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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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angeleget worden; ob es schon nicht an dem, daß das Biß-thun» Verben an. 790. hier angelegt/ und 3. jähr darauf angedachten ort transferirt worden. Übrigens hat sich CarolusM. dieser stadt als einer Vormauer wider die unruhigen Sach­ sen jenseits der Elbe und die feindlichen Wenden oder Sla­ ven bedienet, und anstatt gemacht / daß denselben aus dieserHandel-stadt kein gcwehr oder andre waaren zugefuhret werdenkönnen. Als Hermann Billungen an. 965. das Sachsenlandvon dem Kayser Ottone M. übergeben worden/ hat derselbe dasdurch die vorhergehende kriege ruinirte Bardewick wieder auf-bauen lassen / und die bürgerschafft und Handlung wieder inguten stand gesetzt, daher die folgende Kayser, wenn sie ge-wissen städten die zoll - freyheit verstattet , nebst Cölu undMayntz insgemein Bardewick hievon ausnahmen/ und daselbstkeine freyheit verstatteten. An. 1035. war die stadt im stände,sich des von seinen Heydnischen Wenden vertriebenen Her-tzogs Misteboy / wider dieselben anzunehmen ; dergleichen sieauch an. 1067. dem ebenfalls von seinen Unterthanen ver-folgten Wendischen Fürsten Buthuc widerfahren lassen. Wo-bey sie aber ziemlich einbüßten. In den folgenden zeiten istBardewick, wie das gantze Sachsen , nach abgang der Bil-lungischen linie an Lotharium von Supplinburg gekommen,der hernach Kayser worden / und an. 1134. eine Zusammen-kunft der Geistlichen allhier gehalten. Dieser übergab esseinem eidam Henrico 8uxerbo, von dessen söhn/ Henrico demLöwen, die stadt gäntzlich zerstöret worden. Erstlich zwar be-förderte er die aufnahm der stadt/ indem er die Handlungnach Lübeck verbot/ als er aber diese stadt von Graf Adolphenzu Holstein erhalten/ gab er die Handlung dahin wieder frey/ zunicht geringen schaden derer zu Bardewick / welche vielleicht umeben dieser Ursache willen ihm abgeneigt worden , und dadurchihren ruin befördert. Denn die dürger schlössen nicht nur beyseiner flucht vor dem Kayser Friderico an. 1182. die thore zmsondern hielten es auch nachqehends mit seinem Widersacher Her-tzog Bernharden, so gar, daß an. 1189. etliche muthwillige bur-ger den verächtlichsten theil ihres leides entblösset , und ihremHertzog über die mauren zugewiesen haben sollen, wiewol dieseletztere erzehlung auf schwachen füssen ruhet. Der ergrimmteHertzog wendete demnach seine äusserste kräffte an, sich der stadtzu bemeistern, welches auch den 18. oct. gedachten jahrs 1189.(nicht 8». oder 88.) geschahe, da ein scheu gemachter ochse ei-ne bequeme furth über die Elmenau gezeiget hatte. Hier wur-de nun keines bcwafneten verschont, und die unbewafneten anandre orte gebracht, die stadt selbst aber mit ihren maurendem erdboden gleich gemacht. Die 9. kirchen ließ der Hertzogzwar damals stehen , zum zeichen, daß eine grosse stadt allhiergewesen, sie sind aber, weil der ort nicht bewohnt werden dür-fen / meistentheils zu gründe gegangen. Von der grösse dieserstadt lasset sich auch aus den vorhandenen üderbleibungen deswalles schliessen, woraus man siehet, daß sie noch einmal solang als Lüneburg gewesen. Der Untergang dieser stadt hat zuraufnähme einiger benachbarten gelegenheit gegeben, wie dennnicht allein aller kirchen-ornat von hier in den von Henrico demLöwen gestifteten Dom zu Ratzeburg gebracht worden; sondernauch die Nordische Handlung nebst einigen noch übrigen vor-nehmen familien sich nach Lübeck gezogen, so gar die steine sindnach gedachten Lübeck und Hamburg gebracht worden. Inson-derheit aber hat die nahe gelegene stadt Lüneburg von dieser zeitso handgreiflich zugenommen, daß etliche gar derselben Ursprungvon dieser zerstörung herleiten, welches aber, wie an seinemorte erinnert worden, nicht schlechter dings, sondern haupt-sächlich nur von der so genannten neuen stadt wahr ist. DieStifts-einkünfte, deren Henricus gleich nach der zerstörunghabhafft werden können , hat er an andre Geistliche verschen-cket, doch sind einige wenige aus solchen orten geblieben, überdie er damals nichts zu sagen gehabt, daher sich auch dasStift, so gut es seyn wollen, erhalten, und meistens durchder Canonicorum eigne Mittel wieder ein wenig in die höhegekommen. In der unruhe aber zwischen Hertzog Alberto vonSachsen und Magno von Braunschweig, die beyde im Hertzog-thum Lüneburg süccediren wollten, ist an. 1371. und 1372. dernach und nach angebauete flecken wieder eingeäschert worden.Hertzog Ernst zu Lüneburg hatte viel mühe, ehe er die lehre Lu-theri in diesem Stifte einfuhren konnte, und der gröste theilder Canonicorum gieng damit um, dasselbe dem Ertz-StiftBremen , von dem es ehedem dependirte, gantz einzuverlei-ben. Doch dieses gieng zurücke, und währte die unruheund streit bis an. 134;. da sich die Canonid alle zur Luthe-rischen religion und andern postulatis des Hertzogs bequemten,und aufs neue in schütz genommen wurden. Von der zeitan hat das Stift und der ort sich wieder in etwas erholt,bis in dem 30. jährigen kriege abermals ziemlicher schade ge-schehen, welcher doch seit dem wieder einiger Massen ersetztworden. Schlöpken, beschreib, der stadt und des Stifts.Meibom. in Bardevico. Sugittarius , historia Bardevici.

