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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Barde, (Johann dela) Marquis von Marolles an derSeMVwar unter Ludovico XIV. Französischer Ambassadorin der Schweitz . Er befand sich auf den Münsterischen tracta-ten als ein Gesandter vom andern rang, wiewol er schon zurSchweitzerischen Gesandtschafft damals ernennet war, undforderte dannenhero den titul Excellentz, den man ihm abernicht geben wollte. Im übrigen führte er sich als ein ge-treuer und geschickter Minister auf, machte sich auch bekanntdurch eine Historie von Franckreich , von dem tobe des Kö-nigs Ludovici XIII. an bis auf das jähr 1692. welche Latei-nisch geschrieben, an. 1671. gedruckt worden, und sehr zuloben ist. Er hatte noch ein groß werck wider die Protestantenwegen des heiligen Abendmahls , das er aber selbst verbrannthat, ehe es zum Vorschein gekommen. Er starb an. 1692. imneunzigsten jähre seines alters. Wicquefort A<nbassacleur. Bay-le. Pufendorff. rer. Suec. üb. XVII. §. y8.

* Barde, (Leonor de la) ein bruder Johannis de 1a Barde,Marquis de Marolles, Königlich - Französischen Abgesandtenin der Schweitz , begäbe sich in dem zwanzigsten jähr seinesalters in die Longregationern Oratorii an. 1627. In dem fol-genden jähr lehrete er die Philosophie zu Marines, und hernachzu Troyes , von bannen er an. 16;;. nach Saumur gieng, dieTheologie zu lehren. Man berufte ihn an. 1640. die Unterre-dungen über die Theologiam Moralem in dem Seminario zuSt. Maaloire zu Paris anzufangen. Man hielte ihn für einender gelehrtesten mannern seiner zeit. Er war ein guter freundCartesii, und thäte demselben verschiedene einwürffe 1 über des-sen metaphysische gedancken, welche jener grosse Weltweise fürwichtig hielte. Er war auch einer der ersten anhängern dieserPhilosophie; «pprobirte auch Arnanlds buch de !a FrequenteCommunion. Man schreibet ihm den zweyten theil der antwortauf das Examen & Jugement über dieses buch von Abr. de Ra-eonis , Bischoff von Lavaur, zu. Als sein bruder Denys dela Barde zum Bischoff zu St. Brieux ernennet worden, träte erihm das Canonicate der Haupt - kirche zu Paris , so er bisherbesessen, ab. Die zeit seines todes wird nicht gemeldet. Suppi.

de Paris .

* Bardebum , oder Bardenburg , Französisch ciaireFoyhaine, ein Nonnen - kloster und Abtey am flusse Ische, im

# Hertzogthum Luxemburg, zwischen Arlon und der stadt Luxem­ burg . Das kloster ist Cistercienser - ordens und ein sehr lustigerort. Es liegen allda Luxemburgische Fürsten begraben. u»iv.

Lexicon.

