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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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an. 1606, und hinterließ Consilia nebst verschiedenen andernschriften. Jacobilli bibl. Umbr.

Barnabas , sonst Joses und Joseph genannt, eingehül-fe der Apostel, war gebürtig aus Cypern, aus dem stamm Le-vi , verkaufte das seine, und legte das geld zu der Apostel fus-sen. Er begab sich mit Paulo nach Antiochien , und verbliebdaselbst ein gantzes jähr, wendete sich vor der grossen hungers-uoth nach Jerusalem , und brachte den armen dieses orts einallmoftn. Hieraufwurde er nebst Paulo verordnet, den Hey-den das Evangelium zu verkündigen, sie sonderten sich aber voneinander ab, wegen des Marci, welchen Barnabas mit sich neh-men, Paulus aber nicht wollte geschehen lassen, wornach er genCypern geschifft. So weit giebt uns die Apostel -geschicht Nach-richt von ihm. Vermuthlich hat er das Evangelium in denMorgenlandern gelehrt, wiewol einige vorgeben, daß er auchzu Rom geprediget, die kirche zu Mayland gepflantzet , und der-selben erster Bischoff gewesen. Dieses' ist sehr wahrscheinlich,daß er auf der insul Cypern die martyrer-crone erhalten, sintemalman unter der regierung Zenonis feine reliquien daselbst gefun-den. Man hat unter seinem nahmen noch heutiges tages eineepistel, davon aber die Gelehrten noch scharf streiten, ob nem-lich diejenige, so heutiges tages vorhanden, eben diejenige sey,so Barnabas nach Origenis, Clementis Alcxandrini, Hierony-mi und andrer zeuqnis geschrieben. Tertutlianus und anderehalten ihn auch sür den authorem der Epistel an die Ebräer.Afhr. IV. IX. XI. XII. seq. Theodor. Leäor. üb. II. Euseh.Tlfre-ph l.e Afoyne , proleg. in Varia sacra tora. I. Cave, hist. lit.

Barnabiten, werden die Canonici Reguläres S. Pauli ge-nannt , so von Elemente VII. an. 15;;. und von Paulo III. an.154;. zu Bononien bestätiget worden. Die Urheber dieses or-dens sind gewesen Antonius Maria Zacharia, ein Patridus vonCremona , welcher an. 15^9. gestorben, Bartholomäus Ferra-rius , ein Mayländischer Patridus, und Jacobus AntoniusMoriggia, gleichfalls ein Patricius von Mayland; diese dreyhaben sich hierinnen sonderlich des einrathens Seraphini vonFermo, eines Canonici von der Lateranensischen Eongregation,bedient; wiewol andere diesen rühm Earolo Borromao zuschrei-ben wollen. Es sind viel gelehrte männer aus diesem orden Her-für gekommen, und besitzet selbiger unterschiedene klöster inFrankreich , Italien und Teutschland. Sie haben den nah-men von St. Paul angenommen, weil sie die Episteln Pauli fleis-stg gelesen; und heissen Barnabiten in ansehung ihrer ehrerbie-tigkeit gegen den heiligen Barnabas . Es ist auch ein weiber-or-den dieses nahmens, sonsten auch'Guastalines von Luisa Torelli,einer Gräfin von Guastalla und Angeliques, genannt. Der or-den solle ziemlich strenge seyn; und haltet viele absonderliche fa-sten , vornemlich vom ersten sontag des Advents bis aufWeyh-nachten. Anfangs lebten sie auch in grosser armuth, besassennichts eigenes, wollten auch nicht betteln, sondern sich lediglichauf die Göttliche Vorsehung verlassen. Allein seithero haben siesich bequemet, sowol unbewegliche qüther, als jährliche undgewisse cinkunften zu besitzen. Über die drey gewöhnliche gelüb-de leisten sie auch einen eyd,daß sie sich niemalen nach ämtern undehren-stellen in ihrem orden bewerben wollen. Spond. an.C.i<n;.Miraui, de Congreg. Cleric. Bonan. hist. des ordres monast. *