Dardi , eine kleine stadt nebst dem titul eines Marquisatsin dem Hertzogthum Parma , gehört dem Hause Doria, wel-ches daselbst ein schönes schloß erbauet hat.

*Bardi , (Giovanni) ein Florentinischer Graf vom ge-schlecht Vermo, wird von Galilei p. 1. & 2. dd Dialogo de'llaMuiica antica e modema , als ein grosser liebhaber und kennersowvl der theoretischer» als praetischen music gerühmt, daß er

durch fein exempel viele von Adel zu diesem studio aufqemun-tcrt, auch m ferner behausung mit ihnen musiciret und dsscuri-ret habe; weswegen er auch bewogen worden , selbigen in mdachten» buche tritt Pietro Strozzr redend einzuführen.

*Bardi, (Girolamo) war gebürtig von Genua , wo erden 7. wart. an. 1603. gebvhren worden: Seine eitern wäre»Johannes und Lucretia a Furri, von Rapallo im GenuesischenEr hat zu Genua die Grammatik, zu Parma die Rhetorik undPhilosophie; Ungleichen zu Genua die Theologie bey gelehrtenmannern gehöret: Nachhero aber zu Pisa über den Aristotelemund Platonem öffentlich gelesen, und sich auf die Medicin gelegtwelche er auch als ein Geistlicher mit Päpstlicher erlaubnisvom 1631. jähre an practiciret, und unter andern: MuficamMedico-Magicam , mirabilem , consonam, dissonam, cura-tivam, Catholicam, rationalem ; wie auch eine Encyclops'diam sacram observationibus Philosophico-Medicis demonstatarn ; der noch beygefügt ist: die Strigilis Dipsaca, qua invoüluti flocci psdagogici & dura: lappse Muforgise KircherianaMarco Meibomio male impositae evelluntur , geschrieben»Oldo'mi Athenäum Ligusticum p. 238. seqq.

Bardin , (Petrus ) ein Mitglied der Französischen Acade-mie, »var aus der stadt Rouen gebürtig. Von seinen eltemhatte er nicht viel zu gewarten, nichts destoweniger legte er ßchauf die studien, hauptsächlich aber auf die Philofophie und Ma-thematik. Er gab unterschiedene proben seiner gelehrsamkeit inseinen schriften, als da sind seine Penfees morales , und feinsogenanntes bycsurn , in welchem er beschreibet, »vas zu ei-nenr erbarn und ehrlichen menschen erfordert werde. Er hieltsich bey dem Herrn d'Humieres auf, welchen er in seiner lü-gend als Hofmeister geführt hatte. Da nun dieser einsmalZin »vaffers - gefahr gerieth, und Bardin ihn daraus erretten»rollte, hatte er das Unglück, daß er darüber selbst im 41»jähre seines alters sein leben einbüste; da jener hingegen nochglücklich gerettet »v»»rde. Über bereits gedachte schriften hater noch le Grand Chambelan de France , ingleichen Lettrefür la Poffeffion des Religieuses dc Loudun &c. heraus ge-geben. Peliß'on , bitt. de l'Acad. Franq. *

* Bardin , eine Persianische stadt in Caramania, oder Kir-man, zlvischen Mahomedia und Carman. Unwerfai-Lexko ».

