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ist an. 1107. Aebtißin zu Seedorff, und Melchior an. nto.Ritter des ordens St. Lazari wie auch Comthur zu, Jerusalem gewesen. Andreas, so um das jähr 1480. viele gulher beses-sen , ist ein anherr aller noch lebenden von Beroldmgen. Seinsöhn Josua hat das schloß Steineck im Turgow gekauft, unddem Kayser Carolo V. wie auch Kvmge Philipps II. in Spa nien gute kriegs-dienste geleistet. Dessen fthn Sebastian,Obrister der sogenannten heiligen Eigne m Franckreich hat;.erben nachgelassen: der älteste ist Decanus zu Ein,,edel ge-wesen , und nach seinem tode sind viele wunderwercke von ihmegerühmt worden; verändere, nahmens Heetor , war Landes-hauptmann im Turgow, und der dritte, nahmens Johannes,Spanischer Obrister. An. 170;. lebte Johann Dominicus Bres-ser von Beroldingen, und in der Schweitz florirten nach ansangdes XVIII. feculi Obrister Carolus Conrad von Beroldmgen,Ritter, auch Mauritius Baron von Beroldingen, Landschreiberzu Lugano . Burgem. Schw.R. Adel. Bucelin. itemmat. P. IV.Stumpf. Schweitz. chron.
Beronicius, ein unvergleichlicher Poet, aber von sehrunordentlicher lebens-art. Er lebte in Seeland in der mitte desXVII. fec. Seine wissenschafft war allerdings zu bewundern.Er redete Französisch,Englisch, «. Italiänisch in der grosten Voll-kommenheit. In dem Latein war er so gut,daß sich der alte Gro-novius dereinst mit ihm zu sprechen gescheut, und Griechisch warihm wie seine mutter-sprache. Horatium , Virgilium, viel vonCicerone und beyden Pliniis , Homerum und einige comodienvon Aristophane, konnte er gantz auswendig, und daraus her-sagen, was man wollte. In der Griechischen und LateinischenPoesie war er ungemein glücklich. Was man ihm vorsagte,konnteer alsobald in verse bringen, und hat solches oft mit den wö-chentlichen Holländischen zeitunqen versucht. Wenn ihm die lustankam, verse zu machen, gerieth er in starcke bewegung, verän-derte das gesicht, zitterte, und sagte hernach dieselben mit solcher
G eschwindigkeit her, daß man ihm nicht nachschreiben konnte,da-rr ihn viele der zauberey verdächtig hielten.Bey aller dieser kunstaber lebte er liederlich, gieng sehr unsauber in kleidung,und wardem truncke sehr ergeben, denn er insgemein der gesellschafft dergemeinsten und nichtswürdigsten leuthe nachgieng,unter welchener manchmal zu acht tagen steckte. Als man ihm einst sagte,wie er wohl würdig sey, eine Profession zu verwalten, gab erzur antwort, es gefalle ihm so ein pedantisch leben nicht.Indessen nehrte er sich mit camin-kehren, messer-schleiffen undandern solchen dingen, sonderlich aber pflegte er dem gemeinenvolck allerley gauckeleyen vorzumachen. Von seiner ankunft undvatterland hat niemand was erfahren können, und wenn manihn fragte, sagte er, es sey jeglicher da zu Hause, wo es ihmwohl gehe. Indessen wüste man, daß er viel jähre in Franck-reich , Engelland und Holland herum gezogen, und hietten ihndie leuthe insgemein vor einen aus Franckreich vertriebenen Je suiten oder andern Ordens-mann. Er ward endlich unweit Rot terdam in einem mvraste todt gefunden, darein er vermuthlichtrunckener weise gefallen und erstickt war. Ein Niederländi-scher Poet machte ihm folgende grab-schrift.
Hier leit een wonderlyke geest,
Hy leefde en stierf gelyk een beest,
Het was een miffelyke pater,
Hy leefde in wyn en stierf in water.
