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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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amt er bis an seinen tob, der an. 1194. im 6 ;. jähre seines al-ters erfolgte, vorstund. Beza, Casaubonus und viel andereGelehrte rühmen ihn als einen guten Criticum. Tbua». lib.CIX. Calomeßi Gallia, p. 7;. 74. Simon, Criti. du V. T. liv. II.c. 24. TeiJJier, elog. tom. II. p. 202. Berti JCt. qui S. ling.propag. &c. Bayle.

* Bertram, der ein und zwanzigste Abt im kloster Bergenbey Magdeburg. Zu seiner zeit erhub sich ein grosser zanck zwi-schen den Mönchen, indem den alten immer junge adjun-girt worden, die denn jene ausspotteten, und wenn der Abt ih-nen solches verbieten wollte,lachten sie ihn nur aus. Er beschwer-te sich deshalben bey Alberto, dem Ertz-Bischoff in Magdeburg .Derselbe nahm Wilhelmum Bischoffen zu Havelderg, nebst ei-nigen Dom-Herren zu sich, begab sich in das kloster Bergen , undstrafte die bosbaftigen jungen Mönche nach gutduncken , etlicheließ er in das gefangnis setzen, andre wurden in andre klöstervertheilt, welches an. 1229. geschahe. Bertram suchte die ein»künfte seines klosters, so viel ihm möglich zu vermehren, kauftedahero von Johanne und Ottone, Marggrafcn zu Brandenburg ,das dorf Bellingsdorf, und von dem Merseburgischen Capituldas guch Tundersleben an. 12;;. Hierauf starb er an. 124;.den 1?. jan. Meibomius , chron. Bergen!", p. 27. seq.

* Bertram, (Bernhard) ein berühmter Doctor Juris, warzu Quedlinburg den 12, jan. an. i^yi. gebohren. Er wurdeerstlich Assessor im Ober-Hof-Gericht zu Leipzig , ferner Cantzlerzu Halberstadt und endlich Cantzler zu Altenburg , woselbst eran. 1640. den 2z. febr. gestorben, und einen tractat de Substi-tutionibus ; ungleichen de Comitiis hinterlassen hat. Freheritheatr. erudit. SEgid. Hunnti concio funebr.

* Bertram, (Caspar) ein Pastor Primarius zu Naumburg ,hat «».1651. über den Evangelisten Matthäum, ein kleines Chur ,Sächsisches Chronicon von an. 1576. bis 1657. in Pst II. dssp.de potestate Papae und verschiedene Leichen - Predigten qeschrre-ben, und kurtz vor seinem ende an. 168;. den Himmel offen, undGOtt auf seinem throne sitzen gesehen, welcher zu ihm gesagt:

Veni, veni in regnum meum. Kernig. Hendreicb,

Bertramus , ein Dominicaner, wurde Weyh-Bisthoff zuMetz , und durch feine gelehrfamkeit bekannt. Er soll einTeutscher gewesen, und zu Coblentz den 20. jan. i;8i. oder 87.gestorben seyn. Er hinterließ unter andern zwey tractate deSchismate und de Illusionibus Dsmonum , welche er Cvnonivon Falckenstein , Ertz - Bisch off zu Trier , dedicirte; ferner ei-nige reden, rc. Trithem. de scr. eccl. Pojjevin. Sixt. Senenf.Cefner. &c.

Bertramus, oder Imtramus , siehe Ratramus.

St. Bertrand, Bifchoff zu Mans, war aus Königlichemgeblüt, aus dem Hause der Printzen von Aquitanien entsprossen,und unter der ausiicht des Bischoffs St. Germani zu Paris er-zögen. Er wurde hierauf Archidiaconus zu Paris , und end-lich an. 587. Bifchoff zu Mans, da er alsobald nebst etlichenandern Prälaten zu gewissen Britannischen Printzen geschicketwurde, die einen einfall in Franckreich gethan, welche er dahinvermochte, daß sie zu ersetzung des schadens 2000. ducaten zahl-ten , auch nichts mehr wider Franckreich vorzunehmen verspra-chen. Nach seiner zurückkunft verwaltete er sein Bißthum, mu-ste aber selbiges verlassen, als Clotarius II. nach verlohrnerschlacht seinen vettern Theodeberto und Theodorico ein großtheil des Reichs , und darunter auch die landschafft Maine ab-zutreten genöthiget wurde. Maine kam auf des Königs Theo-dvrici antheil,' diesem aber wollte der Bifchoff Bertrand denryd der treue nicht leisten, noch von der partey des Clotarii ab-treten ; derohalben er ihn seiner güther beraubte, und ins ge-fängnis legte. Als aber diese beyde Printzen mit tobe abgegan-gen waren, und Clotarius Maine wieder bekommen, wardauch Bertrand in sein Bißthum wieder eingesetzt, allwo er an.624. im siebenzigsten jähre seines alters starb. £endonnet,Eveq.du Mans.

