von seinem Vorfahr Kelw'ilf ungerechter weise an sich, undregierte z.iahr laug. Er wurde zu Ellanduna von Egbertsüberwunden , und als er zu den Eost-Anglc,», das ist, den En-gelländern, welche den orientalischen theil Engellands dewohne-teii, entjlohe, brachten sie ihn um das leben. Ditt. Jagt.
* Bernulphus, oder Bernoldus, auch Arnulphus undwarnulphus genannt, der 20. Bichoff zu Utrecht , wurdean. 1027. darzu erwehit, und zwar gelangte er wider alles ver-muthen daxzu. Es hatte sich nemlich, als das Bichoffthumzu Utrecht durch den tod Adelboldi vaeant worden, so viel zwie-spalt über der neuen wähl geäußert, daß König Conradus, derHenrico nachgehends im Kayferthum suceediret, vor nöthigfände, selber dahin zu reisen, und die veruneinigten gemü-Iher zur ruhe zu bringen. Er nahm aber seine hoch schwangeregemahlin zugleich mit sich, welche jedoch durch die lange reiseziemlich ermüdet, in dem dorfe Oesterbeck stille liegen muste, daes denn geschahe, daß sie in abwesenheit ihres gemahls an die-sem orte bey odgedachtem Bernulpho , der allda Priester war,ihre Niederkunft hielte, und ihn darauf mit dieser frölichenbotschafft an ihren gemahl nach Utrecht abschickte. Dieserhatte indessen alles in gute ordnung gebracht, so, daß beydefactiones ihm die wähl eines neuen Bischoffs lediglich anheimgestellet. Dahero er diesen Bernulphum, der schon als ein from-mer und auf die billichkeit sehender mann wohl bekannt war,alsofort mit völliger approbation des Cleri und gesamtenvolckü ins Bißthum einsetzte. Es hat unter ihm das Stift un-gemein zugenommen, «nassen demselben König Henricus garviele und ansehnliche güther geschencket,wovon Wilhelm*-· Heda,hüt. Episcop. Traject. p. 288. fqq. mit mehrern handelt. Erstarb endlich, nachdein er noch verschiedene neue kirchen er-bauet, und die alten schön ausgebessert, den 19. jul. 10,4.Jo. de tieku , chron. Ultraject. p. 27. seq.
Bernrvald, siehe Berwald.
St. Bernwardus, Bischoff zu Hildesheim , war ein gebohr-ner Graf von Sommerseburg, und vorher des Kayfers Ottonis111 . Capeüan geivesen. An. 9?;. ward er Bischoff zu Hildes-heiin, allwo er an. 1001. das kloster Michaelis erbauet. DerChurfürst zu Mayntz wollte ihm die jurisdiction über das klosterGandersheim streitig machen, gleichlvie in folgenden rei-ten darüber gestritten worden; es behielten aber die Bifchoffezu Hildesheim den platz. Endlich starb Bernwardus an. 1024.Er «st «vegen Heiligkeit feines lebens zu ausgang des XII. saeculicanonisiret worden, und wird er noch heut zu tage als ein Patrondes Stifts Hildesheim verehret. Sein leben ist an. 1540. inTeutscher spräche zu Hildesheim gedrucket worden.- Krantzümetrop. p. 88· Bucel. catal. Episc. Hildes, in Germ. S.
* Bcro, oder Berous, (Augustinus ) von Bologna , lebteUNI das jähr 1530. und war in der ßurisprudentia Civili undCanon, sehr gelehrt. Diejenige von seinen wercken, welche ammeisten gesucht werden, sind: Lebt. super 1. 2. 3. LHe-cretal. Conciliorum tom. IV. Quaeitionum , tom. I. &c. Ali-A'Jl ii, de Doct. ßonon. tiumutai bibl. Bonon.
