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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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seine flottenahm den Saracenen etlichestädtewieder ab, son-derlich in vicilien, auch wurden durch seine Vorsorge die Russenzum Christlichen glauben gebracht. Er starb den i. inartii an.886. nachdem er kurtz zuvor seinen söhn Leo aus dem 7. iährigengefängnis gelassen, und zum Nachfolger ernennet hatte. Im übri-gen war er ein geschickter und tugendhaffter Herr, hinterließauch einige schritten : als Capita exhortatoria 66. ad Leonemfilium ; einige Orationes , welche mit den actis Synodi 8- her-aus gegeben sind, und andere. Auch ist er der urheber desOrientalischen Rechts, welches in den libris Basilic&Sn begriffen.

Curopnlates. Nicetas. Conjiant. Porphyr, ap. Leo». All ixt. iym-mict. P. II. Cave , hist. lit.

Basilius II. der junge genannt, Kayftr im Orient, warein söhn Rvmani des jüngern und der Thcophaniä, die in ih-rem wittwenstande Nicephörum Phocam geheurathet hatte. Erfolgte nebst seinem bruder Constantino Porphyrogeneta, demIohanni Zimiftä an.y?;. und schickte einige saracenische troup-pen nach Italien , welche daselbst die städie Bari , Maternmit einem theile von Apulien und Calabrien , so Zimistes deinKayftr Ottoni zur milgift für seine tochter Theophania gegeben,einnahmen. Er überwand die von Tripoli und Damascus, be-zwäng die Bulgaren , so damals die gefährlichsten feinde desReichs waren, und sich Meister von Servien und von den bestenvrtern von Thessalien gemacht, auch die benachbarten provin-tzen aufs äusserste verheert hatten. Basilius aber jagte sie an.1001. heraus , und ob sie sich gleich wieder suchten veste zu setzen,so daß ihr Fürst Samuel an. 1015. es aufs neue wider Basiliumwagte, ward er doch geschlagen, und izooo. der seinigen ge-fangen , welchen Basilius allesamt die äugen ausstechen , undsie also wieder nach Haufe gehen ließ , dabey er einer jeden Com-pagnie von Hunderten einen einäugigen zum Capitain oder Weg-weiser mitgab, über welchen anblick Samuel vor Verdruß balddarauf starb. Basilius starb plötzlich an. 102;. nach ;o. iahri-er regierung, und hinterließ dieselbe seinem bruder Constantino

em jüngern. Zonaras. Cedrenus. &c.

Basilius , Groß-Fürst in Rußland , war ein söhn Johan-nis Basilowitz I. und hieß bey der taufe Gabriel. Nachdem erseines stief-bruders söhn Demetrium , der besser recht zur suc-ceßion hatte, auf einrathen seiner mutter Sophiä umbringenlassen, kam er an. 1492. zur regierung. Er nahm Pleskow,Smolensko nebst andern städten und Fürstenthümmern ein,neunte sich zuerst einen Czaar, und ließ fast alle vornehme deslandes aus dem wege räumen, um ihre güther an sich zu ziehen.Hingegen litte er schaden von den Casanischen Tarlarn, die sogar die stadt Moftau unter ihme ausplünderten. AIs er sich ver-mählen wollte, musten i$oo. der schönsten Rußischen mng-frauen ins schloß kommen, unter welchen ihm Salomäa So-brovia, eines vornehmen Edelmanns tochter, gefiel, und seinerliebe %i. jähr genoß, da er sie ihrer Unfruchtbarkeit wegen inskloster stieß, und ihr wegen einiger undedachtsamen Worte dieknut-peitsche geben ließ. Er hatte sich kaum zum andern malmit Helena , Bastln Glinski, eines Kneftn tochter, vermahlt,so brachte Salomäa Johannem zur Welt, welcher nachgehendszur regierung gekommen, wiewol einige behaupten, daß die an-dere gemahlin Helena diesen Printzen äebohren. Beyde gemah-linnen waren unkeusche weiber; denn Salomäa zeugte im klostermit einem Mönche einen söhn, und Helena trieb nach dem tobeihres gemahls, welcher an. 15;;. oder 154°. erfolgte, öffent-lich hürerey, weswegen sie auch mit gift hingerichtet, und ihrbuhler, Jvan Ozami, gespisset worden. Petreji ehr. Mosc.lib. VIII. De Herberß. comm. de R. Mosc. *

Basilius , siehe wolodomir.