Seine getichte hatP.Rabus 1691. zuRoterdam in 8. heraus ge-geben. Das vornehmste darunter ist die sogenannte Georgar-chontomachia oder beschreibung des auflauffs einer anzahlSeeländischer bauren, welche an. 1672. Middelburg eingenom-men, und viele Magistrats - Personen ihrer ämtern entsetzt
hüben. Ant. Borremem. var. leci. c. 6. Afi. Erud. iuppl.tom. II. fest. IV. p. 161. *
Berosus oder Berossus, von den Griechen ßn^ucrot g,nannt, d. i. ein söhn des Osus oder Oseä, war ein Chaldäer unPriester des Belus. Zu welcher zeit er gelebet, davon sind die &ten unterschiedener meynung. Clemens Alexandrinus schein«ihn in die zeiten Alexandri M. zu setzen, welches endlich wolseyn kan, er muß aber damals noch sehr jung gewesen seyrGewisser ist es, daß er zu den zeiten Ptolemäi PhiladelphiKönigs in Egypten , A. M. 3778 . A. C. 27 6. A. ü. 478. OlymrCXXVI. floriret. Er hat eine Historie von Chaldäa in 3. büchergeschrieben, davon aber nichts mehr als nur einige fragmentim Josepho zu finden. Dann die Historie Babylonica odeChaldaica genannt, welche man unter des Berosi nähmeherum tragt, ist von dem Annio Viterbiensi errichtet worderDer rechte Berosus aber hat seine Historie dem König Antioch1 . 8oteri in Syrien , welcher A. R. 473. zu regieren angefangendedmret, welches wahrscheinlicher, als daß er selbige dessesöhn Antiocho II. Theo , welcher A. R. 492. ihm succediret, zrgeschrieben habe. Plinius meldet, daß ihm die Athenienser e>ne ehren-jaule aufgerichtet, und Justinus Martyr , daß er eivatter der Cumanischen Sibylle gewesen, wiewol diese von de>lemgen Sibylle, so zu Tarquinii 8nperbi zeiten gelebet, muß unterschleden seyn. Hin. üb. VII. c . 37. Just. Man. hört. a
,••1 7 vv apo T lv c · prap. Evang. üb. X. Bit
ro». lxb. XXXVII. inEfai. Joseph, üb. I. c.?. ant. & lib. I. conlAppion- £«««,. lib. IX. c. 9. Genebrard. lib. II. chron. Voßus
A b ·. dc ,MT r‘ C ' I T Meurfius, in bibl. Grac. Stanley,m PhilOrient, lib. 1 . 1 . 1. c. 6 . Scahger. Hendreich. gf c .
* Berou , vor zeiten Lilena, Lilbena genannt , ist eine klei
ne stadt des glückseligen Arabiens, an dem merr-dusen von Bal-sera, zwanzig oder fünf und zwanzig meilen von der stadt Ma-scalat, auf der nord-ost-ftiten gelegen. Maty , Dict.
Berquin, (Ludovicus de) ein Edelmann aus der provinbArtois, führte diesen nahmen von einem dvrfe, welches ihmzugehorte, und kam bey dem Französischen Hofe in solches anse-hen., daß ihm der Konig den titul eines Raths gab. Er wirdgerühmt, daß er ein mann von unsträflichem leben gewesenAber er konnte die viele grobe fehler und lastet der damaligenGeistlichkeit nicht vertragen, und redete gar scharfdagegen. Zu-erst zerfiel er mit Wilhelmv Quernv, oder a Quercu, welcherihn wegen einiger nach derReformation riechenden lehren als ei-nen ketzer anklagte, da er denn eingezogen, aber bald wiederlos gelassen wurde. Hierauf übersetzte er einige schristen desErasmi ins Französische,und that etwas darzu, worauf ihn Na-talis Beda aufs neue verklagte, daß er wieder in verhasst genom-men wurde. Das urtheil verdammte seine bücher zum feuer,ihn selbst aber, daß er seine trrthümmer widerruffen, und einegewisse satisfaction thun, wiedrigen falls verbrannt werdensollte. Allein durch Vermittelung der Königlichen Mutter, wieman glaubt, wurde diese fache aufs neue untersuchet, und daunterdessen Franciscus I. aus Spanien nach Hause kam, revo-cirte er dieselbe zu seiner eigenen Untersuchung, worauf Berquinbald auf freyen fuß kam. Dieses machte ihn noch sreymüthi-ger, daß er seinen feinden wegen der unbefugten anklag einenproceß an den hals warf, ungeacht Erasmus, der solcher leu-then gemalt und starcken anhang kennete, ihne mit gröstem ernstdavon abgemahnet, und vielmehr ohne Verzug aus Franckreichzu entfliehen gerathen hatte. Wie dann selbige in der that baldMittel fanden, ihn zum dritten mal in verhasst zu bringen, wor-auf er zu einem immerwährenden gefängnis, und daß er seineirrthümmer widerruffen sollte, verdammet wurde; da er aberdieses durchaus nicht thun wollte , wurde er an. 1529. im 40.jähr seines alters zu Paris als ein ketzer erwürget und ver-brannt. Der berühmte Guil. Budäus, der auch einer der ir.zu dieser letzten Untersuchung ernennten Richtern gewesen, be-mühete sich bis in den dritten tag ihne zum widerruf zu bewegen;aber umsonst. EraJ'mm , in epist. lib. XXIV. ep. 4. lib. XXX.ep. 44. & 48. See. Be2a, bist. ecclef. lib. I. & in iconibus. Cbe.villier, de l’orig. de l’imprimerie. Bayle. *
Berre , ist i.) eine kleine stadt in Provence , am fluß Arc ,wo derselbe ins meer von Martigues fällt, ist wegen des vielensaltzes, so allda gemacht wird, berühmt. 2.) Ein fluß in Dauphi-ns , welcher sich in die Rhone ergiesset.
