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auf einen andern Pcrgamener, der würcklich MithridateZ ge-heißen hat. Der fehler kommet von einer Versetzung der nah-men beym Stradone her, wovon hier wcitiauffiger zu reden,die zeit, oder unser gegenwärtiges vorhaben, nicht leidet, sieheStrabo. lib. XIII.
Adod, siehe Adad.
* Adogit, einvolck, von dem Jornandes meldet - daß esin dein äussersten theile des alten Scandia gewöhnet. Hoßnmn.
Universal-Lexicon .
Adolphseck, ein ehemals berühmtes und unüberwindlichesschloß, nahe bey Schwalbach, in dem Nassauischen gebiethe,welches von Kayser Advlpho von Nassau auf einen runden ho-hen felsen erbauet worden^ Es ist von hohen und rauhen ge-bürgen gantz umgeben; jetzo aber sind nur noch die ruinen da-von zu sehen.
Römischer Rayset.
Adolphus , Römischer Kayser, war Walrami, Grafensvon Nassau söhn, und Heinrich des reichen enckel. Weil er trafstder theilung des groß-vätterlichcn landes nur die halbe Grcif-fchafft Nasiau , nebst Wißbaden, Weilburg und Jdstein be-kommen , 0) suchte er sein glück im kriege höher zu bringen.Hierzu gab ihm der Ertz-Bischoss Siegfried von Coln gelegen-hüt , als welcher mit der statt Coln weit aussehende streitigkei-ten angefangen , und sich mit dem Grafen Remaldo von Gel-dern wrder Hcrtzog Johannem von Brabant in ein bündnis be-geben hatte. Er ließ sich also bereden, nicht nur die parteyRünaldi und des Ertz-Biichoffs zu ergreiffen, sondern auch indes letztern kriegs-dienste zu treten, wiewol zu seinem ungluck:denn da Johannes von Brabant auf anhalten der Cölnsschenbürger das schloß Worvng oder Wöringen belagerte, und Sieg-fried nebst Remaldo von Geldern, Heinrichen von Lmenburg,dem Grafen von Meurs und Adolphs von Nassau der bedräng-ten stadt zu hülffe eiietm, wurden sie von Johanne auf dasHaupt geschlagen, und der Ertz-Bischoss nebst Advlpho gefangenweggeführet. ( b ) Wiewol da Adolphus in diesen und andernstücken sich den Geistlichen ungemein gefällig erwies, so trug die-ses nicht wenig zu der würde bey, wozu ihn bald nachhero eini-ger Churfürsten gunst und das glück erhöbe. Es verineyntezwar Albertus von Oesterreich nach seines vatters Rudolphi an.1291, erfolgtcm tobe die Kavserliche würde davon zu tragen,undkam deswegen persönlich nach Hagenau , um dem zu Franck.fürt angestellten wahl-congreß desto näher zu styn, (c) vernahmaber gar zeitig - daß die wähl Adolphum getroffen. Denn eswaren die geistliche Churfürsten dem Habsburgifchen Hause vie.jer Ursachen wegen sehr gehäßig, Advlpho aber sonderlich ge-wogen. Gerhardus von Mayntz war sein naher vettcr, demErtz-Bischoss Siegfribo von Cöln hatte er viele kriegs- und an-dere dienste geleistet, und endlich war er, als Graf von Nassau,ein lehcns-träger von dem Ertz-Bißthum Trier . Die geistlichenChurfürsten also hattenstnsgesamt.Ursachen, lieber Advlpho,als einem andern, die Königliche wurde zu gönnen. Hingegendie weltliche Churfürsten, welche Alberto Austriaco nahe ver-wandt waren, auf Adolphi feite zu zieyen, schien etwas schwe-rer zu seyn. Doch Gerhardus von Mayntz machte dieses auchmöglich, indem er zu einem jedweden Churfürsten aparte gieng,und ihn beredte, es sollte derjenige zum Kayser erwehlet wer-den, ivelchen er gerne haben wollte, da sie denn zuletzt alle auffein votum compromittirten, (st) welches er hierausdiesem sei-nem verwandten Advlpho an. 1292. den 1. man gab. Wiewoles würde Adolphus besser gehandelt haben, wenn er die ange-tragene würde ausgeschlagen hätte: denn sein weniges vermö-gen war nicht hinlänglich, diese Hoheit zu behaupten, (<st unddie Kayserliche tafel-güther waren grösten theils den mächtigenFürsten in die Hände gerathen. Aus dem