Beroaldus , ( Matthäus) gebürtig von Paris , lehrte an.isö;. die Hebräische spräche zu Orleans . Die von Rochellewollten ihm an. 1571. eine stelle in ihrem Collegio geben , wel-che er aber scheinet ausgeschlagen zu haben. Er befand sichhernach zu Sancerre, als der Marschall de la ChLtre diesestadt belagerte, und leistete den einwohnern durch seine guteanschlüge grosse dienste. Von hier begab er sich nach Sedan,und las daselbst über die Historie. Folgends war er Prediger zuGenf , und an. i?76..doeirte er daselbst die Philosophie. An.i;7s. gab er eine chronologie heraus, darinnen zwar viel ge-lehrsamkeit, aber wenig gründliches ist. Er wollte auch inder zeit-rechnunq qantz allein der heil. Schrift folgen, und z.ex. weil Cambyses und Darius Hyftaspis nicht in der Bibelstehen, selbige nicht mit unter die Persischen Könige setzen, bar-wlder sich Scaliger aufgelehnet. Seine übrige fchriflen schei-net sein söhn Franciscus heraus gegeben zu haben. Er starbvordem jähr 1584. La Croix du Marne , bibl. Franq. Co/omes.Gall. orient. D’Aubigne tom. I. üb. I. cap. 9. & 12. Baylt&c.
Beroaldus , (Franciscus) Herr von Verville, Canonicusvon St. Gatten zu Tours, ein söhn des vorhergehenden, warzu Paris den 28. avril an. i;;8. gebohren. Er war gelehrtund von gutem verstände, legte sich aber auf schlechte dinge;denn er üversetzte das liebes-buch le Songe de Polyphile ge-nannt , und schrieb hernach ein werck von gleicher art, die reiseder glückselige»» Printzen, welches er Steganographica nennete,über dieses viel andere liebes-und chymssche fachen. Er hat, alser 22. jähr alt war , Jacobi Bessoni Theatrum instrumento-rurn & machinarum mit figuren erläutert , Französisch her-aus gegeben. A». i;8;. ließ er feine Apprehsnfions spiricuel.Ics , gelichte, Oeuvres pbilosophiques avec les recherches dela pierre philosophale , und in dem folgenden jähr ein getich-te, l’ldee de la Republique genannt , drucken. Am allermei-sten wird gesucht und geachtet das buch, so den titul hat : Mo-vens de parvenir , welches viel fantastisches und seltzames ansich hat, auch voll von sehr garstigen reden ist; jedoch auch da-bey solche erzehlunaen anbringet, in welchen sich noch ziemlichviel geist mercken laßt, nur schade, daß derselbe nicht besserangewandt worden. Indessen gefällt das buch sehr vielen. Sal-masius, nach der mündlichen erzehlung Huetil, pflegte sich dar-
innen zu belustigen, wann er kranck im bett liegen muste; und»vird das buch noch heut in Franckreich sehr gesucht, und theur
verkauft. La. Croix du Maine & Sorel, bibl. Franq. Bayle. *
Beroaldus , (Philippus) ein berühmter Philosophus, Me-dicus und Redner, war von Bononien gebürtig , und lehrtedie Gitteras elegantiores zu Parma , Paris und in seinem val-terlande, woselbst er an. 1504. starb, da er 51. jähr und 8.monat alt war, und hinterließ zwey söhne, Philippum undVincentium. Er war ungemein belesen, doch fehlte es ihmmanchmal an judicio. Seine fchriften sind zu Paris , Brixen ,Lion und an andern orten, auch an. i;i;. zu Bafel zusammengedruckt. Es sind aber darunter Annotationes in Ovidium,Horatium, Martialem, Livium, Ciceronem, piinios , &c. inJeremiam & Daniclem , in Apulejum ,^Quintilianum , Caesa rem , Hieronymum, Suetonium, Curtium , JCtos nonnul-los, &c. Commentarii in Ciceronis' Orationes Philippicas, inCatullum, Tibullum , Propertium ; de Philosophi , Medici,Oratoris Pratstantia; Explicatio praeceptorum VII. Sapientum,& in Pythagorae Symbola; Orationes & Epigrammata , &c.P. Jov. elog. c. 41. Vojfius, de Hist . Lat. lib. III. cap. u.
llcndreich.
Beroaldus, (Philippus) ein söhn des vorhergehenden, sollstinen vatter an zierlichkeit der Lateinischen spräche und in derPoesie übertroffen haben, wie denn Paulus Jovius seine odmgar des Horatii feinen an liebtichkeit vorziehen will, auch Eraf-mus in feinem Ciceroniano feiner gar rühmlich gedencket.Er lehrte anfangs zu Bononien, hernach wurde er als Profes-sor „ach Rom beruffen, da er sich gar bald des Eardinals Ju-lii Medicei gunst erwarb, welcher ihn zu feinem Secretario,und nachdem er den Päpstlichen stuhl bestiegen, an des Phädristelle zum Bibliothecarso Machte. Er lebte aber dabey in gros-ser armuth und Verachtung, welches er sich dergestalt zu ge-müthe zog, daß er in eine kranckheit siel, und darinnen fei-nen geist aufgab. Sabinus , lection. sobseciv. lib. II. cap. 9.& 19. Pier. Val. de infelic. litterat. lib. I. Jovius, devitaLeon. X. lib. III. VoJJius, de Hist . Lat. lib. III. cap. 11. Ges.nerus. Pojfevin. £«?c.