BARN ABO XI. Diesen nahmen giebt man spottsweise denarmen Nobili di Venezia , und zwar deswegen, weil in demkirchspiel von St. Barnaba zu Venedig , eine grosse anzahl vondergleichen unvermögenden Edelleuthen wohnt. Amelot de laHoussaye schreibet, daß die meisten von diesen Barnaboten,wenn es bey ihnen stünde, ihren Adel um ioo. thaler verkauffen,oder selbigem freywillig rcnunciren würden. Eben derselbe mel-det , daß viel von ihnen unbekannter weise in den kirchen vor sichallmosen sammle» lassen, ja daß einige gar zugeben, daß ihretöchter öffentlich vor geld Unzucht treiben. Bey den fremden,welche etwas aufgehen lassen , finden sich ordentlich solche Bar-naboten ein, welche unter dem vorwande, ihnen die raritatenvon Venedig zu zeigen, sich bemühen, etliche Mahlzeiten um-sonst zu essen, oder sonst von deren freygebigkeit einigen nutzenzu ziehen. Die reichen Nobili finden keine grosse schwierigkeit,die stimmen dieser armen, welche in dem grossen Rath gar einansehnlich corpo machen, zu ihrem Vortheil zu erkauffen. Ame-lot , still, de Venise p. 478. 496. Didier, de la ville & Republ.de Venise p. 22.

Barnaczasso, ein Königreich in Africa , zwischen dem Nilund dem Rothen mcer, längst der kiiste von Aber. Barva ist dieHaupt-stadt darinnen, und sind über das noch viel andere kleinestädte. Das land ist groß, aber wenig bewohnet; die Tür-cken veröden es durch oftmaliges einfallen noch mehr , welchesabzuwenden der König von Barnagasso den Türcken zu Sua-quem am Rothen meer jährlich iooo. untzen am golde erleget.

Barnards-Castle, siehe Bernards-Castle.

* Barnaudus, (Nicol.) ein Philosophus und Medicus ausdem Dauphine, schrieb Commentar. in Epitaphium Bononien-se iF.lia , Lastia &c. Leiden an. 1597. in 8. In Carmen teni-gmaticum : Terra mihi Corpus, vires mihi prtestitit ignis ;Processus Chemicos ; Trigam Chemicam s. de Lapide Philo-sophorum, Leiden 1600. in 8. Quadrigam auriferam, ist. 1599.Straßburg i6iz. in 8. Aurigam Chemicum, Leiden 1601, in 8.Dicta Sapientum ; Elucidationem arcani Philosophorum, ist.1599- in 8- Er hat auch Epistolarn de occulta Pstilosopstia cujus-dam Patris ad Filium heraus gegeben, Leiden 1601, in 8. Uendr.

Barnaveld, eine insul in Süd-America an der Maqellani,schen meer-enge, nicht weit von dem feuer-lande, und der Meer-enge le Maire, gehöret den Holländern, welche es von demdamaligen Groß-Penstonario von Holland , Barnavelds Evlandnennen, und an. 1616. entdecket haben. * *

Barndorf, eine stadt, nebst einem schlösse und amtc, andem fluß Hvm, zwischen Hamcln und Lemgau gelegen, ist denGrafen von der Lippe zuständig. Sie war ehemals die hauvl-stadt der Grafschaffr Sternberg, allein in dem kriege, welchendie Grafen von Schaumburg und Lippe, nach dem an.erfolgten abgange des Sternbergischen geschlechts, gefüferet ha-ben , ist sie sehr verwüstet worden. Tromsd. acc. geoe. 0 »dGrafen-saal, p. 656. ^ ^ * UC *

* Barne, (Juliana) war eine Engellanderin und grosse lieb-

haberin der jagd, schrieb in ihrer mutler-sprache ein buch vonder vogel-steller-kunft; jagd und fischcrey ; ingleichen von denengesetzen derer Waffen, welche ins Latein übersetzt worden. Sielebte um das jähr 1460. Jo. Bitjeus , de illustribus Anglisscriptoribus p. 649. 6

Barnekow, eine alte adeliche familie in Pommnn, wel,che ihre guther in Rügen besitzet, und sich auch in Dänemarckund Norwegen ausgebreitet hat, wie sie denn noch qeaen au«-gang des XVII. foculi das Ritter-guth Vidsköle in Schonenmne gehabt. Dareslaw befand sich an. 1 z 72. an dem Hofe Bo-aislai V. Hertzoqs in Pommen,, und an. 1450. war RadanLandvogt auf Rügen , welcher letztere zu Stralsund , dahin ibnsein Hertzog .dem land-tag beyzuwohnen geschickt hatte, von ei-nem aufrührischen Bürgermeister umgebracht wurde; alleinsein söhn Jaroslaus rächte dessen gewaltsamen tod derinaffcndaß es den Stralsundern über eine tonne goldes kostete. Dieserjetzt^edachte Jaroslaus hat bey den Hertzoaen in Pommern ingroyem ansehen gestanden, und sein geschlecht fortgepflanzet.Micrai. Pvmmcrische ehron.