anfange seines regi-ments konnte man leicht fchliessen, wie es mit dem ende ab-lauffen würde. Denn als die Franckfurter die Wiedererstattungder wahl-kosten forderten, war er nicht in dem stände, 20000.marck silbers zu bezahlen.Zwar wollte er sich an den Jüden erho-len,und aufdieftlben eine schatzung legen; da aber derFranckfur-tische Schultheiß diesem beginnen zuwider war, muffe er einigeftädte und schlösscr versetzen, um sowol mit den Franckfurter»eine richtigkcit zu treffen, als die kosten bey der cronung, welchebald darauf zu Aachen vorgieng, zu bestreiten. (/) Die er-weiterung des Reichs ließ er sich anfangs gar besonders angele-gen seyn. Der Graf von Burgundien muste nebst vielen an-dern Ständen die lehn bey ihm suchen und empfangen, (g) We-gen des Arelats aber ließ er sich mit Philippo Pulchro vonFranckreich an. 1296. in einen krieg ein , (fc) wozu ihn Eduar,dus von Engelland am meisten verleitete. Denn da dieser ineinem krieg mit Franckreich verwickelt war, bemühete er sichum nichts mehr, als demselben mächtige feinde auf den halszu hetzen. Zu diesem ende sendete er den Ertz - Bischoff vonDublin , und den Bischoff von Dunelm nebst andern Gesandtennach Teutschland , welche mit Adolphs ein bündnis aufrichten,(,) und ihm 30000. marck silbers, (*) oder wie andere schrei,den, 100000. pfund sterlinge (^) subfidicn-gelder zahlen wü-sten. Wiewol Adolphus richtete nichts mehr aus, als daß erPhilipps den krieg ankündigte, (»0 Und den Landvogt im El-saß, GrafTheobaldum vonPsirk, einige scharmützel mit dentrouppen des feindes halten ließ, (») worauf Papst Bonifacius VIII . die drey streitende Könige zu vergleichen gelegenhcit sahe.(0) Man findet unterschiedene Ursachen, warum auf Teutscher
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feite damals nichts sonderliches ausgerichkek worden. ZwilchenHaupt und gliedern war eine schlechte einigkeit. Viele Ständeverdachten es Advlpho, daß er von einem andern, und zwargeringern Könige, die zutn kriege benöthigte gelder empfan-gen, (?) zum wenigsten raisonmrte Albertus von Oesterreichalso, und meynte, inan könne es ihm noch weniger verdcn-cken , wenn er auf Französische feite treten und von Philipposubsidien-gelder ziehen wollte, (<?) weil sein Herr und Kayfermit seinem exempel dargethan hätte - daß diese art der Nieder-trächtigkeit einem mächtigen Fürsten nicht allerdings unanstän,dig sey. Der Bischoff von Straßburg hicNg der Cron Franck,reich öffentlich an, ( r ) und stellete Advlpho vielfältig hinterli-stiger weise nach. Endlich war es dem Kayser selbst kein ernst,Franckreich recht anzugreiffen. Das von Eduardo empfangenegeld wendete er nicht zu dem Französischen kriege an, svndemkaufte dem Landgrafen von Thüringen , Albrecht dem Unarti.gen, die Marggrafschafft Müssen, die Laußnitz und den Pleiß-nischen district davor ab. Dieses recht zu verstehen, ist folgcndswohl zu mercken. Albrecht tractirte seine gemahlin Margare-tham, und die mit ihr erzeugte zwey Printzen, Fridericum undDicemannum, sehr hart, weil er m in Cunegundam vonJsenberg verliebet, und mit ihr Apollonium, (0 oder wie ihnandere mit besscrm gründe nennen, (f) Ludovicum gezeuget.Diesem seinem natürlichen söhne wollte er alle seine lander, für»nemlich die Landgrasfchafft Thüringen , lassen, seine recht,mäßige Printzen hingegen enterben. Damit nun Kayser Adolphin die Übergebung des landes Thüringen an den unächten Ludo-vicum desto eher willigen möchte, Friderico und D.icemannohingegen alle Hoffnung benommen wurde, von den vätterlichmlanden etwas zu bekommen, verkaufte er die vorgemeldetenländer, Müssen, Laußnitz und den Pleißnischen district, ent-weder vor 21000. oder vor 12000. marck silbers an Adolphum.