* Beroaldus, (Johannes) war aus Palermo , und feinergrossen gelehrfamkeit wegen überall hochgeachtet. Er wurde den24. wart. an. 1548. Bischoff zu Telesia , hielt das jähr daraufeine stattliche Oration de eligendo summo Pontifice , und wardan. 1556. den i.oct. ins Bißthum von St. Agatha de Goti ver-setzt, welches er 10. jähr verwaltet; er hat auch das Conci,lium zu Trident mit besucht, und ist an. i? 66. gestorben. Mon-gitor. bibl. Sie. Patlavicin. in hist. Concil. Trid. XIV. 1.Ughel’us , Ital. sacr. tom. VIII. p. 354. & 371.
* Deroardus, (Hieronymus ) ein Dominicaner-Mönch ausVenedig , florirte zu ansang des XVII. feculi unter Paulo V.Er hat istoria delle vite de’ Sommi Pontefici heraus gegeben,Venedig 1612. in 4. Lud. Jacob, in bibl. Pontif. Otdoia i nAthen . Rom. p. 674. Eebard , script. 0 . P. tom. II. p381.
Beroe , Beroea , und Serrhoea, eine bey den Alten be-rühmte stadt in Cölefyrien , ward von dem Seleuco Nicatorewieder aufgebauet. Sie halte einen Ertz-Bischoff unter demPatriarchen von Antiochien . Fast alle Geograph! Halten sie vordas Heutige Alevpo. Strabo , lib. VI. BeUon. lib. II. obs. c. 102.Petr. Giliius. Mir aus. Sanfon. & c. siehe Aleppo .
Beroe , Beroea , Berrhoea, eine stadt in Macevonien,nahe bey dem ffuß Lydius , jetzo Castoro von einigen genannt.Sie soll jetzo Veria heissen. In der Avostel-geschtchte, wie auchbey dem Strabone , Plinio und Ptolemäo wird dieser stadt ge-dacht. AH. XVII. 13. Scaliger, in not. ad Euseb. ehr. Mi-raut, in not. Episc. Ortelius. £«?c.
* Beroista, oder Boroifta, ein Gothischer König, trat nachdem tode Tanabontä zu ansang des X. sarculi im 4. mille-nario , als eben L. Sylla zu Rom herrschte, die regierung an,und führte solche mit so grosser klugheit, daß der ruf davon bisin die entlegensten länder erschölle, und den grossen WeltweisenDicenälim, welcher damals in Griechenland , oder, wie andere»vollen, in Egypten lehrete, veranlassene, selber dahin zu reisen,und unter einem so »veisen Könige forthin zu leben. Es nahmihn auch Beroista nicht nur sehr freundlich auf, sondern gabihm nachgehends die ansehnlichste ehren-stelle, und ließ ihn denkirchen-und schulen-staat in bessere Verfassung setzen, wodurchdie Gothische nation innerhalb »venig jähren treflich cultiviret,und dabey so groß und berühmt »vurde, daß auch die Römerselbst ihrentwegen in furchten stunden, wie dann Beroista,nachdem er viele angrentzende länder unter seine botmäßigkeirgebracht, über den Ister gesetzet, Macedonien, Jllyrien und diedaran gelegene Römische provintzien durchplündert,und mit rei-cher beute zurück gelanget, nunmehro willens war, feine sieg-reiche Waffen gegen die Römer zu wenden. Allein der todverhinderte ihn an dieser expedition, welche den Kayser Au-gustum bereits dahin gebracht hatte, daß er eine sehr starckearmee dargegen in bergitschafft hielte. Jo. Magnus , Goth.Suec. hist. UI. 17. Jemandes , de reb. Goth. 11. Krantz.Suec. I. 33. Paulini hist. Suec. III. 10.
Beroldingen, eine adeliche familie in Schwaben und in derSchweitz , deren stamm-schloß gleiches nahmens, in der Schweitz ,in dem Canton Uri , 3. stunden von Aitorff gelegen. HedwtgLlll 4 ist