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Im jähr der Hegira 793. flöhe Sultan Ahmet, ein söhn Avis,welcher von Tamerlan aus Bagdad vertrieben worden, zu Sul-tan Barcock, und berichtete ihn der grossen eroberungen Ta-merlans, wie auch, daß derselbe Botschaffter zu ihm gesandt ha-be. Barcock liesse Hierauf diese aufsuchen, und ehe sie Egyptenerreichten, tödten. Dieses schmertzte Tamerlan sehr, und be-wog ihn gegen Syrien anzurücken , und Roha oder Edessa zubelagern; welche er auch erobert, und alles mit dem schwerdtgetödtet hat. Barcock zöge an. 769. aus Egypten, nähme denAhmet mit sich, und marschirte gegen Aleppo , welche stadl Ta-merlan anzufallen drohete. Als er zu Damascus ankäme,liesseer den Ahmet mit vielen geschencken von sich , welcher dann sei-ner fachen so wohl wahrnahm, daß er Bagdad wieder eroberte.Als Barcock vernähme, daß Tamerlan sich gegen Indien gewen-det hätte, kehrte er wieder in Egypten, und starb «n frieden, imjähr der Hegira 8°i. nach Christi geburt 1398. nachdem er sech-zig jähr gelebt, und 17. regiert, auch seinen söhn Zaineddin Fa-ragi , mit dem beynahme Malek al Nasser, zum Nachfolger hin-terlassen hatte. D’Herbelot, bibl. Orient.
* Barcos (Martin de) Abt von St. Cyran, gebürtig vonBayonne , allwo er aus einem der vornehmsten gefchlechtern her-stammete. Man zehlet ihn billig unter die grossen männer desletztem lseculi. Von seiner Mutter her war er ein nefe des be-rühmten Iohannis du Verger de Hauranne, welcher ihme auchdie ersten ansänge der wissenschajsten und desChristenthums bey-brachte. Nachgebends ward er samt seinem vettern dem Herrnvon Anguibert naher Löven gesandt, um seine studia unter demgelehrten Iansenio, nachmaligen Bischoffen von Apres und ver-trauten freunde des Herrn du Verger, zu ende zu bringen. Ei-nige jähre hernach gäbe ihne Jansenrus demHerrn d'Ändiühumdie aufsicht von der auferziehung des jungen d'Andilli zu über-nehmen. Es hatte zwar zu gleicher zeit der Cardinal von Riche lieu den jungen Barcos begehret, um ihn bey sich zu HabewalleinIansenius hielte das Haus des Herrn d'Andilli für einen nützli-chern ort in ansehung des de Barcos, als aber den hofdes Car-dinals. Als der Herr von Anguibert, der bey dem Herrn duVerger die stelle eines Secretarii versehen hatte, mit tod abgegan-gen war, nähme de Barcos dessen stelle bey seinem ohm ein,und dieser nähme sich seiner so eifrig an, daß er einen gelehrtenund frommen Geistlichen aus ihme gemachet hat. Der Herrdu Verger unternähme nichts wichtiges, ohne die ehre der aus-führung mit dem jungen de Barcos zu theilen. Zu dieser zeitgeriethe de Barcos in die genaueste freundfchaffr mit dem be-kannten Dr. Arnaud, mit deme er seither gemeinschasstlich in dieHändel von dem öftern genuß des H. Abendmahls ist verwickeltworden. Nach dem tod des Herrn du Verger, Übergabe dieKönigliche Frau mutier dem Herrn de Barcos, dessen Verdien-ste ihro bekannt waren, die Abtey von St. Cyran. Er nahmsolche den 9. may 1644. in besitz, und wäre alsobald bedacht einebessere Verfassung darinnen einzuführen. Nach einigen jährengienqe er selbst dahin , um durch sein eigenes exempel seinen un-tergebenen vorzuleuchten. Er führte das gebäu der Abtey vonneuem auf, erneuerte die kirche, versähe die sacristey mit allemnöthigen geräthe, und vermehrte den bucher - vorrath um einmerckliches. Endlich führte er eine verbesserte Verfassung in die-ser Abtey ein, und befähle die regeln St. Benedicti dem buch-staben nach zu beobachten, und obwolen er die kleidung einesClenci Ssecularis immer behielte, und niemals kein feyrliches ge-lübd abgelegt hatte, so wäre er doch sowol bey tag als beynacht der erste, welcher das von ihme vorgeschriebene beobach-tete. Er starb in dem jähr 1678. nachdeme er verschiedeneschriften ausgegeben, und 3$. jähr seiner Abtey mitgrostem lobvorgestanden wäre. Diony. Sainte Marthe , Gall. Lbriü.tom.n.Memtires du tems.
