bar
* Barde», ist ein eine Meilen von der stadt Tunis in einerfruchtbarn ebene gelegner pallast. Mulen-Hascem, ein Königdieser stadt, liesse solchen aufbauen, Murat-Bcy aber zieretethue aus: Dieses gebäude wäre mit säulen von marmor undPorphyren besitzet, und konnte man aus denen Vergoldun-gen , denen bühnen, denen auf Arabische arl gemachten ge-mählden, der anzahl der zimmer, der kostbarkeit des Haus-raths/den pracht und Herrlichkeit des Meisters erkennen und abneh-men. Die mit pomcrantzen-baumen gepflantzte gärten, diemit granaren-und jasmin-bäumen angefüllte alleen, die schat-tichtcn gänge, die wiesen , gärten, canäle und brünnen mach-ten den anmuthigstcn ort von gantz Asrica aus dieser gegend.Es haben aber die einheimischen kriege alle diese kunstreiche zicr-rathcn zerstöret, und kaum die natürlichen schönheiten übrig ge-lassen. Amuda, ein einiger söhn und erb dieses Murat, ver-sähe in seinem tcstament, daß dieses Haus seinen drey söhnen ge-mein seyn sollte , damit die lüfte, welche sie dahin versammlenwürden, sie allezeit mit einander vereiniget hielten. Htjkire des
dernieres revoutims dc Tunis .
* Bardorff , ist ein Fürstlich-Wolffenbüttclisches amt-haus,dem ansehen nach ein sehr alt gebäude. Es soll selbiges an-fänglich von etlichen von Adel,so ein raub-nest daraus gemachet,seyn erbauet worden, welche aber von Hertzog Heinrichen demLöwen daraus vertrieben worden sind. Umv. Lexic.
* Barduccius, (Ioh.Bapt.) der 3. Bsschoff zu St. Mi-niato, war aus einer adclichen familie zu Florentz, und hattesich sowol durch seine gelehrsamkeit, als auch und vornemlichdurch verschiedene wichtige bedienungen , darzu ihn der Groß-Hertzog daselbst gebraucht, in solch ansehen gesitzet, daß er vonAlexandro VI !. den 26. jun. an. 1636. zu obigein Bischoffthumerhoben wurde. Er starb im monat oet. an. 1661. Ugheiius ,Ital. sacr. tom. III. p. 280.
Bardus, ist der nähme zweyer alten Gallischen Könige,davon der erste ein liebhaber der Mustc und Poesie gewesen,und etwa A. M. 2140. der andere aber wohl 100. jähr nachihm geherrscht haben soll. Man hat aber sonst keinen gründvon diesen Königetl, als daß ihrer im Pleudo - Beroso ge-dacht wird.
* Bardus, (Bartholomäus, oder Bartolus ) ein söhn Pe-tri Gualicrotti, und Peträ Lenä de Villanis, aus Florentz undMinoriter-ordens , war Johannis XXII. vertrauter, freund,deswegen er auch von demselben an. 13,20. zum Bischofs vonSpoleto gemachet wurde, nachdem er schon lange in derglei-chen würde der kirche zu Terano vorgestanden, und an diesenort durch viele kosten gesundes wasser hatte leiten lasst«. An.1331. den 13. jan. hat er die erfindunq des leichnams St. Zeno-bii mit bcygewohnet, und ist nach errichteten vielen nützlichenConititutionibus Synodalibus UMs jähr 1346. oder wie Alidv-sius deEpisc. Bonon. p. 3l. meldet, an. 1340. gestorben. Ga-mutri- us, dc familiis V. II. p. 183- Ugheiius , Ital. sacr. tom. I.p. 1263.
* Bardus, (Francisius) einIestiite, waran. 138;. auseiner vornehmen familie von Palermo in Sieilien gebohren,woselbst er auch in grosser Hochachtung lebte, und an. 1661. den28. mart. starb. Er hat über die LuIIam Lruciara: an. 1646.commentlrt, und solche an. 1636. vermehrter heraus gegeben,auch Disput, moral. de conscieutia ; Quadtiones ex TheologiaMorali ; Comment, in regulas Juris Canon, in sexto &c. ge-schrieben. Mongitoris bibl. Sie. SoSveel, in bibl. Jesuit.
