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ta ; &c. Er hat sich auch durch sonderbare ersindungen be-rühmt gemacht, sintemal er den ductum thoracis lacteum, denBecquetus in den thieren bemercket, auch in den menschen ent-decket ; ingletchen hat er die vasa lymphatica an den tag ge-bracht, auch zuerst erwiesen, daß das aeblüte nicht so wol in derleber, wie man bishero geglaubet, als in dem hertzen gemachtwürde, von welchem allen viele schriften vorhanden; sintemaler sowol über diese materie, als auch mit Wendelino, wegen desgöttlichen Verbots vom blut-essen, streitigkeiten bekommen. Wor-mii, orat. in excessum Barthol. cum aliis acceflion. Hafni ® edi-ta. Jacobei orat. in summum Dani® iEsculap. Hanai orat, pa-rent. Barthol. de scr. Dan. p. 138· Ig. Möller, inhypomn. Wit-te, diar. biogr. Linden, de scr. med.
Bartholinus , (Thomas) ein söhn des vorhergehendenThomä Bartholini, ward an. 16*9. gebohren, hatte sonderlicheNeigung zur Rechtsgelehrsamkeit, und ließ es deinnach sein werckseyn, sich darinnen auf den Universitäten zu Coppenhagen, Lei-den, Oxford , Londen , Paris und Leipzig veste zu setzen. Sobald er wieder nach Hause kam, erlangte er i > rosesstonem Histor.und Juris, die stelle eines Assessoris im Consistorio, und den tituleines Königlichen Secretarii,Antiquarii und Archivarii. Er starban. 1690. den s. nov. Er hat geschrieben de Holgero Dano ;de Longobardis ; Diff. bist. de ordinis Danobrogici a Christia-no V. instaurati origine ; de Causis mortis a Danis gentilibuscontemtae ; Antiquitatum Danicarum üb. III. &c. Er hat auchHistoriam Ecclesiasticam Septentrionalem unter Händen gehabt,so aber durch seinen tod unterbrochen worden. Banal or. pa-rent. Beughem. bibl. bist. & appar. Mollert notas ad Bartholinibibl. septentr. erud.
* Bartholinus , (Caspar) war des berühmten ThomäBartholini söhn, und Casparis Bartholini enckel,ward an.i6;4.zu Coppenhagen gebohren, wurde an seines vatters statt Profes-sor Anatomices , und machte sich schon in seinem 22. jähre sei-nes alters durch eine schrift bekannt, welche de Tibiis Vete-rum überschrieben ist; und an. 1677. zu Rom in 12. gedruckt,und dem Cardinal, Sigismundo Chtgi dediciret worden. Siebesteht aus drey büchern, deren erstes ro. das andre 19. und dasdritte 7. capitul in sich hält. Es ist dieser tractat zu Amsterdambey Heinr. Wetstein mit noch einmal so viel kupfer-figuren,als die Römische edition hat, an. 1679. wiederum im druckheraus gekommen. Unw. Lexic .
* Bartholinus , (Joh. Frid.) ein söhn Erasmi Bartholini,war zu Coppenhagen den 27. nov. an. 1 66;. gebohren. Nach-dem er daselbst studiret, und darauf eine reise durch Teutsch-land, Holl- und Engelland, wie auch Franckreich und Italien gethan hatte, ward er bey seiner zuruckkunft Professor Mathe-seos und Adsessor Consistorii. Er starb den Z0. may an. 1708.
Programma sux.
Bartholinus , (Ivarus) gebürtig von Middeliährt in Füh-rten, war an. 1558. Professor Lingua; Latin® zu Coppenhagen,hernach an. 1362. Pastor zu Stege aus der insul Möne. Er ver-lohr seinen dienst, weil er den exorcismum in der taufe ausge-lassen, auch die Heurath mit einer person, mit welcher er sich ver-lobet, nicht vollziehen wollen. Er wurde deswegen in dem klo-ster zu Sora in verhafft genommen, aber von Friderico II. wie-der losgelassen, und sowol dem jetztgedachten klvster als dem zuRingstadt vorgesetzt, an welchem letztern orte er den 28. scpt. an.r;8Z. gestorben. Man hat von ihm Hypornnesin de extremouniversali Dei judicio & praeparatione Christiana in instantemmundi finem, &c. Vinding. Academ. Hafn. Barthol. de fcript.Dan. Möller, hypomn.