* Barnerus , ( Jacob ) ein Leipzigifcher voüor Medicin®aus Elbingen , war an. 1641. gebohren , und schrieb Pro.dromum vindiciarum de genuino alcalisata volatilisandi mo.do, Hamburg 1674t in 8 . Augspurg 1677. in 8 . ProdwmnmZennerti novi ; Bibliothecam üledicam seledam ; de Spirituvini sine acido , Leipzig 1675. ist 8. de Offa Helmontii;Historiam Medicam ; Manuale Medicum ; Exercitium Che-mite delineatum , Padua 1670. in 4. de Thesauris Littera,riis hactenus absconditis ; Diatriben de Chimia ; Duumvira.tum acidi & alcali exauctoratum, Leipzig 1674, in 8 . X-mx.Henireicb.

Barnes , (Robertos) Professor Theologfo und Capellan

t enrici VIII. in Engelland, von welchem er an. 1^5. nacheutschland geschickt wurde, sich mit den Protestirenden Theo.logis wegen der ehc-scheidung desselben zu bereden; da er dennden nalnnen Antonius Amarius angenommen hatte. Er ver-fügte sich zu den Engelländischen Gesandten, welche zur selbigenzeit mit dem Churfürsten von Sachsen wegen eines bündnineswider den Pavst handelten, auch einige hossnung zu der kirchen-änderung in Engelland machten, unter der Hand aber eine di>-ligung der Königlichen ehe-scheidung von den ProtestirendenLehrern suchten. Barnes machte sich durch diese fache bey Hen-rico VIII. sehr beliebt, und wurde weiter gebraucht, eine corre.spondentz mit den Teutschen Fürsten zu unterhalten, auch in un-terschiedenen Verrichtungen zu ihnen geschickt. Insonderheitaber ist er in stiftung der heurath mit der Anna von Eleve ac-schäftig gewesen, welches vielleicht, nebst andern Ursachen, deransang seines Unglücks war, weil der König, wie bekannt, mitdieser heurath gar nicht vergnügt war. Er machte sich zeitlichwegen der Lutherischen lehre verdächtig, muste auch deswegenschön an. 15*0. aus Engclland nach Teutschland weichen, ge-rieth aber bey seiner Wiederkunft mir dem Bischoff Gardiner instreit, dem er hauptsächlich in der lehre von der rcchtftrlignngwidersprach, darüber er endlich zur hasst kam, und als einketzer verbrannt wurde. Man har,von ihm Vitas RomanorumPontificum , welche mit Joh. Balai ftinen vitis Pontificum zu-sammen heraus gegeben, und von Lydio fortgesetzt worden ;ferner Sententiarum ex Ecclesfo Doctoribus in articulis contra-versis cum Pondficiis libr. I. S/ddunus, comm. destaturelig.üb. XIII. Seckendorff. hist. Lutheran . Burnet. hist. reform.Angl. Bayle.

Barnes, (Johann ) ein Benedictiner - Mönch aus Engel-land, welcher sich zwar zur Römischen kirche bekannte, dochaber in einem und andern seine eigene gedanckcn hatte. Erschrieb eine dissertation contra iEquivocationes , wider die Je­ suiten , welche er dem Papst Urbano VIII. dedicirte. So warder auch bey der Römischen kirche durch seinen tractat: Lathoh-co-Romanus pacificus genannt, worinnen er suchte die Cakholi-schen mit den Protestirenden zu vergleichen, mit scheelen augmangesehen. Drum als er an. 1626. sich zu Paris aufhielt, wo-hin er gewichen, da er sich mit seinen ordens-brüdern zu Douaynicht vertragen konnte, wurde er unvermuthct in verhasst ge-nommen , seiner ordens-kleidcr beraubet, auf ein pscrd gebun-den , und nach Flandern geführct, von bannen nach Rom ge-bracht , und in das gcfängnis der Inquisition gcworffen, zuletztaber in das toll-haus qefttzt,allwo er nach einem langwierigen gc-sängnis, inmassen er an. 1650. noch gelebt, sein leben bcichloj-sen. Er hat auch einen tractat geschrieben, Apostolatum Be-

nedicn-