(«) Dieser schickte seinen vetter Philippum von Nassau alsobaldnach Mcissen, und richtete mit dem Marggrafen Alberto vonBrandenburä und Bernhards von Anhalt einen bund auf.Die städte, Borna, Altenburg , Chemnitz , Zwickau , ergabensich an ihn so fort, und Freybcrg fiel durch verrälhercy in feineHände. Dicemannus hingegen schlug die Nassauischen troup-pen unter Alberto von Brandenburg bey Lucca , FridericuSaber Bernhardum von Anhalt in die flucht. Philippus vonNassau selbst, der die armee des Kaysers commandirte, wur-de zu Borna gefangen, und nicht eher losgelassen, bis er alleeroberte städte wieder zu geben versprach, (x) In dem Elsaß ,welches Albertus von Oesterreich aufwiegelte, bekam AdolphuSgleichfalls voll auf zu thun. Denn da der Graf TheobalduSvon Pfirt, wie auch die Herren von Gerolseck und Bergheim ,welchen Adolphus die aufsicht des gantzen landes anvertrauet,dem Straßburgischen Bischoff Conrado viel Verdrießlichkeitenanthaten, (.7) schlösse dieser mit Alberto von Oesterreich, denenGrafen von Freydurg, von Zweybrück und von Ochsenstein,wider Adolphum von Nassau und süne bediente ein bündnis;( 2) dahcro der Kayser gezwungm wurde, wider diese süneWaffen zu kehren, und sich der stadt Colmar zu bemächti-gen, (aa) wiewol er Elsaß bald wieder verlassen, und Albcr»to von Oesterreich entgegen gehen muste. Denn die Churfür-sten waren schon lange Adolphi von Nassau überdrüßig, undmit seinem regiment nicht wohl zufrieden gewesen. Sie hattenbereits bey der crönung Wenceslai II. zum Könige von Böh men mit einander berathschlaget, (bb) wie man Adolphum ab,und Albertum von Oesterreich auf den thron setzen wollte.Doch muste wohl eine dreyfache zusammenkunft angestelletwerden, ehe man die fache zum stände brachte. Endlich ka-men die drey Churfürsten von Mayntz, von Sachsen und vonBrandenburg in Mayntz übermal zusammen, setzten Adol-phum ab, und wehleten daraufAlbertum zum Kayffr, (cc)doch waren die abwesenden Churfürsten hiermit übel zufrieden.Rudolphus, Pfaltzgrafam Rhein, der ohne dem ein schwieger«söhn Adolphi und gemabl seiner tochter Mezä oder Margare.thä war, hielte es beständig mit ihm, (äd) und die Ertz-Bischöffe von Tner und Cöm, waren eben so wenig von Adol-phi partey abzubringen. Siehet man auch alle Ursachen die-ser absetzung genau an, so muß man gestehen, daß dieselbe un-rechtmäßig gewesen sey: ( n ) denn man gab ihm nichts weheschuld, als baß er einige kirchen verwüstet, Damen von hohemstände zu seinem willen gebraucht, von einem geringern Köni-ge , als er selbst wäre, subsidim-gelder gezogen, und die gren»tzen des Reichs nicht erweitert, sondern verüngert hätte. ((/)Allein die erster» beschuldigungen sind also beschaffen, daß manbillig zweifelt, ob untetthanen, das recht davon zu urtheilt«,zukomme, und wenn man alle dieimigen hätte absetzen wol-len ,,welche die grentzen nicht vermehret, sondern verringert,so würde man in der Teutschen Historie wenig A»gustos aus-zuweisen haben. Doch dem sey wie ihm wolle, AdolphuSgieng seinem fünde und wider ihn erwehlten Kayser unerschro-cken entgegen, jagte ihn von Ulm bis nach Waldshut , vonWaldshut nach Kitzingen , und von Kitzingen bis Straßburg .(gg ) Endlich kam es dey Gellenhüm an. 1298. zu einem tref-fen , worinnen Adolphus sein leben einbüßte. Er war gar zuhitzig; denn da man ihm weiß gemacht, der Ertz-Bischoss vonMayntz habe mit seinen völckern Albertum verlassen, und die,ser sey deswegen auf eine retirade bedacht, gieng er mit derreuterey , ohne das fuß-volck zu erwarten , auf ihn loß, undtraf mit demselben persönlich, hatte aber das Unglück,
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