* Bardin , (Petrus ) ein Mitglied des Parlements zu Tou­ louse , ums jähr 1423. war ein gelehrter mann, und schrieb äsImmunitate Monachorum; de Jurisdictione Ecclesiastica; deMediis pro reprimenda nimia Episcoporum auctoritate, undeinen Commentarium über den titul derer Decretalium de Epi-scopali audiantia. Hißoire de i Academie des sciences.

* Bardin , (Wilhelm) ein söhn des vorherstehendm Petri,war ebenfalls, »vie sein vatter, ein mitglied des Parlementszu Toulouse , ums jähr 1444. und schrieb in Lateinischer sprächeeine Historiam Chronologicam von an. 1031. bis an. 1434. dieaber noch nicht gedruckt ist, sondern in der bibliotheckdes Cantz-lers Seguier in original! aufbehalten »vorden. La Faille hat sichderselben »n Verfertigung Annaliumde Toulouse zum öfter» be-dieltet. Hißoire de 1 Academie des sciences .«

* Bardinezza, ein fluß im Hertzogthum Mayland, der andenen Piacentinischen grentzen, in dem gebiethe von Pavia ent-springet , und nachdem er etwa» vier Teutsche weilen gelausten,in de»» Po fällt. Untversal-Lexicon.

*Bardius, oderBardus, (Cosinus) stammte aus demGräflichen geschlecht derer von Verni im Florentinischen her,und »var ein fohn Johannis, mit Lucretia , Petri AlemanniSalviati tochter , erzeuget. Gamutrinus, vol. II. p. 160 . Fan-tonus , in bitt. Avenion. tom. II. lib. III. p. 389. Illlter Bvni-facio Cajetano, Cardinal-Legate, war er über Ravenna gefetzt,venvaltete hierauf verschiedene Gouvernements, und wurde als-denn Bischoff zu Carpentras , bis er endlich den 9. sept. an.iszo»auf den Ertz-Bischöfflichen stuhl zu Florentz gekommen, alseben die pest getvaltig allda graßirte. Er liesse sich dahcro s»viel angelegener seyn, beydes vor das leibliche als geistliche sei-ner anvertrauten heerdc zu sorgen, starb aber das jähr darauf,den 18. april. Ugbellus , Ital. sacr. tom. III. p. 191.

* Bardius , (Maffeus) ein edler Florentiner aus dem o >7den Minorum de Obfervantia , »VUkde Bischvss ZU Chiust ÜN>1582. den 29. »nay, baute daselbst die kirchen-thurn-fpitze an.138?. aus seinen eigenen Mitteln, und verrichtete sonsten vielrühinliches, nahm aber hernach, weil er durch die vielen iahrcschwach »vorden , Ludovicum Martellun» zu seinen» Coadjutornan, und begab sich wieder in stin kloster zu Florentz, wo, erauch gestorben; doch hat »nan seinen leib nachgchcnds, zu fol-ge seines letzten »villens, in die Dom - kirche zu Chiust beygesttzt.

Ugbellus , Ital. sacr. tom. 111 . p. 631. seq.

Bardo , Ertz-Bifchoff und Churfürst zu Mayntz, aus demadelichcn geschlechte von Oppershofcn in der Wcttcra», enupros-sen , ist an. 1031. nachdem er vorhero Abt zu Flilda und Herpseld geivcsen, erivehlct, und »vegen seiner gewaltigen predigte»»der andere Chrysoilomus genenner worden. An. 1037. orachlcer dieStifts-kirche in Mayntz zu stände. Den antheil an Thü­ ringen , welchen Kayser Otto l. dem Ertz-Stifte gcfchcnckcl,soll >.r Ludovico Barbaw , Grafen in Thüringen , zu lehn gege-ben, und in seiner letzten predigt zu Paderborn an. io;i.dc»»tag seines nahe instchcnden todcs vorher gesagt haben. Brußo.de Epilc. Mög. Bucelm. Germ. sacr. P. I.

* Bardo,