Basilius Zuski, siehe Zuski.

* Basilius , Groß-Hertzog der Russen, war ein söhn Deme-trii II. Jvanowitz, und folgte demselben in der regierung. Ernahm den Türcken nicht nur an. 1J98. das Rußische Bulgarien ab, sondern brachte auch noch viele an der Wolga gelegeneHerrschafften unter seine botmäßigkeit. Mit seiner gemahlinAnastasia, einer tochter Alerandri Vitoldi, Groß-Hertzogs in Littthauen,zeugte er folgende Ander: 1.) Basilium den blinden,vondem ein artickul folget. 2.) Annam, so a». 140;. gebohren,und an. 1414. mit Johanne Paläologo Kayftr zu Constantinopelvermählet worden. ;.j Eine tochter, welche Olelko Wlodimi-riwltz, Fürst zu Slusko in Polen , zur gemahlin genommen.DlugoJJ! chron. Poion. Herberßein , commentar. rer. Moscov.Meyerbereji iter Moscov. Dußt histor. Byzantin.

* Basilius Basilowitz, der blinde, Groß-Hertzog der Ruftsen, war ein söhn des vorherstehenden Basilii, welcher ihn aberenterbte, und seinen eigenen bruder Georgium IV. zum Nachfol-ger erklärte. Er mnste also init Uglitz in dem HertzvgthumRosdow vvrlieb nehmen, bis Georgtus mit tod abgieng, undihm im testamente das Groß-Hertzogthum vermachte, welcheser auch behauptete, ungeachtet er von Georgii söhnen des ge-sichts wäre beraubet worden. Er starb im XV. feculo , undhinterließ: 1.) Johannem Basilidem l. von dem an seinemort ein artickul zu finden. 2.) Eine tochter, welche mit Basi-lio, Hertzoge zu Rezan vermählet worden. Herberßein, com-raentar. rer. Moscov.

Heilige, Patriarchen und Bischöffe:

St. Basilius , der grosse, Bsschoffzu Cäsarea in Cappado-eien, war ein söhn Basilii, der hernach Priester ward, undHistor. Lextco» 1. Theil.

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bruder Petri, Bischoffs zu Sebasta, wie auch Greaorii Nysse-ni» gebohren an.;28. Sein vatler hielt ihn zu den studien, de-nen er hernach zu Antiochien , zu Cäsarea und Constantinopelmit gutem fortgang oblag, und sich an. U4. oder 45. nach Athen wendete , asiwo er mit Gregorio Nazianzeno vertraulichefreundschafft pflöge. An.; 5 ?. kehrte er wieder nach hause, undthat kurtz darnach eine reise nach Egypten und Libyen , die be-rühmten klöster in denselben ländern zu besehen. Er befanddas leben dieser Mönche so wohl eingerichtet, daß er ihm vor-nahm ihrem cxempel zu folgen, derowegen, als er wieder nachhause gckominen, und von dem Btschoff Dianio zum Lector or-dinirt worden, begab er sich bald in die provintz Pontus in daskloster der heil. Macrina, und es kamen sehr viel zu ihm, dieauch diese einsame lebens-art erwehlten, welchen er gewiffe re.geln vorschrieb. Er wurde aber wieder aus seiner einöde nachCäsarea beruffen, und dem Bischoff Eusediv substituiret, auchan. 57°. nach dessen tode gar zum Bischoff zu Cäsarea erwchlet,uneracht er sich in die einsamkeit begeben hatte, um dieser wür-de zu entgehen. Er ward von deir Arianern und andern ketzernsehr verfolget, denen er aber mit grosser hcrtzhafftigkeit begegne-te , wie er denn wider Eustathium, den Arianischen Bischoffzu Sebaste , ingleichen gegen Apollinarem die Wahrheit derChrtstltchen religivn in schriften vertheidigte, auch mit grossemetfer an Vereinigung der Morgen - und Abendländischen Archen,die damals verfallen waren, arbeitete. Er starb den 1. jan. an.Z79. die Lateinische Arche aber hat sein nahmens-fest aufden 14.jun. als auf den tag seiner ordinirung verlegt. Von ihm sindnoch vorhanden Homiliae 9. in Hexaemeron ; in Psalraos quos.dara Homili ;e 17.; Homiüse zi. varii argumenti ; adversus £u-nomium libri V. davon aber die beyde letztere nicht genuin sind,und viel andere, welche in unterschiedenen edinonibus zusam-men heraus gekommen, von welchen die besten, die zu Paris an.1618. cmn notis Frontonis Ducei in 2. volumin. und des MvN-tacutii, welche gleichfalls zu Paris an. 16;8- in z. volum. ge-druckt worden. Franciscus Combefisius hat auch Basilium retti-. tutum heraus gegeben, darinnen er viel örter des Basilii verbes-sert , erläutert, und von den vsrtionibus gehandelt hat. Die-ses werck ist zu Paris in 2. volum. in 8. gedruckt. Die regelnseines ordens hat Rusinus ins Lateinische übersetzt, und der Car-dinal Besiarion, der deinsclben orden zugethan war, hat diesel-ben in 2z. artickul zusammen gezogen. Es hat sich dieser ordensonderlich ün Orient ausgebreitet, auch sind bis auf den heu-tigen tag fast die meisten Morgenländifche Mönche demselbenzugethan. In der Abendländischen Arche ist er ums jähr 1057.eingeführet worden , Gregorius XIII. hat denselben ums jähr1^79. reformirt, und die Mönche aus Italien , Spanien und©teilten in eine congregation gebracht, deren Haupt das klosterSt. Salvatoris zu Meßina seyn solle, welches an. 1057. durchRobertum Guichardum gestiftet worden, nachdem er die Sa-racenen aus dieser stadt verjaget hat. Rieronym. in chron. &catal. scr. eccl. Theodor, üb. IV. c. 19. Phot. cod. 141. & 145.Siddas. tsuron. Du Pin , bibl. des aut. eccl. Cave. Mauro'ic.mare Ocean. reüg. Mir, de orig. ord. relig. Fiuktti habit. dellerelig. Hermant. vita S. Ballt. tom. II. Le Buüaire , con-stit. s8. Gregor. XIII.