* Bardus, (Marc. Ant.) ein Doctor Juris aus Siena ,
schnei) de Tcmpore utili & continuo ad appellandum & prole-quendum , ac de continuatione Dominii & Poffclsionis de unain alteram personam , nec non de aliis continuationibus judi-ciariis , Rom 1363. in 8vo. Venedig 1363. 1373. Coln 1381.in 8VO ist in Tr. Tr. vol. V. fol. 210. befindlich. Hendreich.
* Bardus , ( Hicronymus) ein Camaldulenser von Flo-kentz , lebte zu end des XVI. feculi, und schriebe eine chronick ,welche sich an. 1380. endigte. Moreri.
Barege, oder Baretge, ein kleiner ort in der Französischen landschafft Bigorre, hart an den Pyrenäischen geburgen, wel-che auf der andern feite an Aragonien flössen, allwo sich sehr be-rühmte qesnnd-däder befinden, deren wasser warm entspringet,und schwefel führet. Es sind 4. quellen allda, deren immereine wärmer ist als die andere. *
* Barenbura, ein amt und schloß in der WestphälischenGrafschafft Hoya, zwischen Nienburg und dem Dummer-see amflusse Owe. Es ist solches an. 1247. erbauet worden, und liegetin einem tiefen morast, ist ein paß , und gehöret dem Churfür-sten von Hannover . Iunckers anleitung zur mitl. Geogr. II.13. p. 591. Schneiders beschreibung des alten Sachsenlandes,pag- 146.
Barengs, (Wilhelm) ein Schiffs-Capitain der Holländer,ward an. 1396. ausgeschickt, in Norden eine neue durchfahrtnach der Tartarey und Chma zu entdecken; er starb aber aufselbiger reise. Zwölf Personen von seiner qesellschafft kamen wie-der nach Holland zurück unter dem Schiffs - CommandeurHemskirk, nachdem sie die alleräusserften ecken des norder-theils besegelt hatten. GroUus , in annal . Pontan. de reb. Am-ftelod. Nördliche schiff-fahrt.
* Barenow, ein ort und schloß bey Sandomir, in der
bar 773
Woywodschafft dieses nahmens, in Klein-Polen . Universal
Lex:cm.
* Barent, (Theodoricus) ein mahler von Amsterdam , all-wo seussssatter auch ein geringer mahler wäre. Dieser sein söhnaber hatte das glück, ein lehr-jünger und liebling des berühmtenTitiani zu seyn, dessen bildnis er auch verfertiget hat; es ist sol-ches noch zu sehen bey Peter Isaack emem mahler. Nach seinerrückkunft aris Italien setzte er sich zu Amsterdam , verfertigteviele vortrefliche gemahlde, und starb an. 1382. in seinem 48.
jähr. De Piles.
* Bareschath , ist eine stadt der grossen Tartarey. Man si-tzet sie auch in Mawaralnahar, zeiget aber deren läge nicht an,und kommet sie auch in den charten Sansons nicht zum Vor-schein. Maty , Dict.
* Baresiano, oder Barexanus, (Hyacinthus) ein Do-minieaner-Mönch aus Alba im Hertzogthum Montferrat, warsowol in der Theologie und denen gelehrten sprachen, als auchim Jure Canonico und der kirchen-historie vortrefflch bewandert,darbey ein ungemeiner Redner. Dahero ihn alle drey Ständedarzu erwehlten , daß er die canonisation II. Margarethä de 8a-baudia von Urdano VIII. zu Rom auswürcken zollte. Er hatums jähr 1638. gelebt, und geschrieben : Da Vita della B. Mar-ghrita di Savoia ; Opusculum adlegationum pro Canonizationeprsefatre beatre , & Summarium procelsus pro dicta Canoni-zatione impetranda. Gwchenon , bist. geneal. de la Maison.de Savoye. Rovetta ad an. 1638. Echard , script. ord. Prad.tom. II. p. 498.
Baretge, siehe Barege.
* Baretscho, eine stadt und vestung in Ober-Ungarn , gegenSiebenburgen zu , allwo der Fürst in Siebenbürgen ,· Sigis-Ntund Bathori, an. 1601. von denen Kayserlichen eine grosseNiederlage erlitten. Umv. Lexic.
