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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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alle ehrlichen keuche, denen er bekannt wäre. Er schriebe sehrreinlich in Französisch - Lateinisch - und Italiänischer sprach.Mr. de Launoy adreßirte auch an ihn einige seiner critischenbriefen. Sein jüngster bruder, welcher sich in Normandie be-geben , und alldorten begüteret ist, ererbte von seinen Nachrich-ten , briefen, und seinen andern wercken vieles, welches, wannes in ordnung gebracht, und zusammen gelesen wäre, seinemnahmen nicht wenig ehre erwerben wurde. Es liegt aber al-les sehr verwirret im staub, und wird von den wurmen ver-fressen. De Vigneul-Marville, melanges dhistoire,&c. pag.240.

Berry, iat. Ducatus Bituricensis, eine provintz in Franck-reich, welche den titul eines Hertzogthums führet. Sie hat ge-gen Westen la Touraine, gegen lüden la Marche, gegen osten1 c Bourbonnois, le Nivernöis und le Gatinois, gegen nordenaber das eigentlich so genannte Orleanois und leBIelois zu gren-zen. Der fluß Eher scheidet sie in 2. theile. Bourges ist dieHaupt-stadt; die andern städte sind Issoudun , Sanccrre, Ar-genton , la Chastre, Chaieaurour, St. Aignan , le Blanc,Gracat, Ligneres, Valancai, Aubigni, rc. Dieses land istfruchtbar an körn, wein, wiesewachs, Viehzucht rc. Diewolle fällt daselbst vortreflich, daher die Berrischen tücher sehrgesucht werden, und giebt es viel manufacturen davon. Esfliesten auch durch diese provintz verschiedene wasser, welche siefruchtbar und angenehm machen. Der vornehmste fluß ist dieEher, die andern heissen Jndre, Auron, Aurete, Eure oderÄere, Arnon, rc. Vor alters wurde Berry von eignen völ-ckern bewohnet und regieret; selbige waren die Bituriges,welche fast das gantze Celtische Gallien besassen, und unter denalten Galliern am mächtigsten waren. Bourges war die Haupt-stadt ihres Reichs , und zu den zeiten Tarquinii Prisci wird ihrKönig Ambiqatus genennet, dessen schwester söhne, Segovesusund Bellovesus, sich durch die colonien, so sie ums jähr derwell ;4s4. A. C. 591. U. C. 164. nach Deutschland und Italien geführet, sonderlich berühmt gemacht, und zwar soll Segove-sus über den Rhein in Teutfchlanb , Bellovesus aber über dieAlpen in Italien gegangen seyn, und sich meister von demjeni-gen stück gemacht haben, welches nachgehends Gallia Cisklpi-na genennet worden. Ob nun gleich diese Bituriges lange zeiteine mächtige regierung in Gallien geführet, so konnten sie den-noch dem Julie Cäsari nicht widerstehen, sondern verbranntenselbst, damit nicht der ftind beute machen möchte, 20. ihrerstädte. Bourges aber ward erobert, und die Bituriges alsounter der Römer botmäßigkeit gebracht. Folgends kamen sieunter der Francken herrschafft, und war Berry ein theil desKönigreichs Aquitanicn. Als sich der andere stamm der Fran­ zösischen Könige zum ende neigte, hatte Berry eigene Herren,welche den titul der Grafen von Bourges annahmen, als He-rard, Wiihelmus der andächtige, Bernhard , rc. Gottfried,der zu Lugonis Caveti zeiten lebte, hinterließ Harpin oder Her-pin , welcher, als er eine reise über das meer thun wollte,Bourges an den König Philippum I. verkaufte, und nach-dem er sonderbare zufalle auf seiner reise ausgestanden, auchvon den Saracenen gefangen worden, endlich aber dennoch inFranckreich wieder angekommen, sich in einen Mönchs-ordenbegab. Von derfelben zeit an blieb die Grafschafft Bourges bis an. i;6o. mir der Crone vereiniget, da sie der König Johan-nes zu einem Hertzogthum machte, und feinem söhn Iohannimit dem bedinge gab, daß in ermangelung männlicher erbenBerry wieder der Crone Heimfallen sollte; welches auch gescha-he , indem seine beyden söhne, Carolus und Johannes, nochvor ihrem vatter ohne nachkommen stürben; dieser aber erstan. 1416. dieses zeitliche gesegnete.. Ein anderer Johannes vonFranckreich, ein söhn Caroli VI. führte den titul eines Hertzogsvon Touraine und Berry, und starb an gift zu Compiegne ,an. 1419. Dieser Carolus VI. gab darauf Berry seinem funf-ten söhn Carolo zur appanage, der hernach, unter dem nahmendes VII. König ward, mit weichem es in währenden innerlichenkriegen mit Engelland diese provintz so beständig hielt, daß thnauch die Engelländer nur den König von Bourges nenneten. An.1461. gab Ludovicus XI. das Hertzogthum Berry stinem bru-ber Carolo, welcher aber an. 1472. ohne nachkommen starb.Ludovicus XII. überließ selbiges seiner gemahlin Johannä,nachdem er sich von ihr hatte scheiden lassen, lebenslang zu be-sitzen , welche es bis an ihren an. 1504. erfolgten tod inne hatte.Franciscus I. gab es seiner schwester Margaretha an. 1; 17. zurappanage, die an. 1549. verstarb. An. 157s. gab es HenricusIII. feinem bruder Francisco von Alenc,on, der an. 1584. unver-heurathet mit rode abgieng. Endlich überließ es Henricus IV. der wittwe Henri« III. Loüysen, lebenslang zu nutzen. Nachdemaber dieselbe an. 1601. dieses zeitliche gesegnet, ist Berry jederzeitbey der Königlichen Cammer geblieben. Carolus,ein enckel Ludo-vici XIV. führte letztlich den Hertzoglichen titul davon. Er warden 1;. aug. an. 1686. gebohren, vermählte sich an. 1710. denn.jul. mit Maria Elisabetha, Hertzogs Philippi ll. von Or-leans tochter, und starb an. 1714. den 4. may ohne erben. Cajar,lib. VII. & VIII. de bello Gall. Livius , lib. V. c. 48. Chaumean.descr. Biturig. & hist. de Berri. Labbe , hist. chronol. Du Chme.Jujtel. Besli. Putern. Summarth. &c.