Barcshire , siehe Barkshire.
* Barcum, eine kleine insul an dem Teutschen meere, welchedie Oster - und Wefter-Embs machen. Schneiders befchrei-dung des alten Sachsenlandes, x. 402.
* Bard, (Petrus ) ein aus dem Bißthum Tournay in
Flandern gebürtiger Cölestiner, wurde von Ludovico XII. sehrgeliebet, welcher sich seines raths bediente, auch sogar ihme beich-tete. Dieser König trüge ihm ein Bißthum an, welches aberPetrus Bard aus sonderbarer demuth ausschluge. Nachdemeer nun Provincial seines ordens wäre, starbe er zu Paris indem jähr Hiß. des Ctleßias, manußcript. bibliotb.
* Bard , Bardium, ist eine stadt in Vor-Pommern, in derHerrschafft gleiches nahmens, samt einem alten Hertzoglichenschloß, und einem ziemlich grossen haftn an dem Balthischenmeer. Sie wurde durch den Westphälischen frieden an den Kö-«ig in Vchweden abgetreten, und liegt nur drey meilen vonden grentzen des Hertzogthums Mecklenburg gegen morgen, wieauch sieben meilen von Rostock . In dem jähr 1677. nähmesolche der Churfürst von Brandenburg ein, träte sie aber durchden in dem jähr 1679. zu St. Germain en Laye ohnftrn Paris gemachten frieden an die Schweden wiedrum ab. Boureon.
Geogr. hist. 6
* Bard, (die Herrschafft von) ein in Pommern gelegenesland , liegt zwischen dem Hertzogthum Mecklenburg, der Graf-schaffr Gutzkon, der mful Rügen, und dem Balthischen meer.Es hat , nach einiger meynung, vhngefehr zehm meilen in der
länge und acht in der breite, samt dem titul eines Hertzvg.thums, in welchem Bard die Haupt-stadt , Stralsund undDamgarten aber die fürnehmsten städte sind. Maty, Dict.Geogr. Baudrand, Dict. Geogr.
* Bard, ist eine kleine stadt, oder vielmehr ein schloß undstecken Savoyens in dem Hertzogthum Avsta , auf einem Hügelohnftrn dem fluß Dorea Baltea , zwischen der stadt Avsta undZvree gelegen. Einige neue charten zehlen solche ohne ursachzu Italien ; dann obschon sie jenseit den Alpen liegt, so geh»,ret sie dennoch Nicht zu Italten. Maty, Dict. Geogr. Baudrand,Dict. Geogr.
Bardane, eine lochtet Cvaxaris II. des Medischen Königs,welche er Cyro Magno, dem ersten Persianischen Monarchen,vermählt, und ihne dabey zum erben seines Reichs einge-setzt. Sie wird aber von andern Mandant genannt.
L>arvanes, (Philippicus) ein Morgenländischer Kayser,war aus einem berühmten geschlecht entsprossen, hielt sich aberdemselben gar nicht ähnlich. Tiberius Abssmarus ließ ihn ver-jagen , weil gegen ihm gedacht worden, daß derselbige seinNachfolger in der regierung seyn müste, und daß er einaufrüh-rischer köpf wäre. Nachdem ihn Justinianus der iunge wiederzurück rüsten lassen, gab ihm dieser das commando von einer ar-mer wider eine gewisse stadt. Eine zeitlang hernach ließ Bar-danes Iustinianum II. nebst dessen söhne Tiberio grausamerweise hinrichten, und sich an. ?n. zum Kayser erkläre». Diescribenten bekennen, daß niemals ein Fürst von grösserer gvttlv,
® keit und wenigerm verstände auf der weit gewesen, als er.
adlich stachen ihm einige von den Grossen die äugen aus, un-verzagten ihn den i;. jun. an. 71;. Zonaras & Theopbanes, inannal . Paul. Diac. 1 . c. c. 34.
