Cypern , eine tochter Henrici, Gra»fm von Champagne und Königs zu Jerusalem . Sie machte an.1228. anspruch auf die Graffchafft Champagne, wider ihrenVetter Thrbaldum VI. dessen vatter Thibaldus V. ein bruder ih-res vatters gewefen, und sich in den besitz der Graffchafft gesetzt,als ermeldter ihr vatter nach dem gelobten lande gegangen. Sieerhielte aber nichts, theils weil ihr vatter die Graffchafft an sei-nen bruder abgetreten, theils weil man ihre rechtmäßige geburtm zweifel zog. (siehe Henricus I. König zuJerusalem; und Thi-baldus VI. Konrg in Navarra .) Sie ward an Hugonem I. vonLusignan, Koma in Cypern , verheurathet, und nach dessen to.de vermahlte sie sich mit Boemundo.IV. Printzen zu Anttochia,der sich aber wiederum von ihr schied, unter dem vorwand derallzunahen verwandtschaffk; worauf sie mit Ranulpho vonSorssons zur dritten ehe geschritten, und an. 1246. gestorben.

Sannt. üb. III. Stephan . de Luzignano . JoinvWe , chron. de St.Louis c. 8. seqq. Daniels hist. de Francs tom. II. col. 12.

* Adelheid, eine tochter eines Rußischen Fürstens und zwey-te gemahlin Kaysers Henrici IV. Sie hieß sonst mit ihrem eige-nen nahmen praxedes, und hatte erstlich Udon, Marggrafenzu Brandenburg geheurathet. Nach dessen tod nahm sie KayserHenricus, welcher sie aus einem übel geschöpften haß sehr harthielte. Er soll sie in ein finsteres loch haben lassen werffen, undjederman, wer nur seine unkeusche begierden an ihrer perfonvollziehen wollte, preiß gegeben, ja seinem eigenen aus erstererehe gezeugten söhn befohlen haben, dergleichen muthwillen anihr auszuüben. Sie ist endlich aus dem gefängnts entkommen,und nach der Lombardey geflohen, woselbst sie von der GräfinMathildis in ihren schütz genommen, und an Papst Urbanum II.recommendiret worden, auf dessen einrathen sie sich in ein klo-ster begeben hat. Sigoniui, reg. Ital. IX. Schubart . de HenricoIV. Bertold. Baron, an. 1094. 1095.

* Adelheid, Adelais oder Alip, Königin von Franckreich,und Hugonis Capet gemahlin. Man weiß eigentlich nicht, vonwelchem hause sie gewesen seye. Helgandus sagt, sie seye eineJtaliänerin gewesen, oder zum wenigsten aus Italien gekom-men. Ein fragmentum einer Historie von Franckreich, welchessich in dem III. tomo der Französischen geschrcht-schreibern findet,sagt, sie stye die tochter eines Grafen von Poitou gewesen. Dieneuern geschicht-schreibere machen sie zu einer tochter WilhelmiIII. Hertzogs von Guyenne, der sonsten auch flachs-kopfge-nennet wird. Die zeit ihres todes ist unbekannt, doch lebte sienoch im jähr 987. hiemit nach der crönung Hugonis Capeti.Hie wäre eine Mutter Roberti Königs in Franckreich und zweyertochtern, Gerbert , epist. 120. Messeray. DuCbine.

* Adelheid, Königin von Franckreich, die zweyte gemahlinLudovici ll. genannt der ftammlende, wäre eine schwester Wil-friedi, Abts zu Flavigni in Burgund , und eine Mutter CaroliSimplids, den sie erst nach dem tod Ludovici zur wett brachte.

* Adelheid, oder Alix von Franckreich, eine tochter KönigsRoberti und Constantiä von Provence, vermählte sich erstlichim jenner 1026. mit Richardo II. Hertzogen in Normandie ; undzweitens im jähr 1027. mit Balduino V. Grafen von Flan­ dern . Im jähr 1063. stiftete sie zu Meßine, nahe bey Apern,ein Benedictiner - kloster für dreißig Nonnen, und eine kirchefür zwölf Dom - Herren. Nachbeme sie hernach eine reife genRom gethan, empfienge sie allda vom Papst Alexandro II. denwittwen - fchleyer, und begäbe sich in das von ihr gestiftete klo-ster, attwo sie an. 1097. starbe. Miraus , notit. ecclesiast. Belg.Olderic. Vitalis. Guiüaume de Jumieges.

* Adelheid, gemahlin Roberti des Tapfern, Hertzogen undMarggrafen von Franckreich, welchen man auch den zweytenMaccabäum hiesse, und eine Mutter Eudonis und Roberti, wel,che beyde zu Königen von Franckreich sind gecrönet worden. Ei,nige der neuern geschlecht - beschreibern wollen behaupten, sieseye eine tochter Kaystrs Ludovici Pii, andre aber zweifeln dar-an. Gewiß aber ist, daß sie eine wittwe Conradi eines Gra-fen in Teutfchland wäre. Man sagt, sie habe mit ihme Con-radum den jüngern, Grafen von Paris ; welfum, Abtvon St. Colombe zu Sens ; Hugonem, Hertzogen von Bur­ gund , und eine tochter petronlttam, erzeuget. Diese Pe-tronilla ward eine gemahlin Tertuli, des ersten Grafen von

AnjvU. Sammartbanus. Du Bouchet. Dominki.

* Adelheid, oder Adela von Normandie, zubenannt Ger«loe oder Guibord, wäre eine tochter Rollonis, Hertzogs vonNormandie und Poppä, und eine schwester Wilhelms de Lon-ga Spada, welcher sie an Wilhelmum III. flachs - köpf ge-nannt, Grafen von Pottiers und hernach Hertzogen von Guyen-ne, verheurathet hat. Man sagt, sie stye die mutter Adelheid,der gemahlin Hugonis Capeti, deren droben Meldung geschehenist, gewefen. Man siehet ihre begräbnis zu Portiers. Mären.

* Adelheid, oder Alix von Flandern , eine tochter Roberti I.genannt der Friese, und Gertrud» von Sachsen, heuratheteerstlich St. Canutum König in Dänemarck, und ward einemutter Caroli Boni, Grafen von Flandern , der zu Brügge istaetodtet worden im jähr 1227. Adelheid heurathete hernachRoaerium, Hertzogen von Calabrien . Moreri.

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