Bertrand, ein ansehnliches geschlecht zu Toulouse , welchesseinen Ursprung von den alten Grafen von Toulouse herleitet,und viel berühmte leuthe hervor gebracht hat. Jacob Ber-trand , Herr von Villelles, rc. Advocat im Parlement zu Tou­ louse , lebte an. 1480. und hatte dreu söhne, davon der älteste,Bernhard, an. 1519. Procureur -General im Parlement zu Lan-guedoc war. Er hinterließ Iohanncm, Ertz-Bischoff zu Sens,von welchem hernach ; Petrum, Bifchoff zu Cahors ; Nico-laum und Petrum, Abbatem Saramunensem. JetztgedachterJohannes hatte vorher mit feiner gemahlin nebst zwey töchterneinen söhn, Wilhelmum, Herrn von Villemort, rc. gezeuget,derselbe ward Beysitzer in dem grossen Rath, und an. r^z.Requeten-Meister, wurde aber, ob er gleich der Catholischenreligion zugethan, am Bartholomäus - tage an. 1 02. mit hin-gerichtet, und hinterließ keine erben. Nicolaus, Johannis bru-der, wurde Präsident im Parlement zu Toulouse , und starban. 1548. Sein söhn Johannes, Herr von Quatourge, wargleichfalls Präsident im Parlement zu Toulouse , von welchemhernach. Nicolaus war auch aus dieser familie, und lebte zu zel-ten Francisci I. Er war Advocat im Parlement zu Toulouse ,und Professor Juris. Er schrieb Gelta Toloianorum ; de vetu-slis Gallorum Nominibus; de Theologis Tolosanis ; contra Al-chymistarum errores,&c. und starb UMs jähr 1527. FrancistUMnach sich lassende, welcher von dieser familie der vierte PräsidentHjstsr. Lexican I. Theil.

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iin Parlement zu Toulouse war , ingleichen Nicolaum, wel-cher ihm nachfolgte, und Franciscum. Dieser aber zeugtewieder einen söhn gleiches nahmens, der Rath in selbigemParlement war. Blancbard, elog. des Presid. du Pari. deParis , & bist. des Maitres des Requet. Sammartb. Gall.Chr. Aubery, bist. des Card. La Croix du Maine . Hen-dreicb.

Bertrand, (Guilielmus) erster Präsident im Parlementzu Paris , ums jähr 134°. nach Hugone de Cvuci. Manglaubt, daß er aus dem geschlecht des Cardinals Petri Bertranvgewesen. Hermite. Souliers & Blancbard , elog. des Presid. duPari. de Paris .

, Bertrand, ( Johann ) Cardinal und Ertz - Bifchoff zuSens , war ein söhn Bernhardt, Raths im Parlement vonLanguedvc, darinnen er auch Ober - Präsident wurde. DerKömg Franciscus I. ertheilte ihm eine Präsidenten - stelle imParlement zu Paris , darinnen er hernach durch Vorschub derH ertzogin von Valentinois an. isso, gar Ober-Präsident ward,welche stelle er aber bald mit dem Siegel-verwahrer-amte, da-bey er zugleich die Verrichtungen eines Cantzlers mit aus sichhatte, vertauschte. Er hatte das Bißthum von St. Bertrandde Cominges erhalten, so er aber an. izz 6 . an den CardinalCaraffa abtrat, und davor bald darauf das Ertz-Bißthum Sensauch durch Vorschub des Hertzogs von Guise die Cardinals-wür-dean. r^ 8 . erhielt. Nach Henrici II. tode.an. 1559. wurdenihm die siegel wieder genommen, worauf er nach Rom gieng,auch an. 1560. aufdte Cantzler-würde von Franckreich, die ihmHenricus II. versprochen hatte, wenn der Cantzler Olivier ster-ben würde, verzicht that. Er starb den 4. dec. an. 1566. zu Ve­ nedig , als er von der wähl Pii V. nach hause reisen wollte. Erwar ein schlechter mann, von niedrigem gemüthe, wobey den-noch ein grosser ehrgeitz, deme zu gefallen er alles aufzuopfernbereit wäre; daher man ihn eben darum gebrauchte, weil er sichalles gefallen ließ , was die Hertzvgin von Valentinois wollte.