Bardanes, mit dem zunahmen der Eurck,war General überdie Reichs-armee im Orient, und ward an. 802. wider die Kay-serin Irene von den soldaten zum Kayser ausgeruffen. Als eraber vernahm , daß Nicephorus , der Reichs - Schatzmeister,ihm selbst die Kayserliche crone aufgefetzt, entschlugerstch derKayserlichen würde, und gieng ins kloster; allein Nicephorus,aus beysorge, er möchte dermaleins wiederum lust zur Kayser-lichen würde bekommen, ließ ihm die äugen ausstechen. Theo.
pbanes. Cedrenus.
Bardanes, der siebenzchende Parthifthe König, wird auchBardanes geschrieben, ein söhn Königs Artabani II. lebte zuzeiten des Römischen Kaysers Tiberii, und wollte mit aller ge-malt selbigen bekriegen. Izates, der König der Adiabener,mahnte ihn gütlich davon ab, allein er fiel solchem dafür selbstauf den hals. Weil aber die Parther keinen krieg haben woll-ten , so brachten sie ihn bald ums leben. Joßpbus, XX. 2.Tacitus, XI. 8· ann.
Bardas , ein Patritius zu Constantinopel , welchen der Kay-ser Michael III. zum Cassar oder Reichskfolger erklärte. Vonetlichen wird berichtet, daß er den Kayser übel angeführet, auchihm gerathen, seine mutter ins elend zu verjagen. Er selbst ver-stieß seine gemahlin, worüber ihn der Patriarch Jgnakius inbann that. Bardas aber brachte es dahin , daß Ignatiusaus Constantinopel verjagt , und Photius an besten stellezum Patriarchen erwehlt wurde. Es entstand zuletzt zwischenzhm und dem Kayser Michael ein Widerwillen, als sie beydeeinen zug wider die Saracenen in die insul Creta gethan,und weil Bardas in den verdacht kam , als wenn er demKayser nach der Crone stünde, muste er solches an. 866. mitdem leben bezahlen. Cedre». Zonaras. Curopalates. Nicetai.Glycas , &c.
Bardas , ein unverwandter des Kaysers Leonis Amenii,commandirte eine armee in Orient. Man sagt, er habe es mitden bildet - stürmern gehalten, und die verehret der bildet hef-tig verfolget; da er aber an. 818. zu Smyrna kranck geworden,habe ihm einer von seinen bedienten gerathen, er solle zu demfrommen Theodoro Studita, der zu Smyrna gefangen lag, weller sich der btlder-stürmerey widersetzt hatte, seine zußucht neh-men. Da nun Bardas solches gethan, und versprochen,von sei-nem irrthum abzulassen, sey,er gesund worden; so bald er aberwieder auf seine vorige irrthümmer gefallen, habe er seine allekranckheit wieder bekommen, und sey gleich daran gestorben.Mio. Studita , in vita Theodor!.
Bardas , genannt Sclerus , war ein ehrgeitziger kühnermann , und, nachdem er zuvor unter dem Iohann'Zimisces einKriegs - Oberster gewesen, trachtete er nach Iohannre tode an.973. die Crone an sich zu bringen, brachte es auch dahin, daß erbey der armee zum Kayser ausgeruffen ward. Basilius II. aber,dem das Reich gehörte, schickte Phocam wider ihn, der denBardas erlegte. Curopaiat. Zonar.
* Bardari, (Ibandus de) ein Aragonischer Rechtsgelchr-ter im XVI. Ikculo, schrieb Comment, in foros Aragonis, undde Officio Gubernatoris regni Aragoniae. Vinc.Blajcode La»uza,hist. eccl. Arag. V. 44. Anton. bibl. Hiip.
* Bardari, (Joseph de) ein Spanischer Theologus, waraus einer vornehmen familie zu Saragossa entsprossen, wurdeDoctor Theologiae und Probst zu St. Angeli in Barceüona,starb den 4. aug. an. 1626. und hinterliesse viele predigten.Vinc. R'aJ'co de Lanuza, hist. eccl. Arag. tom. E, V. 44. An-ton. bibl. Hisp.
Barde,