* Berret, oder Berreto, (Petrus ) ein Carmeliter vonNarbonne in dem XIV. feculo , war ein Beicht - vatter desPapsts Cleincntis VI. Hofmeister, nachgehends Bischoff vonGrace de Vason, nach Petro Casso. Er lebte um das jähr1350. und schriebe unterschiedliche tractaten: Placita Theolo-gica; Repertorium , &c. Man weiß nicht, zu welcher zeit ergestorben lst. Gstier , in biblioth. Aiegre , in parad. Carmel.Lucius & Jacobus , biblioth. Carmel. Sammarth. Gall. Christ.
Columbi , de Epifcop. Vasion.
* Bcrrettoni, v Nicvlaus) von Macerata in dem Hertzog-thum Urbino , war einer der 'besten lehrjüngern des CaroliMaratti, und wann man die vortrefliche stücke anstehet, wel-che er an denen bühnen des Altierischen pallasts, in der kircheU. L. F. de Monte L>anto und an verschiedenen andern ortenzu Rom gemahlet hat, so kan man nicht änderst, als manmuß den frühzeitigen tod dieses Mannes bebauten, indem eran. r üZ2. in seinem 44. jähr durch ein hitziges siebet hingeraffetworden. Paicoh, vite de Pittori moderni.
Berruyer, (Philippus) Ertz-Bischoss zu Bourges , warvon Tours , ein vetter Wilhelmi Berruyer, der eben diese wür-de besessen. Er wurde sehr jung zum Ertz-Bißthum Tours be-ruffen, schlug es aber aus, und nahm an. 1222. das Bischoff-thum zu Orleans an, woraufihm Gregorius IX. an. ir;6. dasErtz-Bißthum Bourges gab, damit er die bey 3. jähren her inselbiger kirche entstandene spaltungen beylegen möchte. Wegenseiner geschicklichkeit ward er von der Königin Bianca in wich-tigeir staats-geschäffcen gebraucht. Er war auch das Haupt imKöniglichen Rath, als die Grafen von Poitiers und Anjou dieregierung führten, und der König Ludovicus 8. bediente sichseiner sehr wohl. Endlich begab er sich auf ein landguty in seinemBißthum, und starb daselbst an. 1261. im 39. jähre seines Bi-schöfflichen amts. La ChaiJe, hist. de 8. Louis.
* Berruyeres, (N. ) war aus einer guten familie von Pa ris gebürtig, welche aus Berry,wie solches der nähme auSweiset,entsprossen. Der Cardinal Mazarin , dem seine gute eigenschaff-ten bekannt waren, gebrauchte ihn in geheimen fachen zu Rom und an andern orten; und will man versichern, er habe unterdem vorwand eines die schönen stndien betreffenden brief-wechsels an der geheimen Unterhandlung der Königin Christina in Schweden theil gehabt. Er hatte d«rs schicksal, daß sichsein schiff an denen dem Wasser ebenen, ohnfern dem beug laRoqua genannt, sich befindenden und die einfahrt dieses Hafenssehr gefährlich und schwer nrachenden seifen zerschmetterte, under ertranck. Die fchiffleuthe des lands trugen sich zwar alsobalddenen an dem ufer sich zeigenden schiffen an, weilen aber dasschiff des Berruyeres tiefe hulff nicht annehmen wollte, kamer mit einem reichen jubilirer und allen reisenden um, und entflö-he solchem Unglück niemand, als ein Capucmer, welcher durchschwimmen die spitze eines ftlsen erreichte. Es bedaurcten ihn
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