* Bartholinus, (Honophrius) ein edier Florentiner, undenckel Leonard! Zenobii, war erst Canonicus in seiner vatter-stadt : Salvinus , hist. Canon. Florent, wurde hernach an.1322. bestätiget. Er war einer von denen vertrautesten Cle-mentis VII. und muste sich nebst andern als eine geissel an dieKayserlichen gebrauchen laßen, da es denn nicht viel gefehlt,daß er von selbigen aufgeknüpfet worden, er entkam aber sol-cher gefahr noch glücklich, indem er die soldaten wacker bezahlte,und durch den eaminkroch. Er hat bis an. i;;6, gelebet, undsein amt mit grosser klugheit und erbauung verwaltet. Verin.
Bartholinus , (Richardus) von Perugia , ein berühmterPoet, der im anfange des XVI. feculi gelebet. Er hat unterdem titul Austriados libri XII. ein getichte verfertiget, welcheser dem Kayser Marimiliano I. dediciret, und darinnen den kriegbeschrieben, welcher damals zwischen dem Hertzvge von Bayern und dem Pfaltzgrafen am Rhein geführet wurde. IoachimusVadianus hat solches zuerst an. 1315. heraus gegeben, JacobSpiegel aber noten darüber gemacht. Es befindet sich auch inden scriptoribus rerum Cermanicarum I. Reuberi und Frehe-ri, bey welchem letztem zugleich einige andere schriften diesesBartholini anzutreffen sind. Voßus, de Hist . Lat. lib. III. c.12.
Mendreich.
* Bartholomäis, (Bernardus de) ein verwandter UrbaniVI. war Ord. Servorum , und Abbas Commendatarius St.Michaelis de Bodio Bornitio , und ein Theologus gedachtenUrbani. Alexander V. gab ihm an. 1409. den 4. stpt. das Biß-thum zu Citta dr Castello, welches er bis an. 142;. verwaltethat. Archanee/us Gianius in ann. ord. Servorum. Ughellus ,Ital. facr. tom. I. pag. 1323.
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chem die Evangelische Historie nichts anders meldet, daher eini-ge auf die gedancken gekommen, er stecke noch unter einem an-dern nahmen, und wird er insonderheit vor den Nathanael «-halten, weil dessen die übrigen Evangelisten, Johannes aberdes Bartholomäi nicht gedencket, dieser auch seinen Nathanaelbey Christi erscheinung am see Tiderias mit unter die Apostelsetzt. Seine ankunft und erste handthierung ist ebenfalls unbe-kannt , doch ivird er von den meisten vor einen fischet gehalten.Er soll nach Christi auferstehung das Evangelium in dem Asia-tischen Indien gepredigt, und sich von bannen nach Lierapvlisin Phrygien gewendet haben, allwo er mit Philippo zurMarter am creutz verurtheilet, aber bey entstandenem erdbe-ben wieder frey gelassen worden. Als er aber zu Albanopolisim grösser» Armenien die leuthe von der abgötterey abwendig zumachen trachtete, ließ ihn der Gouverneur des ortes creutzigen,ihm auch noch darzu, wie einige wollen, die haut abziehen;welchen tod er an. 70. mit freuden ausstand, und die bekehrtenHeyden bis an den letzten augenblick zur beständigkeit ermähn-te. Matth . X. Marc. II. Luc. VI. Joh. XXII. Eujeb. hist,eccl. lib. I. c. 19. lib. V. c. 10. Hieronym. de scr. eccl. Cbry.sojl. homil. de Apost. Baron, in annal . A. C. 31. Cave, in an-tiq. Apost.
Bartholomäus Albizzi, siehe Albizzi .
Bartholomäus von Braganza, war aus dieser berühmtenfamilie, ward ein Dominicaner-Mönch,und nach Dominici ab-sterben Magister facri Palatii. An. 1246. machte ihn Jnnocen-tius IV. zum Bischoff von Nimesien aufder insul Cypern, und2. jähr hernach zum Legaten bey König Ludwigen in Franck-reich, der sich damals in Syrien befand. Bey demselben hielter sich in grosser gewogenheit von feiten des Königs 6. jähr auf.Alexander I V. machte ihn zum Bischoff von Vicenza seinem vat-terlande, er ward aber durch Ecelin, welcher damals Herr vonVicenza war, vertrieben, und konnte erst nach dessen tobe wiederzu seinem Bißthum gelangen, worauf er nach Engelland undaberinals an König Ludwigen geschickt wurde, der ihn inir ei-nem stück von des Heylandes dornen -crone beschenckte. Er starban. 1268. und hinterlreß nebst einigen kleinen werden Commen-tarios über die Bibel und über Dionysiurn Areopagitam de cct-lelti Hierarchia . Ugheli. Ital. sac. tom. V.