St. Basilius , der jüngere, ein Einsiedler, solle, weil manihn vor einen spion hielt, unter Leone VI. und Alecandro ge-fangen nach Constantinopel seyn geführt worden. Weil er nunbedencken getragen, auf die ihme vorgelegte fragen zu antwor-ten , seye es dahin kommen, daß man ihn unvarmhertzig ge-prügelt , und bey einem betn an einen bäum ausgehänget.Nach dreyen tagen hätte man ihn einem löwen vorgeworffen,und als ihn derselbe nicht beschädiget, ins meer geworffen, wor-aus er aber glücklich entkommen , und sich den andern tag wie-der in die stadt begeben. Endlich, nachdem er noch viel Verdrußausgestanden, seye er wegen seiner wunder und heiligen Wan-dels in solches ansehen gestiegen, daß ihn Anastasia und Irenehaben nach Hofe konunen lassen , um seine erbaulichen lehrenzu hören; worauf er uin das jähr 952. gestorben, und in derstadt in einem Nonnen-kloster begraben worden. Sein gedächt-nis wird den 26. mart. gefeyret. Und so wird zwar diese ge-schieht von einigen legenden-und wunder-schreibern erzehlet; aberohne von andern zu melden, so haben Baillet, und so gar Ba-ronius in seinem Martyrologio dieselbe nicht würdig geachtetanzuziehen. Eben so verhaltet es sich mit einem andern diesesnahmens, der ein Mönch gewesen seyn, und neben Stephansdem jüngern und andern Mönchen wegen Verfechtung der bil-dern und des bilder-diensts unter dem Griechischen Kayftr Con-stantino Copronymo viele marter sollen ausgestanden, aber durcherstaunliche wunderwerck alles überwunden haben. Diesesletztern Basilii tod wird von den Griechen auf den 28. nov. mitStephani des jüngern und anderer Griechischen Mönchen mehr,bis auf;;9. an der zahl , so alle wegen der bildern unter LeoneJsauro und Constantino Copronymo sollen gelitten haben, ge-ftyret. Allein das schlimmste ist, daß diejenige, so diese erzeh-jungen machen, als die sogenannte Menologia der Griechen,auch Zonaras , Cedrenus , und aus diesen Surius in derglei-chen dingen gar zu vieler fabeln schon längst sind überführet wor-den 4 daß mich ferner von denen Griechischen Mönchen , welcheunter Leone Jsauro und dessen söhn Constantino Copronymozur straf gezogen worden, unschwer zu erweisen ist, wie siemehr wegen allerhand emvörungen, welche sie wider die Kayftr,Dyy; si>