* Baretts, (Augustinus ) ein Dominicaner-Mönch auSMayland , begab sich an. 138°. nach Paris , und machte sichdurch seine Italiänische predigten so berühmt, daß ihn nichtnur die Konigin Catharina de Medicis öfters vor sich in ihreinzimmer predigen liesse, sondern auch die Königin Maria de Me dicis denselben zu ihrem Hof-Prediger machte. Er ist an. 1620.gestorben, und hat viele predigten herausgegeben. Echard ,
script. 0 . P. tom. 11. p. 414.
Bareut, oder Bayreuth , die haupt-und residentz-stadt deSBurggrafthums Nürnberg, oberhalb gebürgs, und" einer da-her oder auch vo>, Culmbach benahmten linie der Marggrafenvon Brandenburg in Francken. Sie liegt an dem rothenMayn, ist wohl gebauet, und seit an. 1664. mit einem Gymna-sio versehen, welches nach seinem stifter Cbriilian - Emestinumgenennet wird. Sonsten war die stadt ein stück der Merani-schen erbschafft, die Burggraf Friedrich mit seiner gemahlin Eli-sabeth erhalten. Im 30. jährigen kriege hat die stadt viel erlit-ten , ist aber von Marggraf Christian Ernsten wieder in gutenstand gesetzt, und mit einer neuen stadt vermehrt worden, dieSt. Georg am sie genennet wird. In der nähe ist ein thier-garten, und das lust-haus Sophienburg an einem sehr ho-hen berge. Von dieser stadt hat, wie gedacht, die Bareuti-sche linie der Marggrafen von Brandenburg den nahmen,welche nebst Bareuth auch Culmbach, Plassenburg, Creusse»,Erlang, Neustadt an der Äisch rc. besitzen.
Bareuth, ( Marggrafen von) haben ihren Ursprung vonChristiano, einem söhne Ioh. Georg», Churfürsten zu Bran denburg , und Elisabetha von Anhalt. Er war «11.1381. den 30.jan. gebohren, und sollte vermöge des vätterlichen testamentSdie neue Marck bekommen, welche ihm aber fein bruder, Chur-fürst Joachim Friedrich , nicht einräumen wollte. Als nununterdessen die alte Fränckische linie mit dem Marggraf Geor-ge Friedrichen ausgieng, bekam er von selbigem Furstenthumdie lande oberhalb geburges, und nahm an. 1603. feine resi-dentz zu Bareuth. An. 1606. wurde er Obrister des Frän-ckischen kreises, wohnte an. 1631. dem Leipziger Conventbey, und nahm an. 1633. den Präger-frieden an. An. 1633.ließ er die durch den krieg verwüstete Fürsten-schule zu Heilbrunnwieder aufrichten, und starb darauf den 30. may. Mit Maria,Hertzogs Alberti Friderici in Preussen tochter, hielt er an. 1604.den 29. apr. beylager, und zeugete mit derselben i) Geor--gium Fridericum, welcher an. iüoz. den 3. mart. gleich nachder geburt starb. 2) Annam Mariam, gebohren den 20.dec. an. 1609. Sie ward an. 1639. den 19. octob. an Io-hannem Antonium, Fürsten zu Eggenberg , vermählet, undstarb den 8. may an. 168p. 3) Agnttem Sophiam, geboh-ren'an. 1611. den 9. jul. und gestorben den 12. nov. 4)Magdalenam Sibyllam, gebohren den 28. oct. 1612. Siewurde den 22. aug. an. 1638. mit Ioh. Georgio II. Churfür-sten zu Sachsen , vermählt, und starb den 20. mart. an. 1687.3) Christianum Ernestum, gebohren an. 1013. den 23. nov.und gestorben an. 1614. den 28. jan. 6) Erdmannum Augu-stum , von welchem gleich hernach. 7) Georgium Albertum,welcher an. 1619. gebohren, und ein Urheber der abgetheiltenMarggräflichen linie von Culmbach oder Bareuth worden, sieheCulmbach. Kurtz vorher crwehnter Erdmann August warden 28. sept. an. 1613. gebohren, vermählte sich an. 1641. den28. nov. mit Sophia, Joachimi Ernesti Marggrafen zu An-spach tochter, und nach deren an. 1646. den 23. nov. erfolgten