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Basilicata , sonst auch Provincia 6: Cirenza genannt, einelandschafft in dem Königreich Neapolis , welche gegen norden laterra d'Otranto, Bari und Capitanata, gegen Westen il Princi-pato oltra und citra, wie auch ein theil des Toscanifchen Meers,gegen finden Calabrien , und gegen osten den Golfo di Tarantoju grentzen hat. Sie ist der gebürgen wegen nicht gar zu frucht-bar , und begreift den meisten theil von dem alten Lucanicn.Cirenza ist die Haupt-stadt, die übrigen sind Venosa , Tricario,Potenz«, Fernandina rc.
BASILIG^N LIBRI > unter diesem nahmen wird eine ge-wisse zusammenfassung der Rechts-bücher verstanden, welche derOrientalische Kayser Basilius aus den Iustinianischen und ande-rer bis auf Basilium folgender Kaysern gesehen,wie auch endlichaus den schriften der Rechtsgelehrten, die damals bey den Grie-chen berühmt waren , verfertigen lassen. Es bestehet die-ses werck in so. büchern, davon anfänglich Gentianus, Hervetusund Cujacius einige heraus gegeben; hernach aber hat CarolusFabrotti die vollkommenste edition ans licht gestellt. Einigeschreiben sie dem Leoni VI. oder Philolbpbo zu , es ist aber wahr-scheinlich , daß dessen vatter Basilius, von welchem sie auch dennahmen haben, dieses wercks urheber sey, wiewol es hernachLeo zum stand gebracht und publiciren lassen. Auch wollen ei-nige vorgeben, daß Basilius dieses aus Hochmuth und mißgimstgethan, damit er des Iustiniani rühm dadurch verdunckelnmöchte. Dieses ist gewiß, daß, gleichwie das IustinianischeRecht in dem Occidentalischen Reich, also die Libri Basilican indem Orientalischen angenommen worden, und haben sich un-terschiedene Rechtsgelehrte selbige mit Gommemarüs zu erläu-tern bemühet. Cujacius , observ. üb. VI. Fabrotti, in dedic. Ba-silic. Freber. in epist. ad Rudolph. lib. I. Juri Graeco-Rom.prarniissa. Suareßus, in notit. Basilic. Duck. de usu & autorit.Jur. Civ. Rom. lib. I. c. 5. &c.
Bastlides, Bischofs zu Astorga in Spanien , lebte ums jähr258. und ward als ein Libellaticus, das ist, einer von denen,die in jährender Verfolgung Christum in geheim verläugnet,und darüber von dem Richter schutz-briefe bekommen hatten,angeklagt. Dessen ungeacht wollt er sich ohne vorher bezeugtebusse in sein Bischoff-amt, wider die canonische Verordnung ,wiedrum eindringen, welches in den Spanischen Archen grosseUnruhen verursachte. Cyprianu,, ep. 68.
Bastlides , war ein ketzer aus der schul Simonis Magi imII. feculo , der seine kehren in Egypten ausbreitete. Er läug-nete die Dreyeinigkeit, und lehrte viel von sieben Engeln, wel-che die Himmel, so an der zahl 363. wären, regierten, abergleichwol das Höchste Wesen über sich hätten. Dieses nennte Ba-silides mit dem nahmen Abraxas, davon die bnchstaben im Grie-chischen, da sie zugleich für zahlen dienen, just zusammen die zahl365. ausmachen; so viel als auch die Persische nahmen der sonne,M/8§>tc, oder Griechisch geschrieben, in sich halten.
