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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Desterrcichischen Grafens von Oppendorf, war aus Leipzig ge-bürtig , und starb zu Erfurt an. 168°. Sie Hat die Stratoni-cam , eine bekannte roman, aus dem Französischen ins Teut-sche übersetzt. Witte diar.

* Adlershelm, (Matthias Andreas Lorentz.von) einRathsherr zu Leipzig , und auch von bannen gebürtig, starbden 22. jul. 168;. in seinem 66. jähre, und hat einige Viiputa-tiones, als de Monarchia ; de Subditis ; de Temperantia ; deMagistrat!! &c. geschrieben. Witte diar.

* Adiholtz' ein vortrestich wild-bad in Bayern , zwey stun-den von Traunstein , unter der Burghaufischen regierung. Uni.

Iiersal-Lexicon.

Adlsberg, oder Adlersberg, in der iandsvrache Postoinagenannt, em schloß und marckt-flecken in dem HertzogthumCrain, am flusse Poick, zwischen Laubach und St. Veit, sechsMeilen von Triest gelegen. Es wird von etlichen scribentendafür gehaltm, daß allyier ehemals die stadt Avendo gestanden.Gleich unter dem schlösse ist dre berühmte lange grotte, zu derenende noch niemand gelanget. Valvasor bezeugt, daß er selbstzwey malen mit fackeln und lichtem hinein gegangen, hin undwieder viel gänge und hölen, grosse platze, worinnen Häuserund dörfer räum hakten, auch tiefte absturtzige orter angetrof-fen. Es find auch an etlichen orten erschreckliche hohen, undanderswo eine menge entsetzlicher bild-fäulen, von allerhandUngeziefer, schlangen, brachen und teusels-larven. Man triftauch zwey brücken darinnen an, welche die natur aus purenseifen erbauet: die eine ist nicht weit von dem eingange, unterwelcher viel klaftern tief hinunter ein fischreiches Wasser läufst;die andere ist eine meile von dieser, gar dünne, und kaum eineswerckschuhes dicke, aus beyden feiten aber ein jäher Abschuß.Das schloß und marckt Adlersderg gehöret jetzo dem FürstlichenHause Auersberg zu. Valvasor.

* Adlungius, (Joh. Christophoms) ein Philosophus undMedicus zu Erfurt , verwaltete anfangs die ProkellionernLinguarum Orientalium , nachgehends Medicin* daselbst, Undstarb 16gi. den 20. jun. in seinem 3jähre. Er hat Observa-tiones Philologicas ex utroque Testamento erutas: Anti-co-roliarium Kippingianum ; de Sanguinis motu , und unter-schiedliche Diiputationes geschrieben. Wolsii , bibl. Hebr . Wittediar.

Adlzreiter, (Johannes) von Tettenweiß, ein berühmterUistoricus und Rechtsgelehrter. Er ist Cantzler in Bayern ge-wesen , und hat sich durch seine annales Boficae gentis bekanntgemacht, darinnen er die Bayerische Historie vom ansang bisauf den tvd des Churfürsten Marimiliani, oder bis aus dasjähr 16,0. da er gelebt, ausgeführet. Man hat eine mey-vung, als wenn in diesen annalibu8 ein gewisser Jesuit, War-fuß, oder wie Balbinus meynet, Johann Ferveaux aus Loth-ringen , die feder geführet, und Adlzreiter nur seinen nahmendarzu hergegeben habe, welches dadurch insonderheit wahr-scheinlich qemachet wird, daß in dem Adlzreiter alle thaten Lu-vvvici Bavari gegen dem Papst verunglimpft werden, da dochAventinus Burgundus und Herwarttis diesen Herrn treflichvertheidiget haben. Er hat auch heraus gegeben AssertionemElectoratus Bavarici, pro Maxirailiano, nec non tota Guilliel-miana Bavarica stirpe contra vindicias Palatinas Johannis Joa-chirai ä Rusdorf. stehe FerveNUp. Leibniz , in prsfat. adAdlzreiterum. GuneUing. in praefat. ad Aventinum. Oldenburgsad instrum. pacis. Hendreicb.