Barden, lat. Bardi , waren bey den alten Galliern undTeutschen diejenigen, welche sich aus die poesie und music leg-ten. Sie lichteten lieber, welche man zu lob und Versöhnungder götter, wie auch zum rühm der alten tapfern Helden, ab-sunge, und in welchen die Historie dieser völcker beschrieben war.Nachdem bey den Teutschen die Christliche religion eingeführetworden , schaffte man zwar die Druyden, Wahrsager, undwas zum Heydnischen gottesdienst gehörte, ab, die Bardenaber wurden in so weit beybehalten , daß sie nicht mehr zu ehrender Heydnischen götter etwas lichten dursten, wohl aber zu lobder alten Helden. Es müssen noch hin und wieder in bibliothe-cken überbleibungen von dergleichen gefangen stecken , inmassendenn Aventinus in der Teutschen Übersetzung seiner annaliumberichtet, daß er sich derfelbigen in der alten Teutschen Historiebedienet, auch erzehlet, baß Carolus M. dergleichen verse zu-sammen tragen lassen, wovon der meiste theil verlohren undverfälscht worden. Hunibaldus, der von den Francken eineHistorie geschrieben , hat aus den alten gelangen das meistezusammen getragen, wie Trithemius bezeuget. Es warendie alten Barden bey den Teutschen in grossem ansehen, sogar, daß auch die kriegs - leuthe , wie Diodorus Sicukusmeldet, sich von ihnen in der grösten Hitze besänftigen liessen.Den nahmen wollen etliche von Bardo I. dem fünften Kö-nige der Gallier , herleiten , der ein grosser liebhaber dieserwissenschafft soll gewesen ftyn. Andere halten dafür, daßdurch das Wort bar ein gewisser thon bedeutet werde, und daßvon demselben das bey dem Tacito vorhandene wort barritusoder barditus den Ursprung habe. Aufs wenigste ist sehr wahr-scheinlich , und kan mit exempeln aus den schriften der meister-sänaer bewiesen werden, daß das Wort bar auch wohl das liebftlbsten bedeutet. Barden waren auch ein gewisses mit Longo-barden vermischtes volck, von welchem auch noch einige örterihren nahmen haben sollen. Also wird ein gewisses gebürge deslandes Auxois in Burgund Mont - Bard , oder Mont - Bardi,lat. mons Bardorum , genennet, weil einige dafür halten, daßdie Barden daselbst ihre Wohnung gehabt. Schedius und Svan-genberg in einem besondern buch von Barden halten dafür, daßder ort Bardewick, woselbst sie ihren sitz gehabt hätten , derBarden weich von ihnen benähmet sey. Doch hat Meibo-mius in bist. Bardevici hiervon eine andere Meynung. Dmior.Sicul. lib. V. Tacilus , de mor. Germ. c 2. n. 3. c. n. 1. &Üb. II. ann. c. 88 . Aventm. lib. I. & IV. GpangMberg inHannemans anMerck. über Opitzens buch von der Teutschenpoeterey, p. 94. leg. Markos, von der teutschen spräche. P. II.cap. 6 .

Bardenflete, eine uralte adeliche familic in dem Hertzog-thum Bremen , deren stamm - schloß gleiches nahmens in demStedinger lande gelegen. Heinrich hat an. 1219. nebst andernvon Adel dem Bremischen Ertz - Bischoff Gerhard gehulviget.

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Johannes war an. mc Hertzoglicber Clevischer Hauptmanmund trat nachgehends in Ertz-Bischoffliche Bremische dienste.Dessen urenckel, CarhHertzoglicher Hannoverischer Stallmeister,wurde, da er nach Italien reisen wollte, von den dauern in Ty-rol erschossen. Von dessen druders, Adonis, söhnen war Engel-bert an. 1700. Schwedischer Amtmann zu Neuhaus, und AddoCvnrad Oberst-Wachtmeister. Mnshard . theatr. Nob. Brem.

* Bardes, eine injul auf der Maladarischen küste, welchedurch einen canal »on der stadt Goa abgesondert wird. Dieseinsul ist so hoch, daß die Portugiesischen schiffe zu Goa hinterderselben verdeckt liegen können. Univ. Lexic .

Bardesanes, ein Syrischer ketzer, lebte in Mesopotamien ,im II. feculo. Anfänglich war er em fchüler Valentim, hernachaber schrieb er wider ihn und andere ketzer feiner zeit. Allein erverfiel folgends von neuen in irrthümmer, die einige gleichheitmit den Valentinianischen hatten. Seine Nachfolger wurdennach ihm Bardesanisten genennt, unter denen sein söhn Hermo-nius einen grossen nahmen erlangt. Eufib. lib. IV. bist. eccl.

c. zc>. Augußm. de haer. c. Epipban. hier. 96. Strunziihistoria Bardeianis & Bardesanitarum.

Bardesanes von Babylon, lebte im III. feculo , und ver-fertigte zu den zeiten des Kaysers Alexandri Severi einen tractatvon den Brachmanen und Gymnosophisten. Porphyr, de abbin,ab esu animal. Hieronym. lib. II. adv. Jovinian.

Bardesey, siehe Andro oder Handros.