Eben dieser pflegte den seltzamcn nahmen Abraxas, als ob selbi-ger gar geheimnis-reich und voller wunder-krafften wäre, samtallerhand fignren und nahmen , darunter sonderlich auch dieGöttliche nahmen aus der Hebräischen sprach genommen, wel-che auch dergleichen ungememe bcdeutungen und kräfften habensollten, auf zedul, metall, stein, edelgestein rc. zu schreiben odereinzugraben , und wollte dann die leuthe bereden, daß dieselbegar eine fürtrefliche würckung hätten, und sie vor kranckheit undanderm Unglück bewahren wurden. Ohne Zweifel müssen sichunzehliche leuthe durch diese thorheiten haben einnehmen lassen,weilen die menge, so von dergleichen dingen, welche man jetztnach denen vornehmsten alle Abraxas nennet, sonderlich inEgypten noch heut zu tag gefunden wird, ungemein groß ist.Die übrige irrthümmer hatte dieserBasilides mit demSaturnino,und andern noch ältern ketzern, als den Simonianern, Me-nandrianern rc. gemein, darinn sie schier selbst nicht scheinen ver-standen zu haben, was sie gewollt, oder warum sie dergleichengeglaubt, als: die weit wäre von den obberührten 7. Engelngeschaffen worden, darunter einer eben der GOtt der Jüden wä-r§, so sich in dem alten Testament geoffenbaret; Christus wä-re der eingebohrne söhn, ja GOttes Geist, oder seel, hätte abereben darum keinen leib , und wäre also alles, was von ihm inden Evangelien erzeblet wird, nur dem schein nach , und nichtwahrhafftig in der that geschehen, also wäre nicht er, sondernan seine statt Simon von Cyrenen gecreutziqt worden ; alleehen , auch nicht minder das flcisch-essen, wäre unrecht, undeine Verführung des satans; es wäre keine auferstehung des flei-sches zu gewarten. Man giebt ihm auch schuld , er habe seinenNachfolgern allerhand schändliche Wollüste gestattet. Die ärger-liche sect der Gnoiticorum hat hauptsächlich von diesem saubernLehrer gar viel gesogen , und mag man den schier für ihren Pa-triarchen halten. Er hat auch ein besonder evangelium geschrie-ben. Man weiß eigentlich nicht , ob er unter Hadriano, oderAntonino , gestorben. Seine secte hat bis ins XV. feculumgedauret. Tertullian. depneicr. c. 46. Ciem, Alex. lib. II. III.IV. ström. Irenaus , de harret, lib. IT. c. 2;. Epiphan. harr. 2;.Augustin. Baron, Ittig. de haerefiarch. fest. 3. c. 2. *
* Bastlides, ein Priester des gottes Carmeli, welcher dem«ufden, berge Carmel, der zwischen Jubäa und Syria lieget,opfernden Vcipasiano aus dem eingeweyde des opfer-viehs ftinbevorstehendes glucke weissagte. 7 , bist. II. 78 Snc-vnius aber machet denselben zu einem freygelassenen Vespasia-
ni, welcher zu Alerandria in Egypten in dem tempel Cera-pldts »hm erschienen, da er doch wegen einer glicder-kranck-heil kaum gehen konnte, und gewißlich dazumal weit vonxandria entfernt gewesen seyn solle.
* Bastlides, wurde um das jähr 309. mit Cyrino, Nabvrund Nazaro, welche sämtlich Officiers der armee Kayscrs Na-xentii waren , zu Rom gemarteret. Nachdcme sie in der ac-fangenschafft aus befehl des Pradecti der stadt grausam!,ch Lquälet worden , stellete man sie dem Kayser vor, und als ßedenen gotzcn nicht opfern wollten, wurden sie verdammet, denköpf zu verlieren. Man begrübe ihre leichname auf dem eini-ge Meilen von Rom entfernten weg Aurelia. Ihre Historie istziemlich ungewiß , weilen ihre acta entweder falsch oder verder-bet sind. Acta apud Bolland. Martyrologia. Bailiet, vies desSaints, n.juin.
* Aastlimpha, zu lat. Nymphams, Nymphius. ist ein ffußder Turckischen provintz Diarbeck in Asien , welcher sich zwischender stadt Mosul und Tekrit oder Tokrit in den Tiger ergeußt.
Maty, Diction.
Bastlina, die andere gemahlin Constantii, und muttcrIuliani ^postatae. Es scheinet, daß sie der Christlichen religionzugethan gewesen, weil sie der Ephestnischen kirche einige gmhcrgeschencket; daß sie es aber mit den Arianern gehalten, wvllmeinige daraus schliessen, weil sie sich sehr feindselig gegen Eulrv-pium, einen Bischvff der recht-gläubigen, erzeiget hat. Siestarb bald nach Iuliani an. 337. erfolgtem tod. Atbams. adso.litarios. Ammian . Marcell. lib. XXV. Julian, ep. ;i. Her.tnant. vita Athanas. & Basilii &c.