* Admete, eine tochter des Oceani, und der Tethyos.Diesen nahmen soll fie vom ä priv. und Ja.fj.tla , ich zahme, herhaben, und so viel als eine unbändige oder ungezähmte heiftje». Pasor. ind. ad Hesiod. in hJ/ainn.

)ldmetus, ein König in Thessalien, dessen fchaafe Apolloneun jähr soll gehütet haben, als er fich aus dem Himmel, wegen

f ines zornigm vatters, des Jupiters, begeben müssen. Ovid.

b. II. metam. Eurip. in Alceste. Natal. Comes mythol. Propert .

Eb.II.el. 2.& 4 .

Admetus , der Molosser König, zu welchem Themistoclesflöhe, als er auf fälschliches angeben der Lacedämonier zu Athen vor einen landeswerräther erkläret worden. Weil ihm Adme-tus nicht gut war, indem Themistocles einst des Königs ange-legenheiten zu Athen entgegen gewesen, nahm er bey feiner an-kunft des Admeti jungen söhn in seine armen, und flüchtete da-mit in die Königliche capelle, wiche auch nicht ehe von bannen,bis ihm der Konig alle ficherheit und beschützung versprochen

hatte. Plutarcb. Tbucyd. Corn. Nep.

Admetus , ein Griechischer Poet, zu den reiten Trajani undAdriani. Er hat fich eine grabschrift gemacht, und darinn ge-setzet, daß sein leib auf der erden, und sein geist in dem Him-mel sey, worüber Lucianus spottet. Lucian. in vita demon.VojJ· de Poet. Graec.

* Admetus , war einer von Alexandri M. tapfersten Gene-ralen ; ist aber m der belagerung vor Tyrus umgekommen.

Diodorm Sie. XVIL

* Adminius Cinobellinus, ein söhn des Königs derBa-tavler, ergäbe fich freywillig an Kayser Caligulam. Chevreau,bist. du monde, liv.III. c. 7.

Admiral, Amiral, ist seinem Ursprünge nach ein Arabi,sthes won, allwo Amir oder Emir einen befrhlshaber bedeutet,Histor. Lexican /. Theil.

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und wie mit diesem nähmest auch dre zur see commandirendestOberhäupter belegt wurden, also haben die Christen denselbenm diesem verstände behalten, daß er das Oberhaupt in see-mchen bedeutet. Man meynt, daß er durch die Sicilianer imXILfieculo zuerst gemein worden. In Franckreich ist ein eigenCron-amt aus dieser bedienung aufgerichtet worden, doch kanman die Ml nicht eigentlich sagen. Den ersten Admiral vonFranckreich findet man an. 127a. Die gemalt desselben er-streckte fich anfänglich nur über die Normandie und einige be-nachbarte kusten, weil die Gouverneurs in Provence , Guienneund Bretagne zugleich in ihrer Provintz Admirale waren, wel-ches recht die von Bretagne noch haben. An. 1627. ward dertitul eines Admirals abgeschafft, an. 1669. aber von Ludwig XIV. seinem natürlichen söhne, dem Grafen von Toulouse, zugefallen wieder aufgerichtet. Du Frejhe, glossar. Latin. P. An.Jelme, bist. geneal. de ia Maiion de France.

Admiralitäts-rkyland, eine inful in der gegend von NovaZemdla; welche von den Holländern erfunden worden.

* Admirals-Infuln, find insirln auf dem meer von Zan»tzuebar, und liegender inful Madagafcar norder-feits gegenüber. Die Franzosen und Portugiesen nennen fie Isles de lA-miraute. Es find ihrer fieben. Die Holländer nennen auchAdmirals Eyland, eine kleine inful Asiens im Eis-meer, ander kuste von Nova Zembla . Bey Mr. de risle Heister sie Islede I Amiraute , und stehet unter den 76. gr. latit. und 84. gr.longit. Martiniere, Dict. Geogr. Siehe Admiralitätö-Ey-land. 7

Admiratt, ein ffuß rn Sicilien, welchen einige vor dm as-ten Eleutherum halten; andere aber meynen, daß Eleutherusder heutige fluß Bajaria sey. Fazei. ciuver.