* Bardet, (Petrus ) ein Advocat, ward zu Montagutin Bourbonnois den i?. dec. i?8i. gebohren, machte seinehumaniora in dem Jesuiter - Collegio von Moulins , allwo erden Mr. de Lingendes , den nachmaligen berühmten Prediger,und Bischoffen von Sarlat und Macon , zum geführten hatte,und mit ihme zu einer grossen wissenschafft in der Griechischensprach gelangete. In dem jähr 1614. fienge er das studium Ju-ridicum auf der Universität zu Toulouse unter den Herren Ma-ran und la Coste, denen lehr - jüngern des berühmten Cujacii,an. In dem jähr 1617. wurde er zum Advocaten des Parle-ments aufgenommen, und fienge an die in den Gerichten ertheil-te urtheil zusammen zu fassen, führte auch solches bis in dasjähr 164.;. fort, da ihne dann die Parlements - geschäffte, undsürnemlich die schriften also beschäfftigten, daß ihme keine zeitmehr den Gerichten beyzuwohnen, überblieb. In dem jähr166;. begäbe er sich naher Moulins , allwo er den 20. Herbst-monat 1685. in einem sonderbar gottseligen leben starbe. Diefürnehmste Verordnung feines testaments gienge dahin, daß eran dem ort seiner geburt eine pfarr-kirch bauen ließ, weilen dieeinwohner mit grosser ungelegenheit in eine etwas entfernte kir-che gehen musten. Es überlieferten zwey seiner vettern die vonihme gemachte sammlung von gesprochenen urtheilen seinemsonderbar guten freund Ar. Berroyer, einem Advocaten imParlement, welcher sie unter folgendem titul gedruckt hat : Re-cueil darrets du Parlement de Paris, pris des memoires de' feuMr. Pierre Bardet, ancien Avocat en la Cour, avec les notes &les differtations de Mr. Claude Berroyer, Avocat au memeParlement, in fol. a Paris 1690. Journal des Scavans, tom.XVIII. pag. 429.

Bardewick, ist ein offener flecken, eine viertel meile vonLünebürg an der west - feite der Elmenau, war aber vor die-sem eine grosse Handels - stadt, ja wenn einiger vorgeben zuglauben, die älteste stadt in gantz Sachsen . Denn es stehennoch alte Lateinische verse über der Dom-kirche, nach derenanzeigen diese stadt 945. jähre vor Christi geburt müste gebauetseyn, und ein cbronicon aus dem XIII. feculo berichtet, es sey871. jähr vor Christo geschehen. Gleichwie nun dieses unge-wiß, also ist hingegen ziemlich erwiesen, daß die stadt fthr alt,und schon vor Christo Handel gegen die Ost-see getrieben, auchzu Caroli M. zeiten eine besonders berühmte Handels - stadt gewe-sen. Den nahmen leiten einige von einem Könige Bardo her,der den ort erbauet, von dem sie aber selbst keine weitere Nach-richt zu geben wissen. Am wahrscheinlichsten ist, daß der ortvon seinen ältesten einwohnern, den Barden, also genennet wor-den, wodurch nicht eben die alten Poeten der Teutschen, sonderneine mit den Longobarden vermischte nation verstanden wird.Die endigung wrck aber, so vielen städten gemein, wird amfüglichsten von dem alten Sächsischen Wort Wicken oder wei-chen deriviret, daß also Bardewick eine retirade der Bardenaeheissen hätte. Von dieser stadt wurde die benachbarte gegendBardengou genennet. ,Henricus Hervordienfo giebt vor, daßzwey von den siebenzig jüngern Christi, nahmens Egistus undMarianus, von St. Petro nach Bardewick gesendet worden,wo sie das Evangelium gepredigct, und die martyrer - croneerhalten. Wo nun ja an dieser predigt Egisti etwas ist, wobeyaber wichtige zweifel sind, so muß doch das licht des Evangeliimit dessen leben wieder verloschen seyn,indem genugsam bekannt,daß die Sachsen lange nach der zeit in dem blindesten Heyden-thum gesteckt, und insonderheit die von Bardewick an. 730. vonCarolo M. zum Christlichen glauben gebracht worden. Dochzwey jähr darauf erhub sich wieder eine Verfolgung der Christen,und wurde sonderlich ein Christlicher Prediger, so auch Maria-nus gehcissen, und des Engelländers Willehadi gehülffe gewe-sen, auf der brücke über die Elmenau gctödtet. Doch nach Wi-tekindi bekehrung hat die Christliche religion bald gäntzlich dieoberhand behalten , wie denn auch vermuthlich, wo nichtvon ihm, doch lange vor der Zerstörung ein Stift hier

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