* Bastlinus , oder Bafilicinus, war anfangs ein rnder-knecht auf dem schiffe des Griechischen Kaysers Michaelis, wel-chen dieser wegen seiner schönhcit so lieb gewann, daß er öf-ters um ihn seyn muste, ja, als er bey der Kayserlichen tatetstund, und des Kaysers lügenden heraus strich, gefiel es demsel-ben so wohl, daß er ihm die purpur-schuhe anziehen ließ, undihm den Kayserlichen titul gab. Dieser sahe Basilium an,welchen der Kayser schon zum Nachfolger erkläret hatte, undwollte die schuhe nicht anziehen , Basilius aber winckteihm, daß er dem befehle gehorsam leisten sollte, doch gab erdurch seine gebärden zu verstehen , daß er schlecht darmit zufrieden wäre, welches den Kayser verdroß, daß er ihn mitharten Worten anließ. Dieses aber gab gelcgenheit zu Michae-lis ermorduna. Der Kayser aber führte Basilinum im Kayser-lichen schmucke vor den Rath , und erklärte sich daselbst, daßdieser regieren sollte. Zonaras, annal. tom. III. p. 134. Cf-
Arenus , bist. p. 437.
BASILIND A, war ein spiel in Griechenland,da die linder ei-nen unter sich zum König machten, welcher den andern allerleyzu thun befahl. Meurf. de lud. Graec.
Bastlipotamos , siehe Eurotas.
* Bastlis, wäre ein Griechischer scribent, welcher eine Histo-rie von Indien geschrieben hatte. Es ist ungewiß , zu welcherzeit er gclebet hat, er wird aber von den Alten oft angezogen.A henaus . lib. IX. Pünius , lib. VI. hist. c. 39. &c.
Bastliscus, ein bruder der Kayferin Verine, Leonis desalten gemahlin, wurde an. 468. zum Feldherrn wider die Van«dalen gemacht. Er verstund sich aber in geheim mit dem fcind,ließ sich von dem König Genserich ntit geld bestechen, und hin-gegen feine eigene flotte verbrennen, stieß darauf Zenoncm vondem Kayserlichen thron, und fetzte sich an. 473. an dessen stelle.Er verfiel auch in die Eutychianische ketzerey, trachtete das Chal-cedonische Gondlium zu vernichten, und verübte allerhandbosheit. Er ward aber von seinem anhang , sonderlich demGeneral Armato, den er wider Zenvnem gesendet, verrathen,indem selbiger mit der armee zum feind überqieng. Zeno kamhierauf wieder nach Constantiuopel, bekam Hasiliscum gcfan-
S i, und schickte ihn nach Cappadocicn in ein castcll, allwo ermit weid und rindern an.477. zu tod hungern müssen. Sonsthatte der vorgedachte Armatus auch einen söhn, der bicß Basillj-cus, aufdessen vorditt sich jener vor den Zenvnem erklärte, nach-dem ihm Zeno vorher das Kayserthum versprochen. Zeno hieltzwar sein versprechen, ließ aber gleich darauf den vatter als einenverräther tödten,und der söhn mustcBeökor in einer kirche werden,doch gab er ihm hernach das Bißthum Cvzicum im Hcllesvont.Procop. lib. I. de bell. Vandal. Evagr. lib.III. c. 34. leg. Eiceph.lib. XV. c. 27.
Kayser und andere Fürstliche Personen.
Basilius I. Griechischer Kayser , zugenannt Alacedo, weller aus Macedonien gebürtig war, wiewol ihn andere von denArsaciden herleiten. Er ward als ein schlechter Edelmann vonMichaele lll. zum Reichs - gehülffen angenommen, der ihmaber, als er ihn von seinem unordentlichen Wesen abzuleitensuchte, nach dem leben trachtete; derowegen Basilius vor raw-sam hielt, ihm vorzukommen, und, nachdem er ihn aus dmrWege geräumt, wurde er an. 867. zum Kanser gccrönet. Wließ sich die ruhe der Archen sehr angelegen seyn , setzte den Pa-triarchen Photium ab, und in seine stelle wiederum Ignatmmein ; hernach aber nahm er die partey des Photii an, und er-hub ihn wieder, hielt es auch in allen stücken mir ihm, so day diePäpste ihn von ihrer gemeinschafft ausschlössen. Er hatte gluckin den kriegen, so er im Orient führte, eroberte Samosat, und