Admont , eine Benedictiner-Abtey in der Steyermarck indem Ensthale,welche von Gebhardo,Ertz-Bischoffzu Saltzbura,an. 1074. gestiftet worden. Es gehören St. Gallen , Gallensteinund andere orter dazu. Mezgeri bist. Salisb. lib. VI. TromscUAdna, eine stadt, siehe Aden.

* )ldnan, ist der nähme eines der Nachkömmlingen Jsma-els; bey ihme enden sich die geschlecht-register der Araber unddes Mahomets. Dann von Adnan hinauf bis an Jsmael istalles sehr ungewiß. Es fehlet jedennoch nicht an solchen, wel-che das geschlecht-register des Mahomets bis auf Adam fortzu-führen sich unterstehen., Die vernünftigsten aber bekennen, daßüber Adnan nichts gegründetes anzutreffen seye. DHerbeiot,bibl. Orient.

Adne;, mit dem zunahmen Ie Roy , oder wie man zu sei-ner zeit sagte, le Roix t , ein Französischer Poet, unter der re-gierung Philippi des Kühnen,war in diensten bey Hertzog Hein-richen von Brabant, und hat unterschiedene romainen ge-schrieben. Fauchet , anciens Poet. liv. II. Croix du Maine %bibl. Franc.

* Ado Viennenfis , siehe Adon, Ertz-Bischoff zu Vienne .Es ist daselbst beyzufügen, daß dieses Adonis Gbronicon voneinem andern bis A. C. 88->. ist fortgesetzt worden. Baroniusirret sich, wann er sagt, Beda thue dessen Meldung, indemedieser mehr als 100. jähr vor Adone gelebt. In Canisii lectio-nibus antiquis stehet dieses schreibers abhandlung von demmarter-tod St. Desiderii, und in des D. Mabiüons actis Be-nedict. sec. I. desselben leben St. Theuderii, eines Abts zuVienne . Fabric. bibl.Lat. med. & inf. aet.

* Ads Trevirensis , soll im IX. feculo floriret haben, undwird von einigen vor den auctorem des Martyrologii , davonunter Ado von Vienne erwehnung geschiehet, ausgegeben. An-dere schreiben es Udoni von Nellenburg zu, welcher der kirchezu Trier vorgestanden , von an. 1067. bis 1078. J . A . Fabri -eiw , bibl. Lat. med. & inf. aet. lib. I. p. 41.

* Ado, (Virfungus) des heil. Ludgeri groß-vatter, einmann von sonderbarer frommigkeit. Er hatte vor der bosheitund lyranney des Fürstms in Frießland Radbodi, einen solchenabscheu, daß er, um sein vatterland von diesem bösen Fürstenzu befreyen, einen anschlag wider ihn machte, welcher abervor der zeit entdecket wurde; deswegen er zur rettung seineslebens nach Franckreich flüchten muste, woselbst ihn Grimoal-dus, Königs Pipini söhn, sehr wohl aufnahm. Nicht langedarnach ergriff er nebst seiner gemahnn Adelharda, und ftinemsöhn Nortgrino den Christlichen glauben, und blieb bis zu deSRadbodi tod am Französischen Hose, nach dessen erfolg aberkehrte er wieder nach Frießland zurücke, und wurde von Caro-lo Martello besonders in der absicht, weil er dem Ertz-BischoffWillibrodo so gute dienste geleistet, und die Christliche religionmöglichst befördern helffen, mit einigen ländereyen bey Utrecht beschencket. Chron. Frißng.

* Ado, der älteste söhn Antharii, wäre sehr geachtet vondem Fränckisthen König Dagoberto, und stiftete das klosterJouarre . J- k Sueur , bist. de lEgl. & de l'Empire, ad an. 64a.

Adodogton, Strabo ziehet diesen mann an, als einen be-rühmten Pergamener seiner zeit. Was aber fonsten in denenTeutschen und Französischen ausgaben dieses Lexici von ihmegesagt worden, ob hatte ihn seine Mutter von dem berühmtenPonlischen König Mithridate gezeuget, Cäsar aber zu einemKönig in Bofphoro und andern örtern gemacht; hingegen Ly-sander wiederum davon verjagt, das ist alles irrig, und gehet