Bersaba, oder Leerseba, eine stadt in Palästina, aufderfeite von Gaza . «sie bekam diesen nahnien, weil Abraham mitAbimelech, dem Könige von Gerar, daselbst einen bunb ge-macht halte. Abraham aber pflantzte bäume zu Bersaba, und

predigte allda. Folgends ward sie dem stamm Simeon zu theil,verfiel aber hernach in abgötterey, wie Hieronymus erweiset.Volaterranus, Bochart und etliche andere hallen Berseba vor

( 3 ibdil\.Gen.XKl.JoJüa XIX .Hieronymus ad Amos V. 4. &

Bersala, (Anna) eine tochter und erbin Wolfards de Bor-felle und Charlotte von Bourbon-Montpensier, wird ihrer lu-gend und gutthätigkeit wegen von Erasmo sehr heraus gestrichen,wie sie denn gewisse Geistliche unterhalten, dre sie in ihren predig-ten zuin öftcrn gerühmet. Ihr gemäht Philippus von Bur-gund , Admiral und Gouverneur von Artois und Flandern ,ein söhn Antonii von Burgund, Herrn von Bevres, welcherein natürlicher söhn Philippi Boni von Burgund war, bekammit ihr die Herschafft Vere, Vlißingen ix. Sie zeugte mitdemselben 2. töchter und einen söhn Adolphum , welcher an.1540. starb, und den berühmten Marquis de Vere nach sichließ. Eraßnus , ep. Fahret, hist. des Ducs de Bourg. tom. 1 .Anfilrne , hist. dc la Maison Royale. Buyle.

BERSARli, oder BEVERARH, wurden gewisse geringe be-diente an dem Hofe Caroli AI. genennet, wie bey dem Hincma-ro zu sehen. Einige wollen durch Bersarios,Bestiarios verstehen,welche bey den alten in schau-spielen mit den wilden thieren bisaufs blut kämpfen musten. Spelmannus aber setzet sie unterdie jäger, und zwar vornemlich unter die, welche den wölfe»nachgehen, hingegen durch die Bcverarios will er diejenigen ge-meynet haben, welche den bibern nachstellen, weil dieses thierfast von allen völckern Bever genennet wird, auch der Scholiastedes Iuvenalis einen diber Bebrum heisset. Hmcmar, ep.;. c.17.Schol. Juven. sät. 12. Du Frejhe gloffarium.

Bersch, ein städtgen in Nieder-Elsaß , zwischen Ober-Ehen,heim und Roßheim, in dem Straßburgifchen gebiethe gelegen.