Thuanus, Mezerai. *

Bertrand, (Johannes) Herr von Quatourge, ist ausdem geblüt der alten Grafen von Toulouse entsprossen. Ray-mund Bertrand hat vier söhne gehabt, als Bertrand , Guiller-me, Alphvnse und Aufrvy. Von dem letzten schreiben sich herAdrian und Roger, welcher Nachkömmlinge mehrentheils inhohen kriegs - bedienungen gestanden, bis auf dieses Johannisgroß - vatter, welcher des Hertzogs von Albret Cantzler gewe-sen , dessen kinder und kinds-kinder alle, nach ihm, svwvl die«fern als andern hohen ämtern vorgestanden. Sein vatter warNicolas Bertrand, der damaligen Dauphine Catharinä deMedicis Cantzler, und seine mutier Antoinctte Jourdain, wel-che diesen söhn zu Toulouse den n. may an. 1527. zur weit ge-bracht. Er ließ in seiner jugend gleich viel gutes und sonderemerckmale fürlreflicher gaaben von sich blicken, und legte dengründ seiner studien unter der anführung Antonii ttstlli. Nachdem erlernte er die Rechtsgelehrsamkeit unter Arnolds Ferreriozu Toulouse , dem er auch gen Valence nachzog , und daselbstvon ihm den voökvr-hut erhielt. Er war noch sehr jung , alser Parlements-Rath zu Toulouse wurde, und hatte unter Ca-rola IX. das glück , daß er von ihm zur Präsidenten - stelle er-hoben ward. Er war ein gvttsfürchtiger und gerechtigkeit lie-bender mann , der dem Könige und seinem vatterlande in da-maligen verwirrten zelten grosse dienste gethan hat. Er nahmkein geschencke an, wodurch er in seinem amt hätte können ver-blendet, und von der Wahrheit abgelencket werden. Wann neueRaths-glieber zu Toulouse erwehlt worden, war der gebrauch,daß der neu - erwehlte dem ältesten im Rath ein seiden tuchverehren muste. Aber unser Bertrand , obschon über dreißigneue Rathsherren unter seinem Prafidio erwehlt worden, hatmentalen von keinem nichts genommen, sondern das angebote-ne jedes mal wieder zurück gestellt, mit der freundlichen ant-wort , daß er solches nicht benöthiget wäre. Die so genanntensporteln hat er gäntzlich, als eine seiner Person unanständigefache verworffen. Er hat oft gewünschet, das glück zu haben,daß er seine lebens - zeit in honesto bonarum artium otio zu-bringen möchte, allein das göttliche Verhängnis gab es ihmnicht zu , fürnemlich da der Hertzog und Cardinal von Guisezu Blois umgebracht, und deswegen zu Toulouse ein ausstandunterm volck durch etlicher Pfaffen geschrey erregt worden, beywelcher gelegenheit Bertrand sich tapfer und an seinem Königgetreu erzeigt hat. Seine müßige stunden wiedinete er denstudien , davon wir an seinen b,V oder de Juris-

peritis libris 2. eine herrliche probe haben. Recht ruhm-würdig ist , daß er in dem Parlement zu Toulouse den ge-wöhnlichen eyd, den ein jeder neu - erwehlter Rathsherrschwören muste, daß er nemlich die stimmen nicht erkauft ha-be, abgeschaffet, weilen er wahrgenommen, wie wenige ihnmit gutem gewissen und Wahrheit schwörten. Den anlas hier-zu gab Gabriel Vcsian, welcher, als er diesen evd bey seinerreception schwören sollte, aufrichtig bekennet, daß er die stim-men erkauft habe, weswegen ihn auch Bertrand öffentlich ge-lobt , und bey der erlangten stelle gcschützel hat. Er bekamendlich die rothe rühr, und starb an. 1594. im 77. jähre seinesalters. Sein leben hat sein eigener söhn Franciscus sehr wohlbeschrieben , welches vor denen rs/amm, wie auch inLeickheri vitis p, 314. anzutreffen ist. *

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