Bartholomäus von Brefcia, von seiner geburts-stadtBrescia in Italien also genannt, aus dem adelichen geschlechtper Ävogadri, war einer der gelehrtesten leuthe seiner zeit. Erlehrte dre Rechtsgelehrsamkeit, und stund in guter freundschafftmrc Gregorio IX. An. 12; 8. da er schon über 80. jähr alt war,vertoyr er sein leben durch die grausamkeit des tyrannen Azzvli-ni, oder Ezzelini, welcher damals Brescia eingenommen, unddiesen ehrlichen mann eben wegen der zu beschutzung seines vat-terlands angewandten sorge vor andern hassete. Man hat vonihme ssepertorium Decreti , Difputationes Decretalium , aucheine chrvnick der städte in Italien , darinnen er vornemlich vonBrescia und Bergamo handelt. Trithem. de scr. eccl. Vok-tetrun. lib. XXL i'hihp. de Bergamo , suppl. chron. lib. XII. adan. 1240. Alo. descr. Ital. Vojjim, üb. 11. de Hist . Lat. Fanci-rol. de dar. leg. interpr. lib. III. c. 7.
Bartholomäus de Foigny , Bischoff zu Laon , ward an.1142. sufpendirt, weil er in die ehescheidung Ranulphi, Grafenvon Vermandois , sollte gewilliget haben. Er legte hernach seinBißthum gar nieder, und begab sich unter die Cistercienser. Manhat von ihm in den collectionibus Conciliorum einen brief anden Ertz-Bischoff von Rheims, wegen seines Haushaltens beydem verwalteten Bißthum. Du Pin , biblioth. des aut. ecclefifec. XII.
Bartholomäus de Martyribus , ein Dominicaner-Mönch,und hernach Ertz-Bischoff zu Braga in Portugaü , wurde zuLisabon an. 1314. gebohren, und in der kirche unser SiebenFrauen de Martyribus getauft, daher er diesen zunahmen ange-nominen, da sonst sein vatter Dominicus Fernande; hieß. Erbegab sich an. 1528. in den Dominicaner-orden, und nachdem erden titul eines Doctoris in der Theologie erhalten, wurde er In-formator bey Don Antonio,Königs Johannis III. brnders söhn.Er lehrte die Theologie in die 20. jähr, und verwaltete dabeydas amt eines Predigers, worauf er unverhoffter weise an.i;;y.zum Ertz-Bißthum nach Braga beruffen wurde. Denn als dieKönigin Catharina , die wittwe Johannis III. diese würde ih-rem Beicht-vatker, Ludovico Granatensi , antrug, schlug dieserselbige ab, und recommendirte Bartholomäum de Martyribus,welcher bey strafe des bannes von Ludovico Granatensi wü-ste gezwungen werden, selbige anzunehmen. An. 1361. thater sich aufdem Concilio zu Tridcnt vor andern Herfür, indemer eifrig darauf drang, man sollte den ansang des Concilii vonreformation der Clerisey machen. An. 1 z 6 ;. gieng er mit demCardinal von Lothringen nach Rom , und wurde von dem Papstwohl empfangen, konnte aber nicht leiden,, daß, wenn die Car-dinäle fassen und bedeckt waren, die Bischöffe unbedeckt stehenmusten, weswegen er es bey dem Papste dahin brachte, daßdiese gewohnheit geändert wurde. Er suchte auch bey demPapste die erlassung von seinem Ertz - Bißthum, konnte aberselbige nicht erhalten, deroivcgen kehrte er wieder nach Tridcnt,und nach geendigtem Concilio an. 1564. nach Braga . Hieraufverrichtete er seine amts-geschäffte mit eben solchem ßeisse mvorher, erlangte aber endlich von Gregorio XIII . den langst-gesuchten abschied, und begab sich in ein kloster seines ordens,