Berfello, Brescello , Brissello, lat. Brixellum, einekleine bevestigte stadt, nebst einer citadelle, an dem Po im Her-tzogthum Modena , an den Mantuanischen grentzen gelegen. Ta-citus, Plimus,Suetonius und andere gedencken ihrer. An. 1702.den s.jan. nahm sie Kayserliche besatzung ein. Hieraufwurdesie von den Franzosen und Spaniern an. 170;. den 22. jul. ero-bert , nachdem sie von ihnen über ein jähr lang bloquiret, auchzuweilen starck beschossen und bombardiret worden. Doch an.17--7. wurde sie bey gantzlicher abtretung der Lombardie denKayserlichen völckern wieder eingeräumet. Der Hertzog von Mo-den» soll diese stadt von dem Hertzoge zu Mantua gegen liefe«rung eines paares sporen zu lehn tragen.

* LI RSlAiVlI I ES , sind völcker des mitternächtigen Ame.ricä. Sie wohnen in Canada an dem mitternächtigen gestaddes flusses St. Laurentii, dem eigentlichen Canada gegenÜber. Maty, Diction.

Bersiuo, Bertschv, (Marcus) ist gebohren an. 148z. zuRoschach am Boden-ste. An. 1512. kam er naher Basel , umdaselbst seine theologischen studien besser zu vollführen. An.i;a9. erhielt er da zu erst den Pfarr-dienst in der mindernstadt, bald hernach aber, nemlich an. 152;. ward er zumPfarrer bey St. Leonhard erwehlt, als welchem amt er 4z.jähr vorgestanden. Er war einer der ersten ReformirtenPredigern zu Bafel, und leistete Oecolampadio bey dem Re-sormations-werck trefliche dienste, gleichwie er auch zu Verferti-gung desjenigen foipti apologetici , in welchem dle lViinistridem Rath allda ihre zu abschaffung der Meß habende gründevorgelegt, das seinige beygetragen. Er starb den 27. mertzan. 1566.seines alters 8;. jähr. Exarch, eeel. Basil. Urßißichron. GroJJii epitaph. *

Bersmann , (George) Professor zu Leipzig , war zu An-naberg in Missen den n. mertz an. >s;6. gebohren. Er legteden gründ zu feinen Ihidiis in der Fürsten -schule zu Meisscn,begab sich an..i555> nach Leipzig , sieng das Studium Aledicuman, welches er hernach in Franckreich und Italien fortsetzte,und dabey in der Poesie sich dergestalt hervor that, daß manihn vor einen der besten Poeten seiner zeit hielt. Als er j.jähr in Italien zugebracht, gieng er nach Wittenberg , vonda er durch den Churfürsten zu Sachfen tu der Schuipforte zudociren beruffen ward. An. 1568. aber begab er sich wiedernach Wtttenberg, dafelbst zu lesen, und an. 1571. nach Leip­ zig , die Prosestionem Poeleos anzutreten. An. 1575. warder an des verstorbenen Ioachuni Camerarii stelle zum Pro.fessor der Griechischen spräche und Ethic bestellet, weil eraber der sormul« eoneordke nicht unterschreiben wollte, an.i;8°. seines dienstes erlassen. Da ihn denn Ioachimus Er-nestus, Fürst zu Anhalt, zum Rector des Gymnasii zu Zerbst annahm, woselbst er 30. jähr lang gelehret, und endlich den8. oct. 1611. an stein-schmertzen im 7?. jähr seines alters ge-storben. Seine schriften sind Psalterium Davidis versibus de-scriptum; Cantici Canticorum paraphrasts poetica; CalligraphiaOvidiana. Er hat auch Virgilium , Ovidium , Horatium, Gi-ceronis orationes, Lucani Pharsalica , & Panegyricum ad C.Pisonem &c. mit anmerckungm heraus gegeben.' IngleichenPoemata; Orationes; Epistolas; Rhetoricam; Dialecticam, &c.Seine werckesind in;. tomis in 8. an. 1596. zu Leipzig herausgekommen. Adami Philos. Germ. Freh.r. thqatr. Ht-mlr

* Berftadt,ein flecken in Hessen , nicht weit von Schwalbach ,

an denen Mayntzischen und Nassamschen grentzen. Eine hal-be meile davon entspringet in einem Walde ein berühmtes war-mes bad. ^

Ber-